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Schule und Philatelie


Briefmarken-Arbeitsgemeinschaften an Schulen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Zusätzliches Stundenpotenzial durch Ausweitung in Ganztagesangeboten eröffnen neue Möglichkeiten. Jahre lang galt die Arbeit mit Briefmarken als Rentnerhobby – wurde von der Gesellschaft als langweiliger Zeitvertreib belächelt. Briefmarken und Schule – wie passt das zusammen?

 

Was macht die Auseinandersetzung mit dem kleinen Stück Papier für Schülerinnen und Schüler so attraktiv? Wo liegt der didaktisch-methodische Nutzen einer schulischen Briefmarken-AG?

 

Sammeln ist ein Urinstinkt der Menschheit - wen wundert es da eigentlich, dass viele Schülerinnen und Schüler schon zu Grundschulzeiten mit dem Briefmarkensammeln beginnen. Sammeln als Mengenbeschaffung und später als Qualitätsmerkmal ist immer der Einstieg in die Beschäftigung mit den Briefmarken und gleichzeitig der Grundstein für konzentriertes Spiel und später für zielführendes Arbeiten. Im Gegensatz zum fachspezifischen Schulalltag ermöglichen die meisten Briefmarken-AG-Formen fachübergreifende, handlungs- und produktorientierte Erarbeitungswege einer Thematik. Gerade das handlungsorientierte Umgehen mit themenbezogenen Briefmarkensätzen, Sonderstempeln oder auch interkulturell thematischen Briefmarkenvergleichen schafft den Schülern Freiräume, in denen sie im handelnden Umgang mit einem neuen Thema ihre eigenen Interessen bewusst nachgehen können (vgl. Meyer 2000, S.415).  Die Schüler können durch die briefmarkenthematische Vielzahl frei und selbständig agieren, Themen wählen und gestalten. In einer Briefmarken-AG haben die Schüler die Möglichkeit verschiedenste im Fachunterricht der Schule erlernte Methoden und Fähigkeiten einzuüben und weiter zu verfeinern.

 

Als Beispiel dient die Arbeit einer Briefmarken-AG des Johannes-Keppler-Gymnasiums aus Ibbenbüren. Eine Schülergruppe hat dort aus eigenem Interesse anhand von Briefmarken die Deutsche Geschichte auf- und nachgearbeitet.  Als Lehrer und selbst enthusiastischer Briefmarkensammler leitete ich diese Gruppe sowohl in der Sekundarstufe I als auch II über gut zwei Jahrzehnte. Die Schüler setzten sich dabei unter meiner Leitung, orientiert an den von Hilbert Meyer (2000, S. 412) formulierten vier didaktischen Kriterien für die Gestaltung handlungsorientierten Unterrichts, mit verschiedensten Teilabschnitten der Deutschen Geschichte auseinander. Die Vielzahl der geschichtlich gestalteten Briefmarken war der Auslöser zur fachübergreifenden Auseinandersetzung mit der Deutschen Geschichte. Im Zuge der Projektarbeit lernten die Schüler themenbezogen im Internet und in Bibliotheken zu recherchierten, Briefmarkenbilder zu interpretieren und zu verstehen oder auch Texte quer zu lesen und auf ihre Hauptaussagen zu reduzieren. Ermuntert zum selbständigen Arbeiten entstanden durch ein ausgewogenes Verhältnis von Kopf- Herz und Handarbeit erstaunliche Produkte. Die erstellten Ausstellungsexponate, die sie in politischen Institutionen wie dem Landtag zu Düsseldorf, dem Schöneberger Rathaus in Berlin, dem Rathaus Münster oder auch dem Haus der Philatelie in Bonn einem großen Publikum darbieten konnten, fanden große Annerkennung. Zudem eröffneten die Briefmarken den Ibbenbürener Nachwuchsphilatelisten auf diesem Wege auch ungeahnte Türen. Auf verschiedenen Ausstellungseröffnungen konnten sie Bekanntschaft mit großen Persönlichkeiten unserer Zeit machen. Höhepunkte waren hier sicherlich die Treffen mit Alt-Bundespräsident Johannes Rau oder mit dem ehemaligen sowjetischen Staatsratsvorsitzenden Michail Gorbatschow. Die Arbeit der Ibbenbürener Briefmarken-AG verstand sich entsprechend des nordrhein-westfälischen „GÖS-Konzepts“ immer als aktive „Öffnung von Schule“.

 

Unter „Öffnung von Schule“ versteht man heute mehr als nur das Lernen außerhalb der Klassenräume  (vgl. Edel. In: Huwendieck; Bovet 2000, S.77 f). Denn Mauern sind in der heutigen Schullandschaft nach Kirch nicht mehr nur die sichtbaren Mauern eines mehr oder weniger geschlossenen Schulgebäudes. Es sind dies heute eher die unsichtbaren, aber täglich spürbaren Mauern eines bürokratisch orientierten Leistungsberichtapparates, der aus den Schulen Lernbehörden macht (vgl. Kirch 1999, S.4). In den letzten Jahrzehnten sind an verschiedensten Schulen etliche Briefmarken-Arbeitsgemeinschaften entstanden die versuchen, diese Mauern einzureißen - die inneren Strukturen der Schulen zu  öffnen. Eine Erarbeitung unterschiedlichster Themen mit Briefmarken bedeutet somit immer ein Lernen an und in der Alltagswirklichkeit.

 

Natürlich haben nicht alle Kinder Spaß am Briefmarkensammeln und auch längst nicht alle, die damit beginnen, entwickeln die Leidenschaft eines Profis. Dennoch - dass eine mehrjährige Beschäftigung mit dem Medium Briefmarken und die Arbeit unter fachlicher Anleitung mit klaren Zielsetzungen und Methoden auch für den Schulalltag verbesserte Methodenkompetenzen nach sich ziehen ist unumstritten.

 

Alfons Schnell

 

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Literatur

Bovet; Huwendieck: Leitfaden Schulpraxis. Pädagogik und Psychologie für den Lehrberuf, S.11-39. Cornelsen Verlag, Berlin 2000.

Kirch, Peter: Vom Kopf auf die Füße  - Belebung des Faches Geographie durch Lernen vor Ort.  In: Praxis Geographie Heft 1, S.4-5. Westermann Verlag, Braunschweig 1999.

Meyer, Hilbert: Unterrichtsmethoden. 2. Praxisband. Cornelsen Verlag, Frankfurt a. M. 2000.

Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein Westfalen (MSWWF) [Hrsg.]: Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II – Gymnasium/Gesamtschule. Ritterbach Verlag, Frechen 1999.

 


  Datum: 14.08.2006  Kategorie: Schule und Philatelie
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