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Thema: U Bremen - echt, falsch oder was?

  1. #1
    59494 Soest Avatar von Franz-Karl Lindner
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    U Bremen - echt, falsch oder was?

    Hallo zusammen,
    fand in meinen Unterlagen die abgebildete Karte mit Vermerk U Bremen. Was haltet ihr davon? Ist diese Karte ok? Wenn ja, wie könnte die Wertigkeit sein? Oder gibt es davon sehr viele?
    Ist doch immer wieder spannend, was man so findet!
    Danke und Gruß
    Fanz-Karl
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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Das Datum würde ja passen, aber die Karte kann nicht mit U Bremen gelaufen sein, da U Bremen auf der ersten Fahrt in die USA verschwand und bis heute verschollen ist.

  3. #3
    59494 Soest Avatar von Franz-Karl Lindner
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    @fricke
    Das Schicksal von U Bremen ist mir wohl bekannt. Was ich bisher noch nicht gesehen hatte, war ein Beleg mit diesem Vermerk, den man - ähnlich - eigentlich nur von U Deutschland kennt. Sehr merkwürdig, wie ich finde!

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Echt ist sicher der Stempel aus Hannover, also dürfte die Karte auch ihr Ziel erreicht haben. Ein Kind schreibt an Onkel und Tante.
    Was soll falsch sein. Die Angabe "Mit SMS U Bremen ist es sicher". Vielleicht war es einmal die Absicht des Absenders, den man sicher leider nicht mehr fragen kann, oder sollte er mit 110 Jahren noch leben?
    Aber Absichten generieren normalerweise keinen besonderen Wert - also wird es mit dem Wert auch nicht berauschend sein.
    Geändert von fricke (12.11.2017 um 00:28 Uhr)

  5. #5
    Pilstrinker Avatar von Oliver Graf
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    Die Schrift des Vermerks passt jedenfalls zu der Schrift der Anschrift.

  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ich meinte nicht, dass der Vermerk gefälscht ist sondern nur dass der Inhalt des Vermerks nicht stimmt und die Karte nicht mit der Bremen gelaufen ist.

  7. #7
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    Natürlich kann der Beleg niemals mit dem Handels-U-Boot "Bremen" gelaufen sein, da das U-Boot erstens ja - wie bekannt - auf seiner ersten Fahrt verschollen ist, weil es vermutlich von den Briten, oder einer Mine in der Nähe der Orkney-Inseln versenkt wurde und zweitens es erst am 11.08.1916, also rund 4 Wochen nach dem Stempeldatum überhaupt erst in Dienst gestellt wurde. Am 21.08.1916 lief sie aus Kiel aus und nahm in Bremerhaven am 23.08. Ladung auf, darunter ein in den USA dringend erwartetes Medikament gegen Kinderlähmung. Einen Tag später lief die Bremen noch Helgoland an und ab 25.10. gilt sie als verschollen. Da zwischen dem Einlieferungszeitraum bei der Post und der Verladung evtl. Postsäcke auf das Schiff fast 6 Wochen liegen, ist sehr anzunehmen, dass die Karte einen anderen Weg über den Atlantik genommen hätte. Sonst gäbe es sie auch nicht mehr. Trotzdem ist es ein schöner Beleg zur britischen Postsperre. Immerhin war einer der Schreiber so optimistisch, zu vermerken "In 1 1/2 Jahren komme ich rüber" (also geplant Ende 1917). Man hat also keineswegs mit einem Kriegseintritt der USA gerechnet, der ja am 6. April 1917 erfolgte.
    Ich habe auch die Mannschafts- und Passagierliste der Bremen abgeglichen, ob sich irgendein Bezug zu dem Text und den genannten Namen auf der Karte herstellen lässt, weil ich es bemerkenswert finde, dass jemand schon vor dem Stapellauf der Bremen davon gewusst haben soll, dass sie alsbald im Transatlantik-Dienst fahren wird. Für mich ist das Insider-Wissen, erst Recht in Hannover. Als die Karte geschrieben wurde, lag das U-Boot noch in Kiel auf der Bauwerft und war noch nicht einmal getauft. Leider konnte ich keine Bezüge zur Namensliste von Mannschaft und Passagieren finden. Ein Stück weit bleibt es also ein Geheimnis, wie der Vermerk auf der Karte zu deuten ist.
    Gruß
    W.
    Geändert von Welwitsch (16.11.2017 um 10:24 Uhr)

  8. #8
    59494 Soest Avatar von Franz-Karl Lindner
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    Danke für die weitergehenden Infos. Bleibt doch die Frage, warum diese Karte überhaupt existiert, da sie doch eigentlich auf der Fahrt mit U-Bremen mitgehen müssen, oder?
    Da ich als Rentner nun die Zeit habe, meine über 50 Jahre "abgelegten" Briefe von U-Booten weltweit zu sichten, ist nicht nur diese Karte sondern auch noch der hier gezeigte Brief wieder "aufgetaucht"! Im Grunde ist ein Gegenstück zur Karte, also von West nach Ost. Leider wurde auf der Rückseite die Absenderangabe herausgeschnitten. Allerdings sieht dieser Brief doch mehr nach Fake aus, oder? Was meint ihr?
    Tatasache ist, Philatelie bleibt spannend!!!
    Gruß
    Franz-Karl
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  9. #9
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    Zitat Zitat von Franz-Karl Lindner Beitrag anzeigen
    Danke für die weitergehenden Infos. Bleibt doch die Frage, warum diese Karte überhaupt existiert, da sie doch eigentlich auf der Fahrt mit U-Bremen mitgehen müssen, oder?
    Da ich als Rentner nun die Zeit habe, meine über 50 Jahre "abgelegten" Briefe von U-Booten weltweit zu sichten, ist nicht nur diese Karte sondern auch noch der hier gezeigte Brief wieder "aufgetaucht"! Im Grunde ist ein Gegenstück zur Karte, also von West nach Ost. Leider wurde auf der Rückseite die Absenderangabe herausgeschnitten. Allerdings sieht dieser Brief doch mehr nach Fake aus, oder? Was meint ihr?
    Tatasache ist, Philatelie bleibt spannend!!!
    Gruß
    Franz-Karl
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    Das wenigste an diesem Beleg vermag ich zu beurteilen. Fest steht, dass zur Zeit dieses Datumsstempels die Bremen bereits einen Monat als verschollen galt, wieso sollte also jemand so einen Vermerk anbringen?
    Die Schrift von "per Tauchboot 'Bremen'" passt überhaupt gar nicht zu dem Relikt der Adressangabe und schon gar nicht in die Zeit. So hat man damals weder in Deutschland, noch in den USA geschrieben. Die Schreibschrift würde ich persönlich eher nach Deutschland in die 1950er oder 60er Jahre einordnen. Fest dürfte stehen: der Brief wurde nie mit der U. Bremen befördert.
    Gruß und weiter so!
    W.

  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Natürlich - das Ding kann ja überhaupt nicht mit der Bremen gelaufen sein.
    Ich denke aber auch, dass zu dieser Zeit solche "Kinderschrift"-Bilder üblich waren. Da die Sütterlin-Schreiber wussten, dass die Ausländer das oft nicht lesen konnten entstanden solche Schreibweisen.
    Vielleicht auch nur eine kindliche Spielerei. Auf jeden Fall braucht man sich nicht den Kopf darüber zu zerbrechen ob man bei Gärtner oder Felzmann einliefern sollte.

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