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Thema: Druckarten, Farbe, Papier und sonstige Herstellungseigenschaften

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    Druckarten, Farbe, Papier und sonstige Herstellungseigenschaften

    Ben hat an einer anderen Stelle an Rein geschrieben:
    Du kannst gern eine neue Diskussion hierzu eröffnen - bringt etwas Abwechslung in den Forumsalltag.
    Und bevor auch zu vorgegebenen nur spezialisierten Thematiken die sich nur auf Postkarten oder "Druckbesonderheit bei Markenheft 22II aus der Serie Burgen und Schlösser" beziehen, möchte ich hier ein neues Thema aufmachen, welches sich ALLGEMEIN mit verschiedenen Druckarten, Farbe, Papier und sonstige Eigenschaften in der Herstellung von Drucken, beschäftigt.
    Dieses allgemeine Thema soll ermöglichen verschiedene Bereiche aus dem Drucktechnischen Gebiet zu behandeln. Und jeder ist eingeladen hier quasi "quer durch den Garten" was dazu beizutragen.

    Vorerst soviel dazu, bis ich dann dazu wieder was hier mit-schreiben möchte.
    Geändert von Jurek (10.06.2017 um 06:25 Uhr)

  2. #2
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    Zunächst möchte ich hier kurz das Vielen Bekannte als Grundlage für Farbdrucke erwähnen: den FARBKREIS, aus dem sich auch die Komplementärfarbenlehre ergibt.
    Und zwar nach welchem Prinzip die Farben in einem Farbkreis werden angeordnet.
    Farbkreis kann man sich zunächst als ein Streifen mit dem ganzen sichtbaren Spektrum des Lichts vorstellen, beginnend mit dem langwelligen Bereich.
    Wenn man solchen Streifen zu einem Kreis einrollt, dann ergibt sich so ein Farbkreis, wo oben ist die hellste Farbe (gelb) und unten die dunkelsten (von rot- bis blauviolett).
    Farbkreis ist also keine Erfindung von irgendwem, sondern von Natur aus uns so vorgegeben.
    Und nach diesen Muster wird auch die Farbe von Briefmarken definiert.

    In der Drucktechnik werden heutzutage als Imitation aller Farben (meist aber nicht nur, im Odr.-Verfahren) eine Mischung der 4 grundlegenden Skalenfarben (C,M,Y,B) verwendet. Nicht selten wird aber auch direkt eine schon fertige Sonderfarbe dabei verwendet.
    Ich möchte hier dazu nur zwei Beispiele erwähnen:
    Die Briefmarke aus dem Bund-Block Nr. 40 aus dem Jahr 1997 "Für uns Kinder" wurde in farbigen (Mehrfarben-) RaTdr. gedruckt, wo eben die erwähnten Mischfarben zum Einsatz kamen.
    Für mich das fast sonderbare daran ist, dass dieser Block und die Briefmarke haben viele verschiedene Blautöne, die natürlich in einem Mischverhältnis aus der Grundfarbe "cyan" erzeugt wurde. Aber dennoch wurde dabei auch eine eigene Sonderfarbe in "hellblau" verwendet, ausschließlich NUR auf der Briefmarke für die 4 Kuverts (das eine große und die drei kleinen).
    Nur unter Vergrößerung sieht man, dass die anderen Farben eine Mischung der bis zu 4 grundlegenden Skalenfarben verwenden, aber nur die Umschläge auf der Briefmarke selber sind rein in einer blauen Farbe.
    Im normalen einfachen Druckverfahren würde sich niemand die Mühe machen extra dafür auch noch die Kosten für die fünfte Druckplatte/Farbe zu machen und übernehmen, zumal man den Unterschied nur bei großer Vergrößerung sehen kann und kaum bis gar nicht mit bloßen Augen.

    Und ein anderes Beispiel wäre hier die Bud-Sondermarke MiNr. 2880 in Odr., die ausschließlich in Sonderfarben gedruckt wurde, die man genau auf dieser Briefmarke abzählen kann, wie viele Druckplatten dazu nötig waren um diese Briefmarke zu drucken, nämlich 6 Stück! Und da wurde keine schwarze Farbe verwendet. Bei üblichen Odr. hätte man sich 2 Druckplatten/Kosten erspart und die Briefmarke würde im Grunde genau gleich aussehen. Nur unter Vergrößerung würde sie von der Auflösung her das nicht mitbringen können, was dort gemacht wurde.

    Die Qualität und Aufwand/Kosten aber sinken leider dabei der Druckqualität moderner Briefmarken, und so wie z. B. bei den österreichischen Briefmarken, wird oft vieles nur oft gar in recht groben üblichen Odr.-Verfahren hergestellt, d.h. auch mit miserabler Auflösung (ich denke da an die Ausgabe "500 Jahre Reformation" u. ä.).

    Wie es mir scheint, man versucht scheinbar heute mehr und mehr Zeit- und Materialkosten für aufwendigere Drucke sich einzusparen (besonders bei solchen Sachen, die man oft nur unter genauer Betrachtung (Vergrößerung) sehen kann, und wechselt in sonderbare Erzeugnisse die "Briefmarken" genannt werden, mit denen man die schwindende Anzahl der Sammler ansprechen will und Finanzen aufbessern will…

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von ReintjedeVos
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    Jurek,

    Grrandios!

    Aber warum kein Bilder???

    Gruss, Rein
    "Wenn man sich immer an die vorgegebenen und die unausgesprochenen Forenregeln hält, dann ist ein Verbleib in irgendwelchem Forum auch kein Problem."

  4. #4
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    Hallo Rein,

    Bilder sind m. E. dann notwendig, wenn es um was ganz spezielles (Details) geht, oder etwas unklar sein sollte.
    Auf das was ich mich vorerst bezogen habe, wurde mit Links versehen, bzw. jeder hätte die Bilder entweder in Original bei sich als Briefmarke oder wo leicht zugänglich als Abbildung.
    Es wurde hier noch nichts spezielles angeschnitten, was direkt eigene Bilder bedurfte, wie z. B. das beim "Weißdruck" oder welchen speziellen Strukturen der Fall war.
    Wenn man in eBay-Suche "Bundblock 40" eingibt, findet man verschiedene Bilder dazu, die man auch gar stark vergrößert dort betrachten kann. M.E. nicht notwendig sowas hier zu machen.
    Genauso beim Bund MiNr. 2880.
    Ich möchte nicht mit allzu vielen Bildern die den meisten ohnehin bekannt sind, das Thema hier überfüllen.

    Aber zum Thema "500 Jahre Reformation" möchte ich doch mal zeigen, wie miserabel so ein Odr. bei diesen Briefmarken ausgeführt wurde!

    Name:  Reformationsjubiläum.jpg
Hits: 494
Größe:  62,1 KBName:  Ausschnitt.jpg
Hits: 487
Größe:  70,8 KB

    Das ist das m. E. allerbilligste an Drucktechnik was es so für Briefmarken gibt, auch wenn doch etwas Farbe dabei verwendet wurde (wie beim Zeitungsdruck)!
    In der Zeitschrift "Die Briefmarke" wird so eine Briefmarke als Ankündigung dafür mit kaum schlechterer Qualität abgebildet!

    Da wird bei anderen Briefmarken (meist früherer Jahre) hoher Aufwand betrieben, und bei neuen Briefmarken (so mein persönlicher Eindruck - speziell bei österreichischen Briefmarken) wird kaum groß ein Aufwand für das betrieben, was man ohnehin nicht bei starken Vergrößerung sieht. …

    Beste Philagrüße!

  5. #5
    Gabriele Dickel Avatar von kartendruck
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    Hallo Jurek,

    eine gute Idee, dieses Thema

    ... 500 Jahre Reformation, da wird es sicher "bergeweise" Briefmarken aller möglichen Länder geben.
    Der von Dir gezeigte Offsetdruck ist wirklich nicht schön, aber zumindest das Markenbild ist ganz nett.
    Die Deutschland-Marken dazu sind scheinbar als Buchdruck hergestellt, aber das Bild (?), hmm, naja.

    Name:  _luther_1.jpg
Hits: 492
Größe:  33,5 KB Name:  _luther_2.jpg
Hits: 479
Größe:  9,3 KB Name:  _luther3.jpg
Hits: 484
Größe:  44,6 KB

    Jetzt stellt sich nur die Frage, was wichtiger sein könnte: der Markenentwurf oder die Drucktechnik?

    Als Einleitung hast Du den Farbkreis und CYMK angesprochen. Ok, ich "dödel" z.Zt. mit Lithos herum. Die mischten damals noch mit den Grundfarben blau, rot, gelb und schwarz, vielleicht wegen der "Pigmentfarben"?

    LG, Gabi
    Geändert von kartendruck (10.06.2017 um 13:38 Uhr)
    "bzw. ... oder alles kann von zwei Seiten betrachtet werden ..."

  6. #6
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    Hallo Gabi,

    danke auch für deinen Beitrag zum Thema.

    Über Geschmäcker lässt sich bekanntlich streiten, und auch nach meinem Geschmack ist der Markenentwurf der von dir gezeigten Bund-MiNr. 3300 nicht gerade die Wucht.., aber die Drucktechnik in Bdr. (wenn dem so ist), die heute bei Briefmarkendruck eher selten verwendet wird, wäre hier damit besser als die miserable Odr.-Ausführung, die ich mal zeigte. Dabei kann man in Odr. sooo gute Drucke herstellen! Hr. Zerbel meinte zur "Kriegsgräber" dass das in Ord. hergestellt wurde! Also, da kannst du sehen, was für eine Superqualität damit möglich wäre!

    Übrigens "Kriegsgräber" (Bund MiNr. 1768). Schön wäre es (zumindest ich weiß noch von nix), wenn Herr Hans Zerbel dazu einen öffentlichen ausführlichen Beitrag schreiben würde. Denn ich habe dazu ein Experiment gemacht und bei Großtauschtagen habe mal wirklich gute Berufsphilatelisten gefragt, was sie meinen, in welcher Druckart die gedruckt wurde, und habe die Briefmarke denen gezeigt. Alle greifen dann zu ihrer Lupe, schauen sich dies kurz an und alle sagen: Das ist RaTdr. Also wenn schon an sich erfahrene Philatelisten das nicht erkennen können, dann wäre es m. E. schon wichtig, dass der Herr Zerbel ausführlichen Beitrag in "philatelie"-Zeitschrift dazu mal verfassen könnte oder gar sollte.

    Die 4 Druckgrundfarben (Skalenfarben) sind diese Farben, mit denen man quasi alle mögliche Farbtöne mischen kann. (Mit anderer Grundzusammenfassung ist das kaum möglich so ein Reichtum zu erzielen). Dabei ist nicht wirklich reinstes blau oder rot enthalten, sondern Cyan (eigenes blau) und Magenta (eher so in Richtung rosa).
    Die Summe der Mischung dieser 4 Grundfarben ergibt nahezu alle anderen Farben.
    Farbkreis als solches enthält aber alle reine Farben des Regenbogens.

    Beste Grüße

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