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Thema: AFINSA-Skandal und Auswirkungen auf die Philatelie

  1. #1
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    Spanien: Größter Betrugsskandal der Landesgeschichte

    Hallo zusammen,

    in der heutigen Süddeutschen Zeitung ist ein Artikel, der für den einen oder anderen hier interessant sein dürfte (zumal auch immer wieder über Fälschungen von Anbietern mit Sitz in Spanien berichtet wurde):

    Die Firmen "Forum Filatelico" und "Afinsa" waren spanische Investmentgesellschaften die nicht in Immobilien sondern in Briefmarken investierten. Ungefähr 350 000 Kunden sind vermutlich um ihre Einlagen gebracht worden. Nach Erkenntnissen der Ermittler waren Ihre Briefmarken um bis zu 900 Prozent überbewertet und manchmal sogar gefälscht (sie Beispiele am Ende). Die Staatsanwaltschaft erklärte die beiden Unternehmen diese Woche für Pleite und entdeckte in den Firmenunterlagen einen Fehlbetrag von 3,5 Milliarden (!!! - kein Tippfehler!!!!) Euro. Die Firmeninhaber leisteten sich einen unglaublichen Lebensstil.

    Beispiele: Ein Kunde, der Marken für 1120 Euro erstanden hatte, wollte sie in einem Laden verkaufen. Man bot ihm dort unglaubliche 100 Euro...

    Die italienische Ausgabe der Serie "Europa 62" kostet laut Katalog in Spanien wohl 1,75 Euro. Bei einer der Firmen wurde der Katalogwert mit 105,94 Euro angegeben.

    Der Artikel selber ist umfangreicher. Wegen des Urheberrechts möchte ich aber nicht alles hier posten.

    mit besten Grüßen
    schlaflos1971

    PS: Beim Kauf über eine renomierte Firma rechne ich (wie so viele Amateursammler) auch nicht unbedingt mit Fälschungen. Das man sich allerdings Marken andrehen lässt ohne sich vorher über den Wert genauer zu erkundigen bzw. in etwas investiert, dessen Wert man gar nicht genau kennt, finde ich schon der Wahnsinn.

  2. #2
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  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von Alfred Bulenz
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    in etwas investiert, dessen Wert man gar nicht genau kennt, finde ich schon der Wahnsinn
    lässt sich problemlos ausweiten auf.
    - Immobilienfonds
    - Aktien
    - Steuersparmodelle
    - ....

    hier meine bewährte Taktik bei bestimmten Anrufen:
    Sie am Telefon: "möchten Sie auch gerne Steuern sparen?"
    Ich: "Was wollen Sie mir verkaufen?"
    Sie: "...ähhh - nein, ich möchte..." <reinquatschen>
    Ich: "Wollen Sie mir erzählen, dass Sie die erste Firma weltweit sind, die etwas verschenkt? Bitte ja oder nein!"
    Sie legt immer auf...

    Und das besagtes Modell nicht gut gehen kann, hätte man in den 70ern(?) an deutschen Bankschaltern erfahren können...da gabs das schon mal (aber immerhin waren die Marken damals echt )
    ...wir bringens rüber

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von Phila
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    Solche Anrufer habe ich auch gerne, und ich frage dann freundlich

    -- nach ihrem Vor-Nachnamen,
    -- wie der Chef heißt,
    -- wie die Firma heißt,

    und an wen ich die Rechnung schicken darf, da meine Zeit kostbar ist und ich pro angefangene Stunde € 50 ,- berechne.

    Danach hat aber leider keiner mehr Gesprächsbedarf

    Christian

  5. #5
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    @mn
    ups, da ich das Brett "szene" nicht lese, ist mir das gar nicht aufgefallen. Evt. kann ja ein Mod meinen Thread dorthin schieben.

    @crantsch
    Das gab es auch mal bei uns? Ist ja irre. Nur so aus Interesse, weißt Du noch welche Banken das angeboten haben?

  6. #6
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    @schlaflos:

    Gib mal in Google "Schwenn" und "Briefmarken" ein, dann findest Du unter anderem das hier: http://www.interphila.de/katalog/00613-00711.html - einfach zu Los 676 gehen und lesen.

    M.W. wurden diese "Wertpakete" am Bankschalter verkauft. Das heisst nicht, dass das ein Bankprodukt war, sondern Schwenn hat das den Banken angeboten.

    Um das in den richtigen Zusammenhang zu setzen: Durch die Ölkrise, stark steigender Inflation und Rohstoffpreise kam es zu starken Kursverlusten am Aktien- und Rentenmarkt. Die Anleger haben noch Alternativen gesucht und vermeintlich bei den Briefmarken gefunden. Irgendein Investmentbanker hatte herausgefunden, dass Briefmarken sehr inflationsresistent sind und daher seinen Kunden als Anlage empfohlen.

    Dadurch stiegen viele Nichtsammler mit hohen Summen ein und einige Marken mit sog. "Investmentcharacter" wurden sehr teuer. Den deutschen Sammlern wird der "Posthornsatz" ja wohl etwas sagen...

    Ende vom Lied: Aktien- und Rentenkurse zogen wieder an, die Briefmarkenpreise fielen stark... Auch bei AFINSA sind Nichtsammler eingestiegen und müssen jetzt die Zeche zahlen.

    Eines darf man aber nicht machen, unseren spanischen Freund "Negromurs" und AFINSA gleichsetzen. Auch wenn das Investmentschema zusammengebrochen ist, gibt es in dem Firmenkonglomerat doch sehr respektable Auktionshäuser.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars

  7. #7
    Super Moderator Avatar von Claus Wentz
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    Respektable Auktionshäuser

    ...denen ich ab sofort nicht mehr traue!

    CW

  8. #8
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    @cw:

    Du hast denen vorher noch getraut? Oha... Oder um es anders zu formulieren, es gibt da nicht mehr weisse und schwarze Schafe, sondern eine grosse Menge grauer... Deren AGB´s man sehr genau lesen sollte.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars

  9. #9
    Super Moderator Avatar von Claus Wentz
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    @deckelmouk:

    Seit der "Machtübernahme" haben ich bei denen keine Gebote mehr abgegeben. Dieses rührte aber daher, daß die neuen Leute mir einmal sehr komisch kamen und sich die Schmetterlinge in meinem Bauch meldeten. Außerdem wurde ich schlagartig an einen diesbezüglichen Vorfall erinnert, den ein langjähriger (über 40 Jahre) Sammlerfreund mit den Leuten erlebte.

    Einen schönen Sonntag wünscht
    Claus Wentz

  10. #10
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    Die Nachtigall war der Vogel, der im alten Ägypten die Verstorbenen ins Totenreich hinüberbrachte und jeder Gutbetuchte bekam so einen Vogel mit in sein Grab. Die Nachfrage überstieg bald den aktuellen Bestand. So wurde von findigen Leuten einfach ein Stück Holz einbalsamiert und in Leinen gewickelt, das die ahnungslosen Hinterbliebenen teuer kauften und dann mit ins Grab legten. Betrogen wurde auch schon vor tausenden vor Jahren und warum sollten wir uns anders verhalten, als unsere Vorfahren ? Das ging solange gut, bis die Betrüger sich uneins waren und einer den anderen verpfiff. So ähnlich enden alle Betrügereien. Nachdigall ick hör dir trapsen.
    An der Börse wurde und wird auch viel für Fantasie bezahlt, wenn Google einen Wert zugestanden wird, den die ges. deutsche Börse nicht hat. Jedes Wochenende wechseln für tausende Briefmarkenfälschungen den Besitzer, frisierte Möbel auf alt getrimmt, Münzen, Uhren und sonst was, ohne dass sich einer beklagt. Die Welt will betrogen werden.

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