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Thema: Wozu Rang 3 Ausstellungen ?

  1. #1
    Setubal
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    Wozu Rang 3 Ausstellungen ?

    In verschiedenen Themen des Forums wird das Ausstellungswesen in Deutschland immer wieder kritisiert, bemängelt oder in Frage gestellt.

    Ich frage mich, wozu wir in der bisherigen Form die Rang 3 Ausstellungen brauchen ?

    Mir erscheint es sinnvoller, wenn ein Wegfall der Rang 3 Ausstellungen die Möglichkeiten für Neuaussteller ohne Wettbewerbsdruck als Einstiegsklasse schaffen würden.
    Die dann auf derartigen Ausstellungen gezeigten Exponate könnten von einer Jury gesichtet werden. Die Exponate könnten unter Mithilfe von erfahrenen Ausstellern auf den dann im Rang 2 beginnenden Wettbewerb vorbereitet werden.
    Oder, wer sich und sein Exponat eben nicht im Wettbewerb zeigen will, könnte hier weiter zeigen, was er hat, was er sammelt - sein Exponat "vorstellen".
    Und für die, die sich dem Wettbewerb stellen würden, wären erste Hilfestellungen geschaffen, die dann den Marathon durch die Ränge verkürzen würden.

    Mit freundlichen Sammlergrüßen

    Setubal

  2. #2
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    @setubal:

    1. Die Rang-Ausstellungen in Deutschland nehmen in den letzten Jahren sehr stark ab. Es gibt kaum noch Möglichkeiten, als Aussteller tätig zu werden.
    2. Eine Rang-3-Ausstellung ist relativ leicht zu organisieren und zu finanzieren. Eine Rang-2 mit mehreren hundert Rahmen, das muss man auf Jahre hinaus planen. Eine Rang-3 kann man zu einem Vereinjubiläum machen.
    3. Die Ochsentour durch die Ränge hat seinen Sinn. Durch das Feedback, das man erhält, kann man ein wettbewerbsfähiges Exponat aufbauen.

    Als Verband kucken wir aber auch über den Tellerrand. In der Tschechei findet zum Jahresende eine Ausstellung statt, bei der die Exponate vorab im Internet (Exponet) gezeigt und bewertet werden. Sie können (müssen aber nicht) dann auch als Präsenzexponat ausgestellt werden. Sowas kann ich mir für Deutschland auch gut vorstellen. Eventuell mit dem Schritt, eine Präsenzausstellung ganz sein zu lasen und dafür nur "virtuell" auszustellen.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars

  3. #3
    Setubal
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    Hallo Lars,
    Hallo Forumsleser,
    bei meinem Vorschlag die Rang 3 Ausstellungen anzuschaffen, sehe ich folgende Vorteile:
    - die bisherige Rang 3 bleibt ohne Bewertung erhalten
    und nimmt verstärkt die Einstiegsklasse mit auf
    - das Gespräch mit der Jury (oder fachkompetenten, erfahrenen Ausstellern) wird Pflicht
    In einem derartigem Gespräch sollte dem "Neuling" klar gemacht werden, wie er sein Exponat im Wettbewerb am optimalsten präsentiert:
    Überarbeitung des Titels und/oder Plans,
    welche Lücken hat das bisher gezeigte
    und natürlich, ob sich der "Neuling" überhaupt dem Wettbewerb stellen will.
    Die freigewordenen Mittel zur Finanzierung bisheriger Rang 3 Ausstellungen könnten für eventuelle Einstiegsausstellungen eingesetzt werden.
    Ebenso stelle ich mir vor, dass es durchaus möglich ist, angedachte Einstiegsausstellungen im Verbund mit Werbeschauen durchzuführen. Hier ist es aus eigener Erfahrung möglich auch geeignete Sponsoren - Geldgeber - zu finden.
    Mein eigenes Exponat habe ich unter finanzieller Mithilfe bereits öfter präsentiert.
    Wer dann nach gründlicher Sichtung und evtl. Überarbeitung in den Wettbewerb gehen will, kann dies ja dann beginnend in Rang 2 machen.
    Hier sollte eine weitere Überprüfung, jetzt bereits in Form einer "Beurteilung" sprich Prämierung, erfolgen.
    Die "Endabnahme" (mir fiel keine bessere Bezeichnung ein) wäre dann die Rang 1, bevor ein erfolgreicher Weg auf internationale Ausstellungen möglich ist.

    Noch ein Wort zu Sponsoren.
    Es ist schon etwas her, da habe ich mit einem höchstdekoriertem Aussteller zusammen je 1 Sammlung zu einem Jahrestreffen eines renomierten Vereins hier in der Stadthalle ausgestellt. Im Vorfeld haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir das Interesse der Öffentlichkeit und Nicht- Briefmarkensammler wecken können.
    Dieter Jaretzky hatte Braunschweig gezeigt.
    Ich hatte meine Grande Armee ausgestellt.
    Wir hatten dazu Mitglieder der Napoleonischen Gesellschaft in historischen Uniformen eingeladen.
    - die örtliche Presse widmete uns daraufhin eine halbe Seite in der Wochenendausgabe
    - Antenne Niedersachsen führte mit uns ein Interview.

    Ebenso stelle ich mir vor, das bei entsprechender Präsentation von Sammlungen (die nicht unbedingt wettbewerbs- dafür aber WERBEtauglich sind) sich Besucher und Neugierige finden lassen, die unser Hobby mit unterstützen würden.

    Natürlich würde das ein gewisses Umdenken erfordern. Es könnte aber auch dazu führen, den Druck des Wettbewerbs abzumildern und eine neue "Freude" an der Ausstellerei entstehen lassen. Dieser Weg scheint mir geeigneter, neue Aussteller zu begeistern und einen erfolgreichen Weg in den Wettbewerb zu gehen.

    Ich halte nichts davon "virtuell" auszustellen.
    Der Reiz des Betrachtens seltener Belege ginge verloren.
    Beispiel: Vor Jahren habe ich mir in Sindelfingen den Brief mit der blauen und roten Mauritius angesehen.
    Natürlich kann ich ihn mir auch in einem Katalog oder im Netz anschauen.
    Aber die Betrachtung des echten Belegs ist ein ganz anderes Gefühl.
    Ich sammle frühe transatlantische Briefe der portugiesischen Post. Als alter Marinesoldat kommen mir allein bei der Betrachtung die Erinnerung der stürmischen Überfahrten und, und, und wieder ins Gedächtnis. Soll - will ich darauf verzichten ? Nein !

    Mit freundlichen Sammlergrüßen

    Setubal

  4. #4
    www.arge-belux.de Avatar von Lars Böttger
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    @setubal:

    Persönlich bin ich kein Fan der Einstiegsklasse (das vorausgeschickt). Ein paar statistische Angaben:

    - Wir haben pro Jahr ca. 100 Briefmarkenschauen
    - Wir haben (noch) ca. 10 Rang-3-Ausstellungen
    - Es gibt noch 1-2 Rang-2-Ausstellungen pro Jahr
    - Rang-1-Ausstellungen gibt es nur alle Jubeljahre...

    Anders gesagt, ich kann als Neueinsteiger das Medium "Briefmarkenschau" nutzen, um meine Sammlung zu präsentieren. Eine Vermischung mit Beratung bzw. Jury funktioniert nicht, weil der Charakter der Briefmarkenschauen ein anderer ist. Die Kosten würden auch sofort in die Höhe schnellen, da man die Reisekosten für die Juroren mit einkalkulieren muss.

    Ohne Rang-3-Ausstellungen geht das Ausstellungswesen m.E. vor die Hunde. Dann gibt es gar keine Gelegenheiten mehr, um ein Exponat zu zeigen. Alles würde dann auf ein-zwei Rang-2-Ausstellungen konzentriert werden.

    Virtuelle Ausstellungen: Ich kann einen Beleg in einem Rahmen nicht anfassen, er ist hinter Glas. Es gibt keine sensorische Erfahrung. Da erkenne ich keinen Unterschied zum Internet. Und ich habe im Internet ein breites Publikum und nicht nur ein regionales.

    Beste Sammlergrüsse!

    Lars

  5. #5
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    Hallo,
    Ich glaube auch, dass Rang 3-Ausstellungen wichtig sind. Aber vielleicht sollte man eine Art Vorstufe ins Leben rufen, wo Juroren Tipps geben aber Punkte bzw. Madaillen nicht vergeben werden. So eine Art Fitmachen für den Wettbewerb. Werbeschauen sollte man auch unbedingt beibehalten. Sie sind das einzige Schaufenster für viele Sammler, die sich nicht in den Wettbewerb trauen. Außerdem garantieren sie aussergewöhnliche Exponate, die nie in regulären Ausstellungen zu sehen sind. Rang 2 + 1-Ausstellungen sind viel zu groß, unüberschaubar und zu teuer. Wer schaut sich da noch alles an? Viele Exponate finden nicht die nötige Beachtung, der Besucher wird förmlich erschlagen.

    Im Allgemeinen halte ich eine Reorganisation des Ausstellungsreglements für mehr als überfällig. Besonders was die Vrpflichtung angeht, Belege nach postalischen Geschichtspunkten beschreiben zu müssen. Was interessieren mich als Thematiksammler, Portosätze, Laufzeiten Aufkleberbeschreibungen u.ä. Ich will mein Motiv beschreiben und bräuchte den Platz dringend für thematische Aussagen. Die Post ist heute ein Unternehmen unter vielen. Das das bei z.B. postgeschichtlichen Sammlungen ganz anders ist, gebe ich gerne zu, hier zählt postalisches Wissen. Aber beim Motiv?
    Geändert von kimlona (30.04.2011 um 18:03 Uhr)

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