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Thema: Realitätsferne "Michel Katalogpreise"

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von Artessa
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    Realitätsferne "Michel Katalogpreise"

    Die Diskussion zu Katalogpreisen wurde aus dem Beitrag "Vorwort philatelie" ausgegliedert. http://www.bdph.de/forum/showthread....ort-philatelie
    Grüße Harald

    Zitat Zitat von Claus Wentz Beitrag anzeigen
    Hallo Lars,

    zu Deinem Vorwort in der neuen Ausgabe unserer Verbandszeitschrift meinen herzlichen Glückwunsch!! Wie heißt es so schön: Es mußte mal gesagt werden!
    Leider lesen diejenigen Zeitgenossen, die am meisten "betroffen" sind, derartige Beiträge kaum oder überhaupt nicht. Schade.

    Beste Grüße
    Claus
    In der Tat ein gutes Vorwort! Einen Hinweis auf die oftmals komplett realitätsfernen "Michel Katalogpreise" hätte das Vorwort noch weiter abgerundet und vervollständigt.
    Geändert von Harald Krieg (28.04.2014 um 20:47 Uhr)

  2. #2
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    In der Tat ein gutes Vorwort! Einen Hinweis auf die oftmals komplett realitätsfernen "Michel Katalogpreise" hätte das Vorwort noch weiter abgerundet und vervollständigt.
    Die Frage ist nur, was Realität ist. EBay, Delcampe, Laden-Händler, Internethändler, Auktionshäuser, (subjektive) Sammlervorstellungen... ?
    Wenn man die Diskussion um Preisunterschiede im Michel und Scott anschaut, dann müsste man sogar noch das Verkäufer-/Käuferland berücksichtigen. Pauschales Michel-Basching ist sicher genauso realitätsfern wie viele Michel-Katalogpreise.
    Vielleicht hast Du ja einen Vorschlag, wie man solche Katalogpreise ermitteln sollte. Das käme wohl dem Stein der Weisen nah.

    ml
    Wehr fähler findet, daf si behaltn.
    Suche für eine Dokumentation der Zensurmaßnahmen 1981/82 in Polen weitere Mitstreiter.
    Krakauer Aufdruckmarken eine umfangreiche Dokumentation mit Schlitzohrenparade.


  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von Artessa
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    Vielleicht hast Du ja einen Vorschlag, wie man solche Katalogpreise ermitteln sollte. Das käme wohl dem Stein der Weisen nah.
    Durchschnittserlöse von den führenden Auktionen bspw., halt realistische Handelspreise. Was denn sonst?

    Oder sollen Katalogpreise virtuelle Maximalpreise eines extrem hochpreisigen Anbieters und eines maximal unwissenden Kunden darstellen?

  4. #4
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    Soviel ich mich erinnern kann, dienen/ dienten die Katalognotierungen als Anhaltspunkt zum
    TAUSCH.
    Aber das ist (leider) schon 50 Jahre her (oder noch mehr), als noch Philatelie ein (sehr) weit verbreitetes HOBBY war...frei von Spekulation
    & Mehrwerterzielung mittels Handeln damit...

  5. #5
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    95% (wahrscheinlich mehr) aller Notierungen im Michel tauchen nie auf irgendeiner (führenden) Auktion auf. Was ist dann ein realistischer Handelspreis, wenn man/Du nicht definieren kannst, wie man ihn ermitteln soll. Was ist ein realistischer Handelspreis - für Käufer und/oder Verkäufer?

    Beispiel (nicht Michel):
    polnische Ganzsachen - Auflagen oft unter 100.000 Stück - Katalogpreis 0,20 - 1,00 €
    Kein normal denkender Händler kommt auf die Idee sich so etwas hinzulegen, weil (fast) keiner es haben will. Ganze Jahrgänge werden schon mal für 1-3 € angeboten. der halbe Meter geht für 50 € über den Tisch.

    Wenn aber ein Thematiker eine solche Ganzsache sucht, der zahlt auch mal 5-10 €, wenn er sie überhaupt angeboten bekommt. Welcher Preis ist realistisch, wer bildet den Preis?

    ml
    Wehr fähler findet, daf si behaltn.
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  6. #6
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Auktionserlöse scheiden für vermutlich > 99% aller Marken als Basis aus. Da diese einfach zu billig sind um per Auktion verkauft zu werden.

    Ansonsten ist eine Marktpreisbildung nur bei regelmäßig gehandelten Marken einigermaßen verlässlich möglich. Seltene Stücke können bei einem Verkauf extrem schwanken. Ich arbeite selbst an einem Katalog für die Fiskalmarken der Deutschen Kolonien. Katalogwerte kann man auch da nur ganz grob einschätzen, da es kaum ein Angebot gibt, aber dann auch nur sehr beschränkte Nachfrage. So wurde vor einiger Zeit z.B. bei eBay eine sehr seltene Marke mit Startpreis $1 angeboten, ich wollte sie unbedingt und habe über $200 geboten und bin einem anderen Bieter unterlegen. Ich habe mich furchtbar geärgert, nicht mehr geboten zu haben. Am Folgetag hat der Verkäufer ein zweites Exemplar angeboten. Dieses Mal hatte ich dazugelernt und nochmals deutlich mehr als beim ersten Mal geboten. Zuschlag war unter $10 für mich. Der andere Interessent hatte ja bereits ein Exemplar und sonst hat sich wohl keiner ernsthaft interessiert.

    Wenn man diese Marke jetzt im Katalog bewerten will, was setzt man an um den "richtigen Preis" festzulegen?

    a) $200 – das hat die erste Marke auf dem Markt erlöst
    b) $10 - das hat die zweite Marke ja nur knapp gebracht
    c) $300 - das war ich bereit für das zweite Exemplar zu bezahlen
    d) $ 100 - als ca. Mittelwert der beiden Verkaufsergebnisse
    e) keine Preisangabe

    Für jeden Punkt gibt es sinnvolle Argumente, aber vermutlich jeweils mehr die dagegen sprechen.

    Das ist übrigens nur ein kleiner Spezialfall in der Preisdiskussion - es gibt noch viel mehr Aspekte, die man genauso kontrovers diskutieren kann.

    PS: Bund, Berlin etc. Standardware ist im Michel auch meiner Meinung nach deutlich zu hoch bewertet.

  7. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von Artessa
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    Welcher Preis ist realistisch, wer bildet den Preis?
    Der Markt bildet den Preis und nicht eine Verlagsredaktion. Und der Markt sind die Ergebnisse (+ Aufgeld / Gebühren) auf den Auktionen. Da dürfen ja auch Privatpersonen kaufen.

    Neben dem Begriff "Illusionskapitalismus" fällt ja auch meist im gleichem Atemzug der Begriff "Katalogpreis-Reich-Rechner".

    Leider spiegelt die Seltenheit einer Marke nicht unbedingt den Handelswert. Dazu bedarf es einer Nachfrage. Viele Marken sind heute schon nicht mehr handelbar... Ausnahmen wie ein zufälliger Thematiker ändert die Tendenz nicht.

  8. #8
    Vereinsmitglied Avatar von Cophila
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    Bei den Sammlerbriefmarken ist der Michelkatalogwert zuständig.
    Gründet jemand z. B. eine GmbH oder eine AG, so kann dieser Sachwert als Werteinlage dienen und wird so beim Notar akzeptiert.
    Mit freundlichen Grüßen

  9. #9
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    Zitat Zitat von Cophila Beitrag anzeigen
    Bei den Sammlerbriefmarken ist der Michelkatalogwert zuständig.
    Gründet jemand z. B. eine GmbH oder eine AG, so kann dieser Sachwert als Werteinlage dienen und wird so beim Notar akzeptiert.
    Das mag sein, aber was willst Du uns damit sagen ?
    Außer bei BPP-Prüfern, die anhand der Katalogpreise ihre Prüfgebühren berechnen und bei solchermaßen realitätsfern agierenden Juristen hat der Katalogpreis schon seit Jahrzehnten nur wenig mit der Marktrealität zu tun.

    Der tatsächliche Wert richtet sich nun einmal nach Angebot und Nachfrage, nach meiner Einschätzung sind bei den meisten Sammelgebieten 20-30 % vom Michelwert (bei einwandreien Stücken) aktuell der Normalfall. Michelwerte unter 5 EURO bedeuten in der Regel, dass die Marke unverkäuflich ist, der Handelswert also Null beträgt.

    Ob sich die Michel-Redaktion jemals wieder auf den Pfad der realistische Einschätzung zurückbegibt ?

  10. #10
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    Zitat Zitat von Skatbernd Beitrag anzeigen
    Soviel ich mich erinnern kann, dienen/ dienten die Katalognotierungen als Anhaltspunkt zum
    TAUSCH.
    Aber das ist (leider) schon 50 Jahre her (oder noch mehr), als noch Philatelie ein (sehr) weit verbreitetes HOBBY war...frei von Spekulation
    & Mehrwerterzielung mittels Handeln damit...
    Hallo Bernd,

    die Zeit, als das Briefmarkensammeln frei von Spekulation war, ist schon seit 150 Jahren vorrüber. Seitdem gibt es immer wieder Modegebiete oder Spekulation in einzelnen Marken (50 Pfg. Heinemann nach der 50 Pfg. Heuss). Machen wir uns nichts vor, Spekulation ist an sich erstmal nichts schlechtes. Aber wenn dann der "Normalsammler" Dir heisse Tipps mitteilt, welche Marken in kürzester Zeit im Wert steigen werden, dann ist die Hochphase der Spekulation definitiv vorbei. Das erinnert mich dann zu sehr an den "Neuen Markt"...

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
    www.bdph.de und www.arge-belux.de

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