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Thema: Japanische Post in der Mandschurei?

  1. #1
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    Japanische Post in der Mandschurei?

    Liebe Forumsteilnehmer,

    die unten aufgeführte Postkarte zeigt als Motiv eine Ansicht von Mukden, links oben steht "South Manchuria Railway" und auch laut Text wurde sie im "centre de la manchurie" aufgegeben. Es sind aber japanische Briefmarken (wohl Nr. 76 und 94). Mein Michel-Katalog verweist für die Zeit vor 1932 auf chinesische Werte. Ich weiß nicht mehr, als dass die Südmanschurische Eisenbahn japanisch war. Weiß jemand über die Postgeschichte mehr?

    Hummeltier
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    Geändert von Michael Lenke (09.11.2015 um 15:24 Uhr) Grund: auf Wunsch

  2. #2
    SAMMELGEBIET POLEN Avatar von Stan
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    In der Shōwa-Zeit Jahr 13 entspricht dem Jahr 1938 im Gregorianischem Kalender. Da war die Mandschurei (Mandschuko) schon ein japanischer Marionettenstaat. Ob in diesem Zeitraum japanische Briefmarken in Verwendung waren, entzieht sich aber meinem Wissensstand.
    Wir lernen aus Erfahrung, daß die Menschen nichts aus Erfahrung lernen.

    (George Bernard Shaw Irischer Dramatiker, 1856-1950)


    Stan

  3. #3
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    Hallo Stan,

    vielen Dank für die Information, das war mir unbekannt. Ich weiß nun auch, dass Japan an der Bahnlinie die Posthoheit inne hatte. Hat jemand noch ergänzende Informationen?

    Hummeltier

  4. #4
    "Schlitzaugenbelege" u.ä. Avatar von ligneN
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    Inlandsstempel in der Kreis-Steg (1900-05) oder Brückengitter-/Kammtype (1905/86) werden von links gelesen, also hier: 1. Jahr 9. Monat 13. Tag.
    Die Marken sind Ausgabe 1899 bzw. 1906. Das nächste "1. Jahr" im Verwendungszeitraum dieser Marken (1899 bis ca. 1917) ist: 1912.
    Geändert von ligneN (06.11.2015 um 14:20 Uhr) Grund: Tippfehler
    Scio omnia, sed non refert.
    (Ich weiss alles, aber es ist nicht wichtig.)

  5. #5
    "Schlitzaugenbelege" u.ä. Avatar von ligneN
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    Die japanische Eisenbahnzone und die in ihnen eröffnetenjapanischen Postämter bestanden von 1906/Nov. 1937, dann wurden beide an "Manchuko" übergeben.
    De facto setzten die Postler andere Mützen auf/wurden jetzt von Manchuko bezahlt. Bis auf Marken und Stempel änderte sich nichts.
    Die SMR (South Manchuria Railway) bestand weiter, bis zur sowjetischen Eroberung 1945.
    Sie ist der Herausgeber dieser Ansichtskarten, die man z.B. in den SMR-eigenen Hotels oder den Zügen erwerben konnte bzw. teils auch gratis bekam.

    Der Stempel hat oben die Inschrift (v. r. n. l.) "Man.Hoten 1.9.13". Das Datum ist der 13. September 1912, s.o.
    "Man" ist die Abkürzung für Manshu (Mandschurei), "Hoten" die japanische Lesung zweier chinesischer Zeichen, die in Mandschu "Mukden" und in Han-chinesisch "Fengtien" gelesen werden.
    Die Japaner benutzten in den Auslandsstempeln in Lateinschrift: Mukden oder französisiert Moukden.

    Für Chinapatrioten:
    Es gab es dort ein Fort/eine Chinesensiedlung namens Shenyang, die im 17. Jhdt. von einem mandschurischen Herrscher mit dem glückverheissenden Namen "Mukden" versehen/umbenannt wurde.
    Mukden war der örtliche Herrschersitz und auch die Grablege '(mit Mausoleen) der mandschurischen Herrscher. Nach der Machtergreifung in Peking blieb Mukden der örtliche Verwaltungssitz.
    Großzügig ausgebaut, wurde Mukden zur wichtigsten Stadt der Mandschurei. So wurde aus dem Handelsstädtchen eine Metropole.
    Die Mandschu stellten ab den 1640ern die chinesische kaiserliche "Tsing" Dynastie und nahmen das Herrscherrecht der Umbenennung so selbstverständlich war, wie es andere Kaiser in China vorher auch taten.

    Chinesische Poststempel benutzten bis zum Sturz der Mandschu-Dynastie 1912 ausschließlich den Namen Mukden.
    Ab 1912 gibt es Inlandsstempel mit den Zeichen für Shenyang. Stempel in Lateinschrift bzw. zweisprachige Stempel benutzten weiterhin aussschließlich die Bezeichnung "Mukden".
    Ab 1930/1948 gab es dann zweisprachige Stempel mit Angabe Shenyang (Mukden) in Zeichen und Lateinschrift.
    Solche zweisprachigen Stempel wurden auch in anderenGroßstädten mit nicht-han-chinesischer Sprache/Sprachmehrheit eingeführt, vor allem in Süd- und Westchina.

    Nach der kommunistischen Eroberung wurden in der Mandschurei ("Manchuko") die Lateinstempel aptiert und bis zur Abnutzung ca. 1957 weiterverwendet.
    Stempel nur mit Zeichen benutzten nur noch Shenyang, bis heute.
    Die mandschurische Sprache ist in der Mandschurei heute fast verschwunden, ebenso die Ortsnamen. Die Mandschuren stellen in ihrem angestammten Land nur noch eine kleine Minderheit.
    Für chinesische Nationalisten hieß und heisst die Stadt natürlich immer: Shenyang. Das kann man nur als Geschichtsklitterung bezeichnen.
    Das gilt natürlich genauso für Nicht-Städte wie etwa Amoy, die heute ausschließlich in der han-chinesischen Lesung der Zeichen (hier: Xiamen/bis 1949 "Shameen") in Medien und Poststempeln genannt werden.
    Das Programm dahinter ist natürlich, daß andere Sprachen in China verschwinden sollen.
    Scio omnia, sed non refert.
    (Ich weiss alles, aber es ist nicht wichtig.)

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