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Thema: Fälschungs-"Politik"

  1. #1
    Registrierter Benutzer
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    Beitrag Fälschungs-"Politik"

    Hallo! Ich schau wie wohl die meisten auch öfters mal bei ebay rein. Dabei fallen mir die oft auch von renommierten Verkäufern angebotenen - als solche bezeichneten - Fälschungen auf, also Fälschungen des Markenbildes, nicht nur von Stempel oder Gummi. Etwas merkwürdig finde ich, welche Marken z.T. gefälscht werden, also auf Bund und Berin bezogen natürlich einmal die ganz teuren (Währungsblock) oder leicht zu fälschenden (Berlin Aufdruckmarken 1948/49). Außerdem kommen vor:
    bei Berlin: Goethesatz von 1949,
    Bund: 100 Jahre Briefmarken von 1949, Marienkirche und Briefmarkenausstellung Wuppertal von 1951,
    und dann merkwürdigerweise die "Ifraba"-Marken von 1953 und die Höchstwerte der Wohlfahrtsserien von 1956 und 57. Selbst moderne Ausgaben scheinen öfter gefälscht zu werden, jedenfalls vermerkt mein Michelkatalog (von 1997) als "Falsch"-Symbol neben dem Kinderblock von 1990. Woran mag das liegen? Als Fälscher könnte ich mir lohnenswertere Objekte vorstellen als die Ifraba-Marken oder die Wohlfahrtsmarken von 1956 / 57. Sind diese Ausgaben besonders leicht zu fälschen? Oder wird da nicht so oft geprüft, eben weil diese Serien nicht ganz so "wertvoll" sind? Vielleicht weiß da jemand was drüber, würd mich einfach mal interssieren.
    Einen schönen Tag,
    Olaf

  2. #2
    der gestempelt-Sammler
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    Hallo Olaf,

    ich denke, das Problem liegt ganz wo anders.
    Beispiel Böhmen und Mähren: Der zuständige Prüfer hat mir mal gesagt, das 90% der Stempel gefälscht (oder nachgestempelt) sind. Die meisten Marken notieren allerdings nur mit wenigen Cents. Trotzdem werden diese gefälscht. Warum?
    - weil genügend Falz- und postfrisch-Ware zur Verfügung steht
    - weil das Fälschen sehr einfach ist (stelle ich mal so in den Raum)
    - weil bei den geringen Katalognotierungen niemand geprüft Ware verlangt (Ausnahme: DR-Infa-Marken)

    Dies trifft auch für Bund/Berlin, SBZ.... eigentlich für alle Sammelgebiete zu. Wobei bei Bund auch 20 Cent-Marken gefälscht werden (die "guten" 60er Jahre).

    Leider gibt es auch schon sehr viele Marken mit gefälschten Prüfzeichen.

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von Michael
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    Pfeil Fälschungen zum Schaden der Post

    Bei den modernen Marken gibt es eine große Zahl von Fälschungen zum Schaden der Post.
    Da kommt es darauf an möglichst "gängige" Werte, wie z.B. Dauerserien oder "einfache" Sondermarken aus zu wählen, damit die Fälschungen unerkannt bleiben.

    So nebenbei ist das ein ganz interessantes Sammelgebiet!
    Ich habe auch einmal aus einem Briefeposten einen Brief mit einer 100 Pf (Altötting) Marke gezogen, die mir seltsam vorkam. Später erkannte ich sie als Ganzfälschung: Eine Bereicherung für meine Sammlung.

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von Alfred Bulenz
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    ...in das Gebiet der Fälschungen gehört m.E. aber auch das weite Feld der "wertvollen" und "limitierten" Repliken von irgendwas, oder die "Belege" mit dem "seltenen Sonderstempel"...zu meinem spezialgebiet fällt mir da spontan jemand ein, der z.B. Briefe mit irgendwelchen Nebenstempel versah (die aber nie im Einsatzgebiet waren) und diese dann für saftiges Geld verkauft hat...Auch das sind m.E. Fälschungen zum Schaden des Sammlers...
    ...wir bringens rüber

  5. #5
    59494 Soest Avatar von Franz-Karl Lindner
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    Hallo Forumler,
    als ebayer "light" fällt mir immer wieder auf, dass die U-Boot-Hela Marke nahezu ständig im Angebot ist. Ich habe - wahrscheinlich - noch keine "echte" darunter feststellen können. Die meisten Angebote waren jedoch - der Ehrlichkeit halber - als falsch oder Nachdruck gekennzeichnet, andere jedoch nicht. Für mich erschütternd ist jedoch die hohe Zahl von Bietern gerade bei dieser doch so sehr fälschungsanfälligen Marke. Entweder gibt es viel Unwissenheit oder man versucht mit Fälschungen Lücken im Album aufzufüllen (übrigens langläufig sehr beliebt!).
    Gruß
    FKL

  6. #6
    Registrierter Benutzer
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    Blinzeln

    Na ja weil du ebay angesprochen hast,eine Antwort von mir.Man darf glaube ich die Auktions-Plattformen nicht verdammen weil es ein paar Schwarze Schafe gibt.(Der Grossteil wird sowiso enttarnt).Und das ist der Vorteil gegenüber früher, ich habe sehr viel bei Fernauktionen und über Annoncen in den verschiedenen Zeitschrieften gekauft,du wirst es nicht glauben was da alles darunter war,von kopierten Briefen bis selbstgemallten Briefmarken,Stempel mit dem Zirkel gezeichnet und Marken mit Tixo an den Brief geklebt.Nun der Vorteil bei den Auktionsplattformen ist jener das man den Artikel sieht oft mehr oder weniger aber man sieht ihn.Auch die Kaffes sind Spitze denn da sind immer wieder Experten mit denen man über alles was einen auffällt reden bzw.schreiben kann und die infos die man bekommt sind oft sehr lehrreich.mfg.schatz1schatz100

  7. #7
    Bodo A.v.Kutzleben
    Gast

    Daumen runter Vorsicht Fälscher

    Hallo an alle,

    ich denke, dass heute Marken gefälscht oder verfälscht werden, die nur von geringen Wert sind, weil viele Sammler/innen glauben, das kann doch nicht falsch (bei diesem geringen Preis) sein.

    Teuere Stücke und Briefe werden doch garnicht ungeprüft in der Regel gehandelt und gekauft. Da wird eine Fälschung viel schneller auffallen, als eine im "Osten" nachgedruckte Dauerserienmarke. Hier macht es die Masse.

    Mann und Frau kann sich aber dagegen besser schützen durch mehr und besseres Wissen über das EIGENE SAMMELGEBIET. Es langt hier aber nicht nur das "Michelkatalog"-Wissen vieler.

    Auch ein "gewisser" Schutz ist hier eine Mitgliedschaft in einem Verein, wo ja die Informationen immer schneller unter den Sammler/innen sind als "Sammlen zu Hause allein".

    Auch ein "GESUNDER MENSCHENVERSTAND" muß einem sagen, dass niemand einen 1.000,00 € Beleg für 1,00 €
    zum Verkauf auf einer Auktion anbietet, der "EINWANDFREI UND ECHT" ist.

    Niemand hat etwas zu verschenken, meistens nur die Betrüger die jedoch ohne Leistung an unser Geld wollen.

    Bodo

    PS: Hier gilt immer noch mein Wahlspruch: "AUGEN AUF BEIM MARKENKAUF". Nicht jeder ist ein Betrüger, aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und zur Not kann man/Frau ja auch erfahrene Sammler auf einem Tausch fragen, was sie vor der einen oder anderen Marke halten. Dafür sind Vereine auch gut, denn sie helfen jedem Sammler/innen gerne.

  8. #8
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    Fälschungen und Verfälschungen

    Fälschungen gibt es praktisch seit der ersten Briefmarke und aus den unterschiedlichsten Gründen werden diese "Raritäten" im Internet angeboten:

    1. Aus Unkenntnis: Der noch eher harmlose Fall des Erben, der die Sammlung des Grossvaters versteigert und aufgrund des Alters der Marken automatisch von der Echtheit aus. Ich habe mehrfach schon vergebliche Diskussionen über Peru 1 und 2 geführt, die offensichtlich gefälscht waren, aber ja echt sein mussten, weil der Opa die schon seit 50 Jahren in seinem Besitz hatte. Es gibt viele klassische Ausgaben, bei denen wir als Normalsammler nie eine Echte zu Gesicht bekommen werden.

    2. Verkauf als Fälschung: "Für die Vergleichssammlung", ein echtes Ärgernis, die Marke kommt meisstens direkt aus dem Farbdrucker oder -kopierer. Da werden Marken gefälscht Rücksicht auf den Katalogpreis. Mein Favorit sind die N.S.K.K. Marken des deutschen Reiches. Noch schlimmer wird es, wenn die Marken als "echt" weiterverkauft werden.

    3. Verkauf als "ohne Obligo": Zu 99,99% Fälschungen. Betrugsabsicht darf man nicht unterstellen, aber bewusstes Ausreizen der menschlichen Gier "...es könnte ja doch echt sein..."

    4. Verkauf als "The Real Thing": Sowas kann natürlich jedem passieren, aber besonders auf eBay wird das gerne versucht. Der berühmte Startpreis ab 1 Euro hilft natürlich auch dabei. Es gibt aber auch seriöse Händler, die erstklassige Ware ab 1 Euro einstellen um Bieter anzulocken. Und für Schnäppchen ist eBay halt auch immer gut.

    5. Verkauf mit gefälschtem Prüfzeichen und Zertifikat: Mir fällt dazu nix ein. Soviel kriminelle Energie gehört angezeigt, aber vom Prüferbund habe ich bisher noch wenig gehört. Kommt vielleicht noch.

    6. Verfälschungen: Gross in Mode in USA, bei uns wohl noch etwas weniger häufig anzutreffen. Bleichen, Nachzähnen, Lücken auffüllen... Knochen werden für ein paar Cent gekauft und aufgehübscht. Merkt der Sammler erst zu Hause unter dem Mikroskop und unter UV-Licht.

    Selbst beste Kenntnisse der Materie helfen IMHO heute nicht in allen Fällen. Wenn ich mir die Diskussionen in anderen Boards über die Prüfer und Prüfgesellschaften ankucke, dann ist selbst eine als echt geprüfte Marke noch immer mit Vorsicht zu geniessen. Und solange es noch genügend Käufer gibt, die einem Fälscher die Gewinnmarge sichern, werden wir weiter von den Machwerken überschwemmt.

    Puh, ich hoffe, ich habe Euch nicht mit zuviel Text gequält, aber das ist ein Thema, dass mich mehr als verärgert.

    Beste Grüsse aus Luxemburg!

    Lars

  9. #9
    ;-) Avatar von Kjell
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    Re: Vorsicht Fälscher

    Original geschrieben von Bodo A.v.Kutzleben
    Auch ein "GESUNDER MENSCHENVERSTAND" muß einem sagen, dass niemand einen 1.000,00 € Beleg für 1,00 €
    zum Verkauf auf einer Auktion anbietet, der "EINWANDFREI UND ECHT" ist.
    Hmm... Komisch, hat noch niemand geschrieben.

    Wird ja immer wieder behauptet. Bei eBay gilt das eigentlich nicht. Immerhin ist es üblich, Lose ab 1 € einzustellen, weil dann die Gebühren niedriger sind und der Spaßfaktor für die Bieter höher ist. Letztlich sind die Zuschläge dann oft in vernünftiger Höhe. Leider ist es auch üblich, als Netz auf eigene Auktionen unter anderem Namen zu bieten. Das machen aber nur Schurken. Und nicht jeder Anbieter ist Schurke. Also kann es durchaus sein, dass man wirklich Glück hat und was sehr günstig wegschießen kann. Der Angebotspreis bei eBay ist ein völlig untauglicher Qualitätsindikator!

    CU
    Kjell

  10. #10
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    Fälscher heute

    Wahrscheinlich ist mein Senf hier eigentlich nicht mehr vonnöten, denn vieles wurde ja schon gesagt. Wilhelm van Loo und ich habe nun jahrelang an einem Buch zum Thema (Echt oder Falsch? - Das ist hier die Frage. Fälschungen und Fälscher in der Philatelie) gearbeitet, das gerade derzeit den letzten Zügen entgegen sieht. Dabei sind mir zwei Sachen aufgefallen, die sich mir im Gedächnis verankert haben:

    a) Die Überheblichkeit der Mehrzahl der Sammler, sie wären von diesen Problemen eigentlich weniger betroffen, sie brauchen keine Literatur, aus der sie lernen, um vorzubeugen;

    b) Die Größe der Lager moderner Fälscher von heute.

    Letztere rechnen nicht mehr wie ein Sperati mit tausenden Exemplaren ingesamt oder wie ein Fournier mit zehn- oder hunderttausenden, sondern in ein- dreistelligen Millionenbereichen.- Allein das Lager eines immer noch aktiven deutschen Fälscher umfasst rund 70 Mio Fälschungen (auch u.a. mit den modernen erwähnten Bund-Marken), die alle seit Jahren auf den Markt drängen. Und dies natürlich nicht nur im Internet.

    Im Buch "Augen auf bei Kauf und Tausch" habe ich an Beispielen deutlich gemacht wie es leicht geht: speziell bei Sammlungen. Sog. "Restsammlungen", gut versetzt (und katalogwertmäßig dadurch drastisch "aufgewertet") mit solchen Fälschungen, darunter auch echte, - eben ein guter Mix.

    Was Verfälschungen, Manipulationen etc. angeht: es gibt nichts, was es nicht gibt! Vieles kann man selbst erkennen (aber nicht am Bildschirm im Internet), nämlich nur mit Hilfsgeräten, für manches braucht man wirklich den Experten und Prüfer.

    Nur, was man nicht braucht, sind Sammler, die immer meinen, sie wären neunmal klug und die Probleme hätte eigentlich immer nur der andere. Insofern finde ich es persönlich auch traurig, dass seit Jahren zunehmend mehr die Verbände, sowohl APHV wie BDPh, keine qualifizierten Mitarbeiter mehr finden, die wirklichen Sammlerschutz und Fälschungsbekämpfung betreiben. Natürlich ist es richtig, dass Prüfer in der Regel die besseren Experten sind, richtig ist aber auch, dass nach wie vor die überwiegende Prozentzahl der Marke nicht zum Prüfer geschickt werden. Das gilt auch für klassische Marken, die höchst anfällig für Reparaturen und Verschönerungen sind. Offenbar sparen viele auch hier das Geld für angeblich teure Prüfungen.

    Viele verlassen sich auf alte Prüfzeichen, nicht wissend, dass die Marken danach "optimiert" wurden. Eine Signatur ist nur "gültig" am Tag der Prüfung! Gerade deshalb ist es wichtig, dass Sammler sich selbst mehr schützen, mehr lernen und sich besser auskennen und sich eben nicht auf (alte) Prüfzeichen verlassen!

    Freundliche Grüße

    Wolfgang Maassen
    Schriftleiter "philatelie"

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