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Thema: Bilder von Briefmarken im Internet - Copyright?

  1. #1
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    Bilder von Briefmarken im Internet - Copyright?

    Hallo zusammen,

    eine Bekannte von mir betreibt eine (nichtkommerzielle) Internetseite mit dem Thema „Wale und Delfhine“. Wir hatten die Idee, dort auch eine "virtuelle Briefmarkenecke“ einzurichten, auf der wir besonders schöne Marken mit Wal- und Delfinmotiven aus aller Welt vorstellen wollen.

    Nun habe ich aber wegen einer Sache Bedenken: wie sieht es mit den Copyrightbestimmungen von Marken aus, vor allem, wenn die aus dem Ausland kommen?

    Einerseits findet man ja im Internet unzählige Bilder eingescannter Briefmarken, egal, ob es sich um Online-Kataloge, Bildern in Shops, auf ebay oder auch privat erstellten Seiten handelt.
    Zum Anderen gibt es aber auch das „Loriot-Urteil“, nachdem Wikipedia die Bilder der Wohlfahrtsmarken von ihrer Seite nehmen musste, weil die Erben Loriots diese nicht abgebildet haben wollten.

    Natürlich möchten wir natürlich nicht, dass uns eines Tages eine unangenehme Überraschung in Form einer (teuren) Abmahnung ins Haus flattert.

    Rein theoretisch müsste man ja von jeder Briefmarke, die man ins Internet einstellt, die Rechteinhaber ermitteln und um Erlaubnis fragen – was in der Praxis jedoch ziemlich schwierig bis unmöglich sein dürfte, vor allem, wenn man auch Briefmarken anderer Staaten zeigen möchte, in denen ja anderes Recht gilt.

    Deshalb würde es mich interessieren, wie ihr das handhabt.

  2. #2
    www.Briefmarken-Museum.de Avatar von Wanderer
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    Wale sind Säugetiere, Künstler mit streibaren Erben sind eine andere Kategorie.

    Hier mehr zu diesem Präzedenzfall zum Nachlesen https://www.telemedicus.info/article...Wikipedia.html
    Mit Sammlergruß & Glückauf
    Jochen

    Besucht doch mein Briefmarken-Museum

  3. #3
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    Nun ja, die Wale und Delfine selbst werden kaum was dagegen haben - aber wie sieht es mit den Künstlern und Fotografen, welche die Tiere gezeichnet oder fotografiert haben...?

  4. #4
    www.Briefmarken-Museum.de Avatar von Wanderer
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    Die haben doch nicht Vertragfrei ud Honorarlos gearbeitet, da werden u.a. doch die Urheberrechtsfragen geregelt.

    Mich wundert eher diese Lücke bei diesen Spezialfall um Loriot ..... da wird nichts weiter berichtet. Oder kennt jemand noch einen aktuellen Präzedenzfall ?
    Mit Sammlergruß & Glückauf
    Jochen

    Besucht doch mein Briefmarken-Museum

  5. #5
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    Das würde mich auch interessieren.

    Wenn die Loriot-Erben etwas dagegen haben, dann hätten die das der Post schon verbieten müssen,
    das als Briefmarke zu drucken. - So wie die damals die Erben von Audrey Hepburn

    Bilder von Briefmarken sind m.E. grundsätzlich frei.

    - Für die Kataloghersteller
    - Auktionskataloge
    - Preislisten des Handels
    - und wie ich meine für Jedermann

    Gruß anka

  6. #6
    Registrierter Benutzer Avatar von fricke
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    Meinen hilft da nichts. Die Rechtsprechung sieht das leider anders.

  7. #7
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    Welche Rechtsprechung?

    Hast Du mal ein Urteil mit Begründung zur Hand?

    Dann wäre das ein weites Feld für Abmahnungen

    4 Mio Artikel bei ebay,
    25 Mio bei Delcampe

    und überall sind die entsprechenden Briefmarken abgebildet

    Ganz abgesehen von den unzähligen gedruckten Preislisten des Handels

    Danke für den link mit dem Urteil

    Gruß anka

  8. #8
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    Hier das Urteil im Loriot-Fall:
    https://www.telemedicus.info/urteile...ia-Loriot.html

    Und hier eine (leider recht unvollständige) Übersicht über die Rechtslage in verschiedenen Staaten der Welt:
    https://commons.wikimedia.org/wiki/C.../Public_domain

    Nur, weil viele Leute ohne nachzudenken Briefmarkenbilder hochladen heißt dies noch lange nicht, dass es legal ist. Ich habe den Eindruck, dass viele einfach beide Augen zudrücken, aber wenn man eben aln Leute wie die Loriot-Erben gerät, dann kann es richtig teuer werden.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Delfinfreund Beitrag anzeigen
    Hier das Urteil im Loriot-Fall:
    https://www.telemedicus.info/urteile...ia-Loriot.html

    Und hier eine (leider recht unvollständige) Übersicht über die Rechtslage in verschiedenen Staaten der Welt:
    https://commons.wikimedia.org/wiki/C.../Public_domain

    Nur, weil viele Leute ohne nachzudenken Briefmarkenbilder hochladen heißt dies noch lange nicht, dass es legal ist. Ich habe den Eindruck, dass viele einfach beide Augen zudrücken, aber wenn man eben aln Leute wie die Loriot-Erben gerät, dann kann es richtig teuer werden.

    Nun mal langsam

    Es ist grundsätzlich eben schon legal.

    Der folgende Text ist aus einem juristischen Kommentar dazu

    Von der bisherigen kargen und mittlerweile in die Jahre gekommenen Rechtsprechung werden Briefmarken als amtliche Werke und damit als gemeinfrei angesehen (LG München, a.a.O.). Die Entscheidung des LG München wurde darauf gestützt, dass Briefmarken zum Zeitpunkt der Entscheidung noch im Amtsblatt des Bundespostministers (aufgelöst zum 1. Januar 1998, seitdem herausgegeben vom Bundesministerium der Finanzen, Referat Postwertzeichen) veröffentlicht wurden. Mittlerweile werden neue Postwertzeichen „nur“ noch auf der Website des Finanzministeriums bekanntgegeben. Folgt man also der Meinung der Rechtsprechung, steht einer freien Verwendung wie z.B. der Vervielfältigung nichts entgegen.

    Warum im Fall Loriot das Gericht zu 4 Funftel dem Antrag der Loriot Erben stattgegeben hat und nur zu einem Fünftel Wikipedia
    kann ich nicht nachvollziehen, da ich das ganze juristische Kauderwelsch, das dann seitenlang folgt nicht verstehe.

    Ich gehe aber weiterhin davon aus (wie der Kommentar oben auch), dass die Abbildung von Briefmarken grundsätzlich frei ist.

    Trotzdem danke für den link

    CU anka

  10. #10
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    Hallo Anka,

    der Satz stammt offensichtlich aus dieser Quelle: https://www.rechtambild.de/2011/06/u...n-briefmarken/

    Du machst allerdings einen Fehler. Du pickst Dir genau den Satz heraus, der Dir genehm ist und stützt Dich darauf.

    In der Frage des Briefmarken-Copyrights gibt es in der deutschen Rechtsprechung wohl nur zwei Urteile: eines vom LG München von 1987, auf das sich Dein Zitat beruft und dann eben besagtes Loriot-Urteil von 2012.
    Die von Dir zitierte Aussage bezieht sich also auf das ältere Urteil, dem das neuere Loriot-Urteil des LG Berlin widerspricht.

    Lies die Stelle, die unmittelbar NACH Deinem Zitat kommt. Dort heißt es nämlich:

    "... Anders sieht dies jedoch die überwiegende Literaturmeinung (...) Briefmarken hingegen werden nicht zum Zwecke der Kenntnisnahme verteilt, sondern haben einen konkreten Verwendungszweck – den der Frankierung von Briefen. Briefmarken sollen daher Urheberschutz genießen, wie andere Werke auch und nicht als gemeinfrei gelten.


    Das alte Urteil von 1987 stützte sich auf die Veröffentlichung im Amtsblatt des Postministers. Diese Veröffentlichung gibt es aber seit der Privatisierung der Post 1998 nicht mehr. Aus dem Kommentar kann man also maximal den Schluss ziehen, dass Briefmarken aus der Zeit der Deutschen Bundespost als Staatsunternehmen gemeinfrei sind, nicht aber diejenigen, die nach der Privatisierung herausgegeben wuden. Aber auch nur, wenn man davon ausgeht, dass das alte Urteil neben der neueren Rechtsprechung weiterhin Gültigkeit hat und nicht von der neueren Rechtsprechung ersetzt wird. Und der von Dir genannte Kommentar kommt ja dann im letzten Absatz auch zu der Feststellung: "Eine eindeutige Einschätzung, ob Briefmarken als gemeinfreie Werke anzusehen sind, bleibt daher an dieser Stelle aus. "

    Wir Sammler bekommen also auf die Ausgangsfrage, ob man Briefmarken nun abbilden darf oder nicht von juristischer Seite die Antwort: "Tja, Leute, das wissen wir auch nicht so genau..."

    Aber das ist ja erst der Anfang. Denn natürlich kann die deutsche Justiz nur für deutsche Briefmarken sprechen.
    Allerdings gibt es noch locker 199 weitere Staaten, die Briefmarken herausgeben, jeder mit einem anderen Urheberrecht bzw anderen Regelungen. Selbst wenn ich also herausfinde, dass ich Marken von Land A abbilden darf, heißt das noch lange nicht, dass ich das mit Marken von Land B auch machen darf.

    In der Praxis gilt wohl: "Wo kein Richter, da kein Henker". Viele Postverwaltungen dürfte es ja freuen, wenn ihre Briefmarken durch diese Art der Verbreitung bekannter werden und damit letztlich auch ihr Umsatz steigt, wir, die Sammler, also sozusagen kostenlos Werbung für die Produkte machen. Wenn man dann aber an Leute wie die Loriot-Erben gerät, dann kann es richtig teuer werden. Meines Wissens durfte Wikipedia für diesen Spaß 30.000 Euro löhnen.

    Ich hab auch schon Marken über ebay verkauft; aber da waren die Bilder nur temporär im Netz und nach einer Woche waren die Auktionen beendet. Aber wenn ich auf einer Webseite Markenbilder dauerhaft einstellen möchte, wäre mir persönlich das Risiko dann doch zu hoch und ich fürchte, wenn man wirklich sicher sein will, muss man dann doch die Postverwaltungen einzeln fragen, auch wenn es ein ziemlicher Aufwand ist.
    Geändert von Delfinfreund (01.11.2017 um 04:16 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler

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