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Thema: Luxemburg und die Post im ersten Weltkrieg

  1. #1
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    Luxemburg und die Post im ersten Weltkrieg

    Da der erste Schritt mit meinem Exponat abgeschlossen ist, eröffne ich einen postgeschichtlichen Thread über Luxemburg zur Zeit des 1. Weltkrieges. Ziel ist es, am Beispiel von Luxemburg die Zensur- und Feldpost vorzustellen und die Forschung voran zu treiben.

    Nach der Wiederaufnahme des Auslandsverkehrs war zuerst Cöln-Deutz für die Post aus und nach Luxemburg zuständig. Die Zensurstempel sind in violett und rot bekannt. Hier ein schöner Abschlag in rot von Düsseldorf nach Wiltz in Luxemburg.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  2. #2
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    Corps de Volontaires

    Im Gegensatz zu Belgien war Luxemburg "entmilitarisiert", bis auf die ca. 150 Mann des "Corps de Volontaires" und der Gendarmerie (ebenfalls 150 Mann) gab es keine Armee. Bei der Besetzung durch Deutschland wurde kein Widerstand geleistet. Auch die Besetzung selbst verlief relativ friedlich, es gab in geringem Umfang Heckenschützen und "Marquisards".

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  3. #3
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    US Army Post Office No. 715

    Die Geschichte der US-Feldpost auf luxemburger Boden ist ein sehr ergiebiges und wenig erforschtes Gebiet. Diese Postkarte aus Kehlen wurde über das US Army P.O. No. 715 geleitet. Häufiger ist das US Army P.O. 745, das den grössten Teil der Feldpost bearbeitete.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  4. #4
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    Dienstbrief mit US-Zensur

    Wie an anderer Stelle schon erwähnt, zählen Dienstbriefe zu den Besonderheiten. Schön, wenn man für sein Sammelgebiet einen Dienstbrief in der zweiten Gewichtsstufe (20 - 250 Gramm) nach Bitburg/Deutschland findet, der von den Amerikanern zensiert wurde.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  5. #5
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    Doppelzensuren

    Ein Unterthema, dass mir immer Spass macht, sind Doppel- und Mehrfachzensuren. D.h., es sind mindestens zwei Zensurstempel zu erkennen.

    1. Feldpostkarte aus Ludwigshafen nach Luxemburg 1915: Grundsätzlich wurden m.W. Feldpostkarten nicht zensiert. Hier befindet sich neben dem Stempel der Auslandszensurstelle Trier ein Stempel des II. Armeekorps Ludwigshafen, das für die Inlandsüberwachung zuständig war. Die Feldpostkarte lief in Deutschland gebührenfrei, in Luxemburg wurde sie mit 5 Centimes nachtaxiert.

    2. General Gouvernement/Czenstochau nach Luxemburg 1917: Post von und nach Deutschland, Belgien und die Schweiz kommt häufig vor, alles andere ist keine "Massenware" mehr. Der kleine blaue Zensurstempel ist leider etwas verschwommen, der violette Zweikreisstempel aus Trier gehört zu den häufigsten, da von 1916 bis Kriegsende im Einsatz.

    3. Mörsdorf nach Echternach 1917: Karte aus dem kleinen Mörsdorf (blauer Stempel!), die in Trier sowohl von der Inlands- als auch von der Auslandspostkontrolle mit Zensurstempeln versehen wurde. Ein Versehen?

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  6. #6
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    Zensurstreifen

    Die Luxemburger Post hat am Anfang des 1. Weltkrieges eine klare Anweisung ausgegeben: Schreibt Postkarten, die werden am schnellsten befördert - weil die Zensur einfacher ist. Briefe müssen offen aufgeliefert werden. Verschlossene Briefe wurden geöffnet und mit Verschlussstreifen versehen. Das Prozedere dauerte u.U. recht lange.

    1. Vorderseitig unscheinbarer Brief aus Basel/Schweiz nach Luxemburg v. 1918. Rückseitig mit einem der selteneren Verschlussstreifen zugemacht, der zuständige Offizier setzte einen Rahmenstempel bei und signierte.

    2. Mitgenommener Einschreibebrief aus Luzern/Schweiz nach Luxemburg v. 1915. Mit 65 Rappen frankiert - hier würde mich die Portoaufschlüsselung interessieren, war das schon die zweite Gewichtsstufe? Rechts mit einem Verschlussstreifen versehen, dazu der Rahmenstempel mit gepunkteter Linie und schräg gestellten Buchstaben.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  7. #7
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    Wertbriefe

    Das besondere Schmankerl zum Schluss: Inlandswertbriefe haben die Germaniasammler schon in rauen Massen gesehen. Wertbriefe ins Ausland sind schon seltener. Wertbriefe ins Ausland während des 1. Weltkrieges - und dann von oder nach Luxemburg sind sehr selten, das ist der vierte Wertbrief, den ich kenne.

    Das Prozedere war auch kompliziert. Der Wertbrief konnte entweder bei einer Zensurstelle oder einem deutschen Postamt unverschlossen abgegeben werden, nach der Kontrolle wurde versiegelt (in diesem Fall mit Firmensiegel, oft auch mit Postamtssiegeln) und dann von der Inlandszensur freigegeben. Die Auslandszensurstelle hat dann nur noch den Zensurstempel draufgeknallt und gut war´s. Wurde nicht im Aufgabepostamt postamtlich gesiegelt oder unter Aufsicht, dann hat die Auslandszensurstelle den Wertbrief geöffnet und wieder verschlossen (sowas suche ich noch).

    Ich bin froh, dass ich dank eines luxemburger Sammlerfreundes überhaupt diesen Brief habe. Falls sich ein Germaniasammler genötigt fühlt, das Porto zu erklären, dann wird ihm mein Dank auf ewig nachschleichen

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  8. #8
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    Kriegsgefangenen-Auskunftsstelle der Kommandatur Münster

    Essen war dieses Jahr ein gutes Pflaster. Der Brief ist recht unscheinbar, das Sonderporto mit Deutschland von 12 1/2 Centimes wurde verklebt. Die Bedeutung gewinnt der Beleg durch die fehlende Zensur, eigentlich hätte sich Trier dort verewigen müssen und durch die Adresse, die an eine deutsche Kriegsgefangenenauskunftsstelle in Münster ging. Ca. 3000 Luxemburger kämpften auf französischer Seite. Leider ist der Inhalt nicht mehr erhalten.

    Helmut und Ulli ein herzliches Dankeschön für die Hilfe beim vollständigen Entziffern der Adresse!

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  9. #9
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    Kleine Sensation...

    ... zumindest für mich

    Der Brief sieht aus, als ob er einer Kuh aus dem A...llerwertesten gezogen wurde. Aber er hat zwei Besonderheiten:

    1. Einen Einschreibezettel des Dt. Feldpostamtes Nr. 1, den ich so bisher noch nicht dokumentiert hatte und

    2. wurde der alte Einkreisstempel von 1914 auch noch 1917 verwendet. Mein spätestes Verwendungsdatum stammt aus 1915. Er war also noch vorhanden, als der neue Stempel eingeführt und verwendet wurde

    Beste Forschergrüsse!

    Lars
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  10. #10
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    Doppelzensur Lüttich - Trier

    Die anhängende Karte ging durch die Zensur in Lüttich und in Trier, der nicht so häufige Ankunftsstempel Hesperange rundet das Stück ab. Als Frankatur wurde eine Marke mit Überdruck "Centimes" und eine mit der abgekürzten Schreibweise "Cent." verwendet.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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