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Thema: Die Fiskalmarken Madagaskars

  1. #21
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    Serie 12

    Bei der letzten Serie wurde 1998 der Landesname erneut geändert und lautet jetzt Repoblikan’i Madagasikara. Format und Zähnung bleiben unverändert. Ein Wasserzeichen aus Buchstaben wurde verwendet, ich habe allerdings zu wenige ungebrauchte Werte, um es rekonstruieren zu können. Die Werte reichen jetzt von 5F bis 100 000F, die hohen Werte waren aufgrund der starken Inflation 2000-2002 notwendig geworden.
    2004 erfolgte die Umstellung auf doppelte Währungsangabe in Franc Malagasy (FMG) und Ariary.

    Die Beispiele kleben auf Quittungen für Uebersetzungen. Oben zwei 400 F, unten eine 200 F und eine Marke mit doppelter Währungsangabe 500 F / 100 Ariary.Name:  Mada Fiscal_0009.jpg
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    So, das war's erstmal. Weitere Neuentdeckungen und weitere Ergebnisse werde ich ggf. hier posten. Allen, die bis hier durchgehalten haben, vielen Dank fürs Interesse.

  2. #22
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Hallo olenus,

    eine interessante Reihe über ein Thema, von dem man sonst nichts liest.

    Ich finde diese Sammelgebiete, bei denen man noch vieles neu entdecken kann sehr spannend!

    Grüße
    Harald

  3. #23
    Registrierter Benutzer Avatar von Bayern Fiskal
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    Hallo Olenus,

    erst heute hatte ich Zeit im Forum zu stöbern und habe die Vorstellung deines Sammelgebietes mit Interesse gelesen. Ein Sammelgebiet in dem vieles noch unbekannt ist – und wo man mit Geduld und Ausdauer Marken und Dokumente suchen muss. Das ist das was mir persönlich an der Fiskalphilatelie Spaß macht. Weiter dran bleiben und ich freue mich auf weitere neue Funde, die du hier vorstellen kannst.
    Den A. Forbin Fiskalmarken Katalog – alle Welt bis 1915 – (catalogue de timbres-fiscaux ) findet man im Netz in Papierform und auch als elektronische Ausgabe. Er ist für mich eine erste Orientierunghilfe (über den Ländernamen) wenn ich Fiskal-Marken in Steckbüchern finde.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bayern Fiskal
    Geändert von Bayern Fiskal (03.07.2016 um 13:08 Uhr)

  4. #24
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    Neufunde

    Bei meinem letzten Besuch in der Innenstadt von Tana, hatte einer der Händler ein kleines Schmakerl für mich: einen kompletten Seemannspass, gebraucht von 1996 bis 2005 mit Fiskalmarken. Darunter gleich zwei Neuentdeckungen: Einen bisher nicht bekannten Höchstwert zu 10.000 F aus der Serie 11 und einen Aufdruck 10.000 FMG auf 10F der Serie 11.
    Name:  Seefahrtsbuch.jpg
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  5. #25
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    Colis Postaux

    Blättert man in einem französischen Briefmarkenkatalog, findet man im Anhang zu etlichen Kolonien einen Abschnitt mit Postpaketmarken (Colis Postaux), die man in deutschen Katalogen vergeblich sucht. Dabei fallen einem rasch zwei unterschiedliche Gruppen auf: die erste Gruppe enthält Marken verschiedener, oft hoher Wertstufen (Algerien, Elfenbeinküste, Marokko, Neukaledonien, Tunesien) in der zweiten Gruppe hat man sich mit nur einer niedrigen Wertstufe begnügt (Franz. Kongo, Franz. Indochina, Madagaskar, Reunion, Saint-Pierre & Miquelon). Der Betrag, den die Marken der zweiten Gruppe aufweisen liegt bei 10 Centimes (nur in Saint-Pierre & Miquelon wurden ab 1917 auch Marken zu 20 Centimes verausgabt), dieser Betrag entsprach dem Porto einer Postkarte oder einer Drucksache der 2. Gewichtsstufe im französischen Postgebiet, konnte man damals so billig Pakete versenden? Sicher nicht, denn der scheinbar günstige Tarif war nicht die Versandgebühr eines Paketes, sondern eine Paketsteuer, die im Falle Madagaskars am 1. Mai 1919 eingeführt wurde. Für jedes in der Kolonie aufgegebene Paket sowie für aus dem Ausland eingehende Pakete war diese Steuer zu entrichten. Diese Steuer existiert übrigens noch heute, sie ist bar zu entrichten und wird auf dem Auflieferungs- oder dem Empfangsbeleg quittiert; im Jahr 2015 betrug die Steuer 3600 Ariary.
    Die erste, provisorische Marke war eine alte Fiskalmarke der Serie 1 von 1898, die durch einen ersten Aufdruck bereits in eine Frachtsteuermarke umgewandelt worden war und nun einen zweiten Aufdruck erhielt. Sie wird allerding im Y&T Katalog als #2 aufgeführt, obwohl sie schon im Mai 1919 an die Schalter kam. Mit einer Auflage von nur 8000 Exemplaren ist sie gleichzeitig die wertvollste Poststeuermarke Madagaskars.
    Name:  Y&T2.jpg
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    Die als #1 katalogisierte Marke war ebenfalls ein Provisorium, eine alte, graue Quittance-Marke aus dem Jahr 1892 mit Aufdruck, die allerdings erst im August 1919 erschien.
    Name:  Y&T1.jpg
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    Bei den drei folgenden Marken handelt es sich um die Steindruck-Marken der zeitgenössischen Fiskalmarken im Ceresmuster in Rosa und Grün, bei denen der Aufdruck des Kolonialnamens MADAGASCAR ET DEPENDANCES / COLIS POSTAUX und der Wert 0f 10 aufgedruckt wurden. Die grüne Marke trägt diesen Aufdruck sowohl in Schwarz, als auch in Weinrot.
    Name:  Y&T3.jpg
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Größe:  46,5 KBName:  Y&T 4,5.jpg
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    Im Laufe des Jahres 1923 wurden spezielle die speziellen Colis-Postaux-Marken durch reguläre Fiskalmarken ersetzt, deren Verwendung im Paketdienst an den Poststempeln erkennbar ist. Ein Wort zu den Stempeln: Pakete wurden nur von Postämtern der 1. Kategorie, d.h. den Postämtern der Städte angenommen, nicht von kleinen Postagenturen auf dem Lande. Einer der häufigsten Stempel ist der Nummernstempel -23-, der seinerzeit vom Paketpostamt Tsaralalana am Hauptbahnhof von Antananarivo verwendet wurde.

  6. #26
    Weltenbürger Avatar von Rainer Fuchs
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    Von einem Sammler der nicht genannt werden möchte habe ich einen Scan mit einem detaillierten Artikel zu diesen Fiskalmarken bekommen welchen ich an Dich gerne weiterleite.
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  7. #27
    Extra Bavariam nulla vita Avatar von abrixas
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    Daumen hoch Einfach Super!

    Hallo @olenus,
    finde ich beeindruckend! Und noch besser finde ich, dass ich im Rundbrief Nr. 63 der ArGe Fiskalphilatelie diesen Beitrag jetzt in meiner Rundbriefsammlung griffbereit habe. Wie hast Du es geschafft diese Exemplare zusammenzustellen. Was war der (ansteckende?) Auslöser??.
    Mein Facit: Beispielhaft und (hoffentlich) ansteckend.

  8. #28
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    @abrixas: der Ausloeser waren einige Dokumente, darunter die beiden gezeigten Quittungen im Beitrag #21. Es war das erste Mal, dass ich Fiskalmarken im "Einsatz" zu sehen bekam, in Deutschland gibt es sie ja nicht mehr, in Madagaskar waren sie damals noch alltaeglich. Als sie dann im Jahr 2008 schlagartig verschwanden, dachte ich mir, dass es Zeit waere, Dokumente und Belege zusammenzutragen, solange sie noch zu bekommen sind.

  9. #29
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    Neuentdeckungen

    Es ist oft so, dass etwas schon veraltet ist, sobald die Drucktinte trocken ist, so auch bei meinem Beitrag zu den Fiskalmarken Madagaskars. Bei meinem letzten Streifzug in Antananarivo fand ich diese beiden bisher unbekannten Fiskalmarken. Erstaunlich ist, dass sie zu der ersten Ueberdruckserie von 1961/62 nach der Unabhaengigkeit Madagaskars gehoeren und trotzdem noch nirgendwo dokumentiert waren (jetzt sind sie auch bei J.Barefoot im online Katalog gelistet).
    Name:  new fiscals Dec16.jpg
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    Das rechte Exemplar ist eine normale Fiskalmarke mit Aufdruck "Repoblika Malagasy" und neuem Wert aber ohne Durchbalkung des alten "Madagascar et Dependances" aus der Kolonialzeit, das linke Exemplar eine Kontrollmarke fuer eine Bill of Lading mit 5 F Aufdruck. Ich bin mir sicher, dass es auch noch eine 10 F Aufdruckmarke gibt, nach der ich derzeit forsche.

  10. #30
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    1923 Provisorium

    Wie sparsam man im franz. Kolonialreich mit Marken aller Art umging, kann dieses Beispiel zeigen: Es handelt sich um eine provisorische Fiskalmarke von 1923.

    Die Ursprungsmarke war eine franz. Seefrachtmarke von 1892 zu 2,20 Fr (man beachte die Bruchschreibweise der Centimes, auch nicht gerade alltaeglich).
    Diese Marke wurde 1919 in Madagaskar verwendet, dazu erfolgte ein rotvioletter Aufdruck des neuen Wertes, die Angabe des neuen Verwendungsbereiches und der sonderbare, tannenbaumartige Ueberdruck auf der alten Wertangabe. Das rotviolett passt weder zum rosa Untergrund, noch deckt es die schwarzen Ziffern des urspruenglichen Wertes ab.
    Dann wurde diese Marke 1923 zu einer normalen Fiskalmarke, indem der Begriff Connaissements mit einer schwarzen Wellenlinie ueberdruckt und ein gleichzeitig neuer Werteindruck zu 0,25 Fr, diesmal in Serifenschrift erfolgte.
    Name:  Fiscal1923.jpg
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    Sicher eine der ungewoehnlichsten Fiskalmarken des ganzen Sammlegebietes und der Beweis, dass Funktionalitaet Vorrang vor aesthaetischen Kriterien hatte.

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