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Thema: Bleisulfidschäden - Betroffene Marken/Abhilfe

  1. #41
    Registrierter Benutzer Avatar von Juergen Kraft
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    Reinigen von Bleisulfidschäden

    Hallo,

    ich habe bisher fast alles sauber bekommen. Beispiele von heute habe ich hier mit Bildern eingestellt.
    Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Tenerife-Sur - Spanien
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  2. #42
    Registrierter Benutzer Avatar von klassiker
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    Zitat Zitat von Peter Feuser Beitrag anzeigen
    Meine eigenen Zellophanhüllen habe ich in Holland bei der Firma Rene Hillesum (genaue Schreibweise ergoogeln) bezogen.
    Hier (unter "Hoesjes/Pockets").

    Chris

  3. #43
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    # 40 mur u.a.

    Jaja, diese Q-Tipps meinte ich. Wenn keine da sind, kann man ein wenig Küchenpapier auf einen spitzen Gegenstand (Pinzette o.ä.) rollen.

    Jürgen, die Ansichtskarte sieht wieder gut aus. Hast Du sie kpl. wässern müssen? Meine eigenen amateurhaften Versuche mit der Wässerung und chem. Behandlung kamen auf eine Verschlimmbesserung heraus. Ich bin allerdings weder "chemisch" noch handwerklich oder technisch begabt.

    Man läuft erhebliche Gefahr, dass die Tinte auf den Belegen ausläuft oder beispielsweise Ansichtskarten zerfallen (diese sind ja kaschiert, d.h., zwei Papierlagen werden wie Furnierholz verleimt und zusammengepresst). Oft können später die Belege nicht mehr richtig plan gepresst werden, das Papier wellt sich und die Behandlung ist klar erkennbar. Eine punktuelle Behandlung wie oben beschrieben ist sicher dem kpl. Wässern vorzuziehen. Man sieht auch deutlich auf der bei Dir behandelten Preußen 1, dass durch die Prozedur Teile des Druckbildes verschwinden (gut erkennbar am linken und rechten Rahmen).

    Mittlerweile bringt der allergrößte Teil der Sammler und Händler Ansichtskarten in formatmäßig knapp bemessenen Hart-PVC-Hüllen, die zudem nur an einer Schmalseite geöffnet sind, oder in PVC-Alben unter, also vermutlich eine zweistellige Millionenzahl Karten lagert gefährdet unter Hart-PVC. Besonders Lithos, die mit Bleiweiß beschichtet sind, leiden unter den Folien (siehe obiges Beispiel). Erstaunlicherweise nehmen die Benutzer der Folien die nun wirklich massenhaft vorkommenden Schäden (ebenso bei Münzen oder "erhaltungsproblematischen" Altdeutschlandmarken) als naturgegeben hin. Das ist natürlich großer Unfug. Schuld an den Schäden sind nicht die Ansichtskarten, Münzen oder Marken, sondern ihre Besitzer, weil sie die Sachen unsachgemäß unterbringen!

    Es gibt überhaupt nur ganz wenige erhaltungsproblematische klassische Marken (z.B. die preussischen oder NDP-Innendienstmarken). Von Bleisulfidschäden gefährdete Preußen-Marken sind beispielsweise nicht erhaltungsproblematisch.

    Das Gegenteil ist der Fall: Die ersten preußischen Marken sind auf sehr hochwertigem, handgeschöpftem Büttenpapier aufwendig mit Wasserzeichen gedruckt. Der Stichtiefdruck ist ein extrem schönes und aufwendiges Verfahren und die Farben entsprechen durchaus dem damaligen Stand der Technik.

    Der größte Teil aller noch vorhandenen Preußen Nr. 1 oder 13 ist farblich einwandfrei (vgl. auch die Abbildungen der zahlreichen DR Nr. 3 anfangs der Threads). Die Ursache für die momentane extreme Schadenshäufung bei diesen und vielen anderen Marken, farbigen Stempeln, Ansichtskarten, Münzen usw. dürfte allein auf die von den Hart-PVC-Folien in den letzten 30 Jahren verursachten Bleisulfidschäden zurückzuführen sein.
    Geändert von Peter Feuser (15.04.2008 um 19:15 Uhr)

  4. #44
    Heimatsammler Trier Avatar von rolfnr
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    Leider muß ich mich schon wieder melden, und oute mich als "Nichtfachmann" für Preussenmarken.
    Nachdem bei meinen Briefen nun die "Braunstempel" vorherrschen, habe ich zusätzlich auch braune "Rötelvermerke" als Taxvermerke. Ich vermute, daß es sich hier auch um Bleisulfidschäden handelt.

    Liege ich mit meiner Vermutung richtig oder falsch?

    Nun zu den Sammlungsteilen mit losen Marken, die bei mir nicht unter den vorgenannten Folien lagern, sondern unter Hawid auf einem DIN A4 Blatt. Dieses Blatt steckt in einer Klarsichthülle aus dem Bürobedarf (umweltfreundlich, dokumentenecht). Von weichmacherfrei ist nichts zu lesen.

    Der Vergleich mit meinen Scans aus dem Jahr 2003 hat mir keine deutlich sichtbaren Schäden gezeigt, vorhandene Schäden haben sich auch nicht für mich erkennbar vergrößert.
    Nun sind mir aber dennoch Zweifel an der Pr MiNr 15 gekommen.
    Ein Vorbesitzer hat auf der Rückseite der einen Marke mit Bleistift "b" geschrieben. Es war die optisch dunklere Marke, die hellere habe ich dann als "a" einsortiert. (Abb1)
    Bei Abb 2 (linke Marke "a") hat ein Vorbesitzer ebenfalls mit Bleistift auf der Rückseite ein "b" vermerkt. Dies wurde aber wieder durchgestrichen. Ich habe die Marke als "a" einsortiert, die optisch dunklere habe ich analog zu Abb1 dann als "b" genommen.

    Nun habe ich die Befürchtung, daß die dunkleren keine "b" Varianten sind, sondern eventuell Bleisulfidschäden in einem frühen Stadium.

    Was meinen die Experten?

    Viele Grüße
    Rolf
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  5. #45
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    Bleisulfidschäden sind bei diesen 4 Marken nicht auszumachen.

    Den Abbildungen nach handelt es sich um Nuancen der "a"-Farbe,

  6. #46
    Heimatsammler Trier Avatar von rolfnr
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    Danke Peter,
    wenn "a" oder "b" für mich mal wirklich interessant werden, ich also Preussen mal tiefergehend sammeln werde, kommt natürlich der Prüfer in's Spiel. Zur Zeit ist Preussen noch eins meiner in der Versenkung verschwundenen Markengebiete.

    Erfreulich ist natürlich Deine Aussage "Von Bleisulfidschäden ist bei den 4 Marken nichts zu sehen"!

    Viele Grüße
    Rolf
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  7. #47
    Portugal-Sammler Avatar von Michael Ehrig
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    Bleisulfid und Portugal:

    In meinem Sammelgebiet ist die Bleisulfid-Problematik besonders gemein. Anscheinend sind die klassischen Frühausgaben nicht so sehr betroffen (konnte selbst noch keine Schäden bemerken). Es geht erst um 1871 so richtig los und zieht sich nachweislich bis mindestens 1911/13 hin.

    Die nach eigenen Erfahrungen am schwersten betroffene Marke ist die Nr. 139, die in späteren Jahren einer Vielzahl an Aufdruck-Ausgaben als Urmarke diente. Diese Marke ist besonders "reaktionsfreudig", nach 5 Jahren im SAFE-Album war kein einziges Exemplar mehr unbeschädigt....

    Darüber hinaus scheint das gestrichene Papier, das ab ca. 1880 zum Einsatz kam, ebenfalls zu einer Reaktion zu neigen. Damit erhöht sich die Zahl der möglichen geschädigten Marken um ein Vielfaches, nämlich auch um die Marken, die mit nicht bleihaltigen Farben jedoch auf gestrichenem Papier gedruckt sind. Dieses gestrichene Papier kam auch nach 1912 noch zum Einsatz (insbes. Ceres-Werte), Schäden sind mir nach 1912 allerdings noch keine aufgefallen.

    Hier eine kurze Liste der von mir als gefährdet kategorisierten Marken (Nummer nach Michel und ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

    Nr. 35, 36x, 36y, 37x, 37y, 40x, 40y, 41y, 45y, 46y, 49x, 49y, 51y, 54y, 55y, 56y, 57y, 58, 62, 63, 64, 65y bis einschließlich 95, 139, 155 (Teilaufl.), 168 (Teilaufl.), 169 (Teilaufl.), 173 (Teilaufl.), 183, 197.

    Und weil´s so "schön" ist, hier noch ein paar Bildbeispiele


  8. #48
    Portugal-Sammler Avatar von Michael Ehrig
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    ...und eine Anmerkung habe ich noch:

    Von einer chemischen Reinigung der Prägedruck-Ausgaben und der Marken auf gestrichenem Papier kann ich nur dringend abraten!

    Die Prägedruckmarken sind extrem bruchempfindlich, schon leichte Bewegung der Marken oder auch die Spannungen, die beim trocknen entstehen reichen aus, um das Relief brechen zu lassen. Von 5 Marken der Nr. 35, die ich mit Wasserstoffsuperoxid wieder farblich hinbekommen habe, hat sich bei 3 Marken das Relief verabschiedet (Totalschaden).

    Das gestrichene Papier dagegen ist sehr wasserempfindlich (löst sich von der Marke ab). Also auch dort ist höchste Vorsicht geboten.

    Viele Grüße

    Descobridor

  9. #49
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    Bleisulfidschäden

    auch andere beschäftigen sich m it diesem Thema:


    http://www.ahnenforschung.net/forum/...f433f0d4fcb478
    Ahnenforschung.Net-Forum | Erfahrungsaustausch - Plauderecke | Alte Dokumente konservieren: Über den Sinn und Unsinn von Hüllen, Folien und Laminieren

  10. #50
    Armenien, Batum Avatar von brfmhby
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    Hier der entscheidende Beitrag aus dem Thread:

    Hallo an Alle,

    nachdem ich nun mein sehr interessantes Praktikum im LARCH Berlin hinter mir habe und umfassene Gespräche mit der Restauratorin führen konnte, bekommt ihr nun wie versprochen die Ergebnisse direkt von der Quelle:

    1. Einigermaßen konstante Temperaturen halten, am besten eine Luftfeuchtigkeit von 50 % ... aber wer kann das schon gewährleisten. Und dunkel und trocken lagern ist ja alles klar.

    2. Dokumente/Schriften und ähnliches in sogenannte "Jurismappen", "Archivmappen" oder dergleichen verpacken. Kann auch durchaus alles ungetrennt aufeinander liegen. (Es sei denn auf einem Dokument ist schon Schimmel oder ein Kaffeefleck oder so).

    3. Bücher müssen nicht unbedingt extra in Archivkartons, nur wenn man will. Ansonsten reicht sachgerechte Lagerung.

    4. Fotos nicht in Pergamynhüllen, sondern am besten in Fotoarchivkartons/-mappen und dann in Archivkartons. Die Pergamynhüllen enthalten Chemikalien damit das Papier durchsichtig wird, diese wirken nach längerer Zeit auf die Fotoschicht ein. Wenn man ein Foto nur um die 20 Jahre gut erhalten will reicht Pergamyn allerdings aus.
    Postkarten mit buntem Druck werden genauso wie Fotos behandelt.

    5. Wenn ein Dokument/Brief etc. geknickt/gefaltet ist, ist es ratsam es auseinander zu falten, allerdings nicht zu pressen. Das zieht sich von allein mit der Zeit. Briefe besser aus den Umschlägen nehmen (nur wenn diese farbig sind)

    6. Vergesst jegliche Art von Klarsichthüllen! Ganz egal ob weichmacherfrei, dokumentenecht oder sonstwas. Das Problem ist folgendes: Alle Papiere enthalten Wasser, wenn sich die Luftfeuchtigkeit im Raum ändert, so tut es dies auch innnerhalb des Papiers - es passt sich an. In einer Klarsichthülle hat das Papier ein eigenes "Biotop" wenn man so will - es kann sich nicht anpassen und "schwitzt" eventuell. Auf jeden Fall nimmt das Dokument Schaden.

    7. Für die, die es interessiert: Qualitative CDs und DVDs halten sich bis zu 50 Jahre, bei normalen CDs/DVDs sollte mindestens alle 10 Jahre eine neue Kopie erstellt werden.

    Die Restauratorin empfahl mir für die Langzeitarchivierung folgende Firma bei der ihr die oben genannten Materialien nicht ganz günstig erwerben könnt:
    http://www.klug-conservation.com/site/in...va=1&seite=home

    Wenn ihr noch Fragen habt oder irgendwas nicht verstanden habt, sagt bescheid.

    Viele Grüße,
    Norman
    Geändert von Michael Lenke (19.01.2008 um 20:32 Uhr) Grund: Link korrigiert
    "Wir beide, wir haben Humor: Sie in der Praxis, ich in der Theorie."

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