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Thema: Die Internationalen Antwortscheine von Polen

  1. #1
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Die Internationalen Antwortscheine von Polen

    Internationale Antwortscheine aus dem Gebiet Polen tauchen erstmalig während des I. Weltkriegs als Vorläufer von den Besatzungsmächten auf. Es gibt Vorläufer von Österreich und von Deutschland, die im Gebiet Polens benutzt wurden. Solche IAS werden von IAS-Sammlern teilweise als polnische Vorläufer betrachtet, es ist allerdings keine korrekte Zuordnung in historischer Sicht. Erst mit der Übernahme der Gebiete durch Polen kann man von polnischen Vorläufern sprechen.

    Der Umtausch von IAS aus anderen Ländern in Polen war nach dem Verordnungsblatt des Ministeriums f. Post und Telegraphie Nr. 24/1922, erst ab dem 10.6.1922 erlaubt:
    Ab dem 10.06.1922 werden ausländische IAS in polnische Marken umgetauscht. Für 1 Coupon 50 Centimes - Marken für einen Auslandsbrief bis 20 Gr, (oder für 2 "alte" Coupons je 25 Cent). Dies gilt auch auf dem Gebiet des polnischen Teils von Oberschlesien (Währung in Mk)

    Es ist nicht nachvollziehbar, ob vorher ausländische IAS getauscht wurden oder nicht.

    Hier ein IAS Rom IV Ausgabe Österreich als polnischer Vorläufer vom 3.1.1919. Es ist ein äußerst seltener wirklicher Vorläufer polnischer IAS. Ein österreichischer IAS vom Typ Rom IV mit Wertangabe 33 Heller mit einem Stempel auf 38 Heller aufgewertet. Der IAS wurde am 3.1.1919 von der polnischen Post in Kraków abgegeben und mit dem weiterverwendeten österreichischen Stempel versehen, aus dem das deutsche KRAKAU entfernt worden war. Es handelt sich vermutlich ein Unikat.

    Name:  ias1919.jpg
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    ml
    Geändert von Michael Lenke (03.06.2016 um 11:02 Uhr)
    Wehr fähler findet, daf si behaltn.
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  2. #2
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    Zitat Zitat von Michael Lenke Beitrag anzeigen
    Es ist nicht nachvollziehbar, ob vorher ausländische IAS getauscht wurden oder nicht.
    Nach meinen Informationen war Polen UPU-Mitglied seit 01.05.1919
    Alle UPU-Mitgliedsländer MÜSSEN fremde Antwortscheine einlösen, auch wenn sie selbst (noch) keine eigenen ausgeben.

    Russland und die Sowjetunion z.B. haben niemals eigene Antwortscheine ausgegeben, aber immer fremde Scheine eingelöst,
    das war ja auch devisentechnisch gesehen ein Geschäft. Man gibt dem Postkunden Briefmarken in Rubel und bekommt dafür von der UPU
    bzw. dem Ausgabeland des eingelösten Scheines Devisen.

    Was die Polen-Vorläufer betrifft, sind Michael und ich etwas anderer Meinung, daher auch wenn ganz orthodox vielleicht kein Vorläufer
    doch zumindest ein attraktiver Beleg aus der Spätphase der Österreichischen Herrschaft.

    IAS Österreich type IV mit mehrfacher Preisänderung handschriftlich oder mittels Handstempel und zweisprachigem Stempel
    LEMBERG - LWOW 07.03.18 ( heute übrigens LVIV, Ukraine )

    Name:  Oesterreich-04-Lemberg01.jpg
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    LG Antwortscheinsammler
    Geändert von antwortscheinsammler (03.06.2016 um 16:08 Uhr)

  3. #3
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    die ersten eigenen Antwortscheine in Polen

    Bis 1920 war der Verkaufspreis eines IAS 25 Centimes. Auf dem Weltpostvereinskongress 1920 in Madrid wurde die Anhebung des Verkaufspreises eines IAS auf 50 Centimes beschlossen. Antwortscheine der Typen Ro V-VII, die nach den Beschlüssen von Madrid in geänderter, teilweise provisorischer – überdruckter – Form, herauskamen, sind für Polen nicht bekannt.

    Aus dem Verordnungsblatt des Ministeriums f. Post und Telegraphie Nr. 46/1924 ergibt sich, dass ab dem 1.12.1924 in Polen "alte" Coupons (Typ Ro IV) verkauft wurden (je 30 groszy). 2 Coupons waren für 1 Brief notwendig.

    Die ersten polnischen IAS vom Typ Ro IV waren ohne Angabe des Verkaufspreises. Der Verkaufspreis sollte von Hand in der Form "30 groszy" eingetragen werden. Aus Nachlässigkeit ist dies nicht immer erfolgt.

    Name:  grudziadz1925.jpg
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    Unter Antwortscheinsammlern sind folgende Exemplare bekannt:


    • Ro IV, ohne Werteindruck, handschriftlich 30 gr., o KATTOWICE 05.03.25
    • Ro IV, ohne Werteindruck, o KRAKÓW 12.03.25
    • Ro IV, ohne Werteindruck, o WARSZAWA 24.03.25
    • Ro IV, ohne Werteindruck, handschriftlich 30 gr., o MYŚLENICE 24.04.25
    • Ro IV, ohne Werteindruck, o WARSZAWA 13.05.25
    • Ro IV, ohne Werteindruck, o GRUDZIĄDZ 25.05.25


    ml
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  4. #4
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    Alle UPU-Mitgliedsländer MÜSSEN fremde Antwortscheine einlösen, auch wenn sie selbst (noch) keine eigenen ausgeben.
    Die Frage wäre dann allerdings, wie sich die Postler verhalten haben, wenn es keine Vorschrift für eine Einlösung gab. Das lässt sich wohl nur nachweisen, wenn jemals ein in Polen eingelöster, entwerteter IAS aus dieser Zeit auftauchen sollte.

    Es war eine wilde Zeit in Polen. Polen war zwar ab 01.05.1919 UPU-Mitglied, aber eigentlich war Polen noch nicht "fertig". Nach dem Versailler Vertrag vom 28.Juni 1919 wurde der größte Teil Pommerellens an Polen angegliedert. Im deutsch-polnischen Abkommen vom 25.November 1919 war der Ablauf der Übernahme der Landesverwaltung durch die polnischen Behörden geregelt worden. Am 18.Januar 1920 marschierten z.B. polnische Truppen unter General Haller in Thorn ein und übernahmen die Verwaltung. Es könnte also in den bis dahin noch deutschen Gebieten korrekt benutzte deutsche IAS geben. Deutsche Marken konnten sogar bis zum 14.April 1920 verbraucht werden - sogar in Mischfrankaturen mit polnischen Marken.

    ml
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  5. #5
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    sehr spannend !
    Allerdings dürfte es schwer sein, deutsche IAS aus der Zeit um 1919 aus den polnischen Gebieten zu finden,
    selbst in der Zeit von 1907 - 1918 findet man ausser gelegentlichen Scheinen aus Breslau nur wenig.

    Antwortscheinsammler

  6. #6
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    Polen IAS Typ Ro VIII

    Auf dem Weltpostvereinskongress in Stockholm 1924 wurde ein Änderung des Grundmusters Rom – ohne Weltkugel in den Kreisen – und eine erneute Änderung des Verkaufspreises – (40 c / UNION POSTALE / UNIVERSELLE / 40 c im Wasserzeichen) – beschlossen (Typ Ro VIII, Auslieferung ab 1.10.1925). Sie werden mit dem Verordnungsblatt der Oberdirektion für Post und Telegraphie, Nr. 39/1925 ab dem 1.10.1925 auch in Polen eingeführt. 1 Coupon galt für einen 1 Brief.

    Im Verordnungsblatt 39/1925 wird auch geregelt, dass die „alten“ IAS - Ausgabe Madrid von 1920 von anderen Ländern - bis Ende „der Vorräte“ umgetauscht werden. Die ganz "alten" - Muster von 1906 werden nur bis Ende September 1925 in Marken umgetauscht. Die Coupons der Ausgabe MADRID mit rotem Aufdruck werden als "neu und vorläufig" bezeichnet. Man konnte 1 Coupon für 1 Briefporto tauschen.

    Folgende IAS Ro VIII wurden in Polen benutzt:

    Typ
    eingeführt
    Verkaufspreis/Text Verkaufspreis
    korrigiert
    Ro VIII 1926 groszy ohne
    Ro VIII 1926 50 groszy ohne
    Ro VIII 1927 50 groszy 80 handschriftlich
    Ro VIII 1927 80 groszy ohne


    Name:  RoVIII-0.jpg
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    Ro (Stockholm) VIII – nur „groszy” – ohne Wertangabe

    Name:  RoVIII-1.jpg
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    Ro (Stockholm) VIII – 80 groszy. – Dąbrowa Górnicza 10.7.31
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  7. #7
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    Hallo Michael,

    ich hoffe es ist ok, wenn ich die type VIII zu 50 groszy mit einem Stück von mir ergänze.

    LG Antwortscheinsammler

    P.S. Die Weltkugeln sind bei type VIII noch da, nur die Meridiane fehlen.

    Polen type VIII 50 groszy. Ausgabestempel DUBNO 18.05.26 ( heute Ukraine )

    Name:  Polen-08-50-01pdv.jpg
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  8. #8
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    Du weißt ja wo so etwas auch gut hin passt.

    ml
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  9. #9
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    den nächsten bekommst du, versprochen !
    LG Antwortscheinsammler
    Ich sammle Internationale und Nationale Antwortscheine der Ganzen Welt von 1907 - heute
    Umfangreiches Tauschmaterial Antwortscheine ist vorhanden, freue mich also über jedes Angebot.

  10. #10
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    1930 wird auch in Polen der neue IAS vom Typ London (Lo) eingeführt. Es gibt 4 Varianten des Grundtyps.

    Typ eingeführt Verkaufspreis
    Lo IX 1930 80 GROSZY
    Lo X 1935 70 GROSZY
    Lo XI 1937 70 GROSZY
    Lo XII 1938 70 GROSZY

    Name:  loix.jpg
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    London IX – 80 GROSZY – Zawiercie 13.7.31

    Name:  lox.jpg
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Größe:  84,4 KB
    London X – 70 GROSZY – Wilno 29.5.1936

    Die IAS Lo IX – Lo XII unterscheiden sich durch den Text auf der Rückseite des Scheins.
    Name:  lo_rs.jpg
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