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Thema: Preisangaben in den Michel-Katalogen noch sinnvoll?

  1. #1
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    Preisangaben in den Michel-Katalogen noch sinnvoll?

    Zu den aktuellen Preisen in den Michel-Katalogen und den tatsächlichen Marktpreisen habe ich mich in den vergangenen Jahren aus meiner Sicht des öfteren geäußert. Tatsächlich hat sich an der Kluft zwischen den Michel - "Mondpreisen" und dem Markt für die gängige Standardware einiges verändert! Die Realpreise auf dem Markt sind trotz steigenden Qualitätsbewusstseins unter der Sammlerschar weiter gesunken. Nun kann man immer darüber diskutieren, ob der Markt nun im Internet statt findet oder/und auf Saalauktionen und eine Preisfindung somit für einen Katalogherausgeber "schwierig" erscheint.

    Tatsache ist, dass ein Ende des Abwärtstrends nicht abzusehen ist. Dem schließt sich aber der Herausgeber der Michel-Kataloge mit der Spiegelung dieses Umstandes nur sehr zögerlich, wenn überhaupt an. Es kann nicht realistisch sein, wenn z.B. die ersten beiden Briefmarken der BRD Mi. 111/12 mit les- und prüfbaren, fast "Voll"-Stempeln mitunter weniger als 10 Prozent der Michel-Notierung bringen. Wohin führt uns dieses Mißverhältnis zwischen Katalog und Realität, wenn die unter 10-Prozent-Mentalität beim Kauf sich auf alle "besseren" Erstausgaben ausweitet?

    Ja, ich weiß...Jetzt kommen wieder die Fingerzeige: Die Preise macht der Markt, nicht der Michel; es gibt zu viele "Qualitätsstufen", es wird nur noch Superluxus gewünscht - aber bitte für 10 Prozent!" Sollte sich ein Katalogherausgeber etwa darauf beschränken, seine Buchwerke mit ungerechtfertigten hohen Preisen "interessant" zu machen? Natürlich wird der Schwaneberger-Verlag so ein Gebaren weit von sich weisen......Aber warum verzichtet er dann nicht auf Preise, wenn die jährliche "Überarbeitung" zu einem unbefriedigenden Ergebnis führt? Die Informationen möchte ich als Nutzer nicht missen; aber die Preise in der jetzigen Relation zum Markt sind für mich Unfug!
    Wer sich um sein Sammelgebiet kümmert, hat heute vielfältige Möglichkeiten, sich über die Kosten (sprich Preisaufwand) zu informieren. Wenn wir einen neuen Fernseher kaufen, so googeln wir uns auch die Finger wund - oder gibt es keinen geizigen Geilen mehr? So würde für jeden Sammler der Markt transparenter und wer partout nicht mehr als 10 Prozent bezahlen möchte, kann dies doch weiter für sich versuchen.
    Ich wünsche mir jedenfalls keinen Katalog, der mir immer nur irgendwelche Dinge vorgaukelt. Das Gerede von den "Wertverhältnissen" der Marken untereinander, die eine Katalognotierung spiegeln soll, kann man getrost vergessen. Es ist mitunter blanker Unsinn, weil Äpfel und Birnen eben nicht gleich sind.

    Mich würde die Meinung anderer Katalognutzer interessieren - auch wenn das Thema nicht neu ist!

    Beste Sammlergrüsse


    Karl
    Geändert von katze52 (22.09.2013 um 14:10 Uhr)

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von Altsax
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    Hallo Karl,

    daß ein "Katalog" auch Preise nennen muß, denke ich, sollte nicht zur Diskussion stehen. Ebensowenig die ewige Frage, ob deren Bemessung es auch dem teuersten Händler ermöglichen soll, seine Preise unterhalb der Katalognotierungen anzusiedeln. Wir Sammler haben gut damit leben können, daß die üblichen Marktpreise generell ca. 50% der Michelnotierung ausmachten.

    Die aktuelle Problematik besteht darin, daß bei vielen Standardgebieten sich die Marktpreise im nahezu freien Fall befinden und die Katalogredaktion nicht bereit ist, ihre Notierungen im gleichen Verhältnis anzupassen. Dadurch geht die Berechtigung des Anspruchs verloren, die Preisrelationen der Ausgaben untereinander korrekt darzustellen. Wenn man, und das ist mir kürzlich passiert, bei einem seriösen Versandhändler eine postfrische Markenausgabe von Österreich zu 5,5 % der Katalognotierung in absolut perfektem Zustand kaufen kann, dann zeigt das überdeutlich, wie unsinnig ein solcher Katalogansatz ist.

    Um es zusammenzufassen: Wenn die Katalogredaktion ihrem eigenen Anspruch folgen würde, Wertrelationen im Rahmen tolerabler Schwankungsbreiten (ca. +/- 15%) aktuell korrekt darzustellen, wäre gegen "Michelwert" statt "Marktpreis" nichts einzuwenden. Die aktuelle Handhabung jedoch macht die Preisangaben bei vielen Gebieten völlig sinnlos.

    Beste Grüße

    Altsax
    Geändert von Altsax (22.09.2013 um 14:38 Uhr)

  3. #3
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    Wer schon lange BM sammelt weiß sicherlich den Michel zu schätzen.
    Dabei spreche ich NICHT von Spekulanten & Anlegern- dafür gibt es sicherlich bessere Anlageformen als BM....(Aktien, Immobilien...)
    Aber es soll ja noch Hobbyisten geben, die DAS schon (fast) ihr Leben lang machen & nicht auf eine imäginänre spätere Rendite schauen müssen/ wollen.
    Besonders jetzt da da Michel-Übersee (ÜK) auch in Farbe erscheint ist dieser oft meine "Zubettgeh"-Literatur, indem ich mir als Thematiker (Motive) ´raussuche:
    ....das & das könntest du noch gut gebrauchen zum Thema xyz...

    Was die Preise betrift, so handelt der Mi. sicherlich streng geschäftsorientiert, dh. das Mehrheits-Sammelgebiet wird eben wie gewünscht (viel) zu hoch angesetzt. Die Realität sehen wir dann bei Ebay & co. KG. - mehr als 10 % ist eben nicht ´drin- wenn überhaupt...
    Für diesen Ansatz würde ich liebend gern Motivausgaben aus (Süd)-Amerika nehmen, da gehts tlws.
    bis 100 % hoch.
    Die Mi.-Notierungen da sind dann natürlich ein Witz- dieser wird dann aber in der nächsten Kat.-Ausgabe korrigiert, tlws. mit Sprung auf 300 %. Alles gut durchdacht (meine ich) würde man sonst die nächste Kat.-Ausgabe mit halben Inhalt & (fast) doppelten Preis nehmen ?
    Geändert von Skatbernd (22.09.2013 um 16:03 Uhr) Grund: Tipfehler & Ergänzung

  4. #4
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    Die Sache ist m. E. die, dass MICHEL eben der „Standart“ bei den Sammlern in In- und oft Ausland ist und somit auch in nahezu Monopolstellung. Im Grunde Marktbestimmend.
    Meine und die der anderen Diskussionen mit Leuten vom MICHEL im Michel-Forum, hat auch nichts dahingehend gebracht, dass die wenigstens einen Händler benennen könnten, welcher Michel-Preise verlangen würde. Aber das ist eben nur eine Strategiesache …
    Aber eben prozentuell (und eben jetzt oft 10% von diesem MICHEL), richtet sich fast alles nach dem Michel-Katalog, auch wenn die Preise in ihren Angaben oft völlig daneben liegen. Prinzipiell 10% auch nur bei „Standartware“, das ist auch nicht richtig, um den Wertverhältnis mal anzusprechen. Ich hatte schon hier auch davon berichtet, dass für Briefmarken, die MICHEL mit nur 0,20 M€ bewertet, wäre ich bereit auch 50 Euro in bar zu bezahlen! Also wie schon der alte Albert mal sagte: Alles ist relativ!
    MICHEL-Preise sind sozusagen so ein „Versuchsdurchschnitt“ vom (irgend)etwas, aber nichts desto trotz Marktorientierungsvorgebend, auch wenn oft in Auktionskatalogen heißt: „Michel ohne Bedeutung“, „Michel völlig unterbewertet“ o. ä. …

    Philagrüße!
    Geändert von Jurek (23.09.2013 um 07:47 Uhr)

  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von Ben 11
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    @Jurek,
    Die Sache ist m. E. die, dass MICHEL eben der „Standard“ bei den Sammlern in In- und oft Ausland ist
    ist er nicht .
    In meinem Sammelgebiet "British Empire" und "Commonwealth" arbeite ich ausschließlich mit englischsprachiger Literatur aus den Herkunftsländern.
    Die Beschreibungen von Marken und deren Besonderheiten sind hier immer präziser, als im deutschen Werk. Allerdings gibt es auch dort Abweichungen zwischen Katalognotierungen und gehandelten Preisen.

    Viele Grüße
    Ben
    stay curious.

  6. #6
    DDR Spezial, bis MiNr.745 Avatar von Jurek
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    Bei Exotenländern u. ä. mag das so sein. Wenn es um Spezialkataloge geht, dann ist der MICHEL durchaus m. W. auch (neben anderen – klar) oft (d. h. nicht immer) der „Standard“.
    Ich wohne in Österreich und für österr. Briefmarken gilt hier eben der Österreichischer Briefmarkenkatalog / Spezialkatalog in besonderen, ganz neben dem MICHEL. Aber wenn es um Deutsche Briefmarken geht, dann neben dem hier Vierländer & Co., welcher nicht viel zu bieten hat, ist MICHEL Spezial auch hier der Katalog.

    Wie auch immer, im deutschsprachigen Raum und Gebiet, denke ich, dass der MICHEL keine unbedeutende Rolle bei den Katalogen einnimmt.
    Natürlich kommt es immer auf die Genauigkeit an. (Ich bezog mich bezüglich Deutschland auf MICHEL Spezial).
    Wenn ich mich irre, nun ja, dann macht das auch nicht wirklich was aus…

    Phila-Gruß!

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