Umfrageergebnis anzeigen: Online-Verfügbarkeit von Postarchiven / Museen

Teilnehmer
36. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja, ich wäre dafür die Archive verfügbar zu machen

    36 100,00%
  • Nein, soll bleiben wie es ist, ich besuche bei Bedarf die Archive

    0 0%
  • Ist mir egal, daran habe ich kein Interesse

    0 0%
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Ergebnis 1 bis 10 von 24

Thema: Pro- und Contra von der Online-Verfügbarkeit von Postarchiven / Museen

  1. #1
    Weltenbürger Avatar von Rainer Fuchs
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    Pro- und Contra von der Online-Verfügbarkeit von Postarchiven / Museen

    Vor einiger Zeit hatte ich eine Diskussion mit dem Leiter des Postmuseums von Bonn und fragte ihn warum man nicht die sich im Archiv befindlichen Dokumente scannt und im Internet verfügbar macht. Es würden sich sicherlich genug Spezialisten finden die z.B. die Dokumente abschreiben und so indizierbar machen würden.

    Der betreffende Herr war kein Freund davon da er befürchtete dass dann weniger Besucher in Museum kommen-.Nur, kaum einer der Besucher wird im Museum die Archive durchsuchen..., was ist eure Meinung dazu?
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  2. #2
    D 45/49, Eire, RhB, Dernb Avatar von ralph
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    Ich habe mit JA gestimmt. Schon zum Schutz der Originale wäre eine Online-Verfügbarkeit sinnvoll.
    Viele Grüße aus Berlin, Ralph

  3. #3
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    Morgen,

    ich bin auch für JA. Ich habe ein paar Daten für meine Sammlung aus der Nationalbibliothek in Schottland bekommen die ich sonst nie bekommen hätte. Man kann nicht immer überall in die Archive fahren. Wie Ralph, sehe ich auch das man die Originale schützen sollte. Wenn Leiter der Museen Angst haben um Ihren Umsatz, dann kann man diese Archive gegen eine geringe Gebühr veröffentlichen. Oder wie sehen andere das?

    Gruß Mario

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von Altsax
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    Hallo zusammen,

    selbstverständlich wird niemand auf die gestellte Frage mit NEIN antworten. Das gleiche Ergebnis würde erzielt, wenn man beispielsweise über kostenlosen Fernsehempfang abstimmen würde.

    Die Frage ist doch, wie sich Archive finanzieren und wer ggf. die Kosten für das scannen übernimmt. Auch derzeit schon bekommt man Kopien aller in Archiven lagernden Dokumente, wenn man die Kopierkosten übernimmt, was Personalkosten selbstverständlich einschließt. Das Internet hat die Mentalität verbreitet, daß Informationen aller Art kostenlos zur Verfügung zu stehen haben. Daß die Informationsaufbereitung mit Kosten verbunden sind, wird dabei geflissentlich übersehen.

    Mit der Forderung, daß "der Staat" all das finanzieren soll, laufen wir Gefahr, daß Archive und Museen bei einer der nächsten Sparrunden wenn nicht geschlossen werden, so zumindest ihren Service und die Beschäftigung qualifizierter Mitarbeiter einschränken. Ich jedenfalls möchte nicht auf die Unterstützung von Archivaren und sachkundigen Museumsmitarbeitern verzichten.

    Beste Grüße

    Altsax

  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von elmue
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    Hallo,

    viele, die diese Dokumente gerne einsehen würden haben aufgrund örtlicher Gegebenheiten nicht die Möglichkeit das Museum zu besuchen. Manchmal möchte man auch nur ein Objekt nachschlagen, da wäre es schon schön, in der Zeit der medialen Vernetzung, dass man über das Internet die gewünschte Information bekommen könnte. Aus diesem Grund stimme ich für eine Veröffentlichung der Dokumente im Internet. Manchmal bekommt man dadurch ja auch "Appetit", sich die Objekte im Original anzuschauen und besucht das Museum.

    Anbei bemerkt, viele Foren finanzieren sich nicht nur aus Werbung sondern auch aus Spenden. Das wäre dann evtl. eine Unterstützung für die Arbeit des Museums.

    Beste Sammlergrüße


    El Mü

  6. #6
    Weltenbürger Avatar von Rainer Fuchs
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    Zitat Zitat von Altsax Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    selbstverständlich wird niemand auf die gestellte Frage mit NEIN antworten. Das gleiche Ergebnis würde erzielt, wenn man beispielsweise über kostenlosen Fernsehempfang abstimmen würde.

    Die Frage ist doch, wie sich Archive finanzieren und wer ggf. die Kosten für das scannen übernimmt. Auch derzeit schon bekommt man Kopien aller in Archiven lagernden Dokumente, wenn man die Kopierkosten übernimmt, was Personalkosten selbstverständlich einschließt. Das Internet hat die Mentalität verbreitet, daß Informationen aller Art kostenlos zur Verfügung zu stehen haben. Daß die Informationsaufbereitung mit Kosten verbunden sind, wird dabei geflissentlich übersehen.

    Mit der Forderung, daß "der Staat" all das finanzieren soll, laufen wir Gefahr, daß Archive und Museen bei einer der nächsten Sparrunden wenn nicht geschlossen werden, so zumindest ihren Service und die Beschäftigung qualifizierter Mitarbeiter einschränken. Ich jedenfalls möchte nicht auf die Unterstützung von Archivaren und sachkundigen Museumsmitarbeitern verzichten.

    Beste Grüße

    Altsax
    Das Thema Kosten war gar nicht Sinn und Zweck der Umfrage sondern nur ob man die Archive Publik machen sollte oder nicht.

    Der einzige Hinweis bzgl. Geld war in meinem Einleitungsposting dass die Museen Angst haben dass dann niemand mehr kommt. Mal ehrlich, wie viele Leute waren in den letzten Jahren in den Postmuseen/Archiven und haben da aktive Forschung betrieben?

    Und, was ist wichtiger, philatelistische Aufarbeitung oder die Angst der Archivare dass niemand ins Museum geht und die Archive durchsucht. Sind wir doch mal ehrlich auch die Archivare wissen nur zu einem geringen Teil was da alles in den Kisten herumliegt..., daher wäre ich im ersten Anlauf einfach für ein scannen, alles ins Internet, gerne auch Passwort geschützt mit Zugang für aktive Mitarbeiter, jeder pickt sich was heraus, bearbeitet das und stellt es wieder ein. dadurch dass die Dokumente dann indexiert/durchsuchbar sind findet man schon vieles..., weitere spätere Schritte kann man dann immer noch einleiten.
    Ich sehe das als eine Win-Win Situation an.
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  7. #7
    Registrierter Benutzer Avatar von Altsax
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    Zitat Zitat von Rainer Fuchs Beitrag anzeigen
    Das Thema Kosten war gar nicht Sinn und Zweck der Umfrage sondern nur ob man die Archive Publik machen sollte oder nicht.
    Hallo Rainer Fuchs,

    genau deshalb habe ich es ja angeschnitten. Man sollte immer alle Konsequenzen einer wohlfeilen Forderung (resp. eines Wunsches) im Auge behalten. Politiker pflegen bei öffentlichen Einrichtungen die Besucher- resp. Nutzerzahlen zum Maßstab der Bedeutung zu machen. Ich kenne ein in Deutschland einzigartiges Museum (Elfenbeinmuseum in Erbach), das ständig auf Listen auftaucht, in denen potentielle Kandidaten zur Streichung von Landesmitteln aufgeführt sind, weil die Besucherzahlen relativ gering sind. Wir können uns nicht darauf verlassen, daß Bewahrung und Zugänglichmachung des kulturellen Erbes über alle politischen Lager hinweg dauerhaft den Rotstift fernhält.

    Beste Grüße

    Altsax

  8. #8
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    Ich würde mich aus den hier erwähnten Gründen weder für Ja noch Nein entscheiden…
    Eine mögliche Lösung wäre vielleicht (bei so vielen Arbeitslosen…), dass man wichtige Archive digitalisiert und als Daten-CDs/DVDs in Hinblick auf (kostenlose – denn wer soll das bezahlen!) Aufarbeitung dessen auch noch seitens Insidern, verkauft? Oder wie hier erwähnt wurde, über gewisse Internetplattformen gegen Gebühr.

    Viele Daten wurden inzwischen digitalisiert. Z.B. als damals das frisch renovierte Museum mit wertvollen Archiven in Flammen aufging und/oder auch durch Löschwasser die Archivarien z. T. auch noch zerstört wurden, oft Unikate, so hat man (die Museen, Forscher) heute den Zugriff darauf durch diese Kopien dessen (in welcher Form auch immer), die sich in Fässern in einem Bunker in der für die Öffentlichkeit unbekannten Ort befinden. – Soviel zu Bewahrung des Kulturerbes.

    Aber ich sehe das auch wie @Altsax, das das eine nicht realisierbare Frage ist, noch wirklich logisch sein kann ohne das andere … Denn ich möchte auch was möglichst gratis oder billig vom Kuchen abhaben und wenn ich es habe, brauche ich dann auch nicht ins Museum oder Archiv, welches nicht gerade um die Ecke ist…
    Aber ich denke, da wird schon auch was getan. Zumindest sollen im Web noch bessere virtuelle 3D Museen geben, wo man sich die Bilder und Gegenstände ansehen kann. … (?)

    Grüße

  9. #9
    Registrierter Benutzer
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    Zitat Zitat von Altsax Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    selbstverständlich wird niemand auf die gestellte Frage mit NEIN antworten. Das gleiche Ergebnis würde erzielt, wenn man beispielsweise über kostenlosen Fernsehempfang abstimmen würde.

    Die Frage ist doch, wie sich Archive finanzieren und wer ggf. die Kosten für das scannen übernimmt. Auch derzeit schon bekommt man Kopien aller in Archiven lagernden Dokumente, wenn man die Kopierkosten übernimmt, was Personalkosten selbstverständlich einschließt. Das Internet hat die Mentalität verbreitet, daß Informationen aller Art kostenlos zur Verfügung zu stehen haben. Daß die Informationsaufbereitung mit Kosten verbunden sind, wird dabei geflissentlich übersehen.

    Mit der Forderung, daß "der Staat" all das finanzieren soll, laufen wir Gefahr, daß Archive und Museen bei einer der nächsten Sparrunden wenn nicht geschlossen werden, so zumindest ihren Service und die Beschäftigung qualifizierter Mitarbeiter einschränken. Ich jedenfalls möchte nicht auf die Unterstützung von Archivaren und sachkundigen Museumsmitarbeitern verzichten.

    Beste Grüße

    Altsax
    Die öffentlichen Archive arbeiten doch bereits jetzt nicht kostendeckend. Wenn Du zu Besuch kommst, und Dir alte Schriften heraussuchen lässt, zahlst Du auch nicht den erforderlichen Stundenlohn für diese Dienstleistung. Im übrigen bin ich der Meinung, dass die Verwaltung und Pflege von Mikrofiches und Zettelkästen sowie das Herausschleppen von alten Büchern aus Kellern und das Aufpassen auf Besucher nicht gerade eine besonders qualifizierte Tätigkeit darstellt, die es zu schützen gilt. Die Digitalisierung von Archivgut kann dem Steuerzahler langfristig sogar Geld sparen. Nicht jede alte Zeitung muss unbedingt im Orginal in einem teuren, hoch klimatisiertem Raum aufgehoben werden. Wenige teure Experten sind mir lieber als viele billige Bücherschlepper in den Bibliotheken.

    Und letztlich sichert eine digitale Archivierung auch Kulturgut. Zum Glück war das in Köln weit fortgeschritten. Dort war es nicht der zweite Weltkrieg, sondern eine profane U-Bahn-Baustelle, die das Stadtarchiv im wahrsten Sinne des Wortes mitsamt ihres Inhaltes verschluckt hat.

    Ich wundere mich, dass die Zahl der Museen in Deutschland immer weiter steigt, während die Anzahl der Besucher abnimmt. Als Steuerzahler kann ich auch in diesem Bereich mehr Effizienz einfordern. Düsseldorf hat ein eigenes Schifffahrtsmuseum, nett gemacht, zieht aber kaum Besucher an. Die Besucherfrequenz pro Tag ist meistens einstellig. Warum kann man das nicht mit dem Stadtmuseum, das noch nicht einmal einen Kilometer entfernt ist, zusammenlegen?

    Und wenn das Elfenbeinmuseum im odenwäldischen Erbach so einmalig ist, warum hat es so wenig Besucher? Man kann als Museumsdirektor über die an Kultur desinteressierte Bevölkerung jammern, oder aktiv gegen steuern. Im übrigen gibt es auch private Museen, die ohne jeden Cent staatliche Förderung auskommen.

  10. #10
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Die Museumsrechnungen sind oft einfach.

    Für die Einrichtung gibt es satte EU-Zuschüsse, also muss man das Geld doch mitnehmen. Ob es jemand braucht oder nicht, man hat erstmal ein Museum, was sich mit der Chance einer Chance selbst trägt. Wenn man eigentlich kein Geld mehr für das Museum hat, und man freiwillig nicht mehr zahlen dürfte, dann findet man ein neue Zusatzleistung, die wieder mit 80% von der EU finanziert wird. Da darf eine Fahrradstation für 20 Fahrräder in der Woche auch schon mal 160.000 € kosten. Danach darf man dann nicht mehr zumachen, weil man sonst die Zuschüsse zurückzahlen müsste, die man aber nicht hat, weil man sowieso pleite ist. Kommunalpolitiker sind erfindungsreich. Das Museum interessiert eigentlich niemanden.

    ml
    Wehr fähler findet, daf si behaltn.
    Suche für eine Dokumentation der Zensurmaßnahmen 1981/82 in Polen weitere Mitstreiter.
    Krakauer Aufdruckmarken eine umfangreiche Dokumentation mit Schlitzohrenparade.


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