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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Monsieur Crumm Avocat von Sachsen-Coburg-Saalfeld



Cophila
18.10.2009, 13:41
http://i88.servimg.com/u/f88/13/58/54/41/saal10.jpg

http://i88.servimg.com/u/f88/13/58/54/41/sch10.jpg

Hallo, ist jemand in der Lage, die vorstehende Zeile zu entziffern?

Danke für die Mühewaltung.

saphilatelics
19.10.2009, 08:55
Ich vermute, dass es sich um ein Datum handelt. Klar erkennen kann ich nur 9bre = Novembre, davor koennte eine 27 stehen.

bayern klassisch
19.10.2009, 11:25
Hallo,

dort steht: "praesentirt den 27sten novembris 1743". Könnte auch 1745 heißen, weil es einen kleinen Textverlust gibt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Cophila
20.10.2009, 11:55
darauf wäre ich nicht gekommen @b.k.

Scherneck ist übrigens ein Dorf in der Nähe von Coburg, damals im Staat Sachsen-Coburg-Saalfeld.

Das Siegel stammt von der Herzoglich Sächsischen Regierung in Coburg und wurde bei einem Amtsbrief (befördert vermutlich durch das Herzoglich Sächsische Postamt, gegründet 1687 von Herzog Albrecht) verwendet. Es gab 2 Postanstalten, zusätzlich jenes von Thurn & Taxis.

Ab 1807 übernahm Thurn & Taxis das gesamte Postwesen im Herzogtum.

bayern klassisch
20.10.2009, 12:36
Hallo Cophila,

ob der Brief mit der Post befördert wurde, halte ich für unwahrscheinlich.

Zuverlässiger als die Post waren die eigenen Boten, über die man als Regierung mit Sicherheit verfügte. Wenn Abende- und Zielort, so wie hier, nicht weit von einander entfernt lagen, schied die Post als Transporteur fast immer aus. Erst bei größeren Entfernungen war man auf ein funktionierendes Postnetz angewiesen und bediente sich desselben.

Der Brief zeigt keine Merkmale postalischer Beförderung - keine Taxe, keine Kartierungsnummer, keinen Franko- oder Franchisenvermerk - nichts.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

doktorstamp
20.10.2009, 15:43
Avocat ordinaire de la Maison fèrme.

Anwalt der im Geheimrat tätig ist

mfG

Nigel

Cophila
20.10.2009, 17:06
Scherneck war bis 1826 Mittelpunkt von 4 Pfarreien. Danach kam eine Gebiets- und Verwaltungsreform der sächsischen Herzogtümer.

Danke Nigel. Der Anwalt als Geheimrat war dort in "Logis". Vermutlich für einen Fall dort dienstlich tätig.

Die Briefhülle enthält keinerlei Postvermerke, wie @ b. k. erwähnt.

Im Katalog von Feuser findet man den ersten Stempel mit der Nr. 593-1 ab 1784 L1 V.COBURG. Ab 1802 kam der R.3.COBURG.

Nachdem der Umschlag von 1743 oder 1745 stammt, kann er nicht bestempelt sein.

Mit der Kaiserlichen Reichspost im Fürstentum Coburg seit 1695 Postanstalt, wurde der ohnehin nicht befördert. Denn es gab die Fürstlich (Herzoglich) Sächsische Postanstalt seit 1687. Der erste Vorsteher war der Fürstlich Sächsische Vizebaumeister Justinus Biehler. In den Bedingungen unter Ziffer 7 stand:

"Der Postmeister nebst seiner Familie und seinen Leuten sollte wie andere fürstliche Beamte dem Herzoge unterstehen und von allen Personallasten frei sein."

Wenn der herzogliche Postmeister also wie ein fürstlicher Beamter bezeichnet wurde, dann sollte seine Anstalt auch solche Amtsbriefe befördert haben.

drakenumi1
02.11.2009, 17:14
Hallo, bayern klassisch,
Habe eben die Beiträge in diesem thread gelesen. Dabei fiel mir in der "Übersetzung" der fraglichen Zeile auf, daß Du "praes. den 27. ...." schreibst. Da diese Abkürzung häufig auf Schriftstücken erscheint, bin ich mal so vorlaut;) zu fragen, ob es nicht korrekter "dato" heißen sollte?

Beste Grüße von

drakenumi1

bayern klassisch
02.11.2009, 17:45
Hallo drakenumi1,

hast Recht - hier schrieb man "dato". Es kam beides vor damals.

Liebe Grüsse von bayern klassisch