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Thema: Schlüsselbelege

  1. #1
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    Schlüsselbelege

    In jedem Exponat gibt es Belege oder Marken, die eine besondere Stellung einnehmen. Sie verkörpern die Essenz des Themas, und zwar von ihrer Aussagekraft, als auch von ihrer Qualität. Sie "erschliessen" dem Betrachter das Thema bzw. sind der Dreh- und Angelpunkt.

    Den folgenden Brief habe ich vor kurzem bei einer Auktion erstanden. Er erfüllt alle Kriterien eines Schlüsselbeleges:

    1. Frühester Beleg für die Auslandszensur luxemburger Post in Cöln-Deutz
    2. Alle mir bisher bekannten Zensurstempel sind sauber abgeschlagen, dazu noch ein schöner Verschlusszettel
    3. Schmuckumschlag eines grossen luxemburger Hotels

    Er illustriert beispielhaft die Postzensur, andererseits signalisiert die Verwendung einer luxemburger Marke, dass das Land trotz deutscher Besetzung immer noch neutral ist. Viel besser kann man den Spagat, den Luxemburg im 1. Weltkrieg versucht hat, nicht illustrieren.

    Mich würde es freuen, wenn Ihr Eure "Schlüsselbelege" vorstellen würdet. Das kann auch ein Brief oder eine Marke sein, die eine ganz besondere Bedeutung für Euch hat.

    Beste Ausstellergrüsse!

    Lars
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  2. #2
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    Ich möchte diesen etwas älteren Thread von Lars gerne aufgreifen und versuchen, ihn zum Leben zu erwecken.
    Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Französisch Indien und bin gerade dabei, ein postgeschichtliches Exponat aufzubauen.
    Während des 2. Weltkriegs war Französch Indien teil des "France libre" oder "Free France", die sich vom Einfluss der Vichy-Regierung losgesagt hatten. In Französisch Indien manifestierte sich dies durch zahlreiche Überdruckausgaben mit dem Schriftzug "France libre" und dem sog. Lothringer-Kreuz. Echt verwendete Belege mit diesen Überdruckmarken sind begehrt und nicht allzu häufig. Sie sind aber grossmehrheitlich philatelistischen Ursprungs. Ich zeige hier einen solchen Beleg, wie nach dem Krieg "gemacht" wurde und vom Philatelisten Neelkand in Pondichery and das Briefmarkenhaus Arthur Maury in Paris gerichtet wurde.

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    Solche Belege gibt es nach dem Kriegsende recht zahlreich. Während des Krieges v.a. Innerhalb von Pondichery. Der Grund lag darn, dass die Französische Post während des Krieges quasi zum Erliegen kam und selbst die Behörden auf die ebenfalls in Französisch Indien operierende britsch-indische Post zurückgriffen. Hier kommt nun "mein" Schlüsselbeleg: 1943 mit der indischen Post an ein Mitglied der französischen Streitkräfte in Syrien gelaufen. Der Beleg trägt britische und französische Zensurvermerke und einen britischen sowie zwei französische Feldpoststempel aus Syrien vom Mai 1943. Schön zu sehen ist die mehrfache Berwendung des Lothringer-Kreuzes als Stempel auf der Borderseite sowie in den Feldpoststempel auf der Rückseite. Echter Bedarf in schwierigen Zeiten.
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  3. #3
    Setubal
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    Guten Morgen ins Forum,

    ein interessantes Thema, das ich etwas abändern bzw. erweitern möchte.
    Schlüsselbelege als Einleitung für ein Exponat.
    Aus meiner Sicht eines gut aufgezogenen Exponates ist es wichtig (!) eine packende und informative Einleitung dem Exponat voranzustellen.
    Aus meiner Sicht kann hier auch Material gezeigt werden, das nicht zum Thema des Exponates paßt.
    Die Frage, die ich dabei habe, ist, wieviel Einleitung ist sinnvoll.
    Sicherlich ist das vom Thema und von der Gewichtung der Bedeutung in Bezug auf die Geschichte abhängig.
    Wie ist eure Meinung dazu ?

    Setubal

  4. #4
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    Das hängt von mehreren Faktoren ab, sollte aber so kurz und kompakt wie möglich geschehen. Bei Ländersammlungen kann man zur Hinführung an das Exponatsthema gerne einige Seite mit Belegen füllen (immer vorausgesetzt, dass das zum Thema passt!).

    Kleines Beispiel: Drei Seiten Einleitung inkl. Belege war bei fünf Rahmen absolut in Ordnung, 3 Rahmen Belege aus der Altbriefzeit (inkl. Portobelege und Feldpost) waren bei einer Ländersammlung deutlich zuviel.
    www.bdph.de und www.arge-belux.de

  5. #5
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    Genau so wichtig ist es, am Schluss noch einmal Highlights zu platzieren. Ich erweitere gerade mein Exponat der Vormarkenzeit in Hohenzollern mit der Taxiszeit bis hin zur Preussenzeit. Da die letzte Preussen Ausgabe nur 6 Monate Verwendungszeit hatte, ist es ziemlich mühsam Belege mit den nachverwendeten Taxisstempel aus dem Hohenzollerngebiet zu finden. Vor einigen Jahren konnte ich folgenden Beleg aus einer unberührten Sammlung der 50er Jahre erwerben - mein Schlüsselbeleg für den letzten Rahmen:



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    Paketbegleitbrief nach Stetten bei Haigerloch für ein Paket mit 15 Loth. 5 Kreuzer Mindesttaxe bis 4 Meilen und 1 Pfund Gewicht.

  6. #6
    Setubal
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    Guten Morgen Herr Decker,

    kleine Bemerkung zu Ihrer Beschriftung.
    Ich würde schreiben, dass es sich um ein Zollpfund handelt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Setubal

  7. #7
    Setubal
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    Meine erste Seite:

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    ... hat ja nun mit Schiffspost überhaupt nichts zu tun.
    Und mit dem gezeigten Zeitraum 1750 - 1875 auch nichts.

    Aber - gibt es einen besseren Einstieg für Portugal ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Rolf- Dieter Wruck

  8. #8
    Setubal
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    aber zu Schlüsselbelegen.
    Wie gefällt euch diese Seite ?

    Es ist ein Teil meines neuen Exponates Dampfschiffverbindungen Portugal - Südatlantik.
    Im ersten Moment hat es natürlich nicht viel mit Portugal zu tun. Aber....
    Erst der Streit zwischen der PSNC und der Panama Railway führte zur Ausdehnung der Linie bis nach Peru.
    In der Folge zeige ich natürlich dann Belege der PSNC von und nach Portugal.
    Und speziell zu dieser Seite:
    Marke Peru entwertet mit Nummernstempel des britischen Auslandspostamtes in Kombination mit italienischen Portomarken (davon die 2 Lire) dürften auch nicht alltäglich sein.

    Mit freundlichen Grüßen

    Setubal
    Geändert von Setubal (18.10.2015 um 11:44 Uhr)

  9. #9
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    @Setubal:

    Ehrlich gesagt, mir gefällt die Seite nur mässig. Die Liste mit den Schiffen und die Marke der PSNC haben mit dem Beleg und dem Thema wenig bis gar nichts zu tun.

    Die Erklärung zu der ersten Marken von Peru sind missverständlich: Wo ist der Unterschied zwischen einem "peruanischen Real" und einem "Real" - das ware als Leser für mich das gleiche. Netterweise bildest Du eine Marke zu 2 Real ab - vielleicht nur ein Flüchtigkeitsfehler?

    Die Portoerklärung und der Leitweg sind unvollständig erklärt. Der Mix zwischen Englisch - Deutsch ist weniger schlimm, ich würde mich aber für eine Sprache entscheiden.

    Wenn man weniger ausschweifend erklärt, dann passen auf die Seite zwei Belege. Von wann bis wann ist die Laufzeit der Stempel? Welches Schiff wurde für welche Strecke benutzt? Das ist jetzt alles kleinkariert. Aber das wären so die Punkte, die ich als Juror sehen möchte.

    Beste Grüsse!

    Lars
    Geändert von Lars Böttger (19.10.2015 um 14:59 Uhr)
    www.bdph.de und www.arge-belux.de

  10. #10
    Setubal
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    Hallo Lars,

    danke für Deine Meinung.
    Peruanischer Real ist schon Absicht gewesen. Ich habe etliche Belege in diesem Exponat, die auch bzw. über Spanien gelaufen sind. Und da gab es eben den "ursprünglichen" Real.
    Peru, Vizekönigreich Peru, als spanische Kolonie hatte die Währungseinheit vom Mutterland übernommen und auch nach der Selbstständigkeit behalten. Jau- und Flüchtigkeit, das es natürlich auch 1 Peruanischer Real ist. Es ist übrigens keine Briefmarke von Peru. Die PSNC hatte die beiden Werte als private Marken für ihr Büro in Callao in Auftrag gegeben - kurz vor Ausgabe von Briefmarken von Peru. Kann - soll man die überhauot zeigen ?
    Die Liste mit den Schiffen ist auf dieser Seite der Einstieg in den Gliederungspunkt "PSNC". Es kommt mir auf dieser Seite in ersten Linie darauf an, die Erklärung dafür zu geben, warum eine Reederei aus dem Pazifischen Ozean eine Route im Atlantik befahren hat. Der Schwerpunkt des Briefes liegt daher auch im Aufgabeort Callao in Peru.
    Da der Brief Lissabon auch nur auf der Durchreise "gesehen" hat, gehe ich in der Beschreibung des Briefes auch nur grob auf die wesentlichsten Teile ein.
    Meiner Meinung nach hätte ich die Rückseite mit dem fehlenden Transitstempel ebenfalls zeigen müssen.
    Aber wie ich unter der Seite geschrieben habe, kommen in der Folge weitere Belege der PSNC die Portugal betreffen.
    Der Mix englisch/ deutsch ist der Tatsache geschuldet, dass ich das Verzeichnis der Schiffe aus einer anderen Seite (nicht aus diesem Exponat) kopiert habe und (Schande über mein Haupt) dann vergessen habe zu berichtigen.

    Setubal

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