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Thema: Die Abschaffung des Bargeldes und der Einfluß auf die Philatelie

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von Jens
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    Die Abschaffung des Bargeldes und der Einfluß auf die Philatelie

    Moin,

    ich möchte an dieser Stelle nochmal die Frage einwerfen, ob die Abschaffung des Bargeldes nur ein ästhetischer Verlust. Welwitsch brachte den Einfluß auf die Philatelie an anderer Stelle sehr treffend auf den Punkt:

    Zitat Zitat von Welwitsch
    Ich halte die Abschaffung von Bargeld sehr wohl für ein philatelistisches Thema, denn Briefmarken sind nichts anderes als ein Barzahlungsmittel. Vor diesem Hintergrund ist die Diskussion schon bedeutend, denn wir würden uns als Philatelisten selbst belügen, wenn wir der Annahme verfolgen würden, die Briefmarke an sich würde die Abschaffung des Bargeldes überleben. Das halte ich für kurios.

    Dazu kommt noch, dass Bargeldzahlungen im Bereich des philatelistischen (und auch anderen) Kleinhandels eine sehr große Rolle spielen und zwar nicht von ungefähr. Hintergrund ist nämlich, dass viele Menschen nicht unbedingt vor irgendjemandem und sei es in der Familie oder im Freundeskreis für alle Aufwendungen ihres privaten Hobbys jederzeit volle Rechenschaft ablegen wollen. Das könnte aber zwangsweise der Fall sein, wenn jeder Bürger sein Kartenlesegerät oder seine Handybezahlfunktion beim Tauschtag dabei hätte und Ein- oder Ausgänge auf dem digitalen Auszug sichtbar werden.

    Ich persönlich gehe davon aus, dass nicht jeder Philatelist vor seinem Ehepartner oder Ehepartnerin, Eltern oder Kinder den Kontoauszug vom letzten Tauschtag bis ins Detail erklären und zahllose Warum-Dies-Warum-Jenes-Fragen beantworten möchte. Die Philatelie lebt ja schließlich nicht vom Verständnisvermögen der Nicht-Sammler, sondern vom Drang der Sammler und Forscher.

    Fazit: ich bin der Meinung, die Abschaffung von Bargeld würde der Philatelie und natürlich auch vielen anderen, nicht vollständig im öffentlichen Raum betriebenen Hobbys massiv schaden, ja sie sogar im einen oder anderen Fall unmöglich machen. Aus diesem Grunde handelt es sich um eine Diskussion, welche die Philatelie als Teil des Privatlebens sehr wohl voll betrifft. Die Diskussion hierzu MUSS geführt werden und wer sie nicht führen will, der könnte böse Überraschungen erleben, wenn ihn die politische Wirklichkeit überrollt.
    Diesen Worten schliesse ich mich uneingeschränkt an. Zu dem glaube ich, dass auch Numismatiker und Banknotensammler wenig Interesse an einem abgeschlossenen Sammelgebiet haben.

    Ich möchte daher an dieser Stelle eine gepflegte Diskussion um den Aspekt der Bargeldabschaffung und seine Einflüsse eröffnen.


    Gruss

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Daumen runter Abschaffung Bargeld

    Zitat Zitat von Jens Beitrag anzeigen
    Moin,

    ich möchte an dieser Stelle nochmal die Frage einwerfen, ob die Die-Abschaffung-des-Bargeldes-nur-ein-%E4sthetischer-Verlust]Abschaffung des Bargeldes nur ein ästhetischer Verlust[/COLOR][/url]. Welwitsch brachte den Einfluß auf die Philatelie an anderer Stelle sehr treffend auf den Punkt:



    Diesen Worten schliesse ich mich uneingeschränkt an. Zu dem glaube ich, dass auch Numismatiker und Banknotensammler wenig Interesse an einem abgeschlossenen Sammelgebiet haben.

    Ich möchte daher an dieser Stelle eine gepflegte Diskussion um den Aspekt der Bargeldabschaffung und seine Einflüsse eröffnen.


    Gruss

    Wozu? Warum sollte man über diesen Unsinn auch noch dikutieren?

  3. #3
    Registrierter Benutzer
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    Zitat Zitat von fricke Beitrag anzeigen
    Wozu? Warum sollte man über diesen Unsinn auch noch dikutieren?
    Aus dem einfachen Grund, weil es leider einflussreiche Mächte gibt, welche genau diesen Unsinn offensichtlich betreiben und befördern.

    W.

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von friedibus
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    Hallo,
    wenn man die Tageszeitung liest, erkennt man eine Tendenz zur Abschaffung des Bargeldes. 500 Euro Noten sollen wegfallen, im grenznahen Städten Auf- oder Abrunden des Rechnungsbetrages im Centbereich. Im Urlaub in Frankreich( oder nordische Länder) wurde man in Restaurants schräg angeschaut, wenn man mit Bargeld zahlen wollte. Gängige Praxis dort: EC-Karte. Vorteil: weniger Bargeld im Haus, weniger Risiko, weniger Überfälle. Wir in unserem Verein haben eine Wette abgeschlossen, dass in 10 Jahren das Bargeld verschwunden ist.
    Gruß
    Dieter

  5. #5
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    Hallo,

    natürlich finden die Banken es toll wenn nur noch mit Karte bezahlt wird. Denn dann kann man ja davon Gebühren kassieren von jeder Bezahlung mit Karte. Denn niemand glaubt doch wirklich wenn ich in einem Restaurant mit Karte bezahle, der Gastwirt bekommt den vollen Betrag von seiner Bank dafür aufs Konto gebucht. Es fallen dann immer Gebühren (teils in unterschiedlicher Höhe) an. Bei Bezahlung mit Bargeld ist dies fast kostenlos. Im ungünstigsten Fall Einzahlungsgebühren. Auch wird dann über kurz oder lang bei Kleistbeträge sicherlich ein Aufschlag des Gastwirtes/Verkäufer dazu kommen.

    Das die Kleinmünzen wie 1 und 2 Cent abgeschafft werden sollen kann ich allerdings nachvollziehen. Denn die Preisgestaltung mit 99 Cent und 99,9 Cent (z.B. Beim Benzin) ist dann endlich zu Ende. Dies hört sich allerdings zunächst wie eine Preiserhöhung an. Aber ich bin mir fast sicher, dass dann der Handel auf 95 Cent einiges senken wird und damit eigentlich eine Preissenkung vollzieht. Denn es sieht besser aus wen das Produkt z.B. 1,95 € anstatt 2,00 € kostet. Die 2 vor dem Komma will der Handel nicht, das dies einen hohen Preis suggeriert.

    Gruß Heinz

  6. #6
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Etliche Länder haben die 1 und 2 Cent Münzen im Gebrauch längst abgeschafft - Finnland hat sie nicht einmal eingeführt. Trotzdem sind die Preise z.B. in Supermärkten noch auf den Cent ausgezeichnet. An der Kasse wird lediglich die Endsumme auf die nächsten 5 Cent auf- oder abgerundet. Daher bezahlt der Kunde im Schnitt nicht 1 Cent mehr oder weniger. Dieses Verfahren gilt z.B. auch in der Schweiz u.a. an Tankstellen, da 1 und 2 Rappen-Münzen seit Jahrzehnten abgeschafft sind, auch wurde es in den Niederlanden schon zu Gulden-Zeiten so gehandhabt.

  7. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von Jens
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    Moin,

    Zitat Zitat von argeve Beitrag anzeigen
    natürlich finden die Banken es toll wenn nur noch mit Karte bezahlt wird.
    Die Banken haben vor allem erst mal den Vorteil, dass das Geld nicht mehr als Bargeld in den Portemonnais der Kunden liegt sondern als Girageld in den Büchern (heute wohl eher Computern) der Banken. Der Anspruch auf Geld bleibt zwar bestehen. In so fern hat das Bankgewerbe recht, wenn es behauptet, dass sich nichts ändere. Aber mit diesen Beträgen, die dann nicht mehr als Bargeld ausgehändigt werden, können Banken arbeiten - und somit Geld verdienen. Und das ist der Punkt!


    Zitat Zitat von argeve Beitrag anzeigen
    Dies hört sich allerdings zunächst wie eine Preiserhöhung an. Aber ich bin mir fast sicher, dass dann der Handel auf 95 Cent einiges senken wird und damit eigentlich eine Preissenkung vollzieht. Denn es sieht besser aus wen das Produkt z.B. 1,95 € anstatt 2,00 € kostet. Die 2 vor dem Komma will der Handel nicht, das dies einen hohen Preis suggeriert.
    Durch das ganze Kleingeld zahlen wir schlußendlich mehr, als wir einsparen. Dass ein hoher Preis suggeriert wird, ist mittlerweile eher kokolores. Wie viele Lebensmittelgeschäft gibt es in Deutschland noch? Es sind nur noch drei Filialisten, deren Sortiment- und Preisgestaltung quasi identisch ist. Ob ich meinen Joghourt bei A oder R kaufe ist schlicht weg wurscht. Es gibt mittlerweile nichts mehr, warum man von A zu R oder E gehen sollte. Damit ist auch dieses Argument obsolet.


    Ich frage mich, wie das Micropayment, das Bezahlen kleiner oder kleinster Beträge funktionieren soll? Oder anders gesagt: Wie soll ich in einer Messehalle drei Belege zu 70 Cent bezahlen? Und wie soll das funktionieren, wenn dort ein Kartenlesegerät betrieben werden, wenn es keinen Kontakt zur kontoführenden Bank aufbauen kann? Entweder sperre ich die Kunden aus, die nicht per Kreditkarte zahlen (was die gesellschaftliche Spaltung vorantreiben wird), oder man verzicfhtet auf den Umsatz. Dritte Alternative ist die nötige Infrastruktur in den Hallen. Steht der Aufwand eines Internetanschlusses zur Kartenprüfung in der Messehalle in einem vernünftigen Verhältnis zum Umsatz? Und wie soll das bitte auf einem Flohmarkt funktionieren???


    Gruss

  8. #8
    Super Moderator Avatar von Claus Wentz
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    ... eingeführt schon, aber nicht in Umlauf gebracht.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Jens Beitrag anzeigen
    Ich frage mich, wie das Micropayment, das Bezahlen kleiner oder kleinster Beträge funktionieren soll? Oder anders gesagt: Wie soll ich in einer Messehalle drei Belege zu 70 Cent bezahlen? Und wie soll das funktionieren, wenn dort ein Kartenlesegerät betrieben werden, wenn es keinen Kontakt zur kontoführenden Bank aufbauen kann? Entweder sperre ich die Kunden aus, die nicht per Kreditkarte zahlen (was die gesellschaftliche Spaltung vorantreiben wird), oder man verzicfhtet auf den Umsatz. Dritte Alternative ist die nötige Infrastruktur in den Hallen. Steht der Aufwand eines Internetanschlusses zur Kartenprüfung in der Messehalle in einem vernünftigen Verhältnis zum Umsatz? Und wie soll das bitte auf einem Flohmarkt funktionieren???


    Gruss
    Es wird ein Mobilfunknetz völlig reichen. Bei Kleinbeträgen reicht das Gesicht zur Identifikation.
    Paypal testet dies hier in Berlin seit 2013 am Rosenthaler Platz (ist Nähe Alex).

    https://www.paypal.de/Presse/PayPal_...utschland_ein/

    Für Nutzer reicht die normale Paypal App und dann am Rosenthaler Platz auf den Reiter "Läden" klicken.

    Fehldruck
    Geändert von Fehldruck (21.02.2016 um 22:57 Uhr)

  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Und die Leute ohne Elektronik? Die machen Tauschhandel?

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