Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: Postsache

  1. #1
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    05.2017
    Beiträge
    51

    Postsache

    Meine Berufserfahrung von 40 Jahren möchte ich weitergeben.
    Dieses Thema kann man sich ansehen unter:
    www.briefmarkenwelt-dortmund.de/tx5.htm

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von bayern klassisch
    Registriert seit
    10.2005
    Ort
    Metropole der Sicherheit
    Beiträge
    1.966
    Hallo Phildor,

    ob der 1. und letzte Brief richtig beschrieben wurde, weiß ich nicht. Die anderen aber sicher nicht.

    P.S. ist regelmäßig die Abkürzung für "Partei-Sache", auch "Parthei- oder Parthey-Sache" geschrieben. Mit der Post hatte diese Abkürzung nie etwas zu tun, denn sie betraf Dienstbriefe, deren Existenz dem Verlangen eines Privaten, einer Partei, entsprach und die von einer Behörde auf den Weg gebracht werden mussten.

    Im Großherzogtum Baden stand P.S. allerdings für Partie-Sache, auch Parthie-Sache geschreiben. Funktional war das zu den anderen süddeutschen P.S. - Briefen gleichwertig.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch
    Beatus ille, qui procul negotiis

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von Juergen
    Registriert seit
    03.2008
    Ort
    An der bayrisch, hessischen Grenze
    Beiträge
    545

    Standardtext die alle mit einen Link enden...

    Wenn jemand ein, oder mehrere Themen vorstellen möchte, dann sollte er dies auch direkt in den entsprechenden Forum tun. Wenigstens keine Kurzvorstellung des Thema sollte dargeboten werden. Dies ist meine Meinung zu Standardtexten die alle mit einen Link enden.

    Viele Grüße

    Juergen

    PS: Selbstverständlich werde ich keinen einzigen dieser Links folgen. Was immer auch dahinter verborgen sein mag...

  4. #4
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    05.2017
    Beiträge
    51
    Hallo bayern klassisch,
    beim ersten Brief steht doch sogar vorgedruckt "Postsache", was sollte da nicht richtig beschrieben sein?
    Die Abkürzung P.S. kann auch weiteres bedeuten wie Prozeßsachen oder Polizeisachen
    (Literatur: Poststempelgilde Band 157 "Postsache-Dienstbriefe deutscher Postverwaltungen"),
    wichtig eben hierbei, daß die absendende Stelle eben die Post war.
    Auf den anderen Belegen steht nichts von P.S. drauf, sind aber portofrei befördert an bzw. von einem Postler. Was ist da nicht richtig beschrieben?
    Es grüßt
    phildor

  5. #5
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    05.2017
    Beiträge
    51
    Antwort an "Juergen":
    Das sind so Kommentare, die ich besonders liebe.
    Nach dem Motto "ich hab mir das nicht angesehen und werde das auch nicht tun, aber mir gefällt das nicht".
    Für mich eine unverständliche Reaktion.
    Es grüßt
    phildor

  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von bayern klassisch
    Registriert seit
    10.2005
    Ort
    Metropole der Sicherheit
    Beiträge
    1.966
    Hallo phildor,

    wie ich bereits schrieb, könnten der 1. und letzte Brief richtig beschrieben worden sein. Wenn du eine gute Beschreibung für die anderen Briefe suchst, stelle sie doch von vorne, hinten und innen hier ein; mal sehen, ob deine Beschreibung meiner dann zu 100% entspricht.
    Beatus ille, qui procul negotiis

  7. #7
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    05.2017
    Beiträge
    51
    Es sind doch 4 Briefe, die ich zeige:
    1)Laut gedrucktem Innentext wurden als Anlage "die wichtigsten Bestimmungen aus dem Postreglement und der Portotaxe" versandt. Portofrei als "Postsache" (im vollen Wortlaut gedruckt) verschickt.
    2)Umschlag ohne Inhalt rückseitig mit Taxis-Siegel (ist doch so beschrieben) und einem Ankunftstempel D7/22 10.
    3)Auch kein Inhalt und schließlich beidseitig voll abgebildet.
    4)Dito, rückseitig Verschluß durch ein Lacksiegel und Ausgabestempel.
    So ... jetzt möchte ich endlich wissen, wie man da zu einer anderen Beschreibung kommen kann.
    Es grüßt
    phildor

  8. #8
    Registrierter Benutzer Avatar von bayern klassisch
    Registriert seit
    10.2005
    Ort
    Metropole der Sicherheit
    Beiträge
    1.966
    Hallo phildor,

    Zitat Zitat von phildor Beitrag anzeigen
    So ... jetzt möchte ich endlich wissen, wie man da zu einer anderen Beschreibung kommen kann.
    Es grüßt
    phildor
    nun, zunächst einmal indem man nett fragt.

    Zitat: Es gibt aber auch Briefe, wo das "Postsache" nicht erscheint,
    die aber dennoch portofrei befördert wurden.
    Bei einem Brief an den General-Post-Direktor sicherlich
    verständlich.

    Ich weiß nicht, ob du den Unterschied zwischen aktiver und passiver Portobefreiung kennst - deinen wenigen Texten nach zu urteilen wohl eher nicht.

    Da du ja über die Klassikzeit schreibst, die dazu gehörigen Briefe präsentierst und weniger auf die eigentlichen Vorschriften der jeweils involvierten Postverwaltungen eingehst, muss ich das dann wohl tun.

    Dein 1. hier zitierter Satz soll sagen, dass wohl alle Briefe portofrei zu befördern waren, die Postsachen waren, auf denen diese Franchise aber nicht ersichtlich war.

    Wenn auf einem Dienstbrief mit aktiver Portobefreiung kein Befreiungstatbestand notiert wurde, war er den div. Poststatuten nach auch nicht portofrei zu befördern, sonst hätten ja Hinz und Kunz ihre Briefe auch einfach so aufgeben können, in froher Erwartung, dass sie die Postverwaltungen Altdeutschlands kostenlos beförderten.

    Zum 2. Brief

    Zitat: 2)Umschlag ohne Inhalt rückseitig mit Taxis-Siegel (ist doch so beschrieben) und einem Ankunftstempel D7/22 10.

    Und als Text in deiner Sammlung: Aufgabestempel Regensburg und rückseitig das Taxis-
    Lacksiegel, dieser Brief gehört auch zum Bereich der
    Fürstenbriefe.

    Wenn du mir erklären kannst, was dieser Brief mit einer Postsache zu tun hat, schenke ich dir meine derzeit 32 Bayernsammlungen. Das Fürstenhaus TT und ihre sämtlichen Verwaltungsorgane (Behörden) genossen in Bayern seit 1808 die aktive Portofreiheit, durften also in ganz Bayern herumschreiben, so viel sie wollten und es kostete sie und die jeweiligen Absender gar nichts.

    Eine Postsache beinhaltet Informationen dienstlichen Charakters aus dem Bereich des Postwesens. Du schreibst selbst, dass es keinen Inhalt gibt - damit ist deine Beweisführung schon einmal dahin. Dass höhere Dienstgrade vom Fürstenhaus oder deren Behörden Post aus Regensburg bekamen, war weiß Gott nichts besonderes.

    Du gibst kein Jahr der Verwendung an, aber auch dank des schlechten Scans sollte es ein Brief aus den 1850er Jahren sein. Hierfür galt: Bei Sendungen in den Postverein (Bayern - Freie Stadt Frankfurt zu Taxis) war allein die Aufgabepost für die Taxierung verantwortlich. Aus den von mir o. g. Gründen beließ diese den Brief portofrei, womit die Abgabepost in Frankfurt am Main ihn nicht nachtaxieren durfte.

    Du schreibst, er gehörte zu den Fürstenbriefen - ich glaube kaum, dass der Fürst die Adresse selbst geschrieben hat und das Siegel ist nicht zu erkennen. Wenn deine dynastisch-heraldischen Kenntnisse nicht phänomenal sind, wird es schwierig werden, eines von zahllosen Siegeln derer zu Taxis einem Individuum zuzuordnen. Den Terminus "Fürstenbrief" würde ich daher erst anwenden, wenn hinreichend geklärt wäre, wie du darauf gekommen bist.

    Zum 3. Brief:

    Das war ein sog. "Postwechselbrief" - wenn die Monatsangabe eine 9 (September 1867) sein sollte, gab es Taxis in Hamburg nicht mehr (1.7.1867 Übernahme der TT - Post durch Preußen), wenn es eine 6 (Juni 1867) sein sollte, wäre deine Beschreibung richtig.

    Auch in diesem Fall war es sicher keine Postsache, sondern eine Sendung eines Portobefreiten - der Empfänger war in diesem Fall egal. Da es unter Postbediensteten häufiger portobefreite Personen gab, ist es verständlich, dass diese auch häufiger mal an Ihresgleichen Briefe verschickten. Mit "kleinen Leuten" hatte es also nichts zu tun, auch wenn es hier als Beispiel taugt.

    Zum 4. Brief:

    Zitat: Auch das war möglich, ein portofreier Brief an einen
    Außenstehenden, einen Gymnasiasten mit dem
    handschriftlichen Vermerk
    "F(ran)co bittet Postsch(affner) Fischer"

    Auch hier lag sicher keine Postsache vor, sondern ein einfacher Brief eines Portobefreiten an einen ebenso einfachen Empfänger. Wichtig war nicht der Stand des Empfängers, sondern die obrigkeitliche Gewährung einer Postportofreiheit durch den Staat bzw. einen Souverän.

    Beste Grüsse von bayern klassisch
    Beatus ille, qui procul negotiis

  9. #9
    Registrierter Benutzer
    Registriert seit
    05.2017
    Beiträge
    51
    Hallo,
    1)"Fürstenbriefe" ist ein von mir benutzter Oberbegriff, auch Michel verwendet ihn so (Deutschland-Spezial, Band1, Auflage 47, Seite 569). Es ist also nicht so, daß die Briefe von fürstlichen Personen selbst geschrieben sein mußten. Nebenbei: Brief ist von 1865.
    2)Zitat: "Es gibt aber auch Briefe, wo das Postsache nicht erscheint,die aber dennoch portofrei befördert wurden", diesen Satz kann man - wenn man unbedingt ein Haar in der Suppe finden will - auch falsch lesen. Ich sehe jedenfalls keinen Anlaß für eine Korrektur.
    3)Zum Hamburg-Brief: Mit Einführung von Briefkästen am 1.1.1865 wurden auch spezielle Briefkastenstempel eingeführt. Dieser Brief stammt also aus einem Briefkasten (rs. blauer Ovalstempel) und ist ohne Absenderangabe. Wie konnte man da wissen, wer der Absender war und ob der zu den "Portobefreiten gehörte? Da ist es doch logischer, daß man den Brief portofrei laufen ließ, weil der Empfänger Postpraktikant war. Nebenbei: Aufgabe 2.6.67, rs. Mehltheuer 4.VI.67.
    Fazit: Ich wollte interessante Briefe zeigen und habe nicht mit derartiger Haarspalterei gerechnet, für mich ist jedenfalls jetzt das Thema beendet.
    Es grüßt
    phildor

Ähnliche Themen

  1. Postsache Oranienburg
    Von klimanja im Forum Bund
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 17.02.2012, 18:25
  2. Ganzsache oder Postsache
    Von Bill im Forum Bund
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 15.10.2005, 12:22
  3. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 06.08.2004, 19:35

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •