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Thema: Seefunktelegramme

  1. #1
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    Seefunktelegramme

    Die Ära von Seefunkstellen an Bord von Schiffen ist aufgrund heutiger Übertragungsmöglichkeiten vorbei. Davor wurde die Verbindung zwischen Schiff und Land und umgekehrt, durch die Seefunkstelle an Bord aufrecht erhalten. Dazu zählten u.a. auch Seefunktelegramme von Schiffen des VEB Deutsche Seereederei Rostock und Deutfracht Seereederei Rostock an den Seehydrographischen Dienst in Rostock und auch an und von Besatzungsangehörigen, sowie der Reederei.

    Bei Abweichungen von Eintragungen der an Bord befindlichen Seekarten in dem zu befahrenen Seegebiet, wie z.B. erloschene Leuchtfeuer, neu errichtete Bohrtürme usw., wurden die jeweiligen Feststellungen an den Seehydrographischen Dienst in Rostock per Funk gemeldet, damit Berichtigungen in den Seekarten vorgenommen werden konnten.
    Nach Absendung dieser Nachricht wurde vom Funker das Seefunktelegramm ausgefüllt, dem Wachoffizier auf der Brücke übergeben und von diesem archiviert.

    Ich zeige ein Seefunktelegramm vom Motorschiff "SPREE" vom 27.06.1967, 15.24 Uhr GMT, an den Seehydrographischen Dienst Rostock.
    Diese Seefunktelegramme waren gebührenfrei.

    Name:  Seefunktelegramm.jpg
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    Gruß Dieter

  2. #2
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Es gibt noch eine kleine Besonderheit bei Seefunktelegrammen.
    Während des Kriegszustandes in Polen 1981/82 wurde Telegramme von Schiffen über Gdynia-Radio oder Szczecin-Radio übermittelt und sowohl bei der Übermittlung (Cenzor 1/Cenzor 30) im Telegrammtext als auch bei der Aufnahme mit Zensurstempel zensiert. Solche Telegramm zählen nicht gerade zu den häufigen Zensurbelegen. Ich kenne derzeit 3 Stück.
    Name:  T_T10-Gdynia-Radio.jpg
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    Name:  sm_szczecin-radio_kielca.jpg
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    ml
    Wehr fähler findet, daf si behaltn.
    Suche für eine Dokumentation der Zensurmaßnahmen 1981/82 in Polen weitere Mitstreiter.
    Krakauer Aufdruckmarken eine umfangreiche Dokumentation mit Schlitzohrenparade.


  3. #3
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    Name:  Glowe.jpg
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    Rügen Radio Empfangsstelle Glowe

    Um ihre Telegramme zu übermitteln oder Gespräche mit der Heimat zu führen, mussten DDR Funker stets versuchen Rügen Radio zu erreichen, insbesondere, sobald es um private Kommunikation der Besatzung ging. Mit der damals vorhandenen Technik ein oft hoffnungsloses Unterfangen, besonders im chinesischen Meer.
    Die Funker konnten nur hoffen, dass die Kollegen in der Empfangsstelle von Rügen Radio in Glowe den Ruf der Seefunkstelle auffangen und den Kontakt herstellen würden.

    Name:  Mühlhausen.jpg
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    Seefunktelegramm aus Berlin an den Purser (Wirtschaftsoffizier) des Semicontainer Frachters MS "Mühlhausen" am 25.3.1982, zwei Tage vor Einlaufen des Schiffes in Penang/Malaysia am 27.3.1982.
    Nach Aufnahme des Telegramms von der Küstenfunkstation Rügen Radio, wurde vom Funker das Formular ausgefüllt und dem Purser ausgehändigt.

    Gruß Dieter

  4. #4
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    Seefunkfesttagstelegramm vom Motorschiff "Stoltera" aus dem Mittelmeer nach Mühlhausen/Thür.

    Zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten konnte die Besatzung Grüße an Angehörige über Rügen-Radio senden.
    Der Text der Grüße war vorgegeben. Die Telegramme wurden vom Funker des Schiffes an Rügen Radio übermittelt und von dort durch die Post weitergeleitet. Gerade zu den Festtagen wurden sehr viele Telegramme von Rügen Radio aufgenommen.
    Die vorgegebenen Texte waren mit einem Buchstaben und einer Zahl , für die schnelle Übermittlung, versehen. Für Ostern war es der Buchstabe -b-, für Weihnachten -a- und für Pfingsten der Buchstabe -c-.
    Das gezeigte Telegramm hat den Buchstaben -b- und die Zahl 9.
    Die Grußtexte lagen in der Funkstelle des Schiffes und bei Rügen Radio (Empfangstelle Glowe) vor.

    Name:  Ostern.jpg
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    Name:  Vorderseite.jpg
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    Telegramm Umschlag, abgesandt von der Empfangstelle Funkamt Rügen Radio Glowe. Der Versand der Telegramme erfolgte als Postsache

    Name:  Grußtexte.jpg
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    Grußtexte

    Gruß Dieter
    Geändert von Fips002 (08.01.2018 um 21:52 Uhr)

  5. #5
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    Ich zeige wieder ein sehr seltenes Seefunktelegramm an den Seehydrographischen Dienst Rostock.

    Die eingezogene Bohranlage wurde von mir an Bord des MS "Recknitz" festgestellt und die Absendung des Seefunktelegramms per Telegraphie über Rügen Radio, Rufzeichen DHS, veranlasst.

    Name:  Karte.jpg
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    Name:  Iskenderun.jpg
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    Seefunktelegramm vom 12.10.1970, um 10.24 Uhr, an den Seehydrographischen Dienst Rostock, aufgegeben vom Motorschiff "Recknitz" aus dem östlichen Mittelmeer.


    Name:  MS Recknitz.jpg
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    MS "Recknitz", (ex Lagnö), Stückgutfrachter, 1953 in Schweden gebaut. Indienstellung von der Deutschen Seereederei Rostock am 25.05.1965, Außerdienststellung am 10.02.1978, verkauft an Rigas bros, Dinos Mitropoulos, Griechenland.

    Gruß Dieter

  6. #6
    Stempelsammler Avatar von Jürgen Witkowski
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    Hallo Dieter,

    Deine ungewöhnlichen Beispiele zum Thema Seefunktelegramme finde ich sehr interessant, da sie auch gut bebildert sind.

    Zu Deinem letzten Beitrag habe ich aus ausgewiesene Landratte die Frage, was eine befeuerte Bohranlage ist, warum sie eingezogen (beschlagnahmt???) wurde und wonach im östlichen Mittelmeer gebohrt wurde.

    Mit besten Sammlergrüßen
    Jürgen
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  7. #7
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Ich versuche mal zu interpretieren:
    Eine (automatische) Bohranlage, die mit einem Leuchtfeuer versehen war (traditionell Feuer, weil früher eben nicht elektrisch, o.ä.) - als Warnung für kreuzende Schiffe.
    Zitat Zitat von wikipedia
    Als Befeuerung in der Seefahrt werden weitgehend ortsfeste Licht- oder Funksignale zur Navigation in der Seefahrt bezeichnet. Häufig wird für die Befeuerung in der Seefahrt der Begriff Leuchtfeuer gebraucht. Ursprünglich verwendeten die Leuchtfeuer der Seefahrt Holz, Reisig, Teer oder Kohle als Brennmaterialien, später nutzte man Öl, Gas oder Elektrizität zur Erzeugung des Lichtes.
    eingezogen: wieder entfernt, an Bord genommen.

    ml
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  8. #8
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    Telegramm eines Besatzungsangehörigen des Motorschiffes "Steckenpferd". Das Schiffsbrieftelegramm wurde von der Empfangsstelle Rügen- Radio, Glowe, per Postsache am 21.11.1967 nach Dresden geschickt.

    Die Küstenfunkstelle Rügen-Radio bestand aus der Sendestelle bei Lohme und der Empfangstelle bei Glowe auf der Insel Rügen.

    Der Stempel KW 1b (Kurzwelle 1b), ist die Bezeichnung des Arbeitsplatzes des Funkers in der Empfangsstelle Glowe, welcher das Telegramm von MS "Steckenpferd" telegraphisch auf Kurzwelle empfangen hat.

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    Gruß Dieter
    Geändert von Fips002 (23.01.2018 um 22:54 Uhr)

  9. #9
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    Ich zeige Formulare die an Bord der Schiffe der DSR verwendet wurden. Von den Formularen -Seefunktelegramm gab es bis 1984 zwei Ausführungen.

    Name:  Seefunktelegramm.jpg
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    Name:  Seefunkgespräch.jpg
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    Diese Formulare befanden sich in der Seefunkstelle des Schiffes.
    Nach Eingang eines Telegramms, einer Seenachricht von Küstenfunkstellen und nach einem Seefunkgespräch wurden diese vom Funker ausgefüllt. Telegramme wurden dem Empfänger an Bord ausgehändigt und die Formulare Seenachrichten und Seefunkgespräche vom Kapitän archiviert und verblieben an Bord der Schiffe.
    Ab 1984 befand sich nur das Formular - telegramm/gespräch/nachricht- an Bord, wobei das Nichtzutreffende zu streichen war.

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    Seefunktelegramm aus Karl-Marx-Stadt am 20.2.1987 an ein Besatzungsmitglied des Motorschiffes "Fürstenwalde, Rufzeichen y5lc. Das Schiff war im Afrikadienst eingesetzt.

    Das Seefunktelegramm wurde von der Sendestelle Lohme Rügen-Radio, Rufzeichen y5m, per Telegraphie an die Seefunkstelle "Fürstenwalde" durchgegeben.

    Gruß Dieter

  10. #10
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    Heute ein Seefunktelegramm vom Motorschiff "Elbe" aus Westafrika an den Flottenbereich nach Rostock zu einer Havarie des Schiffes. Von mir werden später noch zwei Seefunktelegramme nach Rostock und an Fracht Dakar/Senegal gezeigt.

    Name:  MS Elbe.jpg
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    Motorschiff "Elbe", Indienststellung bei der DSR am 05.08.1962, Außerdienststellung am 13.10.1977 und an Paris Comp.Nav., Panama verkauft.

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    Seefunktelegramm abgesandt am 18.01.1971 von der Seefunkstelle MS "Elbe", über Rügen Radio, an den Flottenbereich Afrika mit Beladungs- und Tiefgangsangaben des Schiffes und eingeleitete Maßnahmen.
    tgv = Tiefgang vorn, tga = Tiefgang achtern, ur = Unterraum, zd = Zwischendeck.
    Für dieses Telegramm waren 88,20 Mark an die Deutsche Post zu bezahlen.

    Gruß Dieter

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