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Thema: Wirtschaftliche Probleme im Briefmarkenhandel ?

  1. #11
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    Bei mir ist es eigentlich so :mir ist es egal was ein Auktionator verdient,er verdient immer nur soviel wie seine Arbeit wert war und ist!Hat er gute Ware,vor allem "Echte" im Hochpreissegment z.B.,dann geht das voll in Ordnung solange ER mit seinem Namen (und Geld) dafür bürgt!Kümmert er sich um gute,frische und "klangvolle" Ware,dann wird er wohl kaum zuhause sitzen und Däumchen drehen,nein er ist rührig bei großen Sammlern und wird die Geschäfte einfädeln.Von nichts kommt nichts,zumindest meißtens!
    Ich hätte beispielweise vor 20 Jahren nie gedacht das es im deutschsprachigen Raum jemand schaffen könnte die "ungeschriebene" Nummer 1 aus Wiesbaden im Auktionsgeschäft zu verdrängen-bzw. zu gefährden.Dies ist aber eine Fehleinschätzung gewesen.
    Ich selbst sammle im Prinzip ja (leider) gar keine Briefmarken mehr,bin umgesattelt auf ein Gebiet in dem es eigentlich nur eine Richtung gibt und die zeigt nach oben,leider natürlich auch das eigene Budget dafür!

  2. #12
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Zitat Zitat von Michael Lenke Beitrag anzeigen
    Nachdem ich vor einiger Zeit mal einige Informationen über die Kosten und Aufwände eines Auktionshauses von einem Auktionator bekommen konnte, muss ich leider feststellen, dass ich das Gefühl habe, dass hier Biertisch- (Tauschtisch-) parolen gepflegt werden. Ich vermute, dass Fricke nicht ansatzweise Wissen darüber hat, über welche Zahlen er schreibt.

    ml
    Das scheint der Unterschied zwischen uns zu sein Herr Lenke. Sie vermuten und ich weiß.
    Ich hatte schon genauen Einblick in Auktionsabrechnungen und wäre mit dem Ergebnis außerordentlich zufrieden gewesen.
    Es mag auch Auktionshäuser geben, denen es schlecht geht. Aber manchen geht es außerordentlich gut.
    Setzen Sie sich wieder an Ihren Biertisch, aber ohne mich.

  3. #13
    Registrierter Benutzer Avatar von Cantus
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    Mir ist gerade wieder einmal Werbung ins Haus geflattert; nachdem die Post letzte Woche aus Hamburg kam, ist diesmal der Absender ein bekanntes Auktionshaus aus Mülheim an der Ruhr. In beiden Fällen werden Einlieferungen gesucht und es wird damit geworben, dass die Einlieferung bei Bedarf beim Einlieferer abgeholt werden kann. Wenn man dann aber ins Kleingedruckte schaut, dann findet man da z.B. bei der letzten Post eine wesentliche Einschränkung, nämlich die, dass die potentielle Einlieferung einen Mindestnettowert von 3.000 Euro haben soll, damit auch tatsächlich ein Hausbesuch stattfindet.

    Solch eine Werbung finde ich reißerisch und unpassend, richtet sie sich doch wohl vorrangig an gutsituierte Sammler mit Sammlungen oder Sammelstücken, die beim Verkauf eine hohe Rendite erhoffen lassen. Ich kann ja verstehen, dass Auktionatoren hochwertige Sammlerstücke bevorzugen, weil damit am ehesten auch hohe Gewinne zu erzielen sind, vor allem bei internationaler Kundschaft, aber leider wird dabei meist der nicht so sehr begüterte Sammler übersehen, der trotz niedrigem Arbeits- oder überschaubarem Renteneinkommen durchaus bereit wäre, auch über Auktionskäufe seine Sammlungen zu vergrößern, wenn es denn in diesem Segment genügend akzeptable Angebote gäbe. Aber leider ist das häufig nicht der Fall.

    Da werden niedrigpreisige Belege einzeln zum drei- bis fünffachen Wert hochstilisiert oder es werden völlig unterschiedliche Dinge zu Lots oder Posten zusammengemixt, nur um dem Auktionator die Arbeit bei der Beschreibung zu erleichtern bzw. im Auktionsangebot nur Lose ab z.B. 60 Euro ausweisen zu können. Vieles davon wird dann nicht beboten und durch die - in meinen Augen - unangemessene Behandlung der Lose im Vorfeld entgeht dann dem Auktionator der entsprechende Anteil am Zuschlagspreis. Wenn ein Auktionshaus groß genug ist, um solche Verluste problemlos verschmerzen zu können, finde ich das Ganze nur schade, wenn es sich aber um ein kleineres Auktionshaus handelt, dann kann das Ganze durchaus existenzbedrohend sein.

    Viele Grüße
    Ingo

  4. #14
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    Zitat Zitat von Cantus Beitrag anzeigen
    Mir ist gerade wieder einmal Werbung ins Haus geflattert; nachdem die Post letzte Woche aus Hamburg kam, ist diesmal der Absender ein bekanntes Auktionshaus aus Mülheim an der Ruhr. In beiden Fällen werden Einlieferungen gesucht und es wird damit geworben, dass die Einlieferung bei Bedarf beim Einlieferer abgeholt werden kann. Wenn man dann aber ins Kleingedruckte schaut, dann findet man da z.B. bei der letzten Post eine wesentliche Einschränkung, nämlich die, dass die potentielle Einlieferung einen Mindestnettowert von 3.000 Euro haben soll, damit auch tatsächlich ein Hausbesuch stattfindet.

    Solch eine Werbung finde ich reißerisch und unpassend, richtet sie sich doch wohl vorrangig an gutsituierte Sammler mit Sammlungen oder Sammelstücken, die beim Verkauf eine hohe Rendite erhoffen lassen. Ich kann ja verstehen, dass Auktionatoren hochwertige Sammlerstücke bevorzugen, weil damit am ehesten auch hohe Gewinne zu erzielen sind, vor allem bei internationaler Kundschaft, aber leider wird dabei meist der nicht so sehr begüterte Sammler übersehen, der trotz niedrigem Arbeits- oder überschaubarem Renteneinkommen durchaus bereit wäre, auch über Auktionskäufe seine Sammlungen zu vergrößern, wenn es denn in diesem Segment genügend akzeptable Angebote gäbe. Aber leider ist das häufig nicht der Fall.

    Da werden niedrigpreisige Belege einzeln zum drei- bis fünffachen Wert hochstilisiert oder es werden völlig unterschiedliche Dinge zu Lots oder Posten zusammengemixt, nur um dem Auktionator die Arbeit bei der Beschreibung zu erleichtern bzw. im Auktionsangebot nur Lose ab z.B. 60 Euro ausweisen zu können. Vieles davon wird dann nicht beboten und durch die - in meinen Augen - unangemessene Behandlung der Lose im Vorfeld entgeht dann dem Auktionator der entsprechende Anteil am Zuschlagspreis. Wenn ein Auktionshaus groß genug ist, um solche Verluste problemlos verschmerzen zu können, finde ich das Ganze nur schade, wenn es sich aber um ein kleineres Auktionshaus handelt, dann kann das Ganze durchaus existenzbedrohend sein.

    Viele Grüße
    Ingo
    Lieber Cantus - jetzt machen wir eine kleine Rechnung: unser Auktionshaus fährt sagen wir von Mülheim nach Frankfurt, um dort eine Einlieferung für EUR 3'000 zu besichtigen und mitzunehmen. Bei 20% Aufgeld werden hier EUR 600 fällig. Davin müssen wir jetzt mal die Fahrtkosten und die Reisezeitkosten - ca. 0.5 Tag im Minimum - abziehen. Da bleibt nicht mehr viel übrig. Nein - die Briefmarkenauktionatoren sind die armen Gesellen unter der Auktionatorenzunft. Mit Kunst oder Oldtimern lässt sich viel mehr Geld machen. Also Schluss jetzt mit dem dummen "wir kleine Sammler - die bösen Elite-Auktionatoren"-Geschwätz. Ohne die "grossen" Zuschläge könnten wir das ganze Auktionswesen vergessen.

  5. #15
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Natürlich sollte niemand erwarten, dass ein Auktionator für eine Sammlung unter 1000€ Wert anreist, diese besichtigt und mitnimmt. So etwas muss man schon vorbeibringen oder per Post schicken.
    Pech für den Auktinator, wenn der Kunde ein Millionenvermögen vermutete, das nicht existiert und nichts Vermarktbares vorliegt. Dann waren es leider nur Spesen.

    Ich sehe auch nicht, dass hier einer etwas von bösen Auktionatoren geschrieben hätte und ich akzeptiere sogar die immer höher gewordenen Provisionen. Ich hatte nur unterstellt, dass ein gut geführtes Auktionshaus auch heute noch ordentliche Gewinne erzielt. Schlecht geführte Firmen, die irgendwann eingehen, gibt es in jeder Branche. Und in einer schrumpfenden Branche wie hier muss besonders vorsichtig gewirtschaftet werden. Es gibt ja Gerüchte über Auktionshäuser mit 100% Fremdfinanzierung, was in jeder Branche riskant ist.
    Natürlich kann man bei 600 € Provision bei einer Abholung nicht mehr das große Geschäft machen.
    Aber die obige Rechnung stimmt ja so auch nicht. Die 20% werden ja normalerweise von Einlieferer und vom Käufer erhoben, was nach Adam Riese eben dann 40% sind -also 1200€.
    Ich finde es auch völlig in Ordnung, das Sammlungen mit geringerem Wert nicht abgeholt werden. Das rechnet sich wirklich nicht. Und jeder Auktionator entscheidet selbst welches Material er annnimmt und welches nicht.

    Bei den richtig dicken Sachen werden dem Einlieferer meist auch geringere Provisionen gewährt und Vermittler erhalten manchmal auch noch Prozente.
    Trotzdem ist bei guten Auktionhäusern meist noch viel Luft zum Atmen. Die armen Gesellen sind in der Regel die, die auf dem Markt ohnehin nichts mehr zu suchen haben.
    Geändert von fricke (27.05.2016 um 23:36 Uhr)

  6. #16
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    Um auf die aktuelle Situation des Hauses Stanley Gibbons zurückzukommen: die Firma vermeldet Änderungen ihrer Mietverhältnisse in London und New York, mit denen die offenbar trotz der Kapitalerhöhung im Frühjahr immer noch verbesserungsfähige Liquiditäts- und Kostensituation verbessert werden soll:
    http://www.londonstockexchange.com/e...021176300.html

    Dem Aktienkurs hat diese Neuigkeit allerdings nicht auf die Beine geholfen, die Aktie notiert unverändert deutlich unter dem Buchwert, u.a. wohl, weil die Börse diesem aktuell nicht recht über den Weg traut.

  7. #17
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Trotzdem ist bei guten Auktionhäusern meist noch viel Luft zum Atmen.
    Was wäre denn die Alternative? Soll es sich auch für gute Auktionshäuser nicht mehr lohnen gut zu sein und die Luft zu Atmen fehlen? Warum soll Mut, Qualität, Ideenreichtum, gute Akquisition, Kundenpflege, etc. nicht honoriert werden? Selbst unter besten Bedingungen ist ein zweites Standbein bei ebay & Co für manches Auktionshaus als Deckungsbeitrag oder sogar zum Überleben wichtig.

    ml
    Wehr fähler findet, daf si behaltn.
    Suche für eine Dokumentation der Zensurmaßnahmen 1981/82 in Polen weitere Mitstreiter.
    Krakauer Aufdruckmarken eine umfangreiche Dokumentation mit Schlitzohrenparade.


  8. #18
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Habe ich jemals etwas anderes behauptet? Ich bin schon fast gerührt wie einig wir uns sind Herr Lenke. Ihre "Biertischeinlage" und die Unterstellung der "Ahnungslosigkeit" waren nicht sehr nett.
    Aber dass wir nun ein Herz und eine Seele sind, erfüllt mich doch mit Freude - wir könnten uns nicht einiger sein.

  9. #19
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Die armen Gesellen sind in der Regel die, die auf dem Markt ohnehin nichts mehr zu suchen haben.
    Jetzt könnte man natürlich fragen, wozu die "armen Gesellen" noch gut sind oder warum man sie nicht mehr braucht. Sind nur noch die mit der "vielen Luft zum Atmen" opportun oder sind auch Auktionshäuser, die nicht die ganz dicken Backen zum "vielen" Atmen haben, nötig und sinnvoll? Manche Kleine sind vielleicht nicht die finanziellen Überflieger, bieten aber aber spezielles Nischenmaterial an, was ihnen das Auskommen sichert. Dieses Auskommen hängt aber auch von der Käuferschaft ab und von der Innovationskraft der Auktionshäuser. Jemand, der das Internet und darin bessere Suchfunktionen ignoriert, darf sich nicht wundern, wenn etwas schief geht.

    Egal wie man es sieht - wenn ich den Markt nicht beachte, darf ich mich nicht wundern, wenn mich der Markt nicht mehr beachtet. Vielleicht muss man froh sein, dass die erfolgreichen Auktionshäuser nicht durch Gebührendumping die schwächeren kaputt machen. Wobei ich immer noch nicht sehe, wo die Absahner mit den dicken Backen anzusiedeln sind.

    ml
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  10. #20
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Von "Absahnern" habe ich nie gesprochen und ich gönne jedem Unternehmer seine Einkünfte. Aber etwas Leistung darf auch sein.
    Auch hat das ganze Problem nicht nur mit der Betriebsgröße zu tun. Wo die Qualität stimmt rollt auch der Rubel.

    Bei einem "kleinen Auktionator" der nur handverlesene Qualität anbietet und bei dem ich immer etwas finde habe ich die etwa 1000 Lose, die meine Sammelgebiete betreffen, für die letzte Auktion hochgerechnet.
    Verkauf über 75% (Nachverkauf nicht gerechnet) und Ergebnis etwa 150% des Gesamtausrufs für diese 1000 Lose. Einer der großen Einlieferer zu dieser Auktion (über 1000 Lose) hat mir ähnliche Ergebnisse für seinen Teil bestätigt.
    (Verkauf 75% und Ergebnis etwas über dem Gesamtausruf) Der Einlieferer war sehr zufrieden - ich auch.
    Trotz hohem Aufwand stimmt hier die Kasse ohne Zweifel.

    In einer anderen Auktion habe ich eine "Herrliche Austellungssammlung" mit Vermeil im Jahr 2014 für 1500€ besichtigt. Ich bezweifle, dass einer der Philatelisten überhaupt den Deckel des Albums geöffnet hat.
    Die Notopfersammlung war in Saignelegier (Schweizer Jura , 2500 Einwohner) ausgestellt im Jahr 2014 und ich bezweifle, dass einer der 7 Juroren vorher jemals eine Notopfermarke gesehen hatte. Das gesamte Album war keine 50€ wert - ich hätte es nicht einmal für 10 mitgenommen.
    Ich habe bei diesem Auktionator schon mehrfach 5stellig eingekauft. Ob ich da noch einmal hinfahre? Anderen Kunden wird es schon ähnlich ergangen sein.
    Geändert von fricke (30.05.2016 um 10:28 Uhr)

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