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Thema: Interessante Belege aus Ostafrika

  1. #11
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    Zitat Zitat von saeckingen Beitrag anzeigen
    Ich möchte diese sporadische Reihe mal wieder um einen Neuzugang ergänze.

    Reichsdienstsache aus Deutsch Ostafrika mit Vorläuferfrankatur

    Portogerecht freigemachte Reichsdienstsache der 17. Gewichtsstufe (3,40 Mark) aus Dar-es Salaam an das Auswärtige Amt in Berlin. Der großformatige Leinenbrief ist dabei mit 2 Werten 20 Pf blau V48b und 6 Stück 50 Pf braun V50d freigemacht und entwertet mit dem ersten Stempel von Dar-es Salaam - Kaiserl. Deutsche Postagentur vom 30/5/91.

    Anhang 14585

    Anhang 14586

    Die mittlere 50 Pf Marke des unteren Dreierstreifens zeigt den Plattenfehler 50I "T von REICHSPOST waagerecht gebrochen". Es sind nur ganz wenige Exemplare dieses Plattenfehlers als Vorläufer aus DOA bekannt - auf Brief ist dies das einzige mir bekannte Exemplar.

    Anhang 14587

    Rückseitig ist der Brief mit 3 roten geprägten Siegelmarken "Kaiserlicher Gouverneur von Deutsch-Ostafrika" verschlossen und trägt den Ankunftsstempel des Berliner Kabinetspostamtes vom 30.6.91.
    Hallo,
    Ein sehr dekorativer Brief.Jetzt aber mal eine Frage für die Dummen:wie Du schon schreibst "Vorläuferfrankatur",damit meinst Du wohl weil aus DOA noch "rein deutsches Reich"Marken ohne jeglichen Zusatzaufdruck für DOA auf den Marken fehlt!?-oder sehe ich das falsch?Verzeihung für diese für Dich wohl naive Frage,aber auf dem Gebiet bin ich im Moment noch ein potentieller blutiger Anfänger!
    Grüße.

  2. #12
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Zitat Zitat von transylvanier Beitrag anzeigen
    Hallo,
    Ein sehr dekorativer Brief.Jetzt aber mal eine Frage für die Dummen:wie Du schon schreibst "Vorläuferfrankatur",damit meinst Du wohl weil aus DOA noch "rein deutsches Reich"Marken ohne jeglichen Zusatzaufdruck für DOA auf den Marken fehlt!?-oder sehe ich das falsch?Verzeihung für diese für Dich wohl naive Frage,aber auf dem Gebiet bin ich im Moment noch ein potentieller blutiger Anfänger!
    Grüße.
    Ja, "Vorläufer" hat sich als Bezeichnung für die in den Kolonien vor Einführung von eigenen Wertzeichen verwendeten Marken und Ganzsachen des Deutschen Reichs eingebürgert. Diese Marken sind daher z.B. auch im Michel mit der Katalognummer der Katalogisierung unter Deutschem Reich aufgeführt und mit dem Vorsatz "V" versehen.

  3. #13
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Heute möchte ich einen weiteren Beleg aus Ostafrika vorstellen, der zwei Gebiete dort betrifft und für beide interessant ist.

    Es handelt sich um eine Einschreibeganzsache der Imperial British East Africa Company, die von Lamu an das Deutsche Konsulat nach Zanzibar lief. Absender war vermutlich ein Angehöriger der deutschen Witu Gesellschaft.

    Belege mit den Marken der Imperial British East Africa Company sind alles andere als häufig, dazu dann noch vorwiegend aus Mombasa. Es gibt von den Einschreibeumschlägen der Imperial British East Africa Company zwei Größen - F size mit ca. 132x82 mm (RE 1) und die wesentlich größere J size mit ca. 254x106 mm (RE 2). Von RE 1 gibt es fünf klar zu unterscheidente Auflagen. Beim hier gezeigten Exemplar handelt es sich um Minns RE 1 - die erste Auflage aus 1891.

    Name:  BEA-ZAN PAR Front.jpg
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    Name:  BEA-ZAN PAR Rev.jpg
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    Der Werteindruck deckt nur die Einschreibegebühr von 2 Annas ab, die Zusatzfrankatur von 2 1/2 Annas das Briefporto. Marke und Wertstempel wurden am 28. August 1892 in Lamu gestempelt, der Brief lief über Mombasa (1. Sept. 92) nach Zanzibar, wo er am 8. Sept. 92 den Ankunftsstempel erhielt.

    Letzterer macht dieses Stück für die Zanzibar Sammlung äusserst interessant, da hier der seltene Paketstempel ZANZIBAR PAR (parcel) als Ankunftstempel verwendet wurde. Es sind nur wenige Marken mit diesem Stempel entwertet bekannt - auf Beleg war er bisher überhaupt nicht registriert.
    Geändert von Harald Krieg (28.07.2011 um 11:48 Uhr)

  4. #14
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Ich möchte meine lockere Reihe mal mit einem moderneren Stück fortsetzen.

    Es handelt sich um einen Einschreibeganzsachenumschlag von Kenya, Uganda & Tanganyika. Das gute Stück ist über 30 cm breit und eines der größten Ganzsachenformate des British Commonwealth. Gebrauchte Exemplare sind sehr selten - vermutlich wolle kaum ein Sammler so großformatige Umschläge aufbewahren.

    Name:  1110.jpg
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    Von KUT gabe es in dieser Größe (Size K) nur zwei Ausgaben - beide mit King George VI Motiv. 1951 ein Wert zu 30 Cent und 1952 einen zu 40 Cent. Bis vor 2 Jahren hatte ich keinen von beiden und habe auch nur einmal überhaupt ein gebrauchtes Exemplar gesehen. Dieses wurde mir vor vielen Jahren auf der Stampex für £600 angeboten und wurde wohl auch verkauft. Ich hatte erst 2010 das Glück auf einer kleinen Auktion den 30 Cent Wert für unter £100 zu kaufen. Jetzt gab es bei eBay den 40 Cent Umschlag für ein Drittel davon. Da kommt Freude auf!

    Der Umschlag wurde 1954 von Mombasa nach London verwendet. Der Luftpostzuschlag erklärt die vergleichsweise hohe Zusatzfrankatur von Sh10/40 mit Marken der einigen Wochen zuvor erschienen ersten Dauerserie mit Queen Elizabeth.

  5. #15
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Heute möchte ich meine lockere Reihe mit einem Mitbringsel von der Stampex fortsetzten. Eine Postkarte die drei meiner Sammelgebiete - Uganda, Zanzibar und Kenia - miteinander verbindet.

    Name:  c1l3go0klhvbsplt7.jpg
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    Postkarte von Kabale/Uganda nach Zanzibar mit 10c um 5c unterfrankiert. Die Marken wurden am 7. März 1945 mit dem Doppelkreisstempel D3 von Kabele (verwendet von 1925 bis 1961) entwertet.

    Die Karte wurde in Zanzibar mit 10c Nachporto belegt, welches am 24. März mit einer Portomarke zu 10c der dritten Portomarkenserie von 1936 (Michel P 20) erhoben wurde. Die Anzahl der bekannten Belege mit Portomarken dieser Serie kann man sich an den Fingern abzählen.
    Allerdings war der Empfänger leider nicht mehr im English Club in Zanzibar anzutreffen, sondern nach Nairobi/Kenia weitergereist. Daher wurde die Portomarke mit dem Stempel I18 "Charges not paid" mit Kreuz annulliert und die Karte nach Nairobi umadressiert. Der dabei angebrachte Hinweisstempel "Gone away / Parti" ohne Rahmen ist in dieser Form noch nicht in der Literatur belegt, er passt aber zu ähnlichen Stempeln mit anderen Hinweistexten. Der Tagesstempel vom "Returned Letter Office Zanzibar" ist auch nur in wenigen Exemplaren ab 1941 bis nach der Unabängigkeit un dem Zusammenschluß mit Tanganjika bekannt.

  6. #16
    Registrierter Benutzer Avatar von Taschentuch
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    Möchte mal ein Feadback geben. Interessante Eindrücke, die wirklich Lust auf dieses Sammelgebiet machen. Vielen Dank dafür.
    Zur letztgezeigten Karte sind alle Details erläutert. Nur eine Frage ist noch offen: Wie das Bild vom neuen Zuhause denn nun aussieht

    Gruß aus der Lüneburger Heide
    Michael

  7. #17
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Zitat Zitat von Taschentuch Beitrag anzeigen
    Nur eine Frage ist noch offen: Wie das Bild vom neuen Zuhause denn nun aussieht
    So:

    Name:  CIMG1369.jpg
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  8. #18
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Heute stelle ich eine Karte vor, die ich heute Nachmittag erst bei eBay gewonnen habe und die sehr gut zu der zuvor gezeigten Ansichtskarte mit Portomarke nach Zanzibar passt.

    Es handelt sich um ein britische Half Penny Ganzsachenpostkarte die am 6. August 1903 von Stalybridge nach Zanzibar geschickt wurde. Da dafür 1 Penny erforderlich gewesen wären, wurde noch in Großbritannien der sechseckige Taxstempel angebracht.

    Die Karte kam am 30. August in Zanzibar an, wo 1 Anna Nachporto erhoben wurde. Zu dieser Zeit wurden in Zanzibar noch keine Portomarken verwendet, sondern die Erhebung der Nachporti erfolgte mittels Stempel. Zuerst gab es einen Kastenstempel mit der Inschrift "Postage Due" in der oberen Zeile - in der unteren Zeile wurde handschriftlich das Nachportobetrag eingetragen. Ab 1891 wurde ein indischer Kastenstempel mit der Inschrift "Foreign Postage Due / ... Annas ... Pies" eingeführt, bei dem nur die Ziffern handschriftlich eingetragen werden mussten. Diesen Stempel zeigt die Karte mit der handschriftlich eingefügten 1 (Anna) in blau.

    Name:  $(KGrHqR,!ogE8VZ780+PBPWL-LneHw~~60_3.JPG
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    Nach der Währungsumstellung im Mai 1908 von Annas auf Cent wurde der Stempel in der zweiten Zeile adaptiert weiterverwendet. Von diesem Nachportostempel mit der Währungsangabe sind im Verwendungszeitraum 1891 - 1908 insgesammt 24 Exemplare erfasst.

  9. #19
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Lufthansa Absturz in Nairobi

    Der Beleg, den ich heute vorstelle ging zwar von Worms nach Rhodesien, hat aber trotzdem eine enge Verbindung mit Ostafrika.

    Er befand sich als Luftpost an Bord der Lufthansa Boeing 747 "Hessen" die am 20. November 1974 von Frankfurt über Nairobi/Kenia nach Johannesburg/Südafrika fliegen sollte. Das Flugzeug stürtzte kurz nach dem Start in Nairobi mit 157 Personen an Bord ab, wobei 59 Menschen starben. Details zum Unglücksflug LH540 gibt es z.B. bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Lufthansa-Flug_540

    Aus den Trümmern konnten Teile der nach Südafrika und seltener einige südafrikanischen Nachbarländern gerichtete Post geborgen werden, die aber größtenteils deutliche Spuren des Unglückes davontrugen.

    Name:  Lufthansa.jpg
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    Die geborgene Post erhielt einen zweisprachigen roten Hinweisstempel in Englisch und Afrikaans, da der vorwiegende Teil der Post für Südafrika bestimmt war. Ob dieser Hinweisstempel in Nairobi oder in Südafrika angebracht wurde ist nicht bekannt. Der englische Text lautet:

    RETRIEVED FROM AIRCRASH ON 20
    November 1974 AT NAIROBI


    Dieser Beleg gehört zum Thema Katastrophenpost, welches sich auch als eigenständiges Sammelgebiet entwickelt hat.
    Geändert von Harald Krieg (03.05.2012 um 12:44 Uhr)

  10. #20
    Ostafrikasammler Avatar von Harald Krieg
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    Auch heute nochmals ein eher moderner Beleg. Es handelt sich um eine Ganzsachenpostkarte von Kenya, Uganda & Tanganyika von 1961.

    Name:  c6jwut8iywbmdmmy3.jpg
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    Man könnte meinen, bei dieser modernen QEII Ausgabe handelt es sich um Massenware. Das ist aber alles andere als der Fall. Es gibt in dieser Zeichnung 4 Postkarten, eine zu 10 Cent, diese mit Überdrucken zu 15 Cent und 25 Cent sowie die reguläre Ausgabe zu 15 Cent. Alle Karten sind sehr selten in gebrauchter Erhaltung zu finden.
    Obwohl ich das Gebiet schon über 20 Jahre ernsthaft sammle, ist das das erste Exemplar des 15 Cent Wertes, das ich jemals im Angebot gesehen habe. Jetzt fehlt mir nur noch der Aufdruckwert zu 25 Cent - der dann auch der in diesem Fall mit Auffrankatur erreichte Wertstufe entspricht.

    Die älteren Postkarten von Queen Victoria bis King George VI sind fast alle häufig, alle neueren Ausgaben ab Elizabeth II und nach der Unabhängigkeit der drei Länder sind dagegen selten!

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