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#1
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Stellungnahme des BDPh zur Seriosität des Online-Handels erbeten
Ausgehend von der Diskussion auf www.briefmarkencafe.de über eine bei eBay angebotene Fälschung entspann sich dort eine Debatte über die Seriosität des Online-Briefmarkenhandels insgesamt.
Der Leiter der BDPh-Fälschungsbekämpfung Lars Böttger (@deckelmouk) hat dort in sehr pauschaler Weise die Ansicht vertreten, dass auf eBay und anderen Online-Plattformen Betrug, Nepp und Abzocke der Regelfall seien. Siehe hierzu auch meinen diesbezüglichen Blog-Artikel Auch auf Nachfrage hat Lars Böttger zwar seine Motivation erklärt und anhand von Beispelen illustriert, die Pauschalität seiner Aussagen aber unverändert stehen lassen. Vorerst muss ich davon ausgehen, dass es sich hierbei um die offizielle Position des BDPh zum Online-Handel mir Briefmarken handelt. Sollte dies nicht der Fall sein, bitte ich um eine Klarstellung, da natürlich auch ich als eBay-Händler mich davon angesprochen fühle. Oliver Klimek
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http://www.philablog.de Blog für Philatelie und Postgeschichte Geändert von olikli (28.05.2010 um 12:23 Uhr) |
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#2
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@olikli:
@sammlermax: Ich hoffe nur, dass der Käufer merkt, dass etwas nicht stimmt. Aber da bin ich mittlerweile illusionslos, 99,9% aller Käufer merken nicht (oder wollen nicht merken), dass sie beschissen wurden. Das war mein erstes Posting: Nach meiner Beobachtung haben selbst die grössten Fälschungsverkäufer ein Bewertungsprofil, dass keinen Unterschied zu anderen Bewertungsprofilen erkennen lässt. Da lass ich mich gerne von Dir widerlegen. Noch eine andere Illusion: eBay ist nicht billig oder hat den Briefmarkenmarkt kaputtgemacht. Die Briefmarkenkäufer bei eBay haben nur nicht gemerkt, dass sie überteuert minderwertige, falsch beschrieben oder gefälschte Marken kaufen. Zum ersten Satz: Ich kaufe regelmässig im Internet Briefmarken und Belege für meine Prüfsammlung. Das waren letztes Jahr 200 Transaktionen. In der Regel hatten sehr viele Marken und Belege Mängel, die nicht beschrieben waren - egal ob von privaten oder gewerblichen Anbietern. Also waren die 20 bis 30% vom Katalogwert, die ich inklusive Versandkosten ausgegeben haben, schon viel zu teuer. Zum zweiten Satz: Für mich sind eBay bzw. andere Internetplattformen keine "Schnäppchenmärkte". Wenn man nicht sehr gute Kenntnisse in Postgeschichte und Briefmarkenkunde mitbringt, ist die Gefahr sehr hoch, auch Fälschungen zu erwerben. Wer bei eBay/im Internet einkauft, der muss mit sehr viel Vorsicht agieren, egal bei wem er kauft. Beste Sammlergrüsse! Lars |
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#3
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@deckelmouk:
Deine Erfahungen als Ebay-Watchdog sind ja real, und es bestreitet ja auch niemand, dass bei ebay viel Schund angeboten wird. Ich - wie sicher auch andere - störe mich nur an der bedingungslosen Pauschalität Deiner Aussage. Zitat:
Vergiss nicht, dass Du als Organ des BDPh auftrittst. Mit so einer "Alle in einen Sack und draufhauen, es trifft schon den richtigen" - Mentalität, tust Du der Sache unrecht und bringst den Verband in eine Zwickmühle. Soll das wirklich heißen, dass der BDPh den "durchschnittlichen Ebay-Händler" für unseriös hält? Dies ist die Frage, die ich von offizieller Seite beantwortet haben möchte.
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http://www.philablog.de Blog für Philatelie und Postgeschichte Geändert von olikli (28.05.2010 um 15:14 Uhr) |
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#4
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Alle Jahre wieder muss das philatelistische Sommerloch mit einer Grundsatzdiskussion über den Online-Handel gefüllt werden.
Genauso wie der Präsident der Polizeigewerkschaft über die verkommene Menschheit jammert, die den armen Polizisten den Dienst so erschwert, beklagt sich Lars über den unseriösen Online-Handel. Der Online-Handel ist kein schlechterer oder bessere Markt als alle anderen Bezugsquellen wie Tauschtage oder Auktionen. Wie Lars schon schreibt, muss ein Sammler mit "viel Vorsicht agieren, egal bei wem er kauft." Würde Lars sein Augenmerk auf Tauschtage legen, würde er zum gleichen Ergebnis kommen und erschrocken sein, was da unter den offiziellen Fittichen des BdPh so über den Ladentisch geht. Bestimmte Gebiete sind stärker fälschungsgefährdet als andere, weil sich die Marken leicht fälschen lassen (z.B. Aufdruckmarken) und die Sammelgebiete beliebt sind. Das ist nichts neues und steht schon seit Jahren in den Katalogen, dass man bestimmte Marken nur geprüft erwerben sollte und auch Prüfzeichen gefälscht sein können. Ich komme etwas auf die gleiche Anzahl Transaktionen wie Lars, habe aber in 90% der Fälle Material wie beschrieben bekommen. Bei den restlichen Käufen handelt es sich entweder um Superschnäppchen, dass heisst, der Verkäufer war einfach zu doof, die Ware richtig zu beschreiben, oder es waren gerade nicht die Gegenbieter da, weil das Wetter zu schön war, die Sniper-Software einen Schluckauf und nicht rechtzeitig zugeschlagen hatte, etc., oder im Gegensatz, es waren taube Nüsse. In den meisten Fällen war eine Reklamation erfolgreich. Lars Einsatz Ebay sauber zu halten in allen Ehren, ich halte das aber für einen Kampf gegen Windmühlenflügel. Die Anbieter weichen eben auf andere Plattformen wie delcampe, hood etc. aus. Die Mehrheit der Briefmarkensammler ist beratungsresistent. An diese Masse richten sich die Fälscher mit Material im unteren zweistelligen Euro-Bereich. Dafür rennt keiner in seiner Freizeit zur Staatsanwaltschaft, und wenn es für den Händler zu eng wird, gibt es eben das Geld zurück, in der Hoffnung, dass das nächste Opfer nicht so klever ist. Entweder man versucht, die Briefmarkensammler umzuerziehen, oder man findet sich mit der Situation ab. Andere vertrinken und verrauchen ihr Geld und sind damit auch glücklich (obwohl genügend Gesundheitsapostel diese Menschen vom Gegenteil zu überzeugen versuchen) Ich habe persönlich die Konsequenz gezogen, und kaufe kein Material, bei dem ich nicht 100% sicher bin. Ich brauche keinen postfrischen Posthornsatz oder einen Sachsendreier. Das Geld liegt auf der Bank besser. Viele postgeschichtlich hochinteressanten Stücke finden sich im einstelligen Euro-Bereich oder darunter, wo sich kaum Fälscher tummeln. Dafür müsste man schon das Orginalpostformular, die Marken, mehrere verschiedene Stempel und die Alters- und Beföderungsspuren nachmachen können. Da ist das Bestreichen von Marken mit Gummilösung technisch einfacher und einträglicher. Und zu olikli: ich wundere mich auch über die meisten Ebay-Händler. Nicht, weil die Ware schlecht ist, sondern weil Kundenbindung ein Fremdwort zu sein scheint. In den wenigsten Fällen höre ich nach dem Kauf noch irgendetwas von dem Händler. Selbst wenn ich zu verstehen gebe, dass ich noch an weiteren Stücken interessiert bin, stosse ich auf taube Ohren. Haben die Händler Angst, dass der Kunde ein zweites Mal einkauft und wieder den Betriebsablauf stört? Ein anderes Phänomen ist die grosse Anzahl privater Schwarzhändler. In anderen Kategorien stossen sich daran die Abmahnanwälte gesund. In der Kategorie "Briefmarken" stört es niemand, wenn jemand mit 5000 Bewertungspunkten als "Privatverkäufer" die "Rückgabe gemäss EU-Recht" (oder ähnliches Gefasel) aussschliest. |
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#5
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Wer aufmerksam die philatelie incl. beigefügter Werbung liest, kann die Interessen der Offiziellen erkennen.
Konkurrenz stört da nur. Fehldruck |
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#6
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@olikli:
Du kannst mir gerne Vorwerfen, dass ich ohne statistisch fundierte Auswertungen meine Aussage getroffen habe. Ich kann nur aus meinem Bauchgefühl heraus argumentieren, und das wird durch die Meldungen beeinflusst, die tagtäglich bei mir eingehen. Nepp findet bei einem Tauschtag oder Realauktionen oder im normalen Briefmarkenhandelt ebenfalls statt - da hat @drmoeller_neuss vollkommen recht. Aber ich habe den Vorteil, beim Tauschtag a) jemanden zu fragen und b) mir die Marke/den Beleg in Natura anzusehen. Da fallen die Stockflecken oder die dünnen Stellen sofort auf bzw. ich muss mir den Schuh selbst anziehen. Es gibt keine Verkaufsplattform, bei der sichergestellt ist, dass der Käufer nicht über das Ohr gehauen wird. eBay et al. machen den Betrug nur sehr einfach. Man muss noch nicht einmal die Marken besitzten, die man verkaufen will. Ein geklautes Bild reicht. Oder man verkauft Fälschungen in grossem Stil als echt. Oder entfalzte Marken als postfrisch. Oder Knochen als Luxusstücke. Gibt es bei eBay et al. ehrliche (gewerbliche) Anbieter? Ja! Aber die Liste mit guten, sachkundigen, ethisch gefestigten (gewerblichen) Anbietern ist sehr viel kürzer als die Liste mit denen, die bewusst minderwertiges Material anbieten oder denen es einfach wurscht ist. Beste Sammlergrüsse! Lars P.S. Wenn mich ein Briefmarkensammler fragen würde, ob er bei eBay Briefmarken kaufen soll, dann würde ich ihm persönlich davon abraten. Ausser er bringt entsprechendes Wissen mit, um Gut und Böse zielsicher zu unterscheiden. Geändert von deckelmouk (28.05.2010 um 15:52 Uhr) |
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#7
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Wenn der Handel über online-Verkaufsplattformen so schlecht für die Käufer (Mitglieder) läuft- warum arbeitet dann der BDPh in dieser Art mit den Plattformen zusammen? Wenn der Beschiss aus BDPh Sicht so große Dimensionen hat- wäre es dann nicht besser, wenn man den Druck erhöht, gezielt bessere Plattformen unterstützt oder ggf. die Zusammenarbeit ganz oder zeitweise einstellt?
Auf der einen Seite zeigt der BDPh seine Fahnen als Unterstützer bei ebay und dann wird hintenrum vor Käufen bei ebay gewarnt? Doppelmoral! Fehldruck Geändert von Fehldruck (28.05.2010 um 15:59 Uhr) |
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#8
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fehldruck:
Zitat:
deckelmouk: Zitat:
deckelmouk: Zitat:
Gute Argumente, wirklich wahr! |
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#9
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@fehldruck:
@olikli hat meine persönliche Meinung, die ich in einem anderen Forum geäussert habe, als die öffentliche Meinung des BDPhs interpretiert. Ich spreche nicht für den BDPh-Vorstand. Es gibt keine "offizielle" Stellungnahme. Als Bundesstellenleiter Fälschungsbekämpfung habe ich hier meine Meinung zum Kauf bei eBay et al. kund getan. Der BDPh kooperiert mit eBay bei der Fälschungsbekämpfung. Soll er damit aufhören und die Sammler ganz alleine lassen? Hinweise auf Fälschungen, auf sicheres Einkaufen, auf das Erkennen von guten Anbietern und die Fälschungsbekämpfung, das macht das Paket aus. Und ich muss nicht die Interessen von gewerblichen Händlern bei eBay vertreten. Sondern die Interessen der Sammler. Ich schreibe keinem vor, wo und wie er Briefmarken kaufen oder verkaufen soll. Jeder kann eine Plattform wie eBay nutzen, die den Betrug im Internet so einfach macht. Aber bitte sich dann nicht beschweren, wenn die grosse Menge an schwarzen Schafen auf die ganze Herde abhaart. Ich nutze selbst eBay und Delcampe. Aber ich beschäftige mich intensiv mit dem gesamten Markt. Und ich benötige überall sehr viel Wissen, um unbeschadet durch zu kommen. Aber als Käufer bin ich nirgends dem Verkäufer so sehr ausgeliefert, wie im Internet. Ich muss in Vorleistung gehen und wenn ich merke, dass ich behumpst wurde, um mein Recht kämpfen. Es gibt keinen Verband, an den ich mich wenden kann und eBay zieht sich auf die "wir bieten nur die Plattform an"-Nummer zurück. Beste Sammlergrüsse! Lars Geändert von deckelmouk (28.05.2010 um 21:52 Uhr) |
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#10
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@ex-bdphler:
Bitte etwas mehr bieten als Allgemeinplätzchen und sarkastische Kommentare. Ich weiss, dass Diskussion immer gerne für Krawall genutzt wird. Ist total lustich. |