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Thema: Zu welchem Zweck wurde Berlin Nr. 58 Probedruck auf grünl., ungez. Papier hergestellt ?

  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von jothar
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    Frage Zu welchem Zweck wurde Berlin Nr. 58 Probedruck auf grünl., ungez. Papier hergestellt ?

    Zu welchem Zweck, und wann wurde Berlin Nr. 58 Probedruck auf grünl., ungez. Papier hergestellt ?
    Kommt evtl. auch gestohlene Makulatur in Frage ??
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    Geändert von jothar (27.07.2013 um 00:29 Uhr)

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von jothar
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    Herr Zerbel von der Deutschen Post hat diese interessante Antwort geschickt:



    Diese sog. „Probedrucke“ haben die Bundesdruckerei zufällig verlassen.

    Im Stichtiefdruck sind regelmäßig von der original gestochenen Platte Probeabzüge gemacht worden, auch um den Arbeitsfortschritt zu dokumentieren. Diese dienten nur internen Zwecken – der Stecher hatte damit eine gute Möglichkeit, seine eigene Arbeit zu überprüfen und seinem Chef zu zeigen wie weit er war. Diese Abzüge hat der Stecher selbst produziert.

    Sie sind in der Regel vernichtet (in den Papierkorb geworfen) worden.

    Probedrucke hingegen sind besonders schön abgezogen worden und dienten der Vorlage zunächst bei den „höheren Beamten“, bis hin zum Präsidenten, zur internen Begutachtung. War der Probedruck intern akzeptiert ist er auf einen Vorlagekarton mit Blindprägung (Adler und Reichs-, Staats- oder Bundesdruckerei) geklebt worden. Diese Vorlagekartons dienten der Vorlage bei der Post. In Berlin haben sich zur gemeinsamen Begutachtung die leitenden Herren der BDB und der LPD Berlin getroffen. *Es existierten immer drei bis fünf solcher Vorlagekartons: je *Exemplar für die LPD, die BDB als Imprimatur (= Druckfreigabe mit Unterschrift) und für das Postministerium in Bonn.

    Erst nach erteilter Druckfreigabe wurden die Moletten und Druckzylinder hergestellt. Die Reihenwertzähler sind erst in die Druckzylinder per Hand gestochen worden, wenn die Markenbilder bereits fertig übertragen waren.

    Um hier das Druckergebnis festzustellen und die nötigen Korrekturmaßnahmen des Nachstechens festzulegen wurden wiederum Abzüge, diesmal im ganzen Druckbogen in der Auflagen-Maschine hergestellt. Aus so einem Abzug (mit allen Rändern des Druckbogens) sind die beiden Muster geschnitten. Die Abzüge sollten unter Aufsicht vernichtet werden. Es war wohl jener „Zirkus“ mit der Vernichtung, die schon mal jemanden auf die Idee bringen konnte, dass die Papierblätter etwas wert seien könnten.

    Die Probeabzüge (Einzelandrucke der Urform) kann immer aus dem Nachlass eines Kupferstechers stammen, ein Vorlagekarton auch von einem Mitarbeiter der LPD oder des Postministeriums oder einem Angestellten der Bundesdruckerei stammen. Bei den vorliegenden zerschnittenen Druckbogenabzügen (sie haben keinen speziellen Eigennamen) ist das „zufällige“ Mitnehmen eher von einem Drucker oder grafischen Hilfsarbeiter zu erwarten.

    Jetzt aber zu der wirklichen philatelistischen Bedeutung: diese Probe-Bogen sind nach jedem Verchromen und vor allem für jede neue Platte gemacht worden. Das ging hin bis zu einer sog. „Frührevision“: ein Korrektor (Revisor klingt so dubios) hat zu Arbeitsbeginn an jedem Morgen einen Abzug auf grünlichem, nicht gummierten Papier bekommen und auf Fehler begutachtet.

    Die beiden Muster stammen also sicher aus einem Bogenandruck von 1950, wahrscheinlich nach einer neuen Verchromung.

    Die Plattenfehler wurden wahrscheinlich wieder mit verchromt.

    Hans Zerbel
    Beauftragter der Deutschen Post
    Geändert von jothar (08.11.2013 um 19:59 Uhr)

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