Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 13

Thema: Abstimmungsgebiet Oberschlesien Teil 1

  1. #1
    Oberschl., DR, Privatpost Avatar von Pete
    Registriert seit
    06.2003
    Ort
    Duisburg
    Beiträge
    722

    Abstimmungsgebiet Oberschlesien

    Wer das 1. Mal den Michel-Deutschland-Katalog oder die Spezial-Ausgabe zum Stichwort Oberschlesien aufschlägt, wird feststellen, dass es neben vielen Farbunterschieden bei insgesamt 105 Hauptnummern hier nur so von zahlreichen Aufdruckvarianten, Druckabarten, Halbierungen und vor allem vielen Fälschungshinweisen wimmelt. Gerade diese Dinge reizten mich sehr, innerhalb einiger Jahre eine Sammlung aufzubauen. Doch beginnen wir mit der Geschichte dieses kleinen aber feinen Markengebietes...

    Aufgrund des Versailler Friedensvertrages von 1919 sollte das deutsche Kaiserreich als Kriegsverlierer das gesamte oberschlesische Gebiet nebst einigen Orten aus Niederschlesien an das neu gegründete Königreich Polen bedingungslos abtreten. Durch den Einspruch Deutschlands und Englands wurde der Artikel 88 im Vertrag revidiert und eine Volksabstimmung angesetzt, die am Sonntag, den 20. März 1921 stattfand. Die Ratifizierung des Friedensvertrages fand am 28.6.1919 (genau 5 Jahre nach Kriegsbeginn) im Spiegelsaal des berühmten Versailler Schlosses vom Sonnenkönig Ludwig XIV. statt. Diese Unterzeichnung gilt als "Geburtsurkunde" des damit entstandenen Abstimmungsgebietes Oberschlesien. Nach der Hinterlegung der Ratifikationsurkunden in Paris im Januar 1920 rückten daraufhin die ersten französischen Besatzungstruppen und später die englischen und italienischen Besatzungstruppen in Oberschlesien (=OS) ein und übernahmen offiziell am 11. Februar 1920 die Machtbefugnisse in OS. Bis zu diesem Tag sollten auch die ersten eigens für die Abstimmung in Paris gedruckten Dauermarken (Mi-Nr. 1-9) in OS eintreffen und an die Postämter verteilt werden.

    Bedingt durch Lieferschwierigkeiten kamen sie erst am 20.02.1920 an die Schalter. Um die „markenlose“ Zeit zu überbrücken, kennzeichnete man für die Dienstpost Marken des Deutschen Reiches mit dem Handstempel „C.I.H.S.“ (Commission Interalliée de la Haute Silésie = Internationale Kommission für Oberschlesien), die als „Oppelner Notausgabe“ in die Philateliegeschichte eingingen.

    <div align="center"><img src="http://www.bdph-service.de/pete/OS%20Oppelner%20Notausgabe%2013.JPG" width="308" height="400" border="1"></div>


    Dieser Stempel lag der Kommission in 2 Typen vor, wobei die Type I vom 14.2.-19.2.1920 zur Verwendung kam und am letzten Verwendungstag offiziell zerstört, während die Type II schon kurze Zeit später für fast alle im Handel befindlichen Nachdrucke (heute als Fälschungen bezeichnet) verwendet wurde.
    Die Zivilbevölkerung in OS nutzte in dieser Zeit die wieder für gültig erklärten Marken des Deutschen Reiches. Diese gelten als Vorläufer, sind sehr selten und schlummern vielleicht auch noch unerkannt in vielen Reichsmarken- sammlungen.

    Bereits nach ca. 10 Tagen wurden die ersten Werte der dreisprachig gehaltenen und in verhältnismäßig kleiner Auflage gedruckten Mi-Nr. 1-9 an den Postschaltern knapp. Vor allem die 5Pf und 10Pf-Werte wurden schon mit Beginn der Abstimmungszeit für die deutsche und polnische Propaganda und die 50Pf bzw. 1Mk-Marken für Einschreiben bzw. Pakete genutzt. Um den Markenmangel zu beheben, halbierte man vor allem in einigen Oppelner Postämtern bestimmte Marken.

    <div align="center"><img src="http://www.bdph-service.de/pete/OS%204H.JPG" width="500" height="331" border="1"></div>

    Da das Problem mit dem Markenmangel nicht auf Dauer durch amtlich geduldete Halbierungen zu lösen war, vergab die Oberpostdirektion Oppeln den Auftrag zum Druck von Provisorien (Nr. 10-12) an die Oppelner Druckerei Erdmann Raabe. Diese recht primitiv eingerichtete Druckerei erstellte daraufhin innerhalb sehr kurzer Zeit die Druckform für die 10Pf-Marke (Nr. 11) mit einzeln austauschbaren Drucklettern, die aus verschiedenen Lettersätzen stammten. Da nicht genügend Buchstaben und Ziffern eines Satzes zur Verfügung standen, ergab dies die im Michel-Spezial notierten einzelnen Aufdrucktypen für die Nummern 10-12 und den Fehldruck 10F.
    Die Provisorien wurden ab Anfang März in der Reihenfolge 11; 10; 10F; 12a und 12b gedruckt. Bei den einzelnen Marken baute man jeweils die Druckplatte um. Schon beim Überdruck zur 10Pf-Marke passierte die 1. Panne: versehentlich wurden 3-5 Bogen der ungezähnten Urmarke Nr. 6 (20Pf) überdruckt und regulär am Postschalter ausgegeben.

    <div align="center"><img src="http://www.bdph-service.de/pete/OS%2011Ua.JPG" width="500" height="323" border="1"></div>

    Beim Druck der 5Pf-Marke Nr. 10 passierte versehentlich (?) der 2. Fehler. Es wurden 3-5 Bogen der 15Pf-Marke (Nr. 5c) mit überdruckt und der Fehldruck 10F entstand. Dieser wird auch nur selten auf dem Markt angeboten.
    Neben den geplanten normalstehenden Provisorien 10; 11 und 12a entstanden auch versehentliche Druckfehler der 10-12a; im scan wird ein Beispiel für einen stark verschobenen Aufdruck aus der linken oberen Bogenecke gezeigt:

    <div align="center"><img src="http://www.bdph-service.de/pete/OS%2010er%20Einheit.JPG" width="500" height="225" border="1"></div>

    Es wurde auch eine Neuauflage der 12a notwendig, um dem Weltpostverein in Bern 2 Bogen dieses Provisoriums abgeben zu können, die im Michel verzeichnete 12b (siehe scan). 4 weitere Bogen (2x normal und 2 kopfstehend) verschwanden sofort auf dem Sammlermarkt und wurden nie über den Postschalter verkauft.

    <div align="center"><img src="http://www.bdph-service.de/pete/OS%2012b.JPG" width="335" height="400" border="1"></div>

    Nach dem Dienstschluss in der Druckerei wurde zunehmends heimlich weitere gezähnte Marken überdruckt, die als absichtlich produzierte Doppeldrucke, Kopfsteher, etc. zusammen mit Neudrucken der 10F; 12a und 12b reißenden Absatz auf dem Sammlermarkt fanden. Es wurde gemunkelt, dass man sie auf Anlass interessierter Kommissionsbeamter herstellte. Diese Marken, die mehr oder weniger geringe Unterschiede zu den Originalen aufweisen, werden heute zurecht vom BPP-Prüfer als FÄLSCHUNG gekennzeichnet. Selbst die vom verstorbenen BPP-Prüfer Dr. Weinberg als echt bestätigte ehemalig im Michel notierte Nr. 12c sollte auf jeden Fall noch einmal dem aktuellen Prüfer vorgelegt werden, da jetzt neue Forschungsergebnisse für die Nr. 12 vorliegen.

    Am 26. März 1920 kam nun die als entgültig feststehende Dauerserie Mi-Nr. 13-29 an die Schalter. Sie zeigt neben einer Friedenstaube über das oberschlesische Kohlerevier eine dreisprachige Inschrift in deutsch, polnisch und französisch. Der Druck dieser Marken erfolgte in mehreren Auflagen über 3 Jahre hinweg, so dass auch nachkriegsbedingt verschiedene Papiere, Farben und Gummierungen zur Verwendung kamen. Ein Leckerbissen neben der Erforschung dieser Ausgaben sind für jede Sammlung die ungezähnte Nr. 18 (20Pf), von der einige wenige Stücke existieren und die links ungezähnte Nr. 21 (40Pf) vom linken Bogenrand, die vor allem in ungebrauchter Erhaltung gelegentlich zu erhalten ist.

    <div align="center"><img src="http://www.bdph-service.de/pete/OS%2021Ul.JPG" width="500" height="347" border="1"></div>


    Zur alles entscheidenden Volksabstimmung am 20. März 1921 erschien ein Satz überdruckter Dauerserienmarken, die aufgrund ihrer geringen Auflagen zwischen 30.000 und 200.000 Stück je nach Aufdruckwert nur rationiert an die Bevölkerung abgegeben wurde. Das Interesse war sehr groß, so dass es auch zu Rangeleien an Postschaltern und später zu großen Spekulationen in den größeren Städten kam. Der Aufdruck dieser Marken erfolgte auch durch die bereits bekannte Oppelner Druckerei Erdmann Raabe, die auch wieder nach offiziellem Druckschluss illegal Neudrucke vornahm. Diese werden, soweit als solche erkennbar, als FALSCH geprüft und beschriftet. Ende 1921 kam auch eine weit verbreitete Fälschung aus Paris auf den Markt, die im Michel-Spezial als Fußnote erwähnt wird. Diese Fälschung ist vor allem an der „9“ in „1921“ und ggf. auch an bis zum Abstimmungstag selbst noch nicht verwendetem Papier/ Markenfarbe/ Gummierung als solche erkennbar.
    Die Abstimmung selbst erfolgte nach Landkreisen. Gerade die industriell wichtigen Industriegebiete Kattowitz, Rybnik und Gleiwitz wurden neben einigen anderen Landkreisen Polen zugeschlagen und nach der Übergabe dieser Gebiete an Polen im Sommer 1922 als Ostoberschlesien ein eigenes Markengebiet. Der größere Teil des Abstimmungs- gebietes Oberschlesien verblieb beim Deutschen Reich.

    Um den Volksentscheid zugunsten Polens zu revidieren, besetzten polnische Aufständische am 3. Mai 1921 industriell wichtige Landkreise rechts der Oder und gaben 7 Briefmarken mit Bildnis des polnischem Adlers und oberschlesischer Industrielandschaft in polnischer Sprache heraus. Diese als Insurgenten- oder Korfanty-Marken bekannt gewordene Ausgabe ist allerdings nicht philatelistisch sondern politisch motiviert und im Michel unter „Östliches Oberschlesien“ notiert. Es soll auch eine Felspost bestanden haben (sog. „Grüne Post“). Deren Amtlichkeit wird aber in der Philatelie Ausgabe Juli 2003 vollkommen zurecht angezweifelt. Anfang September 1921 wurden die letzten Städte vom sog. 3. Polnischen Aufstand befreit und wieder der Internationalen Kommission unterstellt.

    Als Anfang 1922 die Portostufen teils drastisch erhöht worden waren, entschloss man sich in Oppeln, Marken mit neuen Aufdruckwerten herauszugeben (Nr. 43-45). Um nicht erneut negative Erfahrungen mit der Oppelner Druckerei und eventuellen Fälschungen zum Schaden der Post zu machen, vergab die OPD Oppeln dieses Mal den Druckauftrag an die Pariser Druckerei, die sonst die Marken bzw. Urmarken für die Mi-Nr. 1-40 herstellte. Als Ergebnis dieser Strategie erschien Anfang März eine Ergänzung von 3 Werten zur bestehenden Dauerserie Mi-Nr. 13-29.

    Sämtliche OS-Marken war bis zur Übernahme der Posthoheit in deutsche bzw. polnische Verwaltung gültig. Nachverwendungen und Mischfrankaturen mit Reichsmarken sind bekannt, dennoch selten. Einige deutsche Stempel wurden trotz Verbots durch die polnische Regierung auf polnischen Marken für Ostoberschlesien noch Monate nach der Übernahme in die polnische Posthoheit weiterverwendet. Diese sind besonders auf Belegen selten zu finden.

    Zu den Besonderheiten oberschlesischer Marken zählen Zwischenstege und Druckdatum + Kontrolllochung im Schalterbogen, da diese nach französischem Vorbild gestaltet wurden. Bei den kleinformatigen Marken befinden sich 6 5x5 Marken umfassende und bei den großformatigen Marken 3 5x5 Marken umfassende Blocks im Schalterbogen. Besonders die Zwischenstege und Marken mit anhängendem Druckdatum/ Kontrolllochung der Plébiscite-Ausgabe Nr. 30-40 sind selten in allen Erhaltungen ebenso wie derartige auf Belegen befindlichen Stücke anderer OS-Marken.

    Wie die Reichsbehörden verwendete auch die Kommission Dienst- Steuer- und Gebührenmarken mit “C.G.H.S.“-Aufdruck (Commission de Gouvernement de Haute-Silésie). Im Vergleich zu den Dienstmarken sind die Gebühren- und Steuermarken recht selten und stellen auch ein eigenes Forschungsgebiet dar, auf welches ich mangels Unterlagen im Moment nicht näher eingehe.
    Die Dienstmarken hingegen trifft man heute in ungebrauchter bzw. postfrischer Form wie Sand am Meer. Ihre 20 Aufdruckstellungen (siehe Michel-Spezial) lassen sich auf jeder Marke mit etwas Geduld finanziell verhältnismäßig günstig zusammentragen. Die Aufdruckstellungen I-IV (einfach senkrecht bzw. waagerecht, normal und kopfstehend) kommen bei den bedarfsgestempelten Marken sehr häufig vor und sind die Regel. Die Doppeldrucke (nicht überkreuzt) sind echt gestempelt nicht so häufig, aber auch meist nicht spekulativ hergestellt (Aufdruckstellungen V-XII). Die Doppeldrucke (überkreuzt) und die Schrägdrucke konnten bisher auf Bedarfsbelegen (noch) nicht festgestellt werden und wurden sehr wahrscheinlich für Sammlerzwecke in der Oppelner Druckerei Erdmann Raabe hergestellt.
    Die bekannteste Dienstmarkenfälschung ist die nie in OS ausgegebene Reichsdienstmarke Nr. 65 10Pf orange. Es existieren auch Fälschungen der anderen Dienstmarken; diese sind aber nicht so häufig anzutreffen.

    Das Sammelgebiet Oberschlesien bietet viel Spielraum, um sich als Sammler „auszutoben“. Gerade der Anreiz, bestimmte Provisorientypen, echte Aufdruckfehler, Farben oder Zwischenstege in allen Formen zu belegen, war und ist der Anreiz für OS-Sammler und für mich, dieses Gebiet in allen Richtungen zu durchforsten. Meiner Erfahrung nach trifft auch heute noch die Jagd nach bestimmten Marken zu. Selbst online-Auktionshäuser wie ebay hatten bisher nicht jede Marke in jeder Erhaltung im Angebot...

    Bei Kritik oder Fehlern, bitte mail an mich

    Verantwortlich für diesen Beitrag: Pete, Duisburg
    Geändert von Pete (20.09.2009 um 18:56 Uhr)

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von Michael
    Registriert seit
    06.2003
    Ort
    bei Hamburg
    Beiträge
    677

    Daumen hoch Sehr schönes Sammelgebiet

    Oh, ich hatte den Beitrag einmal kurz nach seinem Posting angeschaut und stelle jetzt fest, dass Pete ihn danach ganz neu gestaltet hat. Eine Super-Darstellung, die das Sammelgebiet plastisch und sehr interessant macht. Herzlichen Glückwinsch.

    Falls andere das auch verpasst haben, empfehle ich, den Artikel noch einmal zu lesen.

  3. #3
    Aland/Abart.Europa-Afrika Avatar von knuedel
    Registriert seit
    11.2003
    Ort
    bremen
    Beiträge
    114

    Daumen hoch Super Beitrag

    Gratulation,
    Super aufgemachter Beitrag.Es verleitet mich zum Aufbau einer
    neuen Sammlung.Weiter so.!!

    Gruß Knuedel (Einhard)

  4. #4
    Extra Bavariam nulla vita Avatar von abrixas
    Registriert seit
    09.2004
    Ort
    Peissenberg
    Beiträge
    1.796

    Frage Nachdem hier die Experten sind,...

    ... was ist von dieser Marke zu halten?
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken  

  5. #5
    Oberschl., DR, Privatpost Avatar von Pete
    Registriert seit
    06.2003
    Ort
    Duisburg
    Beiträge
    722
    @ abrixas:

    den Stempelabschlag "OPPELN **b" stufe ich für mich selbst als Wackelkandidat ein, da auch rückdatiert und mit vermutlich von Abschlägen hergestellte Falschstempelklischees vorkommend. Dito gilt u.a. auch für die Mi-Nr. 10F; 12b und 30-40 (Plébiscite-Satz).
    Nach Möglichkeit verzichte ich auf den Erwerb selbst BPP-geprüfter Marken mit diesem Stempel.

    Der Monat April 1920 ist für mich ebenfalls ein recht wackeliges Datum (dank möglicher Rückdatierungen), da die meisten echt gestempelten Marken aus dem Zeitraum März 1920 stammen dürften. Die Auflage dieser Marke war als Provisorium mit ca. 40.000 Exemplaren nicht sonderlich hoch bemessen und der Sammlermarkt dürfte die meisten Marken dieser Ausgabe aufgenommen haben. Im April 1920 stand bereits der Nachfolger 50Pf (Mi-Nr. 22) parat.
    Die Marke 50Pf/5Mk kommt auch mit Stempeln vom Mai 1920 vor. Bisher mir vorgelegenes Material, z.B. Oppeln *1i und *1k hat sich als Stempelfälschung (und Aufdruckfälschung) erwiesen.

    Der Stempel "OPPELN **b" ist laut dem Infla-Band 13 ebenfalls als Falschstempel gelistet (für den theoretischen Zeitraum Mitte 1922 - Ende 1923), wobei dein Stempelabschlag vom April 1920 stammt.

    Genaueres kann dir naturgemäß am ehesten der dafür zuständige BPP-Prüfer sagen.

    Gruß
    Pete

    P.S.:
    zur Typenbestimmung: die Marke zeigt die Aufdrucktype V; die bei der Mi-Nr. 12a 3x pro 150-Markenschalterbogen vorkommt; ergo bei ca. 267 überdruckten Schalterbogen im Jahr 1920 = ca. 801 Exemplare. Die Marke ist der Stückanzahl nach die seltenste Ausgabe der 12a nach der Type IIIAa.

  6. #6
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    09.2014
    Beiträge
    4
    hallo pete,
    das ist ein super ausführlicher beitrag.ich habe mal eine frage zur dienstmarke oberschlesien nr. 4.gibt es diese auch in der b-farbe vom deutschen reich(19b)?ich meine,eine zu besitzen(hatte sie bereits zum prüfen geschickt und mit dem hinweis sie zu einem späteren zeitpunkt nochmals vorzulegen)zurückbekommem.das war vor knapp 2 jahren.bislang soll noch keine weitere aufgetaucht sein.wie viele gibt es eigentlich davon?in der literatur habe ich nichts zu diesem thema finden können.für einen hinweis wäre ich sehr dankbar,gruß,
    markus

  7. #7
    Oberschl., DR, Privatpost Avatar von Pete
    Registriert seit
    06.2003
    Ort
    Duisburg
    Beiträge
    722
    @ burghard:

    Wenn ich mich recht erinnere, wurde die b-Farbe der Oberschlesien Dienst Mi-Nr. 4 in einem der letzten Rundschreiben der ArGe Oberschlesien e.V. (Vereinsauflösung 1990) zeitgleich mit den Farben der bis dato ebenfalls noch nicht katalogisierten Oberschlesien Dienst Nr. 20 a-c vorgestellt; die genaue Quelle könnte ich am Wochenende nachschlagen. Die Urmarke Deutsches Reich Dienst Nr. 19b ist bereits selten und würde diesbezüglich von der OS Dienst Nr. 4b übertroffen.

    Sollte die Aufdruckmarke Dienst Nr. 4b (aus verschiedensten Gründen) nicht geprüft werden können, wäre es m.E. ein Versuch wert, z.B. auf der Briefmarkenmesse in Sindelfingen (oder Essen oder München ...) mit den zuständigen Infla-Prüfern des BPP zu sprechen, ob eine Art "Gutachten" zur Urmarkenfarbe erstellt werden kann. Wenn möglich, sollte im Anschluss Gewissheit herrschen, ob eine b-Farbe der Urmarke deutsches Reich Nr. 19 (mit Aufdruck "C.G.H.S.") vorliegt. Der Aufdruck (und die Stempelentwertung, sofern vorhanden) bliebe bei einer derartigen Einschätzung unberührt.

    Du kannst hier gern einen Scan deiner potentielle Dienst Nr. 4b zusammen mit Vergleichsstücken (Nr. 4a) zeigen. Die Dienst Nr. 4 weist auch eine gewise Bandbreite in der Urmarkenfarbe (Farbschwankung) auf.

    Gruß
    Pete

    P.S.: Im Eingangsbeitrag von 2003 sind leider die Abbildungen scheinbar verlorengegangen :-/

  8. #8
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    09.2014
    Beiträge
    4
    hallo pete,
    vielen dank für deine schnelle antwort.ich werde die marken scannen und versuchen,sie hier hochzuladen.z.Zt. funktionieren weder mein scanner noch mein bildberabeitungsprogramm,ich werde sie bei meinem bruder scannen und dann per e-mail mit anhang schicken,sollte eigentlich klappen.ich hatte die marke bereits zu einem infla-prüfer(nach voheriger telefonischer ankündigung) geschickt und sie mit dem hinweis,das sie nicht in sein prüfgebiet fällt,zurückbekommen.ich hatte in den letzten 10 jahren bereits 5x die nr.19b vom deutschen reich dabeigehabt(wurden auch entsprechend geprüft).

  9. #9
    Oberschl., DR, Privatpost Avatar von Pete
    Registriert seit
    06.2003
    Ort
    Duisburg
    Beiträge
    722
    Zitat Zitat von burghard Beitrag anzeigen
    ... in der literatur habe ich nichts zu diesem thema finden können.für einen hinweis wäre ich sehr dankbar, ...
    Gesucht und gefunden: 1986 erschien in dem Rundschreiben Nr. 79 der Bundesarbeitsgemeinschaft Oberschlesien e.V. eine zwei Seiten umfassende Beilage (Nr. 92) mit dem Titel "Farbvarianten bei den oberschlesischen Dienstmarken" von Prof. Dr. Norbert Urban. Darin verweist der Autor auf die bekannten und im Michel-Spezial-Katalog gelisteten Farbvarianten der Urmarken des Deutschen Reiches Mi-Nr. 19 (20 Pf) und 33 (5 Mk) und untersucht anhand vorliegender Bestände, ob diese Farbvarianten ebenfalls auf den Dienstmarken des Abstimmungsgebietes Oberschlesien vorkommen.

    Zur Einschätzung der Dienstmarke Oberschlesien Nr. 4 (Deutsches Reich Dienst Urmarke Nr. 19) lagen ca. 320 Exemplare vor, bei der Beurteilung der Dienstmarke Oberschlesien Nr. 20 (Urmarke Deutsches Reich Dienst Nr. 33) kamen 364 Stück zustande. Weiterhin wurden leihweise Marken von anderen ArGe-Mitgliedern vorgelegt (Nr. 4 = 174 Stück und Nr. 20 = 952 Stück). In dem Artikel wurde nicht näher differenziert, ob es sich bei den vorliegenden Exemplaren der Mi-Nr. 4 um ungebrauchte oder gebrauchte Exemplare handelt. Bei der Mi-Nr. 20 lagen sowohl ungebrauchte als auch gebrauchte Briefmarken vor.
    In der ArGe Oberschlesien diente das Farblexikon von Kornerup und Wanscher als Grundlage zur Abgrenzung bzw. Festlegung von Farben. Nach Identifikation der der Urmarkenarben der Mi-Nrn. 19a und 19b in diesem Farblexikon wurden die vorgelegten ungeprüften Exemplare der Dienstmarke Oberschlesien Nr. 4 überprüft. Dabei fand sich ein Exemplar, welches der Farbe Deutsches Reich Dienst Nr. 19b entsprach, "was auch von einem anerkannten Farbenprüfer bestätigt wurde" (ohne konkrete Angabe des Prüfernamens in dem Artikel). Leider wurde in dem Artikel das betroffene Stück der Mi-Nr. 4 (Urmarkenfarbe Nr. 19b) nicht abgebildet.

    In weiteren Abschnitten der Beilage Nr. 92 äußert sich der Autor über die Beschaffenheit der Urmarke Deutsches Reich Dienst Nr. 33 (Farben a; b und c) sowie über die Häufigkeit dieser Urmarkenfarben bei den Dienstmarken Oberschlesiens Nr. 20.
    Zwecks zweifelsfreier Feststellung von Farbvarianten bei den Dienstmarken Oberschlesien besorgte sich Prof. Urban geprüfte Vergleichsexemplare der betroffenen Urmarken Nr. 33. Die Zuordnung des Autors der vorliegenden Exemplare der Oberschlesien Dienst Nr. 20 zu den Urmarkenfarbe b der Nr. 33 wurde laut dem Artikel durch den BPP-Prüfer Herrn Dr. Oechsner überprüft und bestätigt.

    Die Urmarkenfarben der Deutsches Reich Dienst Nr. 33 werden vermutlich seither auch bei der Dienstmarke Oberschlesien Nr. 20 im Michel-Spezial-Katalog gelistet.

    Herr Professor Urban war einer der aktiven Mitglieder der Arge Oberschlesien und veröffentlichte etliche Artikel für die vier Mal im Jahr erscheinenden Rundbriefe bzw. Beiträge für das zwei Bände umfassende Handbuch von Oberschlesien.

    Gruß
    Pete

  10. #10
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    09.2014
    Beiträge
    4
    hallo, vielen dank für die mühe.
    jetzt habe ich das bild als anhang in meinem e-mail-postfach.ich weiß leider nicht,wie ich es hier einfügen kann.
    kann ich ihnen die e-mail schicken?ich habe 4 marken gescant(3x deutsches reich dienst nr.19a geprüft und einmal oberschlesien dienst nr.4 in der(wahrscheinlichen) b-farbe.für eine kurze antwort danke,gruß,
    markus

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Farbestimmung, hier Abstgeb. OBERSCHLESIEN
    Von maat im Forum Deutsche Nebengebiete
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 06.07.2013, 03:49
  2. 1.Rundbrief der neuen IG Abst.Oberschlesien
    Von hitzlibutz im Forum Deutsche Nebengebiete
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 01.03.2009, 23:03
  3. 1853 Oberschlesien (damals Österreich)
    Von Juergen Kraft im Forum Postgeschichte
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 27.06.2007, 22:16
  4. Stempel-Notmassnahme Oberschlesien ?
    Von Dieter im Forum Stempelkunde
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 16.11.2004, 17:33
  5. Abstimmungsgebiet Oberschlesien + Marienwerder
    Von Pete im Forum Deutsche Nebengebiete
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 30.06.2003, 13:07

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •