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Thema: Hilfe!! Gebühr-bezahlt Reutlingen 27.4.1945

  1. #1
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    Hilfe!! Gebühr-bezahlt Reutlingen 27.4.1945

    Hallo zusammen!

    Ich habe in einer Sammlung einen Beleg vom 27.4.1945 aus Reutlingen gefunden.
    Dabei ein Auszug aus dem Postamt Tagebuch.
    Laut Eintrag sollen nur 9 Briefe aufgeliefert worden sein. Nach einem Tage wurde das Postamt durch die Franzosen wieder geschlossen.
    Nun meine Frage: sind diese Briefe wirklich so selten und wie kann man ihn bewerten?

    Für Eure Hilfe schon mal im Voraus besten Dank!!

    Viele Grüße!!

    Andreas
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  2. #2
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    Hallo pluschke,

    das ist eine Barfrankatur. Die Franzosen besetzten Reutlingen am 20.04.1945 (Quelle: Daten alliierter Besetzung deutscher Orte am Ende des Zweiten Weltkrieges/Dr. Fritz G. Buro 2008).

    Ich halte den Brief für sehr wertvoll und nicht nur sehr selten. Bei den Barfrankaturen kamen oft in einer Stadt unterschiedliche Zusatzvermerke/Stempel zum Einsatz, sie waren nur in einer begrenzten Zeit möglich und es wurden wohl die meisten Umschläge vernichtet. Die Briefmarkensammler erkannten erst sehr spät die philatelistische Bedeutung dieser absolut reinen Bedarfspost. Noch um 2000 entdeckte ich viele interessante Belege in den 1DM Kisten....heute geht es auch bei ebay meist bei 4-5 Euro los.
    Gesucht sind die Frühdaten, Postkarten mit zusätzlichen interessanten post- und heimatgeschichtlichen Ausführungen und Kombinationen mit Zensur, Retour, Nichtzustellungsvermerken. Hier liegt ja ein absolutes Frühdatum vor und da sind durchaus 100-150Euro auf einer Auktion drin. Ehrlich gesagt ist mir eine Barfrankatur aus dem April 1945 nicht bekannt. Ich dachte bisher immer, dass es nur Barfrankaturen nach der Kapitulation am 8.Mai.1945 geben kann. Meiner Meinung nach hat der Beleg somit nicht nur eine eher reginale Bedeutung sondern könnte auch die Spezialisten der Postgeschichte, Notmaßnahmen anlocken. Bei sehr gesuchten Orten mit Frühdaten sind durchaus auch mal 300-600drin.

    Hier kannst Du Dich weiter zum Thema einlesen und mal ein paar Auktionsergebnisse ansehen. Vielleicht schreibst Du auch Herrn Kopiak mal an.
    http://www.kopiak.de/

    Als Reutlingen-Interessierter und Notmaßnahmensammler wäre mir so ein Beleg ohne Überlegung 150Euro wert...möglichst mit Kopie aus dem Posttagebuch.
    Verkaufen würde ich so etwas nur auf einer Saalauktion, die dem Beleg etwas Platz widmet und auf Nachkriegsphilatelie/Postgeschichte spezialisiert ist.
    Wen da mindestens 2 Bestpreis-Interessierte aufeinander treffen, kann es da richtig krachen...vielleicht über 500Euro?!?? Wer weis das schon.
    Sind Dir weitere erhaltene dieser 9Briefe bekannt?


    Hoffe, dass ich Dir erstmal helfen konnte - vielleicht gibt es weitere Meinungen.

    Fehldruck

  3. #3
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    Hallo Fehldruck,

    vielen Dank für die hilfreiche Antwort!!
    Wenn sich etwas neues ergibt, werde ich das hier posten.

    Noch einen schönen Abend und einen guten Wochenanfang!!

    Andreas

  4. #4
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    Hallo Pluschke,

    die Anschrift ist gefälscht, denn eine Postleitzahl 14 b gab es damals noch nicht.
    Es handelt sich demnach um einen nachbeschrifteten Blankoumschlag.

    Wolfgang.

  5. #5
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Wann wurde die Postleitzahl 14b für Reutlingen eingeführt?
    Stempel 5a Thorn gibt es z.B. seit Oktober 44.

    ml
    Wehr fähler findet, daf si behaltn.
    Suche für eine Dokumentation der Zensurmaßnahmen 1981/82 in Polen weitere Mitstreiter.
    Krakauer Aufdruckmarken eine umfangreiche Dokumentation mit Schlitzohrenparade.


  6. #6
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    Zitat Zitat von Strobel Beitrag anzeigen
    Hallo Pluschke,

    die Anschrift ist gefälscht, denn eine Postleitzahl 14 b gab es damals noch nicht.
    Es handelt sich demnach um einen nachbeschrifteten Blankoumschlag.

    Wolfgang.
    Man könnte dies in der Tat vermuten, da die Unterteilung des PLZ-Gebietes 14 in 14a und 14b erst durch die Besatzungsmächte vorgenommen wurden. Die endgültige Zuweisung der Besatzungszonen nach den Abkommen von Teheran und Jalta erfolgte allerdings erst ca. 6 Wochen nach der Kapitulation von Anfang Mai. Allerdings hat die französische Militärregierung in Landau bereits um den 20. April herum bestimmte Regelungen, betreffend den Verkehr etc. erlassen. Ob darunter eine Verordnung bezüglich der Postleitzahlen war, halte ich allerdings für wenig wahrscheinlich, weswegen ich den Beleg ebenfalls für nachträglich adressiert ansehe. Würde die PLZ "14" lauten, dann wäre ein diesbezüglicher Nachweis nicht mehr zu erbringen, aber "14b" ist wohl unwahrscheinlich. Klarheit würde die Durchsicht der entsprechenden Verordnungen der alliierten, hier der französischen, Militärregierungen bringen.

    Gruß

    W.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Michael Lenke Beitrag anzeigen
    Wann wurde die Postleitzahl 14b für Reutlingen eingeführt?
    Stempel 5a Thorn gibt es z.B. seit Oktober 44.

    ml
    Die PLZ-Gebiete 5a, 5b, 5c für West- und Ostpreussen sowie Ostland gibt es seit 1941. Das PLZ-Gebiet 14 wurde erst durch die Besatzungsmächte geteilt.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Welwitsch Beitrag anzeigen
    Die PLZ-Gebiete 5a, 5b, 5c für West- und Ostpreussen sowie Ostland gibt es seit 1941. Das PLZ-Gebiet 14 wurde erst durch die Besatzungsmächte geteilt.
    Das Postleitgebiet 14 wurde am 9.4.1946 in 14 a Nordwürttemberg amerikanisch besetzte Zone und 14 b Südwürttemberg französisch besetzte Zone unterteilt. So vom Post-Unterkomitee beim Alliierten Kontrollrat Berlin beschlossen.
    Die Oberpostdirektion Tübingen gab das ihren Postämtern mit der Verfügung vom 9.4.1946 2474 - 0 bekannt. Quelle: Staatsarchiv Sigmaringen R2-742 Sammelverfügungen OPD Tübingen.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Strobel Beitrag anzeigen
    Das Postleitgebiet 14 wurde am 9.4.1946 in 14 a Nordwürttemberg amerikanisch besetzte Zone und 14 b Südwürttemberg französisch besetzte Zone unterteilt. So vom Post-Unterkomitee beim Alliierten Kontrollrat Berlin beschlossen.
    Die Oberpostdirektion Tübingen gab das ihren Postämtern mit der Verfügung vom 9.4.1946 2474 - 0 bekannt. Quelle: Staatsarchiv Sigmaringen R2-742 Sammelverfügungen OPD Tübingen.
    Damit ist die nachträgliche Anbringung der Adresse auf den Umschlag erwiesen. Das erzeugt bei mir weitere Fragen und zwar nach der Echtheit des gesamten Stücks. Angeblich war das Postamt nur wenige Stunden offen, danach erfolgte die Beschlagnahme aller noch vorhandenen Poststücke. Im fraglichen Zeitraum muss also jemand Blanko-Umschläge hergestellt und gestempelt haben. Wer so etwas tut, der macht wohl nicht nur ein Einzelstück. Dann wäre da die Frage nach dem Porto 20 RPf. Und schließlich geht es auch um die Adresse. Der Name Knecht ist ja in Reutlingen durchaus häufiger, die Alexanderstraße gibt es und sie hat (heute) auch eine Nr. 83. Was am Reutlinger Stadtplan auffällt ist, dass diese Straße heute recht kurz ist und erst mit den hohen Hausnummern beginnt. Vielleicht gibt ein Einwohnerbuch der Zeit hier etwas her. Die Frage für mich ist: warum konstruiert jemand aus einem Blanko-Umschlag mit einiger Fälschungsabsicht ausgerechnet einen Ortsbrief vom Postamt am Bahnhof zur nicht allzu weit entfernt gelegenen Alexanderstraße? Und warum wird dabei eine Barfreimachung in Höhe von 20 RPf. eingetragen, wo doch ein Ortsbrief bis 20g nur 8 RPf. gekostet hätte? Nach einem Ortsbrief über 250g bis 500g sieht es ja hier nun wirklich nicht aus. Mit dem falschen Porto bei einer Barfreimachung wird das ganze also noch unglaubwürdiger. Der handschriftliche Eintrag von 20 RPf. macht letztlich gar keinen Sinn. Ein cleverer Fälscher hätte daraus einen 12-RPf-Inlandsbrief in die nähere Reutlinger Umgegend gemacht, anstatt einen falsch barfrankierten Ortsbrief zu einer Anschrift, zu der man vom Postamt auch hätte hinlaufen können. Fragen über Fragen.

    W.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Strobel Beitrag anzeigen
    Hallo Pluschke,

    die Anschrift ist gefälscht, denn eine Postleitzahl 14 b gab es damals noch nicht.
    Es handelt sich demnach um einen nachbeschrifteten Blankoumschlag.

    Wolfgang.
    Habe noch etwas zum Porto gefunden: 20 Pfennig stimmt für Briefe bis 20g. Es sind zwei Briefe bekannt, einer ist hier abgebildet und lief nach Pfullingen, mit der PLZ 14.

    http://www.gea.de/region+reutlingen/...60.417479.htm#

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