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Thema: Versendungsart: Geschäftspapiere

  1. #1
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    Versendungsart: Geschäftspapiere

    Wenn man sich die Statistiken der Luxemburger Post ansieht, dann stellt man fest, dass die Versendungsart "Geschäftspapiere" nur einen Bruchteil des Postaufkommens ausmacht: 1895 etwa 1 1/2%. Das Verhältnis hat sich in den nachfolgenden Jahren kaum geändert. Meisstens verschwanden die Umschläge in Archiven oder wurden vernichtet. Dementsprechend selten sind postgeschichtliche Zeugnisse.

    Der hier gezeigte Umschlag wurde 1917 von Luxemburg nach Belgien gesandt. Bis pro 50 Gramm mussten die "papiers d´affaires" mit 5 Centimes freigemacht werden, bei einem Minimumsatz von 25 Centimes (gültig ab 01.04.1879). Das war billiger, als ein normaler Brief. Der hätte nach Belgien 30 Centimes gekostet.

    Mich würde es freuen, hier noch andere Belege zu sehen!

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  2. #2
    Homo philatelicus hisp. Avatar von buzones
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    Daumen hoch

    Gute Idee Lars!

    Und da sie im allgemeinen, nicht länderspezifischen Teil des Forums geäußert wurde, darf ich endlich auch mal mitmachen!

    Leider steht mir kein statistisches Material bezüglich des prozentualen Anteils von „Geschäftspapieren” (span.: papeles de negocios) am Gesamtpostaufkommen Spaniens zur Verfügung, aber aus Erfahrung weiß ich, dass auch hier wohl nur ein kleiner Teil des Materials überlebt hat. Zum Beispiel dieser Umschlag aus Barcelona vom 20 Januar 1934 per Luftpost nach Buenos Aires:



    Im Jahre 1934 war Luftpost nach Übersee noch richtig teuer. Für Briefe von Spanien nach Argentinien wurden 2,50 Peseten pro 5 Gramm Gewicht als Luftpostgebühr fällig. Der „Aufpreis“ für einen einfachen Brief bis 20 Gramm Gewicht hätte somit 10,00 Peseten betragen, das dreiunddreißigfache der 30 Céntimos für einen dem Inlandsporto angepassten Brief innerhalb des Amerikanisch-Spanischen Postvereins der UPAE (Unión Postal de las Américas y España).
    Das hier gezeigte Stück dürfte auch tatsächlich ursprünglich als Luftpostbrief frankiert worden sein, denn die sichtbaren Klebereste links unten entsprechen in ihren Umrissen den Maßen der damals benutzten hohen Nominalen der Daueserie zu 1, 4 oder 10 Peseten. Dann hat ein findiger Mensch wohl festgestellt, dass sich beim Versand als Geschäftspapiere ein erkleckliches Sümmchen sparen ließe und die bereits verklebte (höchstwahrscheinlich) 10 Peseten-Marke wieder abgelöst, handschriftlich den Zusatz papeles de negocio (sic!) angebracht und mit 2,10 Peseten in kleinen Nominalen ausreichend frankiert. Das „neue” Porto setzte sich wie folgt zusammen: Grundgebühr im Inland (UPAE) 0,10 Pesetas für Geschäftspapiere bis 50 Gramm + 2,00 Peseten ermäßigte Luftpostgebühr für Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenmuster je 20 Gramm. Gegenüber den 10,30 Peseten für einen Luftpostbrief bis 20 Gramm eine Einsparung von immerhin 8,20 Peseten, also den Gegenwert von seinerzeit 27 einfachen Inlandsbriefen.

    Ein deutlich früher als Geschäftspapiere gelaufenes Stück kann ich bei bedarf gerne auch noch vorstellen!
    Beste Philagrüße
    Ralf


  3. #3
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    Dann möchte ich auch dem Wunsch von Lars nachkommen,

    "Law Paper" war nur der Sammelbegriff für unter anderem Geschäftsbriefe,

    Dacca 9.4.1840 über Bombay und "Overland" über Marseille ins Vereinigte Königreich.

    Diese Versendungsart war nur in Indien ermäßigt
    Dacca - Bombay 1 Rupie bis 3 1/2 Tola über 1300 Meilen.
    Der normale Brief kostete 8 Anna 1/4 Tola bzw. 1 Rupie 1 Tola
    Voraussetzung war allerdings das der Absender seinen Namen auf die Vorderseite des Briefes schrieb.

    Von Bombay bis GB wurden 11sh 6d für ein Gewicht von 1 - 1 1/4oz fällig
    (7sh 4d entfielen auf GB und 4sh 2d auf Frankreich).
    Ein Brief mit dem Gewicht war genau so teuer.

    kibitz
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  4. #4
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    hier die Rückseite des Briefes
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  5. #5
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    Geschäftspapiere Luxemburg die Zweite

    Nachdem mir der Beleg in Wien durch die Lappen gegangen ist, hab ich ihn letztes Wochenende in Marche kaufen können. Ebenfalls mit 25 Centimes freigemacht, ebenfalls nach Belgien.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  6. #6
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    Geschäftspapiere Kleinbettingen 1943

    Dieses grosse Brieffragment fiel mir heute auf dem Flohmarkt in die Hände. Deutscher Stempel "Kleinbettingen (Moselland)" aus der Besatzungszeit, mit 8 Rpf. frankiert.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  7. #7
    Tschechoslowakei
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    Auch in der DDR gab es Geschäftspapiere zu befördern:
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    Gruß Peter
    Ich will den alten Kaiser Wilhelm wiederhamm!

  8. #8
    Heimatsammler + Luxemburg Avatar von heku49
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    Hier ein Brief aus der Zeit Deutsche Besetzung Luxemburg, Porto 8 Rpfg. für Geschäftspapier.

    Gruß Helmut
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  9. #9
    Heimatsammler + Luxemburg Avatar von heku49
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    Noch ein Beleg aus der französischen Zone von 1948. Mehrfachfrankatur der II. Freimarkenausgabe von 1948.
    Gebühr vom 1.3.1946 bis 31.8.1948 = 16 Pfennig.

    Gruß Helmut
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  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von alemannia
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    Hallo zusammen,

    auch in der Bizone (Amerikanische und Britische Zone) waren bis 31.8.1948 für Geschäftspapiere (bis 100 g) nur 16 Pfennig an Postgebühr für einen Inlandsbrief zu entrichten.

    Ab 1.9.1948 waren Geschäftsbriefe und ein Inlandsbrief, allerdings nur bis 2o Gramm, mit 20 Pfennig zu frankieren.

    Welche Vorschriften gab es für die Anerkennung als Geschäftspapier?

    Ich gehe mal davon aus, dass mit Stempel oder auch handschriftlich der Beleg als Geschäftspapier zu kennzeichnen war und aus Absender und Empfänger Unternehmen/Betriebe ersichtlich sein mussten.

    Wer kann mir helfen und kennt evtl. die Grundlage einer Anerkennung bzw. entsprechende Vorschriften?
    Gruß

    Guntram

    Gäste sind stets auf meiner HP, der Posthörnchenseite: http://posthoernchenaufdrucke.de.to/ willkommen.

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