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Thema: USA-Jerusalem, 1 May 1934, weitergeleitet mit Overland Mail nach Baghdad. Portostufenfrage

  1. #1
    Weltenbürger Avatar von Rainer Fuchs
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    USA-Jerusalem, 1 May 1934, weitergeleitet mit Overland Mail nach Baghdad. Portostufenfrage

    In der Diskussion hier habe ich schon einige andere ähnliche Belege gezeigt. Nun sah ich einen Brief auch aus der USA nach Jerusalem und weitergleitet mit der Overland Mail nach Baghdad. Der Brief ist mit insgesamt 33 Cents frankiert, und ging zumindest dem Leitweg nach mit dem Schiff nach London wo er dann in den normalen Postweg Richtung Jerusalem gesandt wurde, dort, da der Empfänger nicht mehr in Jerusalem war, da das vermutliche Luftpostporto dem schnellen Transportweg entsprach der Overland Mail Überwegen und nach Baghdad transportiert wurde.
    33 Cents (surface) Porto würden in etwa der 10 Gebührenstufe (5 Cents für die erste Unze und 3 Cents jede weitere Unze), gesamt 32 Cents entsprechen, aber für 10 Unzen kommt mir der Brief klein vor. Kann es sein dass in den 33 Cents US Porto auch Inner-Amerikanisches und/oder London-Jerusalem Luftpostporto beinhaltet war?
    Wer kann helfen?

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    Geändert von Rainer Fuchs (25.06.2017 um 11:22 Uhr)
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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von saintex
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    Hallo Rainer,

    hier meine Interpretation der 33 Cent-Frankatur auf Deinem Lp.-Brief aus den USA nach Palästina im Mai 1934:

    Es handelt sich um einen Brief mit einem Gewicht zwischen 1,5 und 2 Unzen (= ca. 32 und 56 Gramm). Aufgegeben in East Aurora im Bundesstaat New York am 01.05.1934 wurde der Lp.-Brief auf dem Landweg nach New York befördert und von dort entsprechend dem handschriftlichen Leitvermerk per Schiff nach Großbritannien. Ab London (Croydon) erfolgte die Weiterbeförderung per Luftpost mit der britischen Fluggesellschaft Imperial Airways auf der Indien-Linie nach Palästina mit Zwischenlandung in Gaza[1]. Nach dem Ankunftstempel von Jerusalem vom 16. Mai 1934 auf der Vorderseite des Briefes kann man davon ausgehen, dass der Lp.-Brief mit dem Flug Nr. IE 268, ab London Croydon am 12.05, an Gaza am 15.05. 1934 befördert wurde[2].

    Das Porto auf Deinem Lp.-Brief setzt sich danach aus dem us-amerikanischen Auslandsporto für einen Brief mit einem Gewicht bis 2 Unzen und dem Luftpostzuschlag für die Luftpostbeförderung auf der Strecke London-Gaza zusammen. Das Auslandsporto betrug – wie Du in Deinem Posting vom 25.06. bereits zutreffend ausgeführt hast - 8 Cent ( 5 Cent + 3 Cent). Der Lp.-Zuschlag für die Luftpostbeförderung auf der Strecke London-Gaza betrug im Mai 1934 6 Cent je ½ Oz.[3], mithin bei einem Gewicht zwischen 1,5 und 2 Unzen 24 Cent, so dass sich ein Gesamtporto von 32 Cent ergibt. Der Lp.-Brief ist damit mit 1 Cent überfrankiert.

    Zu überlegen wäre noch, ob der Brief vom Aufgabeort in East Aurora im Westen des Bundesstaates New York nach New York nicht doch ebenfalls per Luftpost befördert wurde und die Portodifferenz von 1 Cent das inneramerikanische Luftpostporto darstellt. Der Aufgabeort East Aurora liegt ca. 30 km südöstlich der am Eriesee gelegenen Stadt Buffalo. Zwischen Buffalo und New York bestand seit 10.09.1933 eine direkte Flugverbindung mit Luftpostbeförderung[4]. Denkbar wäre daher, dass der Brief über Buffalo dem inneramerikanischen Streckennetz zur Luftpostbeförderung nach New York zugeleitet wurde.

    Gegen eine Luftpostbeförderung auf der Strecke Buffalo – New York sprechen jedoch zwei Gründe: Zum einen trägt der Brief auf der Vorderseite keinen Leitvermerk hinsichtlich einer Luftpostbeförderung auf der Strecke Buffalo - New York. Zum anderen fehlt der Luftpostzuschlag für die inneramerikanische Luftpostbeförderung. Dieser betrug Anfang Mai 1934 für die erste Unze 8 Cent und für jede weitere Unze 13 Cent[5], so dass bei einem Gewicht des Briefes zwischen 1,5 und 2 Unzen und einem aufgeklebten Porto von 33 Cent für eine inneramerikanische Luftpostbeförderung weitere 20 Cent Porto notwendig gewesen wären.

    Quellen

    [1] Vgl. den ab 14.04.1934 geltenden Flugplan der Imperial Airways auf der Indien-Linie , abgedruckt bei Peter Wingent, Aircraft Movements on Imperial Airways‘ Eastern Route, Volume 1 1927-1937, Winchester/GB 1999 Seite 117
    [2]Peter Wingent a.a.aO. Seite 118
    [3]Anthony S. Wawrukiewicz/Henry W.Beecher, U.S. International Postal Rates, 1872-1996, Portland/USA 1996 Seite 177
    [4]American Air Mail Catalogue, Volume 2 5. Aufl. Cinnaminson/USA 1977 Seite 755
    [5]James R, Adams, United States Domestic Airmail Rates in: Simine Short/Cheryl Ganz, Via Aimail, An Aerophilatelic Survey of Events, Routes, and Rates, Chicago 1992 Seite 26

    Wolfgang
    Geändert von saintex (16.07.2017 um 01:18 Uhr)

  3. #3
    Weltenbürger Avatar von Rainer Fuchs
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    Wolfgang,

    vielen Dank für die aufschlussreichen, wertvollen und hilfreichen Hinweise.

    Beste Grüße
    Rainer
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