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Thema: Fluoreszenz 1$ Centennial Marke

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von Ben 11
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    Fluoreszenz 1$ Centennial Marke

    Hallo Canadiansearcher,

    Ist bei der Einteilung in gering/mittel/hoch fluoreszierendes Papier der Helligkeitsunterschied des Papiers unter der UV-Lampe oder der Mengenanteil der fluoreszierenden Fasern im Papier entscheidend?
    Ab Ende 1959, Anfang 1960 wurden der Papiermasse fluoreszierende Fasern beigemischt. Wenige Jahre später dann auch noch fluoreszierende Aufheller in unterschiedlicher Konzentration. Bei den Centennial-Ausgaben hat diese Fluoreszenz eine eigene Bedeutung. Irwin & Freedman unterscheiden in ihrem Buch "Canada: The 1967-73 Definitive Issue" 12 (!) verschiedene Stufen der Intensität der fluoreszierenden Reaktion auf UV Licht. In der allgemeinen Literatur werden diese 12 Stufen auf 5 zusammengefasst: keine (NF), wenig (LF), mittel (MF), hoch (HF) und "hi-brite" (HB). Diese Stufen sind eine visuelle Einschätzung der Helligkeit.

    Bei Deiner 1$ Edmonton Oil-Field Marke gibt es die Stufen "NF", LF/fl" und "HB" für die Platten Nr.1 sowie "NF/fl" und "LF/fl" für die Platten Nr.2. Die Platten Nummern unterscheiden sich noch nach Art der Gummierung "DEX" oder "PVA". Das ergänzende Kürzel ".../fl" bedeutet "flecked" und bezieht sich auf das Vorhandensein von fluoreszierenden Fasern im Papier, gibt jedoch keine Aussage über ihre Häufigkeit. Bei der Beurteilung der Helligkeit werden die Fasern nicht berücksichtigt.

    Name:  1$UV Licht.jpg
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    In dem Bild zeige ich mal als Beispiel Marken der Platte Nr.1 (DEX Gum.):
    - in der Mitte NF,
    - links und rechts LF/fl in unterschiedlicher Ausprägung.
    Hi-Brite (HB) besitze ich (noch) nicht, weiß jedoch von anderen Marken der Serie, dass diese noch deutlich heller ausfällt.

    Wenn Du bei der Prüfung Deiner 1$ -Plate Blocks die Fasern erstmal nicht berücksichtigst, reduziert sich das Beurteilungskriterium für beide Platten auf "leuchtet unter UV" oder "leuchtet nicht unter UV". Und das scheint erstmal relativ einfach zu sein. Ist die Reaktion sehr hell in Bezug zu anderen Marken, kann es sich um "HB" handeln.
    Ich ziehe für solche Fälle auch Vergleichsmarken zu Rate. Es gibt Ausgaben, die nur eine bestimmte Fluoreszenz haben. So haben z.B. die 6c (black) Coil und 7c Coil nur die Ausprägung "HB", oder die 1c OP-2 und 15c OP-2 nur die Ausprägung "LF/fl".

    Es gab schon mal Ansätze, für die Centennial Serie eine zusätzliche Abstufung nach der Anzahl vorhandener fluoreszierender Fasern einzuführen. Bekannt sind Häufigkeiten von "ein paar wenige" bis "ein paar dutzend". Allerdings ist mir noch keine Studie bekannt, in der das Thema ernsthaft aufgegriffen wurde.
    Die Fasern kann ich momentan nicht zeigen. Mein USB Mikroskop hat eine integrierte (normale) Beleuchtung, die ich nicht abschalten kann. Für Aufnahmen unter UV Licht somit nicht geeignet. Da muss ich mir noch was einfallen lassen. Insgesamt finde ich aber, ist diese Serie ein lohnendes, spannendes Forschungsgebiet mit vielen Varianten.

    Viel Spaß beim Zählen und viele Grüße
    Ben.
    stay curious.

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von Ben 11
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    Ergänzung UV Fasern

    Guten Abend Zusammen,

    Name:  UV Licht Fasern.jpg
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    ergänzend zu dem Beitrag von Gestern möchte ich am Beispiel der 20c und 1$ Marken der "Centennial" Serie noch zeigen, dass man die beschriebenen fluoreszierenden Fasern unter UV-Licht durchaus zählen kann.
    Es ist nun auch nachvollziehbar, warum diese nicht in die Beurteilung der Fluoreszenz eingehen: es sind einfach zu wenige.

    VG Ben.
    stay curious.

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von ReintjedeVos
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    Ben,

    vor 40 Jahre habe ich eine Leuchtfasern-Abstufung gemacht für die Niederländische Dauermarken.

    Das war mehr oder weniger (in wie weit ich es mich noch erinnere )

    0 = vereinzelte (1-5) Fasern pro Cm2
    1 = wenig (5-30)
    2 = viel (30-100)
    3= sehr viel mehr

    denkend an 4, 4x4, 4x4x4, 4x4x4x4, also logarithmisch...

    Gruss, Rein

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von Ben 11
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    Hallo Rein,
    klingt interessant, was waren den Deine Erkenntnisse aus den Untersuchungen?
    VG Ben
    Geändert von Ben 11 (11.09.2014 um 22:24 Uhr)
    stay curious.

  5. #5
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    Hallo Ben , nochmals danke für Deine tollen Bebilderungen.Werde heute noch eine PN an Dich absenden.
    Hallo Rein , Deine Infos zu verschiedenen Papierarten habe ich oft sehr interessant gefunden,obwohl ich dazu absolut kein Fachmann bin.Philatelistisch interessiert es mich aber beim Gebiet Canada,so das ich mich Ben anschliesse und gern Deine Erfahrung/Untersuchung bei Leuchtfasern (fluorescierent bzw phosphorrescierent) lesen würde.Beiden nochmals Dank für Ihre Ausführungen zu meinen Thema.Besten Gruß,canadiansearcher.

  6. #6
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    In die Niederlande gab es bei ungestrichenem Papier die Leuchtfasern ab 1956 und rund 1964 waren die am Höhenpunkt. D.h. am Anfang V0 und später V3, ich benutzte die V statt W.

    V = vuil [faul, schmutzig] im Gegensatz zu W = wit [weiss] weil ich damals vermute [1974] dass es bloss um eine Verschmutzung gang wobei durch die immer grössere Anteil der Weissmacher im Textilien (durch Waschen => Henkel, Persil) und die Benutzung von Textilien bei die Papierherstellung.

    Rund 1961 gab es bei uns die Weissmacher [optische Aufheller] welche egal mit die Papiermasse gemischt worden war! Oder in die Strichschichte mitgemischt war! Die sogenannte Violino-Papiersorten ab 1961 waren sowohl sehr stark weiss fluoreszierend am Vorderseite [gestrichenes Papier] als auch am Gummiseite!

    Bei ungestrichenem Papier gab es keine egale Aufheller bis 1965.

    Gruss, Rein

  7. #7
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    Die Argentinische Sammler sind sehr bewusst davon gewesen dass ab 1957 eine weissere Papiersorte benutzt worden war! Und das gilt auch für Österreich Sammler weil in 1958 bei die Trachtenserie weisses Papier eingesetzt worden war!

    Aber wie lange wirken die egale, gleichmässig gemischte Aufheller???

    Jetzt ist das Unterschied gar verschwunden bei Argentinische Briefmarken und bei die Österreichische glaube ich auch! Bei postrisch Marken war die Innovierung die Benutzung von synthetische Gummierungen [Henkel-Leime] bei die Trachten statt arabische Gummi!

  8. #8
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    Hallo Rein ,
    ich danke für die schnellen Informationen und allen ein schönes Wochenende,sagt canadiansearcher

  9. #9
    www.Briefmarken-Museum.de Avatar von Wanderer
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    Moin @all, So starke Vergrößerungen und UV Untersuchungen war vor rund 50 Jahren nur wenigen Personen möglich. Erst seit wenigen Jahren ist das dafür benörigte Zubehör relativ preiswert geworden .... die Kombination von beiden Untersuchungsmethoden, wie sie uns Ben dankenswerter Weise vorführt - das ist hoher zeitlicher Aufwand und noch nicht Standard.
    Vielleicht hat Ben Lust uns zu sagen, wie er die beiden Verfahren apparativ bzw. im Handling vereinigt hat - auf dass es sich weiter mit Nutzen @all rumspricht.
    Mit Sammlergruß & Glückauf
    Jochen

    Besucht doch mein Briefmarken-Museum

  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von Ben 11
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    UV Untersuchung an Centennialmarken.

    Hallo Wanderer,
    ... uns zu sagen, wie er die beiden Verfahren apparativ bzw. im Handling vereinigt hat.
    ... mache ich gern. Obwohl der technische Inhalt vielleicht nicht nach Nordamerika passt.

    Apparativ verwende ich ein USB Mikroskop mit integrierter LED Beleuchtung, die ich ausschalten kann. Dazu kommt eine UV Handlampe für die Beleuchtung der Marke mit UV-Licht für die fluoreszierende Reaktion.

    Beim Handling nehme ich mit dem Mikroskop ein Foto auf, welches über die mitgelieferte Software auf meinem Rechner angesehen und weiter bearbeitet werden kann. Also relativ einfach, kostengünstig und auch nicht zeitaufwendig. Da das Ergebnis aber ein gut strukturierter Forenbeitrag sein sollte, ist die redaktionelle Bearbeitung des Beitrages meist etwas umfangreicher.


    Name:  USB Mikro.jpg
Hits: 183
Größe:  38,4 KB

    Es gibt mittlerweile USB Mikroskope mit integrierter UV LED Beleuchtung, so dass man auf die Handlampe verzichten könnte. Ich wollte mir allerdings kein zweites kaufen und habe das Licht ausgeschaltet.
    USB Mikroskope mit 254 nm Wellenlänge habe ich noch keine gesehen. Gerade für die Untersuchung der frühen britischen "Wilding" Marken mit phosphoreszierendem Aufdruck wäre das sicher noch eine Überlegung wert.

    Ich hoffe, ich konnte Deine Frage beantworten.
    VG Ben
    stay curious.

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