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Thema: Zeppelinbrief aus Ulan Bator

  1. #1
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Zeppelinbrief aus Ulan Bator

    Diesen Brief hat ein Sammlerfreund bekommen. Er ist aus Ulan Bator am 29.4.1933 über Moskau (1.5.), Berlin (6.5.), nach Pernambuco, Brasilien (9.5.) gelaufen.
    Ist der Brief echt? Gibt es grobe Wertansätze wenn er echt ist?

    Name:  zeppelin_mongolia.jpg
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    ml
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  2. #2
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    Hallo Michael,

    der Brief sieht gar nicht so schlecht aus. Meine persönliche Einschätzung wären ca. 200-300 Euro für den Brief. Ich bin jetzt aber beileibe kein Experte für Zeppelinpost.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
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  3. #3
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Der Brief war schon etwas teurer...
    Die Stempel sehen alle sehr gut aus, bis auf - komischerweise - den Stempel von Ulan Bator. Der ist eigentlich nur mit einem graden Kopfstrich bei der 3 bekannt.

    Ich versuche mal ein Beispiel zu bekommen.

    ml
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  4. #4
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    Ich denke es müsste wohl im Sieger-Katalog (Zeppelinpost) ein Preis enthalten sein. Außerdem gibt es glaube ich noch eine Michel-Katalog (Flugpost) hierzu.

  5. #5
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Der Wert ist nur zweitrangig, interessanter wäre eine Abbildung mit den Stempeln.
    Vielleicht hat ja jemand einen Katalog mit Abbildung...

    ml
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  6. #6
    Deutschland 1933 - 1949 Avatar von Kontrollratjunkie
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    Über die Stempel der Mongolei besitze ich keine Literatur, dieses asiatische Land trifft auch nicht ganz mein sammlerisches Interesse. Die Zeppelinpost allerdings schon. Daher kann ich mit ein paar Daten auf Grundlage des Sieger Zeppelinpostkataloges und des Michel Zeppelin- und Flugpostkataloges dienen. Beide Kataloge in aktuellster Auflage.

    Der Brief ist m.E. authentisch. Folgenden Laufweg würde ich aus den sauber abgeschlagenen Stempeln ablesen:
    - Aufgabe am 29.04.1933 in Ulan Bator / Mongolei
    - Durchgangsstempel aus Moskau vom 01.05.1933
    - Eingang in Berlin 05.05.1933
    - am 06.05.1933 ab Berlin Zentralflughafen weiter mit Anschlußflug nach Friedrichshafen (Bestätigungsstempel für den Anschlußflug und amtlicher Luftpoststempel des Luftpostamtes Berlin C 2
    - am gleichen Tage dann ab Friedrichshafen mit der ersten Südamerikafahrt des LZ 127 "Graf Zeppelin" nach Brasilien befördert, entsprechender blauer Bestätigungsstempel für diese Fahrt

    Das Luftschiff LZ 127 "Graf Zeppelin" startete am 06.05.1933 um 19.41 Uhr in Friedrichshafen und erreichte Pernambuco am 09.05.1933 um 18.30 Uhr. Der Ankunftsstempel von Pernambuco datiert entsprechend vom 09.05.1933.

    Sieger 202 Ba mit Zuleitung Mongolei (unbekannt)
    Michel 294 mit Zuleitung Mongolei (unbekannt)

    M.E. ein toller Beleg in sehr guter Erhaltung. Spannend auch die beiden Luftpostaufkleber in roter (kyrillische Schrift) und blauer (französische Schrift) Farbe. Der rote Zettel könnte vom Moskauer Durchgangspostamt angebracht worden sein, der blaue vielleicht schon in Ulan Bator ?

    Mangels Markterfahrung kann ich den Wert des Beleges nicht schätzen, aber ich vermute einen vierstelligen Preis, sollte er denn verkäuflich sein.

    Gruß
    KJ

  7. #7
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Mein Mongolei-Sammler war etwas ins Grübeln gekommen, da die 3 im Stempel anders aussieht als in seinen Vergleichsstücken.
    Er sucht daher nach einem Vergleichsstück dieser Zuleitungspost.

    Der blaue "Par Zeppelin" Aufkleber muss eigentlich zwingend in Ulan Bator schon vorhanden gewesen sein. Woher sollte man sonst wissen, dass es Zuleitungspost war. Interessant ist aber schon, woher der Aufkleber stammt. Wurden die Briefe zentral vorbereitet und dann in die Zuleitungsorte geschickt?
    Name:  050131.jpg
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  8. #8
    "Schlitzaugenbelege" u.ä. Avatar von ligneN
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    Leider schlechte Nachrichten.

    Im definitiven Handbuch "The postal history of Mongolia, 1841-1941" von Wolfgang Hellrigl† (ed. RPS 2011) sind weder der Datenstempel noch der Einscheibstempel von Ulan Bator zu finden.
    Das ist auch kein Wunder, denn es sind Falschstempel. Der Datenstempel ist bis auf die Datenziffern (von Vorpostern hier ja bereits festgestellt) brauchbar nachgeahmt, der R-Stempel hat kein reales Vorbild.

    Interessanterweise hat man in Ulan Bator, Moskau, Berlin und Pernambuco das exakt gleich eingefärbte Stempelkissen für schwarz benutzt...
    Ich halte die anderen Stempel auch samt und sonders für Falschstempel, die einen normalen Zep-Brief dieses Laufwegs/dieser Datenfolge imitieren.

    Die Marken sind wohl echt, der russische Transit-Luftpost-Aufkleber könnte echt sein, müßte man im Original sehen.
    Ob der Umschlag ein unbenutztes Original ist? Die gibt es, wie man aus Sammlernachlässen der Zeit weiß.

    Zusammenfassung: Brieffälschung. Bei Leder oder Sieger prüfen lassen, oder lieber gleich zurück an den Verkäufer und die Prüfgebühr sparen.

    Wenn sowas echt wäre (den damaligen Zeppelinfreunden sind alle Zuleitungen zuzutrauen), möglicherweise hoch 4 bis 5stellig.
    Ja, Schade...
    Scio omnia, sed non refert.
    (Ich weiss alles, aber es ist nicht wichtig.)

  9. #9
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Der Anbieter hat den Brief nach Reklamation ohne Murren zurückgenommen und artig die 1200 € zurück überwiesen.
    Er muss wohl selbst etwas Zweifel gehabt haben...

    ml
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  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von maystersammler
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    Zitat Zitat von ligneN Beitrag anzeigen

    Die Marken sind wohl echt, der russische Transit-Luftpost-Aufkleber könnte echt sein, müßte man im Original sehen.
    Nur zur Ergänzung: Der letzte Buchstabe in der ersten Zeile des russischen Aufklebers müsste ein Я (kyrillisches JA) sein, ist aber ein R. Nun ist so ein Fehler nicht unmöglich, aber unter Würdigung aller Umstände wird der Aufkleber wohl auch gebastelt sein.
    Und der Vollständigkeit halber: Im Moskauer Falschstempel sind auch zwei orthographisch falsche Buchstaben verwendet worden.

    Grüße

    maystersammler

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