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Thema: Raubzug in Göppingen - 2 Nothilfeblocks (selten- Nothilfeblöcke) verschwunden

  1. #11
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    Die Realität ist wohl eher, dass einige deutsche Briefmarkenhändler/Auktionshäuser schon längst schließen müssten, gebe es die ehemaligen Ostblöckler wie Polen, Russen usw. nicht, die nun auch endlich einige Freiheiten in punkto Reise und Wohnsitz geniessen und in Deutschland Briefmarken in Größenordnungen ordern.

    Diese Trickdiebstähle...falls es denn tatsächlich einer war...gibt es meiner Meinung nach auch im Briefmarkenhandel schon länger. Ich habe zweimal vor ca. 7Jahren gesehen, dass auf einer Börse in Berlin die Polizei nach einem Diebstahl geholt wurde. Auch in einem Saalauktionshaus wurde mir mal erläutert, wie Trickdiebe teure Marken in anderen Sammlungen verstecken oder teure Marken in der Sammlung so verstecken, dass ein anderer Besichtiger diese nicht mehr so leicht findet usw.

    Übrigens habe ich per PN Hinweise auf zwei ähnliche Diebstähle in der Vergangenheit erhalten, die ich direkt an die Polizei weiterleite. Ich werde auch bitten, dass Bilder und Beschreibungen im Netz zur Verfügung gestellt werden.

    Dies sollte den Geschädigten hoffentlich helfen.

    Angst vor den bösen Fremden zu schüren, hilft hier nicht -sondern leistet meiner Meinung nach nur Schwachmaten geistigen Vorschub, die Mitbürger auf der Straße abknallen.

    Fehldruck

  2. #12
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    Zitat Zitat von Lars Böttger Beitrag anzeigen
    Hallo Alexander,

    ich sehe jetzt keinen direkten Zusammenhang zwischen "offener Grenze" und einer Zunahme von Diebstählen. Auch wenn das recht einfach ist zu behaupten. Es kann auch ein anderer Sammler gewesen sein, der sich die Blocks gegriffen hat.

    Auf der Homepage ist wahrscheinlich noch keine Warnmeldung, weil derzeit alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle in Essen auf der Messe sind.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars
    Hallo Lars,

    die Aussage der Polizei im Bericht der örtlichen Tageszeitung weist aber ganz eindeutig darauf hin, daß es ein Trickdiebstahl war.

    Und daß seit dem Wegfall der Grenzkontrollen die Kriminalität stark gestiegen ist, ist eine Tatsache.

    Die Börsenverantwortlichen werden sich auf diese neue Gegebenheiten einstellen müssen.

    Auch während der Messe wurden Artikel auf der BDPH-Homepage eingestellt. Bin gespannt, wann die Warnmeldung kommt.

    Schöne Grüße
    Alexander

    P.S.: Konnte Deinen guten Vortrag in Essen leider nicht zu Ende anhören, da ich zum Zug mußte.

  3. #13
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    Zitat Zitat von Fehldruck Beitrag anzeigen
    Die Realität ist wohl eher, dass einige deutsche Briefmarkenhändler/Auktionshäuser schon längst schließen müssten, gebe es die ehemaligen Ostblöckler wie Polen, Russen usw. nicht, die nun auch endlich einige Freiheiten in punkto Reise und Wohnsitz geniessen und in Deutschland Briefmarken in Größenordnungen ordern.
    Darum geht es doch überhaupt nicht. Es ist aber eine unumstrittene Tatsache, die nicht geleugnet werden kann, daß seit Wegfall der Grenzkontrollen, die Kriminalität in Deutschland stark gestiegen ist.

    Zitat Zitat von Fehldruck Beitrag anzeigen
    Diese Trickdiebstähle...falls es denn tatsächlich einer war...
    Die Polizei (s. Aussage im Zeitungsbericht) wird wohl über bessere Erkenntnisse verfügen.

    Zitat Zitat von Fehldruck Beitrag anzeigen
    Diese Trickdiebstähle (...) gibt es meiner Meinung nach auch im Briefmarkenhandel schon länger. Ich habe zweimal vor ca. 7Jahren gesehen, dass auf einer Börse in Berlin die Polizei nach einem Diebstahl geholt wurde.
    Sie müssen zwischen Diebstahl und Trickdiebstahl unterscheiden. Es ist unumstritten, daß es auch deutsche Gauner gibt. Eine „Aufrechnung“ bringt aber nichts.

    Zitat Zitat von Fehldruck Beitrag anzeigen
    Auch in einem Saalauktionshaus wurde mir mal erläutert, wie Trickdiebe teure Marken in anderen Sammlungen verstecken oder teure Marken in der Sammlung so verstecken, dass ein anderer Besichtiger diese nicht mehr so leicht findet usw.
    Mag ja sein – das steht aber hier nicht zur Debatte. Was ich nicht verstehe ist, daß hier versucht wird etwas „aufrechnen“ zu wollen, um den Trickdiebstahl zu bagatellisieren.

    Zitat Zitat von Fehldruck Beitrag anzeigen
    Übrigens habe ich per PN Hinweise auf zwei ähnliche Diebstähle in der Vergangenheit erhalten, die ich direkt an die Polizei weiterleite. Ich werde auch bitten, dass Bilder und Beschreibungen im Netz zur Verfügung gestellt werden.
    Ähnliche Diebstähle? Also doch die gleiche Vorgehensweise wie in Göppingen?!

    Zitat Zitat von Fehldruck Beitrag anzeigen
    Angst vor den bösen Fremden zu schüren, hilft hier nicht -sondern leistet meiner Meinung nach nur Schwachmaten geistigen Vorschub, die Mitbürger auf der Straße abknallen.
    Diese Aussage ist von mir nicht nachvollziehbar.

    Tatsache ist, daß sich die Börsenverantwortlichen auf diese neue Gegebenheit einstellen müssen.

  4. #14
    Forums-Administrator Avatar von Michael Lenke
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    Auch während der Messe wurden Artikel auf der BDPH-Homepage eingestellt.
    Artikel können mit einem Startdatum vorbereitet werden und gehen dann automatisch online. Wo die zuständigen Leute während der Messe waren, konnte man leicht im Forum sehen.

    Es war mir ehrlich gesagt neu, dass Tauschtag/Tauschbörsen-Händler solche hochpreisigen Stücke im Original auf dem Tisch anbieten - vielleicht mal abgesehen von Sindelfingen.

    ml
    Wehr fähler findet, daf si behaltn.
    Suche für eine Dokumentation der Zensurmaßnahmen 1981/82 in Polen weitere Mitstreiter.
    Krakauer Aufdruckmarken eine umfangreiche Dokumentation mit Schlitzohrenparade.


  5. #15
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    Erst einmal vorneweg, um Spekulationen zu beenden: Die Polizeiliche Kriminalstatistik wird vom Bundeskriminalamt publiziert und ist im Internet zu finden.

    Zum Beispiel der Schlüssel "3***00 Diebstahl ohne erschwerende Umstände §§ 242, 247, 248a-c StGB": Der Jahresdurchschnitt von 1997 bis 2011 beträgt 1.416.103 Fälle, wobei das Jahr 2011 mit 1.290.502 Fällen zu Buche schlug. Der Gesamttrend ist also rückläufig.

    Auch der Schlüssel "****00 Diebstahl insgesamt" zeigt einen rückläufigen Trend. Der Durchschnitt von 1997 bis 2011 beträgt 2.827.648 Fälle, das Jahr 2011 trug mit 2.403.781 Fällen bei.

    Innerhalb der Kategorie Diebstähle gibt es aber gegenläufige Trends, zum Beispiel steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche, während Ladendiebstahl rückläufig ist.

    Trickdiebstahl klingt erst einmal besonders gehässig, besagt aber nur eine "Wegnahme, die für den Betroffenen als solche nicht erkennbar ist" (Wikipedia). Das Gegenteil ist der Raub, also wenn am Tauschtag ein Vermummter unter vorgehaltener Waffe eine schwarze Stofftasche auf den Tauschtisch wirft und sagt: "Alle Nothilfeblocks, Sachsendreier und postfrische Posthornsätze einpacken, aber schnell, sonst schiesse ich."

    Aus eigenen Erzählungen weiss ich, dass schon immer auf Tauschtagen geklaut wurde. Oft sind es nicht die grossen Stücke und die Diebe sind selbst Sammler. Ein bekannter Trödelmarkthändler hat eine besondere Form der Warensicherung entwickelt, nachdem er mehrmals selbst beklaut wurde. Lose Steckkarten machen Dieben das Leben besonders einfach. Ein Aktenordner mit Plastikhüllen, der nicht ohne weiteres geöffnet werden kann, ist schon eine Herausforderung. Und wertvolle Marken werden auch nicht im Minutentakt verkauft, so dass eine etwas umständliche Warenentnahme den Umsatz nicht schmälert.

    In diesem Fall dürften die Diebe nicht unvorbereitet gewesen sein. Die Blocks wurden auf Bestellung geklaut und die Diebe wussten, wo sie die Ware holen konnten. Da bringt eine Veröffentlichung auf irgendwelchen Internetseiten auch nichts, da die Stücke erst einmal für die nächten Jahre verschwinden. "Einfache" Diebe hätten sich mit Geld begnügt. Auch hier heisst es aufpassen, und grosse Geldscheine besser am Mann tragen als in der Geldkasette lagern. (soviele Kunden zahlen nicht mit einem 100-EUR-Schein, so dass 50-Euro-Scheine am besten direkt weggesteckt werden).

    Ich kann nur meinen Tipp wiederholen, wertvolle Stücke nur als Farbkopien zu präsentieren. Wer 6000 EUR in einen Nothilfeblock investieren möchte, ist gut beraten, sich mit dem Verkäufer an einem Ort zu treffen, an dem vernüftiges Licht und die üblichen Hilfsmittel wie eine gute UV-Lampe oder Leuchtlupe zur Verfügung stehen. Auf Tauschtagen scheitert der Einsatz solcher Geräte schon meistens am fehlenden Stromanschluss. Wer mehrere tausend Euros in wertvolle Einzelmarken investieren möchte, sollte auch die vielleicht 50 Euro Spritgeld übrig haben, wenn beide Seiten dadurch mehr Sicherheit gewinnen. Und ich hoffe, dass niemand einen Nothilfeblock kauft, ohne die persönlichen Daten des Verkäufers zu kennen. In dieser Grössenordnung sollte man auch einen schriftlichen Kaufvertrag mit detaillierter Beschreibung der zugesicherten Eigenschaften (Stempel, Prüfzeichen echt, Reparaturen etc.) aufsetzen. Wenn der Verkäufer dazu nicht bereit ist, stimmt etwas nicht. Im einfachsten Fall ist es nur Schwarzgeld, das gewaschen werden soll. Im schlimmsten Fall sitzt man einem Betrüger auf, den man nie wieder sieht, oder man bekommt selbst Hehlerware angedreht.

  6. #16
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    Zitat Zitat von drmoeller_neuss Beitrag anzeigen
    Erst einmal vorneweg, um Spekulationen zu beenden: Die Polizeiliche Kriminalstatistik wird vom Bundeskriminalamt publiziert und ist im Internet zu finden.
    Hier wird auf eine absolut plumpe Weise versucht, die eklatant gestiegenen Straftaten, die durch einreisende Kriminelle aus Osteuropa als Folge der Aufhebung der Grenzkontrollen begangen werden, zu negieren.
    Betroffen sind nicht nur die Grenzregionen zu Tschechien und Polen, sondern das ganze Bundesgebiet.
    Nur einmal hier lesen, was die GDP schreibt: GDP - Bundespoliziei

    Die Kriminalstatistik dürfte keine hundertprozentige Aussagekraft haben, auch wenn sie vom Bundeskriminalamt mit Hilfe der Landeskriminalämter erstellt wurde. Denn es sind die Innenminister, die die Vorgaben zu einer solchen Statistik machen.

    So wird in Baden-Württemberg die Kriminalstatistik „verschönt“. Es werden mehrere Straftaten für die Statistik als eine Straftat gewertet, wenn diese von einer PErson begangen werden. Wenn z. B. ein Serieneinbrecher nachts in fünf Häuser einbricht, gehen diese Straftaten als eine Straftat in die Statistik ein.

    Die zwei Trickdiebstähle in Göppingen werden als eine Straftat in die Statistik eingehen, weil diese durch die selbe Personen begangen wurden.

    Zitat Zitat von drmoeller_neuss Beitrag anzeigen
    Trickdiebstahl klingt erst einmal besonders gehässig,
    Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, warum dieses Wort gehässig klingt?
    Gehässig ist doch eine solche Straftat!

    Zitat Zitat von drmoeller_neuss Beitrag anzeigen
    Aus eigenen Erzählungen weiss ich, dass schon immer auf Tauschtagen geklaut wurde.
    Und was haben Ihre eigenen Erzählungen mit der in Göppingen begangenen Straftaten zu tun? Die Bestohlenen werden Sie damit nicht trösten können!

    Zitat Zitat von drmoeller_neuss Beitrag anzeigen
    In diesem Fall dürften die Diebe nicht unvorbereitet gewesen sein. Die Blocks wurden auf Bestellung geklaut und die Diebe wussten, wo sie die Ware holen konnten.
    Sie scheinen hellseherische Fähigkeiten zu haben?! Oder ist dies der verzweifelte Versuch, die Täter als arme Opfer darstellen zu wollen?

    Es läßt sich nichts verdrehen, nichts beschönigen und nichts entschuldigen!

    Und wenn mal ein solches Trio bei einer Börse auftaucht, sollte es besonders beobachtet werden!

  7. #17
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    Ich kann beide Aussagen nicht kontrollieren oder nachprüfen. Grundsätzlich erscheint es mir aber weniger plump, eine Aussage über einen bundesweiten Trend mit einer Bundesstatistik zu belegen als mit einer einzigen Zahl aus Düsseldorf 2010. Diese Einzelzahl noch von der Gewerkschaft, die ein Interesse hat, einen Stellenbedarf nachzuweisen.
    Wenn die Statistik Straftaten zusammenlegt, müsste sich ein Anwachsen der Einzeltaten eben durch ein Anwachsen der gezählten Taten auswirken, nur auf niedrigerem Niveau. Es sei denn, man postuliert auch noch einen Trend von Einzel- zu Massentätern.

  8. #18
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    Natürlich kann man jede Statistik anzweifeln. Wenn ich einen Kasten Bier klaue, sind es dann 20 Diebstähle, für jede Flasche einen oder sogar 21? (der letzte zählt für den leeren Kasten). Ich hatte in meinem Beitrag geschrieben, dass innerhalb der Kategorie Diebstahl durchaus gegenläufige Tendenzen sichtbar sind. Dass die Einbrüche zugenommen haben, hatte ich bereits geschrieben. Hier handelt es sich aber weder um einen Einbruch noch um einen Taschendiebstahl.

    Wenn ich als Dieb keine Ahnung von Briefmarken habe, klaue ich auf Tauschtagen die Scheine aus den Geldkassetten oder ziehe den Leute die Geldbörsen im Gedränge aus den Taschen (auch schon auf Tauschtagen passiert). Oder ich versuche es mit dem Geldwechseltrick.
    Auf einem Tauschtag sind vielleicht 100 Anbieter. Die allermeisten haben klein- und bestenfalls mittelpreisiges Material. Woher soll ein Dieb wissen, wer Nothilfeblocks anbietet? Natürlich kann man alle Händler danach fragen, aber das dürfte doch aufgefallen sein? Die Diebe mussten schon vorher gewusst haben, wo etwas zu holen ist. Ganz Fremde dürften dazu nicht in der Lage sein.
    Damit beschönige ich überhaupt nichts. Es passt aber nicht in Dein Weltbild, dass hier wohl keine "einreisende Kriminelle aus Osteuropa" zugeschlagen haben.

    Als Händler muss mir auch klar sein, dass ich nicht in einer schönen heilen Welt lebe. Nehmen wir einmal an, das Türschloss von meinem Laden ist kaputt. Hänge ich da einen Zettel daran "Achtung, Schloss defekt, bitte Geschäft nicht ausserhalb der Ladenschlusszeiten betreten", oder rufe ich einen Schlüsseldienst, damit ich mein Geschäft wieder abschliessen kann? Ich kenne auch niemanden, der mit 6000 EUR auf Verdacht auf einen Tauschtag geht, um einen Nothilfeblock zu kaufen. Es bringt nichts, hier kollektiv zu heulen und die betroffenen Händler zu trösten. Wir können nur andere warnen, auf Tauschtagen vorsichtig zu sein, und von teuren Briefmarken besser aussagekräftige Farbkopien zu präsentieren. Übrigens haben viele Briefmarkenhändler in ihren Schaufenstern auch nur Farbkopien, um eingeschlagene Schaufensterscheiben zu vermeiden.

  9. #19
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    Kann jemand mal den Titel orthographisch korrekt auf "Blocks" abändern, ehe sich alte Philatelisten im Grabe herum drehen? Danke!
    Beatus ille, qui procul negotiis

  10. #20
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    @bayern klassisch
    Bravo, die Formulierung "Blöcke" sticht mir auch immer ins Auge. Eines der ersten Dinge die ich als Kind -von anderen, älteren Kindern- über Briefmarken einst gelernt hatte: Die Mehrzahl von Briefmarkenblock ist Briefmarkenblocks, also Blocks und nicht Blöcke.

    Gruß aus der Lüneburger Heide :-)
    Michael

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