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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Germania-Postkarte mit Stempel 3.12.1045



Andrew
09.11.2009, 17:24
Hallo zusammen,

ich habe hier gleich noch eine Frage zu einem sonderbaren Beleg aus der Nachkriegszeit, zu dem ich nichts in den Katalogen gefunden habe. Es gibt ja die sächsischen Schwärzungen, bei denen ältere Ganzsachen und Briefmarken aus der Zeit des 3. Reiches verwendet wurden aber über eine Ganzsache mit Germaniamarke habe ich nichts gefunden. War so etwas überhapt zulässig oder ist diese Karte nur durchgeschlüpft?

Auch hierzu würde ich mich über Antworten sehr freuen.

Grüsse
Andrew

TomWolf_de
09.11.2009, 17:32
Das nennt man Formular-Verwendung. Die Germanias waren natürlich zu dieser Zeit längst nicht mehr gültig. Die Gebühr für diese Karte wurde bar am Schalter einbezahlt, dies mit dem "Gebühr bezahlt"-Stempel neben dem Tagesstempel dokumentiert. In den Katalogen sind solche Formular-Verwendungen nicht dokumentiert.

Gruß
Thomas

Lars Böttger
09.11.2009, 17:34
Hallo Andrew,

vom Sammler für einen Sammler - mit anderen Worten, die Ganzsache war nur ein Stück Papier, das für eine Nachricht verwandt wurde. Der "Gebühr bezahlt"-Stempel zeigt, dass die Postkartengebühr bar am Schalter bezahlt wurde. Das kann man unter "Notmassnahmen nach dem 2. Weltkrieg" verbuchen. Erlaubt ist sowas gewesen.

Ich kenne eine Ganzsache P1 von 1872 des deutschen Reiches die im 1. Weltkrieg als Feldpostkarte verwendet wurde. Ich habe eine Antwortkarte der USA von 1893, die 1919 in Luxemburg verwendet wurde. Apropos Luxemburg: Dort wurden ungültige Ganzsachen amtlich mit einem Stempel über dem Wertzeichen versehen und als Postkartenformular verwendet.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Kontrollratjunkie
09.11.2009, 17:53
Hallo zusammen,

ich habe hier gleich noch eine Frage zu einem sonderbaren Beleg aus der Nachkriegszeit, zu dem ich nichts in den Katalogen gefunden habe. Es gibt ja die sächsischen Schwärzungen, bei denen ältere Ganzsachen und Briefmarken aus der Zeit des 3. Reiches verwendet wurden aber über eine Ganzsache mit Germaniamarke habe ich nichts gefunden. War so etwas überhapt zulässig oder ist diese Karte nur durchgeschlüpft?

Auch hierzu würde ich mich über Antworten sehr freuen.

Grüsse
Andrew

Hallo Andrew,

hier auch unterwegs ? :)

Diese Karte ist ein dolles Ding, habe ich in der Form auch noch nie gesehen.

Natürlich war die Karte nicht mehr postgültig. Es liegt eine Verwendung als Formblatt
oder Formular vor, wie meine Vorschreiber schon richtig geschrieben haben.
Die Entrichtung des Portos mittels "Gebühr bezahlt" - Vermerk war in den ersten Monaten
nach dem II. Weltkrieg üblich und nach der Wiederzulassung des privaten Briefverkehrs
in ganz Deutschland verbreitet. Insofern nichts besonderes. Aber die Verwendung der uralten
Germaniakarte ist schon sehr außergewöhnlich.

Da hat der damalige Sammlerfreund die Vorschriften mächtig für sich ausgenutzt.....

Gruß
KJ

Andrew
13.11.2009, 13:57
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten. Ich werde diesen, zwar gemachten aber ungewöhnlichen, Beleg trotzdem in meiner Sammlung unter Notmaßnahmen einordnen.

Grüsse

Andrew

Lars Böttger
13.11.2009, 15:04
Hallo Andrew,

gemacht oder nicht - sammelwürdig ist der Beleg auf jeden Fall!

Beste Sammlergrüsse!

Lars

drmoeller_neuss
13.11.2009, 17:55
Lest doch einfach die Rückseite der Karte (das Postgeheimnis ist schon längst verjährt), hier gibt der Urheber dieses Stückes gleich die Antwort: :p

"Mit dieser Karte übersende ich Ihnen - wie versprochen - ein Kuriosum für Ihre Briefmarken- bzw. Ganzsachensammlung."

Gleichwohl hätte die Marke nicht entwertet werden dürfen, da sie nicht mehr gültig war. Ich glaube, 1945 hat das keinen interessiert, oder der Ansender hatte die richtige "Währung" zur Hand. (Zigaretten, amerikanische Schokolade etc.) :D