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Thema: Bleisulfidschäden - Betroffene Marken/Abhilfe

  1. #31
    Registrierter Benutzer Avatar von Juergen Kraft
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    Hallo Rolf,

    das Problem mit den roten Stempeln ist einfach.

    1. Der Stempel wird wieder rot

    2. Die Tinte verschwindet oft vollständig

    Ich behandele Briefe so, dass ich zunächst die Briefmarken vom Brief in lauwarmem Wasser ablöse (wie bei mir im Ratgeber beschrieben).

    Die losen Marken behandele ich stufenweise in immer höher konzentrierter Lösung, bis die gewünschte Wirkung nach ca. 2 Minuten Baden eintritt.

    Beim restlichen Brief liegt die Gefahr darin, dass er auseinander fällt. Am Besten lagert man die Marke nach dem ablösen zwischen. Dazu eignet sich gefiltertes, kaltes Leitungswasser, bevor man die Behandlung beginnt.

    Zunächst muss der Briefbogen gerettet werden. Da die Anleitung dazu länger wird, schreibe ich in den nächsten Tagen einen Ratgeber dazu. Nur der Hinweis: ist der Bogen nass noch gefaltet, zerreißt er gerne beim Versuch ihn aufzufalten und zu trocknen. Unfachmännisch behandelte Briefe zeigen später Wellen im Papier, von der Marke ausgehend.

    Auf jeden Fall muss man an billigen Stücken üben.
    Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Tenerife-Sur - Spanien
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  2. #32
    Heimatsammler Trier Avatar von rolfnr
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    Es ist zum Heulen!!!

    Hier zeige ich mal die Veränderung innerhalb von 3 1/2 Jahren.
    Im Juni 2004 habe ich diesen Beleg über EBAY erworben. Wie gewohnt wurde er in den schönen Hüllen des Briefalbums verstaut und für mein Archiv gescannt. Damit war für mich zunächst der Vorgang abgeschlossen, der Brief konnte nun warten, bis ich mal eine kleine Sammlung Napoleonische Besetzung des Rheinlands zusammengetragen habe. Später sollte er auf ein gestaltetes Albumblatt. Nun sind 3 1/2 Jahre vergangen. Durch die Bleisulfid Diskussion aufgerüttelt, packe ich alle Altdeutschlandbelege in Pergamin.

    Die erste Überraschung erlebte ich bei den Trier Belegen, die zweite Überraschung folgte heute Morgen.

    102 Bonn hat sich von ehemals rot in dunkelbraun verwandelt, und das in relativ kurzer Zeit. Beim Erwerb war eine Vorschädigung schon vorhanden, die rote Farbe ist aber noch deutlich erkennbar, nun ist der Schaden komplett.


    Vielen Dank liebe Albumhersteller, vielen Dank lieber Händlerverband, vielen Dank lieber BDPh!!! Ich bin begeistert!!! Im Laufe von 3-4 Jahren verfüge ich nun über ein Raritätenkabinett, die meisten ehemals roten Stempel sind nun braun.

    Abb 1 stammt aus Juni 2004
    Abb 2 vom 12.01.2008

    Viele Grüße
    Rolf
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    Geändert von rolfnr (12.01.2008 um 12:00 Uhr)
    Heimatsammlung Trier

    Schon die Römer haben hier gut gelebt!

  3. #33
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    Da mittlerweile ein sehr großer Teil aller Briefe, Ganzsachen und auch Ansichtskarten sich in Briefhüllen oder Briefalben (bzw. unter auf Albumblättern mit Blattschutzhüllen) aus Hart-PVC befinden, sind die Auswirkungen bei Sammlern und auch bei großen Händlerlagern im Klassikbereich katastrophal. Jeder kann das auf Messen beobachten, wenn er bei allen Händlern einmal gezielt das Gebiet Preußen ansieht.

    Die Veränderungen auf Vorphilatelie- und Transitbelegen u.ä. werden leicht übersehen und oft hingenommen. Der Verlust von philatelistischem Kulturgut ist aber auch in diesem Bereich verheerend.

    So gibt es vom württ. Feldpoststempel K.W. ARMEECORPS (um 1815) zwar viele schwarze, aber nur einige wenige rote Belege (lt. Michel schwarz 450,- und rot 6000,- €). Als ich neulich in einer Sammlung einen noch vor einigen Jahren von mir bewunderten ehemals leuchtend roten Abschlag sah, kamen mir die Tränen: Er hatte die gleiche Farbe wie der obige schwarzbraune 102 BONN.
    Geändert von Peter Feuser (12.01.2008 um 16:23 Uhr)

  4. #34
    AllesWasSchönIst Avatar von andreas-machner
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    Dr. Ditgen

    @ rolfnr

    Ich kenne Herrn Dr. Ditgen persönlich, ich frage Ihn gerne, ob hier verbessert wurde. Gib mir die Auktionsnummern oder die Bildnummern aus seinem Buch und ich kläre das.

    Andreas

  5. #35
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    Herzliches Beileid!

    Hallo Rolf,

    das ist wirklich grausam! Seit heute morgen ist meine Transatlantiksammlung aus den Folienalben raus und in Holzkisten zwischengelagert. Zuviele Transitstempel zeigen schon Verfärbungen. Dabei kann ich allerdings nicht nachweisen, dass sie erst in den letzten Jahren entstanden sind.

    Im Anhang ein Transitbrief von Alzey nach USA, bei dem New Yorker Transitstempel kann man gut erste Verfärbungen erkennen.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  6. #36
    Heimatsammler Trier Avatar von rolfnr
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    @Andreas

    Vielen Dank, ich habe Dir per PN 1 Beispiel genannt. Dies soll vorerst auch genügen. Mir geht es hauptsächlich darum, ob man sich auf die Abbildungen in einem Hochglanzauktionskatalog verlassen kann, oder ob persönliche Besichtigung vor Ort unumgänglich ist.

    @Lars
    Auch meine gesamten Vorphila Belege und Altdeutschland Belege sind seit heute aus den Folien raus. Jetzt muß ich nur noch einen Händler für die Pergamintüten finden.
    Meine Pr Ortsstempel- und NS Sammlung auf losen Marken (Gott sei Dank unter Hawid), die sich in Klarsichthüllen DINA4 (Bürobedarf) befindet habe ich noch nicht begutachtet. Da bin ich aber etwas unbesorgter.

    Als ich den Artikel von Herrn Maaßen im Jahr 2003 gelesen hatte, fühlte ich mich noch auf der sicheren Seite, da damals von Stempeln keine Rede war (vielleicht habe ich es auch überlesen). Da der Prozess schleichend vor sich geht ist mir auch zwischenzeitlich nichts gravierendes aufgefallen. Erst der Vergleich mit dem Scan aus dem Jahr 2004 hat mich auf die Palme getrieben.

    Viele Grüße
    Rolf
    Heimatsammlung Trier

    Schon die Römer haben hier gut gelebt!

  7. #37
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    Für die Unterbringung von Briefen und anderen Belégen eignen sich hervorragend glasklare Hüllen aus Zellophan.

    Diese sind sehr sicher, leicht, aber dabei durchaus robust und lange haltbar. Und man hat das Gefühl, man sieht den Beleg in natura (ohne Hülle). Ich stecke auch meine Marken auf Steckkarten oder auf Karton unter Hawid in diese Hüllen und benutze ein einheitliches Format, so dass sie sich gut in einem Karton hintereinander unterbringen lassen. Sehr empfindliche Briefe kann man rückseitig mit einem Karton oder mit einer Hart-PVC-Folie verstärken.

    Für Sammler, die keinen Wert auf eine ausstellungsmäßige Aufmachung legen, ist diese Unterbringungsart ideal und wurde auch schon vor 80 Jahren vom Altmeister der Vorphilatelie, Kumpf-Mikuli (Neue Briefe über alte, 1931), propagiert. Von allen Händlern in Sindelfingen hat nur Karl Heinz Noe seine Briefe meist in diesen schönen, leichten und ungefährlichen Hüllen untergebracht. Fast alle anderen benutzen Hart-PVC-Hüllen oder die üblichen Omnia- oder Garant-Alben usw. Obwohl ich zahlreiche Kollegen schon vor 15 Jahren auf die oft deutlich sichtbaren Schäden aufmerksam gemacht habe, hat neben Karlheinz Noe nur die Firma Gassner/Hamburg und Thomas Groß aus Freiburg Konsequenzen gezogen und die Unterbringungsart für klassische Marken geändert (Polystyrol, z.B. Hawid-Steckkarten).

    Besonders bedenklich ist, dass selbst hochkarätige Philatelisten nicht aus den Schäden gelernt haben. Auch einige Auktionatoren benutzen noch Loskarten, die kpl. aus Hart-PVC hergestellt sind, oder verschweißen teure Marken in kleine Hart-PVC-Hüllen praktisch luftdicht!

    PVC-Hüllen können als kurzfristige Transportverpackungen durchaus zweckmäßig sein. Ich benutze selbst welche, die ich bei der Fa. Kobra bezogen habe, für Briefe oder Blocks, achte aber immer darauf, dass die Hüllen an zwei oder sogar drei Seiten offen sind. Wenn sie nicht länger stark gepresst gelagert werden, kann eigentlich nichts passieren.

    Meine eigenen Zellophanhüllen habe ich in Holland bei der Firma Rene Hillesum (genaue Schreibweise ergoogeln) bezogen. Es gibt sicher noch andere Quellen.
    Geändert von Peter Feuser (12.01.2008 um 18:15 Uhr)

  8. #38
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    Macht es Sinn auch die braun/schwarz gewordenen roten Stempel wie Marken mit Peroxiden zu behandeln?

    Danke für eine Antwort

  9. #39
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    Bitte versuchen. Viel verkehrt machen kann man eigentlich nicht (Ohropax o.ä. nehmen und einen Buchstaben als Versuch betupfen).

    Meine -allerdings wenigen- eigenen Versuche sind fehlgeschlagen.

    Bei Markenbriefen nicht den ganzen Brief in's Wasser werfen! Auch hier mit möglichst wenig Wasserstoffsuperoxyd auf Ohropax die Marke betupfen. Die Flüssigkeit sollte möglichst nicht durch die Marke auf den Brief wandern, weil das hässliche Spuren hinterlässt.

  10. #40
    Registrierter Benutzer Avatar von mur
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    @Peter Feuser: Kann es sein, daß Sie Q-Tipps - an beiden Enden mit Watte umwickelte Plastik-/Papierstäbchen - meinen?
    ...nur damit keine Mißverständnisse aufkommen.
    Mit Sammlergruß mur

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