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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : englische Taxen



Michael D
06.07.2010, 19:12
Hallo,

bei den beiden folgenden Briefen bitte ich um Unterstützung hinsichtlich der englischen Taxen.

Der obere Brief stammt aus dem Jahr 1826, der untere aus 1829.
Beide Briefe liefen Riga / Russland-Preußen-Holland und waren bis zur Küste freigemacht, da England nur diese Briefe annahm.
17778 17779
Der obere Brief war bis zu 1 Loth schwer und lief als einfacher Brief. Er kam als ship-letter nach England. Wie hoch war das vom Empfänger zu bezahlende Porto ? 2 Sh. ?? (Später war es 1 Sh. 8 d, oder ?)

Der untere Brief war 1 2/8 Loth schwer und wurde daher doppelt taxiert (Notierungen links oben). Er kam anscheinend als packet-letter nach England. Wie hoch war das Porto für diesen Brief ? (Auf dem Memel-Stempel scheint eine "5" notiert zu sein)

Sind die Grundzüge des britischen Portos in 1-2 Sätzen zusammenzufassen ?
Wo finde ich die alten Taxen beschrieben ?

Würde mich über Erläuterungen freuen.

Viele Grüße
Michael

deckelmouk
07.07.2010, 06:50
Hallo Michael,

1. Brief: Schiffsbrief zu 8d -> dreifaches Gewicht = 2/-
2. Brief: Porto für Briefe aus Deutschland @ 1/8d -> dreifaches Gewicht = 5/-

Bei Vera Trinder in London findest Du die entsprechenden Bücher, entweder Tabeart oder Sandford (bis 1839). Damit bin ich bei meinen Huth-Briefen in der Regel gut zurecht gekommen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Michael D
07.07.2010, 07:47
Hallo Lars,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Wieso wurden beide Briefe mit der 3-fachen Taxe belegt ?
Der 1.Brief dürfte nur 1 Loth gewogen haben ...
Erfolgte die Gewichtsprogression nicht in 1/2-Unzen-Schritten ?

Danke auch für die Literaturangaben.

Viele Grüße
Michael

saeckingen
07.07.2010, 08:03
1. Brief: Schiffsbrief zu 8d -> dreifaches Gewicht = 2/-


Hallo Lars,

müsste es dann nicht die 4. Gewichtsstufe sein? 3x 8d sind ja nur 1/8 nicht 2/-.

Grüße
Harald

bayern klassisch
07.07.2010, 08:34
Hallo Harald,

3 mal 8 Pence = 24 Pence. 1 Shilling = 12 Pence, somit sind die errechneten 2 Shilling korrekt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

saeckingen
07.07.2010, 08:37
Hallo Harald,

3 mal 8 Pence = 24 Pence. 1 Shilling = 12 Pence, somit sind die errechneten 2 Shilling korrekt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Danke für die Korrektur. Ich war irgendwie bei der Indischen Rupie mit 16 Annas. Es war wohl noch zu früh am Morgen. :o

deckelmouk
07.07.2010, 08:48
Hallo Michael,

der 1. Brief wog wahrscheinlich knapp über 1/2 Unze und war damit in der 3. englischen Gewichtsstufe. Die engliche Progression ging in 1/4-Unzen-Schritten. 2x Loth waren auch nicht = 1 Unze...

Beste Sammlergrüsse!

Lars

el-zet
07.07.2010, 11:32
ja, das Schöne am alten Pfund war, dass man es ohne Rest in drei Teile teilen konnte (zu 6/8). Der Mitteleuropäer denkt bei 5/- nicht automatisch, dass das etwas Dreifaches sein könnte.

Michael D
07.07.2010, 17:19
Hallo Michael,

der 1. Brief wog wahrscheinlich knapp über 1/2 Unze und war damit in der 3. englischen Gewichtsstufe. Die engliche Progression ging in 1/4-Unzen-Schritten. 2x Loth waren auch nicht = 1 Unze...

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Hallo Lars,

jetzt ist alles klar- danke.
Das macht das Pärchen ja nicht schlechter: In Preußen/Russland unterschiedliche Gewichtsstufen und in England beide in der dritten - schön.

Danke an alle für die morgendliche Beteiligung. Ich versuche dann mal als nächstes einen Brief zu zeigen, in dem auch die indische Rupie eine Rolle spielt. ;)

Viele Grüße
Michael

kibitz
07.07.2010, 20:26
Hallo Michael,

ich denke die Briefe wurden nicht nach Gewicht in GB abgerechnet.
Unter 1oz wurde normalerweise nach Briefbögen (1-3) gerechnet.
Also jeweils drei Bögen unter 1oz.
Erst über 1oz ging es in 1/4oz Schritten.

Beste Grüße

kibitz

Michael D
08.07.2010, 10:24
Hallo Michael,

ich denke die Briefe wurden nicht nach Gewicht in GB abgerechnet.
Unter 1oz wurde normalerweise nach Briefbögen (1-3) gerechnet.
Also jeweils drei Bögen unter 1oz.
Erst über 1oz ging es in 1/4oz Schritten.

Beste Grüße

kibitz

Hallo kibitz,

um die genaue Vorgehensweise festzustellen, sollte ein Blick in die entsprechende Postordnung bzw. diesbezügliche Literatur helfen.
Interessant wäre die genaue Vorgehensweise für mich schon.

Da ich (noch) nicht entsprechende Literatur habe, kann hier vielleicht ein sachkundiger England-Sammler helfen ?!

Viele Grüße
Michael

deckelmouk
08.07.2010, 11:07
Hallo Michael,

ich denke die Briefe wurden nicht nach Gewicht in GB abgerechnet.
Unter 1oz wurde normalerweise nach Briefbögen (1-3) gerechnet.
Also jeweils drei Bögen unter 1oz.
Erst über 1oz ging es in 1/4oz Schritten.

Beste Grüße

kibitz

@kibitz:

Das wäre mir bei Auslandspost neu... Hast Du eine entsprechende Quelle?

Beste Sammlergrüsse!

Lars

el-zet
08.07.2010, 12:05
Michael: vielleicht hier: http://www.philatelicsannex.org/reference/reference.html
unter O
Allan Oliver and Stuart Tanner's "United Kingdom Inland & Overseas Letter Rates" - PDF File (8 MB kb)

kibitz
08.07.2010, 14:27
Hallo el-zet,

das Buch baut auf Tabeart auf.

Seite 70

"Overseas rates

In this section most of the rates given are for a single letter. These were
Prior to 1840 a single sheet folded to form an entire.
Progression of the rates was generally 2 sheets – double rate
3 sheets – triple rate
Over this – quadruple rate per ounce.

From 1840 the rate was based on weight only per ½oz and the increments
are shown under the inland section for the 5th December 1839
(See also the Post Office Regulations notice which makes
reference to to Foreign and colonial mail by packet or ship
from 1840 onwards)."

Dies galt in der Regel auch für eingehende Schiffspost Briefe
(ausgenommen INDIA LETTER Briefe).

beste Grüße
kibitz

Michael D
08.07.2010, 16:53
Hallo kibitz und el-zet,

besten Dank für die Informationen ! :)
Neu für mich und sehr interessant.

Viele Grüße
Michael

deckelmouk
08.07.2010, 17:06
Hallo Kibitz,

praktische Frage: Wie konnte die englische Post erkennen, dass es sich bei dem Brief um ein, zwei oder mehrere Blätter handelt? Ich habe Briefe, die auf DIN-A3-Papier geschrieben sind. Da wird irgendwann das Gewicht relevant...

Beste Sammlergrüsse!

Lars

el-zet
08.07.2010, 17:10
deckelmouk: ich glaube, die habe zur Not sogar geöffnet. Jedenfalls gab es Kampagnen gegen das Porto nach Blättern, bei denen A3-Briefe zum einfachen Porto Briefen mit mehreren Miniblättern gegenübergestellt wurden.

deckelmouk
08.07.2010, 18:02
@el-zet:

Da würde mich ein Beispiel interessieren. Bei der Menge der Briefe war das m.E. wenig praktikabel. Und das Publikum dürfte auch protestiert haben. Die ausländischen Postanstalten dürften damit auch ihre Probleme gehabt haben - ok, es galt in den meisten Fällen Grenzfrankozwang, das war dann halb so wild.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

el-zet
09.07.2010, 08:42
@deckelmouk: das Porto wurde ja beim Empfänger kassiert, also im Prinzip kein Problem, nach Gefühl zu taxieren und die Beweislast dem Empfänger aufzulegen. Der Aufwand beim Portoeinzug und die große Zahl an Verweigerungen war übrigens ein Hauptgrund für RHs Reform.