PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Basel - Elberfeld 1813



bayern klassisch
24.08.2009, 09:20
Liebe Sammlerfreunde,

folgenden Brief kann ich nicht sicher deuten und würde mich über eine Interpretation der Taxen und die Beschreibung des Laufweges freuen. :)

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Cophila
25.08.2009, 09:45
Hallo bayern-klassisch, dienen kann ich dir mit einem Übersichtskartenausschnitt der Extrapoststraßen von 1829, Wien, "in dem Kaiserthum Österreich und in einem Theile der angränzenden Länder".

http://i89.servimg.com/u/f89/12/69/16/60/fra11.jpg

Aus dem Jahre 1813 liegt mir folgender Auszug vor:

"Einstellung des ersten Landbriefzustellers in Kassel; französischer Tagesbefehl an die Truppenführer, auf die preußischen Postmeister ein wachsames Auge zu haben (12.1.); Schließung der französischen Postämter in Hamburg und Bremen und Wiedereinrichtung eines preuß. Postamts und Wiedereröffnung des Stadtpostamts in Hamburg (19.3.) sowie Wiederinbetriebnahme eines preuß. Postamts in Verbindung mit dem taxisschen Postamt in Bremen (10.12.); Einstellung sämtlicher preuß. Postkurse nach Sachsen und Westfalen; Verlegung der Generalpostkasse von Berlin nach Frankfurt (Oder) (10.5.); Generalpostmeister verlegt seinen Sitz von Berlin nach Breslau (256.5.); Oberpostamt Breslau nimmt seinen Dienst wieder auf (12.6.); Postbehörden kehren nach Berlin zurück (16.6.)"

* * *

Sowie: Westfalen war bemüht, mit der Kaiserl. Regierung (in Wien) einen Postvertrag abzuschließen. Am 4.4., 19.5., 16.10.1811 und am 3.10.1812 richtete sich an die Minister des Auswärtigen, Herzog von Cadore, und an seinen Nachfolger, den Herzog von Bassano, entsprechende Noten; sie wurden dilatorisch (?) behandelt.

Erst Anfang 1813 hatten die Schritte Erfolg. Auf ein erneutes Schreiben des westfälischen Ministers in Paris vom 17.1.1813 wurde La Valette am 11.2. Vollmacht erteilt, über diese Fragen mit dem Gesandten von Wintzingerode Verhandlungen aufzunehmen. Der am 7.5. unterzeichnete Vertrag wurde am 31.5. von Westfalen ratifiziert und am 25.9. von Napoleon gebilligt. In einer Denkschrift an den Minister des Auswärtigen führte La Valette aus: Strecken und Gebühren, die zu Zweifeln Anlaß gaben, für den unmittelbaren oder Durchgangsverkehr, d. h. für die beiden vertragsschließenden Länder und auch für bestimmte fremde Länder, wurden "im Interesse des Publikums" festgelegt und festgesetzt. Davon haben die neugeschaffenen Departements Vorteile, und der größte Teil der Departements der ehemaligen französischen und italiensichen Gebiete hat die Möglichkeit, unmittelbar miteinander in Verkehr zu treten, durch das Großherzogtum Berg mit direkten Kurieren nach Westfalen und nach einigen deutschen Ländern.

(Archiv für Deutsche Postgeschichte 1967/2)

claus wentz
25.08.2009, 09:49
dilatorisch = aufschiebend

bayern klassisch
25.08.2009, 10:45
Hallo Cophila und claus wentz,

eine prima Karte aus der Zeit - danke sehr. Die Interpretation von Briefen, wenn sie denn ein paar Hundert Kilometer liefen, ist gerade in der Zeit von 1813-1815 sehr schwierig, weil mit Napoleons Niederlage vieles in Unordnung geraten war. Taxierungen gab es nach Vorschrift (welcher?) bis ad libitum, wodurch Tür und Tor der Tagesform geöffnet waren.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

Cophila
26.08.2009, 20:32
1813 waren die Befreiungskriege und im Okt. die Völkerschlacht bei Leipzig. 1812 war der Rußlandfeldzug.

http://de.wikipedia.org/wiki/Befreiungskriege