Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geldvernichtung
Der Autor beschreibt in dem Artikel über Berliner Mehrfachfrankaturen, dass Sammler durch Ihre früheren selbst produzierten Belege "Geldvernichtung" betrieben hätten.
Wird hier ein Hobby betrieben oder geht es um eine Geldanlage?
Unter dem Stichwort "Hauptsache schön bunt und bloß nicht zweimal dasselbe" werden die Buntfrankaturen diskreditiert.
Sicher, für reine Mehrfachfrankaturen wird richtig viel Geld bezahlt. Aber geht es bei unserem Hobby wirklich darum?
Wie wäre es gewesen, wenn damals alle Sammler so wie der Autor heute gedacht hätten und brav Mehrfachfrankaturbelege erzeugt hätten?
Wäre das nicht auch "Geldvernichtung" gewesen?
In diesem Fall wären dann doch die "schönen Buntfrankaturen" Raritäten, oder?
Besitzer der Mehrfachfrankaturen:
Freut euch, dass es so ist wie es ist!
Besitzer der Buntfrankaturen:
Freut euch über eure schönen Belege in der Sammlung!
apholzer
28.06.2003, 21:13
Ein Hobby ist meines Erachtens immer Geldvernichtung. Das ist mit der Philatelie nicht anders als mit der Photographie, dem Reisen, dem Modellbahnbau etc.
Oder kennt jemand einen Sammler, der mit seinen Briefmarken richtig reich geworden ist?????
:confused:
Zimmermann Wolfgang
28.06.2003, 21:50
Als Geldvernichtung würde ich das nicht bezeichnen.
Sicher wird man, falls es zum Verkauf kommt, nicht das Geld bekommen das man für seine Sammlung ausgegeben hat,aber
dafür hatte man ja ein interessantes Hobby.eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.
Ist vollkommen richtig,jedes Hobby hat seinen Preis.
Den Verlust kann man aber in Grenzen halten,es kommt nur darauf an wie man sein Hobby betreibt.
Hallo alle miteinander,
ich kann Begriffe wie "Geldvernichtung" oder "Wertanlage" oder "die Aktie des kleinen Mannes" im Zusammenhang mit der Philatelie nun wirklich nicht mehr hören.
Das Briefmarkensammeln oder die Philatelie ist ein Hobby für alle, eine Freizeitbeschäftigung, die Spaß machen soll, die einen begeistern und in ihren Bann ziehen soll.
Jede Freizeitbeschäftigung egal welcher Art kostet etwas, einen Betrag, den wir alle gerne ausgeben - für unsere Freude, für unseren Spaß, für unsere Begeisterung.
Wir sollten uns alle dafür einsetzen, mit althergebrachten Klischees aufzuräumen!
Gruß
FKL:(
@FKL
Dem kann ich nur 100%ig zustimmen. Mir geht es ebenso, was mich eben auch an besagtem Artikel störte.
Ich hatte gar mal eine Diskussion mit einem Postler am Schalter, den ich um eine saubere Abstempelung bat. Im Gespräch fragte er, "ob sich denn das Briefmarkensammeln überhaupt noch lohne".
Diese Frage zeigt, dass viele unser Hobby irgendwie nicht richtig begreifen - es nicht einfach als das nehmen, was es ist, nämlich eine sehr schöne Freizeitbeschäftigung.
Das einzige was die abgebildeten Sammlerbriefe in den gescholtenen Buntfrankaturen von der hochgelobten Zehnfachfrankatur der 7-Pfennig-Marke unterscheidet ist doch der Preis. Beides wurde von Philatelisten hergestellt. Der eine hatte halt Glück, dass sein damaliger Geschmack unseren heutigen trifft.
Ich gebe Herrn Hövelmann in einer Hinsicht Recht: Die MeF sind einfach seltener. Das macht sie begehrt. Der philatelistische Einfluss ist IMO unverkennbar. Siehe z. B. die eine Fünffachfrankatur mit dem Viererblock und dem Eckrandstück. Wirklich gefallen tut mir dieser Beleg eigentlich nicht.
Da bleibe ich lieber bei meinen schnöden EF und gebe mich der Illusion hin, Stücke in der Hand zu haben, die neben der Dokumentation von Frankaturmöglichkeiten einen Bedarf hatten.
CU
Kjell
Thorsten Siemer
30.06.2003, 18:17
Hallo liebe Sammlerfreunde!
Ersteinmal: Die "philatelie" ist eine Superzeitschrift.
Jedoch: Auch ich fand den Artikel über Sammlerbriefe bei
Berlinmarken zu hart.
Der Verfasser behauptet, der Sammlerbrief mit der besseren
Glockenmarke Berlin zu 40 Pfg. sei fast nichts mehr wert.
Ich würde ihn trotzdem kaufen, da ich ihn schön finde.
Jeder soll doch das sammeln, was ihm gefällt!
Viele Grüße
Thorsten
crantsch
30.06.2003, 20:41
...und wieder sind wir bei dem leidigen Thema "Jeder so wie er's mag".
Warum in in aller Welt muss alles geregelt sein? Ich habe manchmal die Befürchtung, dass gerade durch die Vereine sich dieselben "abschaffen". Wer lässt sich schon gerne "gängeln"? Ich verstehe ja noch, dass bei Ausstellungen irgendwie ein Bewertungssystem festgelegt werden muss. Aber warum lässt man nicht die Besucher abstimmen? Ich war vor Jahren in Liechtenstein bei der LIBA. Da gabs - aus Spezialisten-Sicht - sagenhafte Sammlungen zu sehen...aus Besuchersicht waren das 'zig Schaukästen mit blauen Marken, die nicht zu unterscheiden waren...also Langweilig.
Und wenn jemand Dinosaurier auf Marken sammelt, wird fer wohl irgendwann auch zu Briefen und Belegen kommen...aber die Sammlung wird u.U. auch versteinerte Abdrücke enthalten - wems gefällt...warum nicht!
Gerade die "modernen" Sammelgebiete treffen oft den Geschmack des Publikums, werden aber bei "Alt-Deutschland"-Sammlern oft abgelehnt. Dabei sammelt oft eher der moderne als der "alte" - letzterer kauft doch nur noch (oder tauscht). Aber sammeln im klassischen Sinn?
Das das ganze dann am Ende u.U. Geldvernichtung wird - wahrscheinlich! Aber was ist, wenn die aktuell so tolle "Blaue Mauritius" mal keine Käufer findet? Dann hat sich der letzte Käufer aber böse verspekuliert. Anders kann ich auch das Gezeter bei den Lokalausgaben nach 45 nicht erklären...Da haben Leute viel Geld gezahlt (gesammelt????), wohl spekuliert und nun sagt jemand: war alles Mache...
Also Fazit: Der Verband/Verein muss offen sein für ALLES - dann klappts auch mit der Jugend!
Hallo! Also ich kann crantsch nur zustimmen. Warum muss immer alles geregelt werden?
Der immerwährende Streit ums Briefmarkensammeln als "reines Hobby" oder "Geldanlage"
löst sich ganz einfach auf: Lasst es die Leute doch so machen, wie sie es für richtig halten!
Weiter oben in diesem Thread lese ich, Briefmarkensammeln "soll" Spaß machen, "soll"
begeistern. Warum soll denn eigentlich immer soviel gesollt werden? Wenn jemand meint,
mit dem Sammeln eine Wertanlage zu schaffen, dann lasst ihn doch! Ob es gelingt oder
Illusion ist, hängt vielleicht vom persönlichen Geschick ab, aber ist doch in jedem Fall
seine bzw. ihre Sache. Außerdem ist das Sammeln zum Zwecke einer
Wertanlage doch weitverbreitete Realität! Warum wird z.B. der demnächst wieder erscheinende
Michel-Deutschland-Katalog massenhaft gekauft? Etwa wegen der 5 Seiten Neuerscheinungen des
einzigen noch lebenden Sammelgebiets, Bundesrepublik Deutschland??? Oder warum wird eine Berliner
1-DM-Marke "Rotaufdruck" (Michel-Nr. 33) bei ebay für 100 Euro versteigert? Etwa wegen ihrer
ausnehmenden Schönheit oder ihrer herausragenden philateliegeschichtlichen Bedeutung???
Es bringt doch nichts, die Realitäten zu verkennen oder hier gar mit unüberhörbar moralisierendem
Unterton den Blick auf diejenigen zu richten, die meinen, eine Wertanlage zu schaffen,
ob nun mit Erfolg oder nicht.
Im Klartext: Lasst doch die Leute den Grund ihres Sammelns selbst bestimmen! Ob als Hobby, zur
Weiterbildung, zur Pflege von Kontakten, oder eben als Wertanlage - oder vielleicht auch alles
zusammen!
Schönes Wochenende!
Olaf
SaschJohn
04.07.2003, 19:59
Warum wird z.B. der demnächst wieder erscheinende
Michel-Deutschland-Katalog massenhaft gekauft? Etwa wegen der 5 Seiten Neuerscheinungen des
einzigen noch lebenden Sammelgebiets, Bundesrepublik Deutschland???
ähhh...ja, genau deshalb:cool: Da ich ab 2003 ein Abo bei der Post hab, fehlen mir eben diese Seiten Ende 2002 im jetzigen Katalog!
aber Spaß beiseite, ich sehe es genau so, sammeln soll Spaß machen, und jeder soll sammeln was er möchte!
Ich hab hier im Forum schon eine Menge gelernt und bin in meinen Qualitätsansprüchen und Bezug auf mein Sammelgebiet schon viel vorwärts gekommen. Meine Begeisterung wächst , gerade weil mir erfahrene Sammler gute Tipps gegeben haben ohne zu gängeln, oder Gesetze der Meder und Perser zu diktieren. Ich glaube dass dies wichtig ist.
Zum kaufen wird man wohl kommen müssen, wenn es um die älteren Marken geht, aber für mich gehört das auch zum sammeln. (ich bezahl ja auch schließlich für Ü-Eier)
Gruß
Sascha
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