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Thema: Fiskalmarken Eingrenzung zur normalen Marke

  1. #1
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    Fiskalmarken Eingrenzung zur normalen Marke

    Hallo,
    da ich am Aufbau meiner Sammlung bin und feststellte, dass ich die verschiedensten Fiskalmarken habe, wandte ich mich an die zuständige ArGe.
    Da ich Zwischenentscheidungen treffen muss, wie ich meine Sammlung aufbaue und auf welche Bereiche ich mich konzentrieren sollte, bat ich um Unterstützung bei der Klärung dieser Frage.
    "Was ich nicht übersehen kann, welche Markenarten gehören dazu. in Italien gibt es verschiedene Markenarten, die im Katalog nicht verzeichnet sind. Was ist mit den Eisenbahnmarken in Belgien? Sie stehen jedenfalls im Katalog.
    Gibt es irgendwo eine Ausarbeitung, die den Bereich Fiskalmarken eingrenzt?"

    Die Antwort der ArGe lautet u.a.:
    "Die Gattungen sind vielfältig,die Anzueahl erscheint unbegrenzt.
    So gibt es im 19ten Jahrheundert mehr steuerliche Wertzeichen als postalische, die man im Übrigen als echte Teilmenge der Fiskalmarken bezeichnen kann.
    Stöbern Sie doch einfach mal in unserer Internetseite und sehen Sie auf die Liste der Kataloge."

    Ich bin jetzt genau so schlau wie vorher. Kennt jemand anderes eine Antwort auf meine Fragen. Vielleicht hatte jemand das gleiche Problem wie ich.

    Gehören die Eisenbahnmarken in Belgien zu den Fiskalmarken?
    Sind die in den Katalogen hinter der Philatelie aufgeführten Marken grundsätzlich keine Fiskalmarken(Porto- oder Dienstmarken)?
    Sind Dienstmarken nicht immer auch Fiskalmarken?

    Das die Gebührenmarken der Behörden zu den Fiskalmarken gehören, ist mir klar.

    MfG
    h-w

  2. #2
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Genau genommen gehören, wie die Arge ja schon antwortet, alle Briefmarken zu den Fiskalmarken. Briefmarken sind als Gebührenmarken der früher staatlichen Postverwaltungen eine Untergruppe der Fiskalmarken.

    Die Definition, was zum Thema Fiskalmarken gehört und was nicht, ist oftmals nicht ganz einfach. Grob würde ich sagen, dass alle amtlichen Wertzeichen, die nicht für die Postbeförderung herausgegeben wurden, in den Bereich der Fiskalphilatelie gehören.

  3. #3
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    @h-w:

    Einfache Frage - komplexe Antwort:

    - Briefmarken konnten sowohl fiskalisch, als auch als "Briefmarke" verwendet werden (kann man oft nur anhand der Entwertung unterscheiden); z.T. waren die Marken explizit dazu gedacht ("Postage & Revenues"), z.T. wurden sie einfach so verwendet
    - Belgische Eisenbahnmarken haben eigentlich nichts in einem Briefmarkenkatalog verloren, der Michel notiert sie traditionell bei Belgien
    - Fiskalische Marken wurden als Briefmarke verwendet - teilweise toleriert, teilweise nicht

    Die Trennung erfolgt beim Verwendungszweck: Als Gebühr für eine Postsendung verwendet = Briefmarke, als Gebührenquittung für etwas anderes - Fiskalmarke (wobei es auch Spendenmarken gibt und Rabattmarken und Mitgliedsmarken, die muss man wieder unterscheiden).

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars

  4. #4
    Weltenbürger Avatar von Rainer Fuchs
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    Das heisst also dass z.B. die Eisenbahnmarken des Irak reine Briefmarken sind da diese nur für das Porto von Briefen welche mit der Eisenbahn versandt wurden verwendet werden konnten.
    Mitglied bei:
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    Sammelgebiete:

  5. #5
    Russland bis 1923 Avatar von Lacplesis
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    Während des ersten Weltkrieges wurden in Russland die allgemeinen Gebührenmarken und bestimmt Postsparquittungsmarken für Frankaturgültig erklärt, um den Markenmangel zu beheben.
    Bei diesen hängt es also von der Entwertung ab, ob es sich um ein Briefmarke oder eine Fiskalmarke handelt. Gelistet sind sie in beiden Katalogen.

    Mit den Belgischen Bahnpaketmarken wurde doch eine Beförderungsleistung abgegolten, oder nicht? Warum diese Marken im Katalog stehen und z.B. die Eisenbahnmarken Finnlands nicht, keine Ahnung...
    Vielleicht weil die Finnischen Bahnbetreiber privat waren und die Belgischen staatlich? Die Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft und die Suez-Kanal-Gesellschaft sind doch auch privat, stehen aber trotzdem im Katalog...

    Meine Meinung:
    Alles was zum abgelten einer Beförderungsleistung gedient hat, gehört in eine Briefmarkensammlung, der Rest in eine Fiskalmarkensammlung.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Lacplesis Beitrag anzeigen
    Mit den Belgischen Bahnpaketmarken wurde doch eine Beförderungsleistung abgegolten, oder nicht? Warum diese Marken im Katalog stehen und z.B. die Eisenbahnmarken Finnlands nicht, keine Ahnung...
    In Belgien war es m.W. über Jahrzehnte so, dass die Post nur Briefe, aber keine Pakete befördert hat. Für Pakete war nur die Eisenbahn zuständig. Damit hat die Eisenbahn Beförderungsdienstleistungen auch für Privatkunden erbracht, die in den meisten Ländern dem Postdienst zugerechnet werden.

    Alles was zum abgelten einer Beförderungsleistung gedient hat, gehört in eine Briefmarkensammlung, der Rest in eine Fiskalmarkensammlung.
    Dann würde die Briefmarkensammlung praktisch alle Eisenbahnmarken, unabhängig von Land und Gesellschaft, umfassen, da diese üblicherweise für Frachtgebühren (Stückgut/Expressgut) verwendet wurden.

    Und so wie oben formuliert, auch wenn du es sicher nicht so gemeint hast, auch Fahrscheine ;-) (So bin ich übrigens zum Interesse an Eisenbahnmarken gekommen: Ich sammel seit langem intensiv Fahrscheine. Der Schritt, Eisenbahnmarken zu sammeln, war dann sehr klein - für mich sind Eisenbahnmarken sozusagen die Fahrscheine für Frachten).

  7. #7
    Oberschl., DR, Privatpost Avatar von Pete
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    Zitat Zitat von h-w Beitrag anzeigen
    ...
    Gibt es irgendwo eine Ausarbeitung, die den Bereich Fiskalmarken eingrenzt?"

    ...
    Für das Abstimmungsgebiet Oberschlesien mussten 1920 neue Briefmarken herausgegeben werden, gedruckt im Atélier des timbres in Paris. Sinn und Zweck war es, die deutsch- und polnischstämmige Bevölkerung des Abstimmungsgebietes auf Briefmarken gleichberechtigt nebeneinander erscheinen zu lassen. Bei den deutschen Dienstmarken war man eher spartanisch - der Überdruck "C.G.H.S." genügte. Dies war auch der Überdruck, den man deutschen Fiskalmarken zukommen ließ. Aus Sicht der alliierten Kommission (unter der Führung Frankreichs) war die Sachlage klar, da aus deren Sicht Dienstmarken nicht zu den Briefmarken zählten sondern eher zum Bereich Fiskalmarken. Aus Sammlersicht sind Dienstmarken ein Bestandteil von Briefmarken (wenn auch mit vorgegebener Einschränkung, bezogen auf den Briefinhalt).

    Fazit: Es ist alles Ansichts- und Definitionssache ;-)

    Gruß
    Pete

    P.S.: Fiskalmarken (nach dem Katalog von Norton/ Erler) aus dem Abstimmungsbgebiet Oberschlesien würde ich nicht links liegen lassen, wenn diese für relativ kleines Geld irgendwo zu erwerben sind, da insgesamt recht selten vorkommend :-)

  8. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von Bayern Fiskal
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    Hallo,

    als Orientierungshilfe kann ich persönlich das BDPh Fiskalphilatelie- Ausstellungs- Reglement empfehlen (als Anhang beigefügt).

    siehe auch unter:
    http://www.bdph.de/fileadmin/Image_A...mentfiskal.pdf

    Weitere Informationen findet man im BDPh Bewertungs-Reglement für Exponate der Fiskalphilatelie

    Siehe
    http://www.bdph.de/fileadmin/Image_A...nienfiskal.pdf


    Eine Ergänzung zum Thema Eisenbahnmarken (Altdeutschland) :
    Eisenbahnmarken dienten zur Bezahlung des Güter- Transportes.
    Frachtstempelmarken dienten zur Bezahlung der Frachtstempel- Steuer /Abgabe.


    Mit freundlichen Grüßen

    Bayern Fiskal
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  9. #9
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    Ich stelle fest, dass auch die "alten Hasen" kontrovers über dieses Thema diskutieren. Das tut mir gut.
    Am weitesten geht Lacplesis, der alle die Marken den Fiskal-Sammlern zurechnet, die nicht zur Abgeltung einer Beförderungsleistung bei Briefen und Paketen genutzt wurden. Hierbei ist es egal, ob staatliche Post, Bahn usw.
    Ob diese Marken dabei als Fiskalmarken gelten, will ich gar nicht einsortieren.
    Zur Einordnung ist wesentlich auf die Entwertung in einigen Ländern zu achten. Somit habe ich für die genannte Definition Briefmarken, Paketmarken, Militärmarken, Portomarken und Dienstmarken. Fahrkarten, Frachtbriefe und all das andere gehören zur ArGe Fiskalbereich.
    Ich hoffe, dass ich das richtige Fazit aus den Diskussionsbeiträgen gezogen habe.
    Noch eine Frage im Nachgang:
    Anbei Briefmarken auf Pappe. Es muss sich hier um Marken handeln, die als Bezahlung für irgendeinen Beitrag? genutzt wurden. Kennt jemand dieses Verfahren? Dann wären doch diese Marken Fiskalmarken?
    Außerdem kann man wunderschön sehen, wie im Laufe des Jahres die Inflation fortschritt.
    Danke nochmals allen für Ihre Hilfe.
    h-w
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  10. #10
    Armenien, Batum Avatar von brfmhby
    Registriert seit
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    Zitat Zitat von h-w Beitrag anzeigen
    ...
    Noch eine Frage im Nachgang:
    Anbei Briefmarken auf Pappe. Es muss sich hier um Marken handeln, die als Bezahlung für irgendeinen Beitrag? genutzt wurden. Kennt jemand dieses Verfahren? Dann wären doch diese Marken Fiskalmarken?
    Außerdem kann man wunderschön sehen, wie im Laufe des Jahres die Inflation fortschritt.
    Danke nochmals allen für Ihre Hilfe.
    h-w
    Verfahren: Versand von Briefen, Karten, Paketen etc.
    Betrag: steht drauf
    Fiskalmarken: nein
    Inflation sichtbar: ja

    Falsches Bild hochgeladen? Das sind ganz normale Briefmarken.
    "Wir beide, wir haben Humor: Sie in der Praxis, ich in der Theorie."

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