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Thema: Ansichtskarten und Edeldruckverfahren in monochrom und mehrfarbig

  1. #21
    Gabriele Dickel Avatar von kartendruck
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    Hallo,

    ich hänge immer noch an den Druckverfahren für schwarzweiße Druckbilder.
    1. Hochdruck aus verschiedenen Materialien (Holz, Ton, Stein, Metall)
    Dabei wurde alles entfernt, was nicht zum Druckbild gehört.

    2. Tiefdruck aus verschiedenen Materialien (Holz, Ton, Stein, Metall)
    Dabei wurde alles vertieft, was zum Druckbild gehört. Die Oberfläche der Druckplatte wurde nach dem Einfärben sauber abgewischt.

    3. Flachdruck
    Alle Partien vom Druckbild mussten Ölfarbe annehmen (oleophil - hydrophob) und Wasser abstossen.
    Der Rest der Druckplatte mußte Öl abstossen (oleophob - hydrophil) und Wasser annehmen.

    Diese drei Druckverfahren konnten zusätzlich verwendet werden, um Farbe ins Bild zu bringen.
    Das wurde anfangs mit Passerkreuzen umgesetzt die außerhalb des Druckbildes lagen und zur Papierbefestigung verwendet wurden, z.B. duch Nadeln.

    Hmm, haben solche Nadeln beim Druck nicht gestört?

    Dazu nochmal mein Avatar als Beispiel, diesmal als dreiplattige "Lithographie", grauer Hintergrund zuzügl. Strichzeichnung + rote Hutschleife.
    Name:  18970729miniSWr.jpg
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    Die erste Karte, die Rein zeigt, sieht aus als wäre es ein SW-Lichtdruck mit Farbzusatz im Hochdruck (Quetschränder)?


    -----------------
    Woher kommt eigentlich der Begriff "handcoloriert" und wie und womit kann der belegt/verifiziert werden?
    -----------------

    Viele Grüße, Gabi (ex "yellowstamp" bei michel und stampsX)

  2. #22
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    Danke Gabi für dein Tipp mit der Internetseite.
    Das ist allgemein informativ, auch wenn nicht ganz das was ich noch suche...

    Beste Grüße!

  3. #23
    Gabriele Dickel Avatar von kartendruck
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    Hallo Jurek ,

    du hattest ja den Namen Ing. Robert Lipp eingeworfen. Von dem Herrn gibt es auch eine Seite zu Druckverfahren

    Alles im Internet zum Thema Drucktechnik (von Ansichtskarten) ist sehr interessant. Aber um das wirklich zu verstehen muß ich einfach auch wissen, wie die Druckplatten erstellt wurden, also mit welchen Techniken und Hilfsmitteln.

    Nur mal als Beispiel die Lithographie:
    --------------------------------------------------------------------------
    Erster Schritt:
    1. Zeichnung:
    Zuerst wurde das Bild seitenrichtig auf ein Pergamentpapier gezeichnet, dann wurde die fertige Zeichnung auf der Rückseite mit Rötel oder Graphit gleichmäßig eingefärbt.
    2. Zeichnung:
    Nun legte der Lithograph das Bild mit der eingefärbten Seite auf den Druckstein und zeichnete das Originalbild nach.
    Durch dieses Verfahren konnte die Zeichnung spiegelverkehrt auf den Stein übertragen werden.
    3. Zeichnung:
    Als Originalstein wurde glattgeschliffener Plattenschiefer verwendet, zum Nachzeichnen des übertragenen Bildes wurden fetthaltige Tusche oder Kreide aus Wachs, Fett, Seife und Ruß eingesetzt.
    Nachdem die Steinzeichnung getrocknet war, wurde die Oberfläche mit Talkum abgerieben und mit Gummi arabicum versiegelt.
    4. Zeichnung:
    Im letzten Schritt wurde die Zeichnung nochmals in den getrockneten Überzug graviert. Abschließend mußte die Steingravur noch mit Öl geltränkt werden, so dass die nun ölgetränkte Zeichnungsgravur die ölhaltige Druckfarbe annehmen konnte. Der Gummi wurde zuletzt in Wasser abgewaschen.

    Das Umdruckpapier erleichterte die Steinerstellung. Schon Senefelder beschäftigte sich damit. Bis 1797 erreichte er das Ziel des Mehrfarbendruckes.

    Zweiter Schritt:
    Zum vereinfachten Umdruck wurde Papier mit einer wasserlöslichen Paste aus Knochenleim, Stärke, Kreide und Gummi arabikum gleichmäßig bestrichen und getrocknet.
    Auf der Beschichtung wurde die Zeichnung mit ölhaltiger Tusche oder Kreide erstellt bzw. mit ölhaltiger Druckfarbe aufgedruckt.
    Dann wurde die Zeichnung mit dem Bild nach unten auf den Stein gelegt, glatt angepreßt und danach mit Wasser abgelöst. Nun konnte das Papier abgezogen werden, die Zeichnung blieb auf dem Stein zurück.
    (Es war ein guter Weg und ein Vorläufer der "Abziehbilder")

    Später wurden die Steine durch Metallplatten ersetzt und die Entwicklung ging in Richtung Offsetdruck.
    --------------------------------------------------------------------------

    Das ist noch nicht optimal, mir hilft es aber beim Verständnis einer Drucktechnik ...

    Viele Grüße, Gabi

  4. #24
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    Hallo Gabi,

    vielen Dank für diesen interessanten Link!

    Also eben so genau wie du das 'definierst' und haben willst, samt genauen Abbildungen dazu von allem was dazu relevant ist, DAS ist es, was wir uns wünschen würden!
    Schade, dass es so einen "Drucklexikon" im Handel (m.W., in deutscher Sprache) nicht gibt.

    Beste Philagrüße!

  5. #25
    Registrierter Benutzer Avatar von ReintjedeVos
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    Gabi,

    interessantes Schreiben!

    dr.Lipp kennt die indrekte Stichtiefdruck nicht! Aber ich habe noch nie indirekte Rakeltiefdruck gesehen

    Gruss, Rein
    "Wenn man sich immer an die vorgegebenen und die unausgesprochenen Forenregeln hält, dann ist ein Verbleib in irgendwelchem Forum auch kein Problem."

  6. #26
    Gabriele Dickel Avatar von kartendruck
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    Hallo Jurek,

    manchmal ist es vielleicht sogar besser, wenn NichtSpezialisten versuchen, ein Thema mit einfachen Worten zu beschreiben ...
    Aber da können dann unbewußte Fehler auftreten, vielleicht weil komplexe Zusammenhänge nicht durchschaut werden oder dem Verfasser (noch) unbekannt sind ...
    Deshalb sollten solche Laienaufsätze immer von Spezialisten und Fachleuten gegengelesen werden.

    Stell Dir mal vor, ich würde ein Internet-Homepage-Exponat zur (Edel-)Druckgeschichte aufbauen, wo sollte ich das zur Diskussion stellen?
    Hier geht das wohl nicht, also müßte ich zusätzlich neue Wordseiten entwerfen, die als pdf gespeichert sind. Diese könnte ich dann als Online-Exponat anmelden/vorstellen.
    Das wäre mir entschieden zuviel Aufwand, außerdem hätte ich keine internen Links zur Verfügung .

    Viele Grüße, Gabi

  7. #27
    Gabriele Dickel Avatar von kartendruck
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    Hallo Rein,

    meinst du damit das Schaubild auf Seite 5 der Abhandlung von Ing. R.Lipp?

    Dort steht auch eine Dilitho-Offset-Druckform als direktes Druckverfahren?
    Ich glaube damit ist eine direkt gedruckte Lithografie von einer Aluplatte anstelle von einer Steinplatte gemeint?
    Aber was soll dann das Wort "Offset" in der Bezeichnung?

    Kann natürlich sein, dass ich das falsch interpetiere. Bisher dachte ich, offset wäre immer indirekt: Druckplatte->Gummituchzylinder->Bedruckstoff

    Die einzige Druckart die ich mir indirekt wirklich nicht vorstellen kann ist der Prägedruck

    Viele Grüße, Gabi

  8. #28
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    Hallo Gabi,

    … Deshalb sollten solche Laienaufsätze immer von Spezialisten und Fachleuten gegengelesen werden.
    Nun ja, Theorie und Praxis! ……
    Welche Spezialisten und Fachleute die dazu bereit wären, wären das?
    Wenn du in Foren nach solchen suchst und wohl diese nicht findest? …
    Theorie ist meist super, aber das dann in die Praxis umzusetzen, da schaut damit schon oft auch anders aus.
    Ich hatte mal in Druckerei gearbeitet und sich dafür interessiert, aber kein Drucker kennt sich damit aus!

    Stell Dir mal vor, ich würde ein Internet-Homepage-Exponat zur (Edel-)Druckgeschichte aufbauen, wo sollte ich das zur Diskussion stellen?
    Man kann selber mal (vorerst) ein kostenloses Forum aufmachen und dort entsprechende Beiträge platzieren und sie an freigeschalteten Stellen zur Diskussion freigeben.

    Da gebe es sicher einige Möglichkeiten!
    Manche machen das doch so. Mit Stempeln, oder R-Zetteln, oder eben Postkarten etc.
    Frag vielleicht per PN den Rein oder wem, der sich damit besser auskennt als ich und wo das, was du vorhast, besser umsetzbar wäre.
    Aber ich könnte mir vorstellen, dass einiges könnte man dahingehend durchaus realisieren.

    Viele Grüße, Jurek

  9. #29
    Gabriele Dickel Avatar von kartendruck
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    Zitat Zitat von Jurek Beitrag anzeigen

    Man kann selber mal (vorerst) ein kostenloses Forum aufmachen und dort entsprechende Beiträge platzieren und sie an freigeschalteten Stellen zur Diskussion freigeben.

    Da gebe es sicher einige Möglichkeiten!
    Manche machen das doch so. Mit Stempeln, oder R-Zetteln, oder eben Postkarten etc.
    Frag vielleicht per PN den Rein oder wem, der sich damit besser auskennt als ich und wo das, was du vorhast, besser umsetzbar wäre.
    Aber ich könnte mir vorstellen, dass einiges könnte man dahingehend durchaus realisieren.

    Viele Grüße, Jurek
    Hallo Jurek,

    du hast Recht, es gibt hier viel mehr Möglichkeiten als ich erwartet habe )

    Rein wird mir bestimmt helfen, er hat mir schon soviel zum Druck erklärt. Auch wenn ich manches zuerst falsch verstanden habe ...

    LG, Gabi
    Geändert von kartendruck (03.03.2017 um 13:54 Uhr) Grund: Zusatz Reins Hilfe

  10. #30
    Registrierter Benutzer Avatar von Ben 11
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    Guten Abend Gabi,
    ... eine Dilitho-Offset-Druckform als direktes Druckverfahren?
    Ich glaube damit ist eine direkt gedruckte Lithografie von einer Aluplatte anstelle von einer Steinplatte gemeint?
    Aber was soll dann das Wort "Offset" in der Bezeichnung? Kann natürlich sein, dass ich das falsch interpetiere. Bisher dachte ich, offset wäre immer indirekt: Druckplatte->Gummituchzylinder->Bedruckstoff
    Es stimmt schon, Offsetdruck ist indirekt: Druckplatte- Gummituch- Bedruckstoff.
    Bei Di-Litho (Offset) werden i.A. ältere Hochdruck-Rollendruckmaschinen (Zeitungsdruck) auf Offsetdruck umgerüstet. Hierzu werden ein Plattenzylinder für Offsetdruckplatten und auch ein Feuchtwerk eingebaut. Es wird dann direkt von der Offsetdruckplatte auf die Papierbahn gedruckt. Die Bezeichnung "direkter Offsetdruck" ist also etwas irreführend.

    Willkommen in dem spannenden Thema der Drucktechnologien. Wenn Du Dich mehr damit beschäftigen möchtest, kann ich Dir das "Handbuch der Printmedien" von H. Kipphahn empfehlen. Es behandelt so ziemlich alles zu diesem Thema.

    Viele Grüße
    Ben.
    stay curious.

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