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Thema: Farben kommen und gehen

  1. #1
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    Farben kommen und gehen

    Hallo,

    ich bin seit etlichen Jahren Sammler von Raritäten aus der DDR.

    Was mich gerade schwer verunsichert: Es gibt bei der Köpfe II - Dauerserie einige Farben nicht mehr, im Katalog wird eine schwer erkennbare Zuordnung / fließender Übergang als Grund der Streichung angegeben ...

    Muss man mit solchen Aktionen zukünftig weiterhin rechnen ? Aus einer 327C, die mal mehrere Hundert Euro kostete, wurde so ein 1-Euro-Artikel
    Oder kann man davon ausgehen, dass das weiterhin eine Rarität ist, zumal zum Teil (alte) Atteste vorliegen ?

    Name:  Attest 327 schwarz.jpg
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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Man könnte ja jetzt sagen: "Jeden Tag steht ein Dummer auf" und kauft die Marke mit dem alten Attest für viel Geld. Aber wir sind ja anständige Menschen und betrügen unsere Sammlerkameraden nicht.
    Früher wurde nur mit dem Auge geprüft.
    Die physikalisch-messtechnischen Möglichkeiten sind in den letzten Jahren so viel besser geworden, dass man - auch in anderen Sammelgebieten - leider vermeintliche Raritäten als Massenware einstufen konnte oder musste.
    Eventuelle Ansprüche an Prüfer - wenn überhaupt welche bestanden -sind nach einem Jahr verjährt.
    Trag es mit Fassung , auch ich und hunderte Sammlerfreunde habe so einige Tausend € verloren.
    Ich habe z.B. in meiner Wohnungsbausammlung die in wenigen Stücken bekannte legendäre Nummer 3d, die sich leider auch als nicht sicher unterscheidbare Variante erwies. So ist das eben.
    In den meisten Sammelgebieten sind die Prüfer inzwischen auf dem neuesten Stand.
    Herr Straub zum Beispiel - französische Zone - von Beruf Physiker, hat hier schon jahrelang Pionierarbeit geleistet. Da ist nicht Neues mehr zu befürchten.
    Geändert von fricke (11.03.2016 um 09:35 Uhr)

  3. #3
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    @ fricke,

    Man könnte ja jetzt sagen: "Jeden Tag steht ein Dummer auf" und kauft die Marke mit dem alten Attest für viel Geld. Aber wir sind ja anständige Menschen und betrügen unsere Sammlerkameraden nicht.
    Wer ist heute wirklich anständig und wie definiert man das? Einige Auktionshäuser (nur um Profit zu machen) verkaufen solche Sachen für viel Geld mit der Begründung, dass das quasi auf zeitliche Differenzen zwischen den Prüfern zurückzuführen ist, also quasi wie unbedeutend.
    Das Thema FARBEN ist eine der umstrittensten Themen in der Philatelie!

    Ich finde es nicht in Ordnung wenn sich auch Auktionshäuser auf der Suche nach den „Dummen“ aufmachen und solche Stücke mit alten Attesten (die heute nichts wert sind), für viel Geld anbieten!

    Prinzipiell: Nur die NEUESTEN ATTESTE (bei fraglichen Ausgaben) und nur die neuesten Ergebnisse der BPP-Forschung sind maßgebend. (Sei es, man will Geld horten mit Analysen anderer Prüferverbände, die nicht im BPP sind).
    Da es also außer BPP auch noch andere Prüfstellen gibt (…), können derer Ergebnisse von den offiziellen des BPP (nach wie vor!) abweichen.
    Daher liegt es auch an dem Käufer selber sich da genauer zu informieren und zu überlegen.

    Ich tue mich mit der Thematik FARBEN auf dem Gebiet der DDR der 50ger Jahre spezialisieren, aber ich würde niemanden empfehlen sich wirklich teure Farbvarianten anzuschaffen.
    Was wirklich sicher ist, das sind Wz., Druck auf der Gummiseite u. ä., aber nicht (immer) Farben, speziell wenn es um teurere Werte geht.
    Man muss sich doch mal vorstellen wie viele Jahrzehnte es die DDR-MiNr. 244 b und c gab!
    Und die Leute haben Haufen Geld darauf verpulvert!

    Ich selbst habe dazu beigetragen dass der DDR-Bl.12FII im Wert von 4000,- M€ aus dem Katalog gestrichen wurde (sonst wäre das wohl immer noch im Katalog).

    Früher wurde nur mit dem Auge geprüft.
    Ob früher oder heute, da hat sich m. W. überhaupt daran nichts geändert. Und zwar, wenn es um BPP geht.
    Daher auch die Begründung von BPP im MDS: „…weil durch zu viele Übergänge im Grenzbereich keine einheitliche Bestimmung möglich ist…“ (MDS2,S.232).
    Mit anderen Worten besagt das auch, dass nach wie vor NUR mit Augen mit entspr. Vergleichsmaterial geprüft wird.
    Was andere Vereine als der BPP tun, ist wieder eine andere Sache. Die kommen auch manchmal zu ganz anderen Ergebnissen. Aber deswegen immer zu den richtigen? Daran zweifle ich.

    Eventuelle Ansprüche an Prüfer - wenn überhaupt welche bestanden -sind nach einem Jahr verjährt.
    Das betrifft nur die Fehler, die der Prüfer selber begangen hat!
    Wenn aber aus einst „c“ offiziell ein „a“ oder „b“ wurde, dann gilt das ab sofort und ist bindend für alle Prüfer des BPP und darauf gibt es keinen Anspruch oder so was.

    @Ben11 hat hier m. E. sehr gut in vielen fachlichen Beiträgern veranschaulicht, wie auch die vermeidliche Farbprüfung mit Spektralphotometer im Ergebnis aussieht und was für manche Differenzen auch in diesem Bereich gibt! …
    So zu tun als ob damit schon zu 100% endlich die Fehlerquoten in richtiger Art der Vermessung und derer Interpretation ausgeschlossen wurden, ist eine Illusion.

    Wie erwähnt, das Thema „Farben“, wenn das nicht sehr deutlich trennbar ist, ist das m. E. schwierigste Thema der Philatelie…

    Gruß

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Zitat Beitrag Jurek
    Wer ist heute wirklich anständig und wie definiert man das? Einige Auktionshäuser (nur um Profit zu machen) verkaufen solche Sachen für viel Geld mit der Begründung, dass das quasi auf zeitliche Differenzen zwischen den Prüfern zurückzuführen ist, also quasi wie unbedeutend.

    Da gibt es nichts zu definieren. Entweder man ist es oder man ist es nicht.
    Ich bin es und stecke neben diese Marken in der Sammlung einen Zettel mit den neuen Erkenntnissen und versuche nicht die Marke mit dem alten Attest zu verkaufen.
    Und ich verklage auch nicht den Prüfer, der zum Zeitpunkt der Prüfung nach seinem damaligen Kenntnisstand gearbeitet hat.
    Manche - nicht alle! - Auktionshäuser sind unanständig und bieten solche Dinge teuer an, was natürlich eine kriminelle Täuschung darstellt. (Wenn der Auktionator das wusste!)

    (Früher wurde nur mit dem Auge geprüft)
    Ob früher oder heute, da hat sich m. W. überhaupt daran nichts geändert. Und zwar, wenn es um BPP geht.

    Es hat sich doch geändert! Herr Straub (Französische Zone) z.B. prüft seit mehreren Jahren auch mit einem Fluoreszenz-Mikroskop, das Betrachtungen der Farbschicht unter verschiedenen Aspekten ermöglicht.
    Die meisten teuren Aufdruckfarben der Wohnungsbaumarken erwiesen sich dabei als chemische Verfärbungen (Folienproblematik!)
    Meine "Unikate" der Wohnungsbaumarken 2aAWc und 2aFZb wurden z.B. dadurch zu 2aAWa und 2aFZa. (selbst von der seltenen 2aFZ gibt es mindestens 50 Stück - Unikate Ade! Eine Menge Kohle auch Ade!)

    In der Philatelie (Hefte 464 und 465) ist dazu ein sehr interessanter Beitrag von Herrn Straub abgedruckt.

    Die Typen gelben Wohnungsbaumarken werden schon viele Jahre farb-messtechnisch unterschieden und nicht nur mit dem Auge geprüft.

    Ob das alle Prüfer in anderen Gebieten auch so tun weiß ich natürlich nicht.
    Geändert von fricke (12.03.2016 um 11:52 Uhr)

  5. #5
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    Es genügt ein Blick in die BPP-Prüfordnung, um zu wissen, dass Farbzuordnungen nicht unter die sonst übliche Gewährleistung des Prüfers fallen. Ich zitiere aus § 4.2 der Prüfordnung:
    Die Farbbezeichnung eines Prüfgegenstandes im Katalog kann mehrere Farbtönungsunterschiede enthalten. Solche entstehen in der Regel durch abweichende Mischungen der Druckfarbe. Sie können außerdem durch chemische oder physikalische Einflüsse entstanden sein (z. B. sog. Farbschwankungen durch unterschiedliche Sättigung einer Druckfarbe, die hellere oder dunklere Farbeindrücke hervorrufen). In Übergangs- und Grenzbereichen von Farbbezeichnungen können Prüfgegenstände nicht eindeutig einer Farbbezeichnung zuzuordnen sein. Auch unterliegt die Zuordnung eines Prüfgegenstandes zu einer bestimmten Farbbezeichnung im Katalog immer subjektiven Einschätzungen. Der Prüfer wird in der Regel die Bestimmung der Farbe visuell vornehmen. Die Anwendung aufwendiger oder besonders kostenintensiver Verfahren, wie z. B. Spektralanalyse, Spektralphotometrie, Fluoreszenzmikroskopie, chemische Methoden, ist zum Zweck der Farbzuordnung nicht geschuldet.
    Wer daher teure Farben kauft, tut dies immer nur 100 % auf eigenes Risiko aufgrund eigener Überzeugung und/oder grenzenlosem Vertrauen in die Fähigkeiten des jeweiligen Prüfers.
    Der nächste Prüfer kommt u.U. zu ganz anderen Ergebnissen.

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