Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie findet man Briefmarken im MICHEL?
Was ich schon immer fragen wollte..
Wie zum Teufel schafft ihr es, in einem 1000 Seitigen MICHEL (bei Fehldrucken etc noch mehr) eine Briefmarke wiederzufinden, wenn da z.B. nur: Deutsches Reich draufsteht?
bei den neueren sind zum Glück Jahreszahlen am unteren Rand aber wie handhabt ihr das mit den alten?
und was ich auch immer wissen wollte:
was braucht man von dem ganzen Zeug WIRKLICH?
-UV Lampe
-Wasserzeichensucher
-UHU-Briefmarkenlöser (wobei ich im Moment probleme habe, die im Wasser einzuweichen und dann zu pressen, selbst mit Gefrierbeutel und Löschblatt über Nacht pressen biegen sich die Briefmarken danach)
-Pinzette (es gibt doch auch sowas wie FÌNGER, schon mal was davon gehört? :rolleyes: )
-Zähnungsmeßgerät WIEVIELE Marken gibt es, die sowas brauchen zur Bestimmung?
-Lupe (außer für die Sehbehinderten, ich habe keine Probleme damit z.B. die Jahreszahl am unteren Rand zu lesen)
Gruss
Denis
SaschJohn
29.07.2004, 15:06
das ist Übungssache...Immerhin liest du ja schon Deutsches Reich ;) dann blätter ich halt durch bis ich die Marke finde. Ich hab mich entschlossen nur die Marken und Stempel zu sammeln. Bei Germania, Hindenburg und Inflation sind die Unterschiede nur am Wasserzeichen erkennbar. Also, Michel (deutschland da sind die Marken bunt) Normal, Pinzette, Lupe und Wasserzeichenprüfgerät ist Grundausstattung.
crantsch
29.07.2004, 15:50
...na, indem seine Allgemeinbildung einsetzt! :p
Beispiel? Wenn ich eine Marke mit Hinweis auf Nationalsozialismus finde - suche ich natürlich im Zeitraum 1932 - 45! Wenn ich Marken suche, die schon optisch aussehen wie "uralt" - dann im Kaiserreich... Wenn draufsteht "Bundesrepublik Deutschland"....na???
Usw. - das hört sich jetzt ironisch an - ist aber ernst gemeint! Jede Epoche hat ihren Stil und denn kann man erkennen! ausserdem hat der Michel ein "Stichwortverzeichnis" und es gibt das Internet...
Von Fingern habe ich auch schon gehört - aber die machen sich auf dem Rückseitigen Gummi nicht so gut! Pinzetten sind da sinnvoller (übrigens: der Zahnarzt hat auch Finger und arbeit lieber mit Werkzeug...ist hygienischer)
Wasserzeichensucher? Da kann schnell "bares" bei rauskommen!
Lupe? Manche Plattenfehler sind nur so zu finden (oder Druckvarianten)
Also: Alles hat seinen Sinn...Nur Mut - du wirst schnell zurechtkommen...
deckelmouk
29.07.2004, 16:39
Hallo Denis,
bei gebrauchten Marken hilft Dir oft der Stempel, sofern eine Jahreszahl lesbar ist. Damit kann man schon den Zeitraum gut eingrenzen. Ausserdem ist der Michel eine gute Lektüre, da steht viel Wissenswertes drin. Es kann nicht schaden, ihn hin und wieder mal durchzublättern.
Finger: Nein Danke! Finger sind schmutzig, mit Körperfett beschmiert und einfach unhandlich. Es sind schon viele teuere Marken (vor allem die ungebrauchten) durch einen sauberen Fingerabdruck drastisch entwertet worden.
Zähnungsschlüssel: Sehr nützlich und gerade bei älteren Dauerserien unentbehrlich, ich denke da an die AM-Post und Bautenserie.
Lupe: Ich habe ein Mikroskop. Nein im Ernst, bei einigen Sammelgebieten (USA-Klassik) ist eine starke Lupe unabdingbar um Einzelheiten zur Unterscheidung von Marken erkennen zu können. Darum das Mikroskop...
Ablösen und Trocknen: Lauwarmes Wasser, mit einem Schuss Seife wirkt wahre Wunder. Dann die Marken mit Küchentuch trocknen und mehrere Tage mit sauberem Papier pressen. Normalerweise bleiben sie dann glatt. Wobei ältere Marken sich leichter plätten lassen als moderne.
Wasserzeichensucher: Naja, kommt auf das Sammelgebiet an. Kann sich auf jeden Fall lohnen. Ein schwarzes Schälchen mit Waschbenzin ist auch nicht so teuer.
UV-Lampe: Habe ich jahrelang nicht gebraucht. Brauch ich eigentlich immer noch nicht. Ist aber ganz schick, wenn Du Krone/Adler oder etwas mit vielen Farbnuancen sammelst.
Hope that helps!
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Hallo Denis,
Lars hat Dir schon sehr viel Gutes erzählt. Jeder hat so seine Methode mit den Dingen , sprich Marken umzugehen.
Wichtig sind Pinzette (eine die gut in der Hand liegt und die auch "greift"), Lupe und Katalog. Den Zähnungsschlüssel und das Spezialwässerchen zum Ablösen kannst Du erst mal vergessen. Mein Vorredner hat einen ganz wichtigen Punkt erwähnt: Kataloge!
Um tatsächlich zu Fachwissen zu kommen, sollte für einen "Anfänger" der Katalog zur täglichen Pflichtlektüre werden. Nichts bildet in puncto Marken mehr. Wenn das Ganze dann noch irgendwann mit einer Fachzeitschrift ergänzt wird, so hat man ein vernünftiges "Basiswissen". Alles andere bringt die Erfahrung mit, ohne die es auch nicht geht. Aber das wird schon!
Ein persönlicher Tipp bezüglich des Waschens von Kiloware:
Eine Schüssel mit nicht zu warmen Leitungswasser, evtl. ein paar Tropfen Spülmittel(aber wirklich nur ein paar Tropfen). Die abgelösten Marken auf trockene Handtücher , anschliessend in schwere Bücher legen. Nach ein paar Tagen sind sie platt und fertig zum Einsortieren in Alben. (das ist ein alter Tipp meines Vaters - schon 45 Jahre alt dieser Tipp, aber bis heute für mich optimal und ohne "Mängel")!
So das wars aus meinem Erfahrungsschatz. Deine Fehlliste sehe ich mir an.
Grüsse
Karl
Es kommt auch auf das Sammelgebiet an.
Bei Deutschland ist´s natürlich am Anfang eine arge Arbeit bis man einen Überblick bekommt, der Zähnungsschlüssel ist vielleicht nicht so häufig nötig, Wasserzeichen suchen ist hier allerdings das Um und Auf. Die Fluoreszenz-Lampe benötige ich eigentlich auch nur für die BRD...naja, vielleicht noch ´mal in Ausnahmefällen bei anderen Ländern wie GB.
In einem anderen Sammelgebiet (bei mir vor allem Österreich) schaut die Welt schon wieder anders aus. Die Marken vor ´45 sind leicht erkennbar und das Wasserzeichen quasi ohne Belang. Ganz anders schaut´s hier mit der Zähnung aus. Ohne Zähungsschlüssel bzw. gute Lupe wäre man bei Kaisertum, Kaiserreich, Deutsch-Österreich und 1. Republik völlig aufgeschmissen.
Eine gute Pinzette möchte ich auch auf keinen Fall missen. Weniger wegen der "fettigen Fingerabdrücke", sondern viel mehr wegen der empfindlichen Zähnung. Darüberhinaus ist es äußerst mühsam, sehr klein-formatige Marken schonend mit den bloßen Händen zu manipulieren.
Noch ein Tip: bevor Du Marken von Briefen, Briefstücken, oder Karten ablösen versuchst....schau´ vorher unbedingt in den Katalog (erst unlängst fragte mich jemand wieviel seine sächsischen Schwärzungen wert sind, welche er gerade von einem Brief gelöst hatte.....naja, ca. 50.-- € Katalogpreis vorher, 5 bis 6 Euro nach dieser Behandlung....wenn ich mich recht erinnere).
Beim Trocknen und Pressen der Marken ist auch Vorsicht angebracht. Die Marken sollte schon recht gut vorgetrocknet sein, bevor sie im Trockenbuch gepreßt werden. Insbesondere Marken aus dem Kaiserreich, oder ältere Marken aus der Tschechoslovakei tendieren stark dazu auf den Löschblattseiten kleben zu bleiben (mein Trockenbuch ist noch immer voll mit solchen "Leichen"...zum Glück nichts Wichtiges).
Wenn Du Dein Sammelgebiet gerade frisch aufbauen willst, sind übrigens sogn. "Briefmarkenpakete" eine relativ preiswerte Sache. Bei meinem Händler erhalte ich eigentlich recht gute Qualität (also eine bestimmte Anzahl nur einmalig im Paket vorkommender Marken) und kann mir dadurch die Kiloware-Ablöserei ersparen. Den großen Treffer landest Du in solchen Paketen natürlich nicht, aber man bekommt beim Katalogisieren ein Auge für die Marken und lernt dadurch sehr schnell ein neues Sammelgebiet kennen.
Der Rest ist....wie schon von den anderen Teilnehmern erwähnt....Erfahrung, Literatur und viel Skepsis.
SaschJohn
30.07.2004, 06:23
Noch ein Tipp zu Briefen und Karten (natürlich nur für Anfänger) Ich hab mein Steckbuch so sortiert, das ich die linke Seite frei lasse für Karten, Belege und andere Besonderheiten, Außerdem lass ich Platz für Sonder und besondere Stempel..das lockert die Sammlung auf :)
Wawelgeist
30.07.2004, 15:54
Ich benutze zum Ablösen der Marken kein Spülmittel im warmen Leitungswasser sondern Essig-Essenz (die klare). Da ich im Süden Deutschlands wohne, ist unser Wasser sehr kalkhaltig. Durch die Essig-Essenz wird es weich. Auch kannst Du es mit der Menge etwas lockerer nehmen, aber es sollte immer noch Essig in Wasser sein und nicht umgekehrt. :)
Danach wässere ich die Marken noch einmal in kaltem Wasser und lege sie auf ein Geschirrtuch. Kurz bevor die Marken in die Trockenpresse lege, decke ich das Geschirrtuch mit einem zweiten ab. So sind die Marken nicht mehr glänzend vor Nässe sondern nur noch feucht.
Statt der Trockenpresse geht auch ein Trockenbuch. Ich habe damit auf die Dauer aber keine so tollen Erfahrungen gemacht. Z. B. DDR-Marken kleben gerne noch auf dem Karton. Bei der Trockenpresse habe ich für die (ehemals) gummierte Seite eine Folie, die ich biegen kann, falls die Marke doch drauf kleben sollte.
Gruß
Andreas
zum ablösen habe ich inzischen eine eigene gute Methode gefunden:
Marken im Wasser ablösen, auf einem Gefriertütchen nebeneinander legen
mit Küchenrolle und der flachen Hand alle Marken von Feuchtigkeit auspressen
Löschblatt auf das Tütchen mit den Marken, Bücher drauf
am nächsten Tag alle Marken vom Gefriertütchen nehmen und in einem schweren Buch noch einmal 3-4 Std. trocken lassen
Ergebnis: 1A !
Gruss
Denis
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