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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : VR China: Prozentsätze von MICHEL?



Kjell
29.06.2003, 18:16
Gibt es bei der VR-China Daumenregeln für die Prozentsätze vom MICHEL-Katalog, die gute Verkaufspreise (aus der Sicht des verkaufenden Sammlers) sind?

Welche Relation im Tausch zu modernen Bund-Marken ist "fair"?

Konkret handelt es sich um einige gefälligkeitsgestempelte bessere Sätze vom Ende der 50er bis etwa 1965 sowie zwei Blocks. Katalogwert nach 94er Katalog (ich weiß, überholt!) etwa 800 MM.

CU
Kjell

PW0001
17.11.2003, 23:59
Zum Tausch kann ich leider nichts sagen.

Vor kurzem habe ich einige Marken VR China 50er und 60er Jahre gestempelt bei ebay angeboten. Sowohl für die I. und II. Ausgaben lagen die Gebote bei ca. 20-40% Michel 1999. Es waren aber keine Spitzenwerte. Es ist insgesamt sehr unterschiedlich. Einerseits gehen nahezu alle angebotenen China-Marken weg. Die Nachfrage ist sehr groß. Andererseits werden nicht unbedingt angemessene Preise gezahlt (hinsichtlich Auflage, die meist nur wenige 100.000 Exemplare beträgt). Postfrisch ist VR China m.E. vollkommen unterbewertet.

Wenn Du nicht mindestens 30% Michel bekommst, hebe sie lieber noch auf. Billiger werden sie nicht. Das garantiert die geringe Auflage.

Kurios: Ich habe den absoluten Prachtsatz Pfingstrosen postfrisch von 1964 (600 MM Michel 1999), an dem mein Herzblut hängt, schon 2x versucht angemessen bei ebay zu verkaufen. Fehlanzeige. Der Satz ist im Handel und im ganzen www praktisch nicht zu bekommen. Jeder will ihn haben. Der Speichel tropft den Sammlern aus dem Mund wenn sie ihn sehen. Nur bezahlen will keiner dafür. Nun bleibt er eben noch liegen bis er das doppelte kostet. Mir doch egal. Den kann man auch nicht für 1 Euro einstellen. Dann kommt noch so ein Glücksritter und greift den für 50 Euro ab. Neee neee. Mit mir nicht.

Also kühlen Kopf bewahren und China nicht auf Teufel komm raus verkaufen. Wertsteigerung ist ziemlich sicher.

Gruß Peter

claus wentz
18.11.2003, 07:57
Hier kann ich PWdreinulleins (Peter) nur beipflichten:

So, wie ihm mit seinen Rosen, ging es mir mit dem Block 14 (Brückenblock). Ich habe ihn postfrisch und auf Brief nach Deutschland (kein philatelistischer Hintergrund) und sehe nicht ein, die Sachen für ein par Euro abzugeben. Nun bleiben sie einfach liegen. Sie fressen schließlich kein Brot.

Mit den besten Grüßen
Claus Wentz

ThomasK_7
18.11.2003, 08:43
Wenn Du nicht mindestens 30% Michel bekommst, hebe sie lieber noch auf. Billiger werden sie nicht. Das garantiert die geringe Auflage. PW0001 Das ist meiner Meinung nach ein typischer Irrglauben, hervorgerufen durch das falsche Michelbewertungssystem.
Es stimmt zwar, dass Michel seine überzogenen Bewertungen nicht nach unten korrigieren wird aber Fakt ist, dass die jetzigen Preise einfach nicht am Markt zu erzielen sind. Also hebe Deine Schätze ruhig noch ein wenig auf bis durch allg. Inflation Dein Wunschpreis einmal erzielbar wird.
Kaufmännisch gesehen bringt das aber keine Vorteile, da mit einem jetzt erzieltem Erlös gewinnbringend gearbeitet werden könnte. Damit kann man dann auch in 15 Jahren den Satz selbst wieder verlustfrei zu höherem (doppeltem) Preis zurückkaufen, meist sogar noch mit Gewinn.

Es gibt z. Bsp. viele Marken aus Europa die nur eine minimalste Auflage haben und die nicht mit 600 MM oder M€ bewertet sind bzw. im Verkauf erzielen und genauso ein Missverhältnis zwischen Angebot und Sammlernachfrage haben. Es ist halt nur ein Hobby und die Sammler setzen sich selbst Höchstgrenzen für dessen Kosten. Die Zeiten der Briefmarke als Geldanlage sind vorbei (bestimmte Klasssikausgaben ausgenommen). Die Rendite ist einfach zu gering.


Das ganze gilt natürlich nur, falls Du die Marken auch richtig weltweit angeboten hast mit entsprechender Beschriftung (also nicht nur auf deutsch! auf chinesisch-ganz wichtig ist ja hoffentlich klar).

PW0001
18.11.2003, 12:30
Im Prinzip gebe ich Dir ja Recht. Wenn Marken mit geringer Auflage nicht gefragt sind, dann ist der Marktwert auch gering. Bei China ist es aber nicht so. Die Nachfrage ist sehr hoch. Wie schon gesagt, auch Geringwertige, Einzelmarken aus Sätzen und auch die (keine Spitzenwerte) mit der saumäßigen Zähnung aus den 50er Jahren gehen weg wie warme Semmeln.
Mein erstes Einstellen des Pfingstrosensatzes habe ich mir einiges kosten lassen mit Zusatzoptionen. Der Satz hatte über 800 Hits, die genaue Zahl weiß ich nicht mehr. Nun soll noch einer sagen, dass da keine Nachfrage besteht.
Es ist wie mit den Autos. Alle würden gern einen Ferrari fahren und lechzen danach. Aber bezahlen wollen sie nur einen Fiat Panda;)
Gruß Peter

ThomasK_7
18.11.2003, 13:06
Ich meinte schon bei Nachfrage am Markt, siehe auch die 800 hits bei Dir.

Thorsten Siemer
20.11.2003, 11:34
Liebe Sammlerfreunde!

Seit Jahren schon sammle ich die Gebiete China, Hong Kong
und Macao.

Meine Feststellung: Der Markt ist deutlich abgekühlt.

Im neuen Michel Ostasien sind die Preise um durchschnittlich
20% abgesenkt worden, auch für alle Spitzen.

Wurde bis vor drei Jahren alles festgehalten, so wird nun
(wieder) alles auf dem Markt angeboten.

Das finde ich sogar gut, da jetzt wieder vermehrt Sammler
ihre Lücken schließen können.

Es ist heute kein Problem mehr, auch gute Ware für 40%
vom Michelkatalog zu kaufen.

Viele Sammlergrüße
Thorsten Siemer

Kjell
23.11.2003, 13:51
:) :) :) Schön, dass nach so langer Wartezeit doch noch einige Antworten eingegangen sind.

Herzlichen Dank! Ihr habt mir weiter geholfen.

CU
Kjell

ThomasK_7
25.11.2003, 13:44
Original geschrieben von PW0001
Kurios: Ich habe den absoluten Prachtsatz Pfingstrosen postfrisch von 1964 (600 MM Michel 1999), an dem mein Herzblut hängt, schon 2x versucht angemessen bei ebay zu verkaufen. Fehlanzeige. Kannst ja hier (http://babelfish.altavista.com/babelfish/urltrurl?lp=zh_en&url=http%3A%2F%2Fitem.eachnet.com%2Ffu%2Fproduct%2 Fsingle.php%3FsceVar2%3DCatLots%26product_id%3D288 48839) mal schauen was man zur Zeit maximal dafür bekommen kann. Umrechnungskurs 10 Yuan = rund 1 Euro. Auktion läuft noch bis zum Samstag Nachmittag. Dieser Satz lag übrigens Michel 1991 bei 100 DM für postfrisch und 30 DM für gestempelt.

claus wentz
25.11.2003, 14:39
...und heute ist der MICHEL-Wert 260,- €!!

MfG
Claus Wentz

PW0001
29.11.2003, 21:34
Original geschrieben von ThomasK_7
Kannst ja hier (http://babelfish.altavista.com/babelfish/urltrurl?lp=zh_en&url=http%3A%2F%2Fitem.eachnet.com%2Ffu%2Fproduct%2 Fsingle.php%3FsceVar2%3DCatLots%26product_id%3D288 48839) mal schauen was man zur Zeit maximal dafür bekommen kann. Umrechnungskurs 10 Yuan = rund 1 Euro. Auktion läuft noch bis zum Samstag Nachmittag. Dieser Satz lag übrigens Michel 1991 bei 100 DM für postfrisch und 30 DM für gestempelt.

Erstmal nachträglich danke an Thomas für den Hinweis und Link und an Claus für die aktuelle Michelbewertung. Ich habe die Auktion beobachtet. Sie ist heute zu Ende gegangen für 990 Yuan. Also ca. 99 Euro. Das sind 37% Michel. Nach der alten Notierung sind es ca. 32% Michel.
Auch wenn man das nicht verallgemeinern kann, so gibt es doch eine Orientierung darauf, dass man beim Verkauf von VR China Marken von mindestens 30% ausgehen sollte, wie ich es schon in einem vorhergehenden Beitrag erwähnt habe.
Wenn diese 30% nicht mindestens vom Interessenten gezahlt werden, sollte man auf einen Verkauf verzichten und die Marken liegen lassen.

Gruß Peter

loki
13.03.2004, 14:26
es darf bei "china" aber auch nicht folgendes nicht vergessen werden:
zum einen, der entstehende riesige markt in china selbst und zum anderen, die vielen, nicht gerade armen, "auslandschinesen". da ist bei fast allen marken noch erhebliches potential "drinn".
das mit dem angemessenen preis zahlen, ist wohl in jedem sammelgebiet so. die spitzen will jeder haben, nur den preis will kaum einer bezahlen. da muss man mit leben.:)

Kjell
15.03.2004, 14:20
Nochmal vielen Dank für die Antworten. Der junge Sammler, für den ich angefragt hatte, rief mich eben an und sprach von 400 €, die er bei einer konventionellen Auktion bekommen hat. Ein Teil soll in die Briefmarkensammlung fließen...

CU
Kjell

claus wentz
15.03.2004, 14:54
Am 15.05.2004 verausgabt die Postverwaltung der VR China eine vierwertige Serie zur "Erinnerung/Gedenken/Heimholung" (ich weiß es nicht) der Auslands-Chinesen. In der Ankündigung ist die Rede von 30 Millionen, die in 130 Ländern leben. Die Marken sind sehr bunt gehalten.