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Thema: Unbekannte Marken aus der frühen Mandatszeit von Südwestafrika

  1. #1
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    Unbekannte Marken aus der frühen Mandatszeit von Südwestafrika

    Liebe Forengemeinde,

    Die unten abgebildeten Marken sind nicht entsprechend in den Katalogen verzeichnet, weder bei Michel, noch dem südafrikanischen oder Stanley Gibbons Katalogen:

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    Es handelt sich um die in Südwestafrika verwendeten Portomarken-Vorläufer aus Transvaal zu 3 Pence bzw. der Union von Südafrika zu 6 Pence. Die Kataloge - auch der neue Michel "Deutsche Auslandspostämter und Kolonien" - verzeichnen hier lediglich folgende Vorläufer aus Transvaal:
    V1: 1/2 Penny
    V2: 1 Penny
    V3: 5 Pence
    V4: 6 Pence
    V5: 1 Shilling
    und von der Union:
    V6: 1/2 Penny
    V7: 1 Penny
    V8: 2 Pence
    V9: 3 Pence

    Ich besitze eine ganze Anzahl dieser Portomarken-Vorläufer, wobei außer den beiden gezeigten, die zu 1 Shilling bei weitem die seltenste ist. Relativ häufig sind diejenigen zu 1 Penny. Nur jeweils diese eine Exemplar besitze ich von den beiden gezeigten Wertstufen und in den über 30 Jahren meiner Sammlertätigkeit habe ich auch noch kein einziges weiteres Exemplar gesehen, weder in Europa noch bei Sammlerin in Namibia. Die meisten meiner Portomarken-Exemplare wurden in Windhoek oder (seltener) Swakopmund abgestempelt. Offenbar wurde alle Post aus dem Ausland in Windhoek nachtaxiert. Nach meinen Kenntnissen wurden die Portomarken zu Beginn der Besatzungszeit in einigen wenigen Bogen von Johannesburg nach Windhoek gebracht und in Südwestafrika nicht an Sammler abgegeben. Sie sind also generell relativ selten und kommen m. W. nur echt gestempelt vor.

    Die gezeigten Marken wurden mit dem aptierten, ehemaligen Stempel "Windhoek Deutsch-Südwestafrika" (Putzel B8) entwertet, der zwar nicht häufig, aber auf Portomarken gelegentlich vorkommt. Etwas häufiger ist der Zweikreis-Stempel "Windhoek S. W. A." (Putzel B9), der aber etwa gleich wertet. Das selten vorkommende Nachporto von 3 Pence wurde quasi immer mit Mi.-Nr. V9 abgedeckt, das noch seltenere zu 6 Pence von Mi.-Nr. V4. Mein frühestes Stempeldatum auf einer V4 ist von Januar 1917 (siehe Abb. unten). Ich halte es daher für wahrscheinlich, dass vor diesem Zeitpunkt das seltene Nachporto von 6 Pence (auch) durch wenige Exemplare der Mi.-Nr. P6 der Union von Südafrika abgedeckt wurde, das zu 3 Pence von Transvaal Mi.-Nr. P4. Allerdings sind unter meinen V9-Marken auch eine ganze Reihe mit Stempeldaten von 1916. Möglicherweise wurde von der südafrikanischen Postverwaltung nur jeweils ein einziger Bogen der Transvaal-Portomarke Nr. 4 und der Unions-Portomarke Nr. 6 nach SWA geliefert.

    Name:  img20150827_15031519_0023.jpg
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    Meine Frage an die werte Sammlergemeinde lautet demnach:

    Kennt jemand weitere Exemplare der beiden oben gezeigten Portomarken-Vorläufer aus dem kriegsbesetzten Südwestafrika, oder kann jemand zu weiterer Aufhellung beitragen. Wie gesagt, in den letzten 30 Jahren ist mir hierzu nichts zu Ohren gekommen.

    Herzlichst grüßt W.

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von Ben 11
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    Hallo Welwitsch,
    also in meinem SG Katalog stehen zu Transvaal die Werte 1/2d, 1d, 2d, 3d, 5d, 6d und 1S und für die Union of South Africa die gleichen Abstufungen. Wobei für die Union die Ausgaben 1914 -22, 1922 (1/2, 1, 1 1/2) und 1922-26 (genauso ausser 5d und 1S) unterschieden werden. Ab 1927 sieht das Markenbild etwas anders aus.

    VG Ben.
    stay curious.

  3. #3
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    @Ben

    Es geht um die Verwendung dieser Marken als "Vorläufer" in (Deutsch-)Südwestafrika nach der Besetzung durch Truppen der Südafrikanischen Union.

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von Ben 11
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    @Harald,
    das habe ich aus dem Eingangsbeitrag auch so verstanden. Zugegeben, weiß ich nicht, welche der Marken in den südafrikanischen Mandatsgebiet Verwendung fanden. Mein Katalog listet solche Unterscheidungen auch nicht auf. Postgeschichtlich fehlt mir hier noch einiges an Detailwissen für mein Sammelgebiet. Das gebe ich gern zu, aber das wird schon noch.
    VG Ben
    stay curious.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Ben 11 Beitrag anzeigen
    @Harald,
    das habe ich aus dem Eingangsbeitrag auch so verstanden. Zugegeben, weiß ich nicht, welche der Marken in den südafrikanischen Mandatsgebiet Verwendung fanden. Mein Katalog listet solche Unterscheidungen auch nicht auf. Postgeschichtlich fehlt mir hier noch einiges an Detailwissen für mein Sammelgebiet. Das gebe ich gern zu, aber das wird schon noch.
    VG Ben
    Hallo Ben,

    vielen Dank für die Antwort! Die Kataloge listen als Behelfsaufgaben für das südafrikanisch besetzte Gebiet von Südwestafrika folgende so genannte Vorläufer bei den Portomarken auf:

    V1: 1/2 Penny
    V2: 1 Penny
    V3: 5 Pence
    V4: 6 Pence
    V5: 1 Shilling
    und von der Union:
    V6: 1/2 Penny
    V7: 1 Penny
    V8: 2 Pence
    V9: 3 Pence

    Zusätzlich habe ich oben belegt, dass auch die 3 Pence Portomarke von Transvaal und die 6 Pence von der Union in SWA Verwendung fand (vermutlich nur in äußerst geringen Mengen), was zwar mir seit vielen Jahren, aber den Katalogen nicht bekannt war. Deshalb ging meine Frage dahin, ob es weitere bekannte Verwendungen dieser abgebildeten Portomarken in SWA im zur Debatte stehenden Zeitraum gab.

    Herzliche Grüße

    W.

  6. #6
    Registrierter Benutzer
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    Zitat Zitat von Welwitsch Beitrag anzeigen
    Hallo Ben,

    vielen Dank für die Antwort! Die Kataloge listen als Behelfsaufgaben für das südafrikanisch besetzte Gebiet von Südwestafrika folgende so genannte Vorläufer bei den Portomarken auf:

    V1: 1/2 Penny
    V2: 1 Penny
    V3: 5 Pence
    V4: 6 Pence
    V5: 1 Shilling
    und von der Union:
    V6: 1/2 Penny
    V7: 1 Penny
    V8: 2 Pence
    V9: 3 Pence

    Zusätzlich habe ich oben belegt, dass auch die 3 Pence Portomarke von Transvaal und die 6 Pence von der Union in SWA Verwendung fand (vermutlich nur in äußerst geringen Mengen), was zwar mir seit vielen Jahren, aber den Katalogen nicht bekannt war. Deshalb ging meine Frage dahin, ob es weitere bekannte Verwendungen dieser abgebildeten Portomarken in SWA im zur Debatte stehenden Zeitraum gab.

    Herzliche Grüße

    W.
    Hallo zusammen,

    ich würde gerne die eingangs gestellte Frage nochmal erneuern: Kennt irgendjemand auf der Welt, oder in diesem Forum weitere Exemplare der im ersten Beitrag gezeigten Portomarken-Wertstufen aus Transvaal oder der Union von Südafrika, die ab 1916 im damals besetzten Deutsch-Südwestafrika verwendet wurden, also die 3-Pence von Transvaal und die 6-Pence von Südafrika? Meine Recherche hat nichts ergeben. Sie müssen extrem selten sein, vielleicht Unikate. Aus meiner Sicht sind sie definitv echt.

    Gruß nochmal

    W.

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