Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Labuan und Nord-Borneo
petzlaff
12.06.2009, 11:47
Hallo zusammen,
wer kann mir plausibel erklären (jenseits aller "Katalogweisheiten"), wie die sog. "Gefälligkeitsentwertungen" der britischen Kolonien Labuan und Nord-Borneo zustande gekommen sind?
Für frühe Spekulationsausgaben halte ich das nicht, da die Marken natürlich auch im Postverkehr benutzt wurden. Handelt es sich velleicht um eine Art Vorausentwertung?
Danke für jeden Hinweis.
Anbei zwei Beispiele
Wanderer
12.06.2009, 12:56
die überschüssigen Rest-Marken ab 1894 wurden mit diesen ovalen Streifenstempeln auf diese Art bis 1906 entwertet - ist billige Massenware. Es gab wohl nicht soviel Postaufkommen, echte Stempel sind um einen Faktor 20 teurer, auf Briefen sind sie noch seltener erhalten, da wird dann es richtig teuer und damit wird auch einzeln in Auktionshäusern gehandelt.
petzlaff
12.06.2009, 15:27
die überschüssigen Rest-Marken ab 1894 wurden mit diesen ovalen Streifenstempeln auf diese Art bis 1906 entwertet - ist billige Massenware. Es gab wohl nicht soviel Postaufkommen, echte Stempel sind um einen Faktor 20 teurer, auf Briefen sind sie noch seltener erhalten, da wird dann es richtig teuer und damit wird auch einzeln in Auktionshäusern gehandelt.
Hi Jochen,
gibt es bezüglich der "Massenentwertung" ein nachvollziehbares Zitat?
Hier noch zwei "echte" EWntwertungen aus Nord-Borneo
Wanderer
12.06.2009, 17:21
Du woltest doch mein Wissen jenseits des berühmten Michel - Kataloges .... das Zitat findest du im Scott World classics Labuan bzw dort geschrieben Lebuan anno 1894 im Vorwort für die nächsten Nummis - kannst es ja selber lesen - scan anbei - hab's frei übersetzt & interpretiert.
dazu ein typisches Lot oval bebalkter Marken (ovala bars)
petzlaff
12.06.2009, 17:30
Lieber Jochen - Danke !
Es handelt sich also offenbar um eine Art Ungültigmachung
Wanderer
12.06.2009, 19:37
für: "were canceled to order" - da kannst du alles reininterpretieren - vielleicht findet sich ja ein besserer Übersetzer als ikke ... ich bin doch nicht mehr am Gymnasium ... halbvollendete Vergangenheit oder Passiv mit infinitiv ..., das ich das wirklich korrekt übersetzen muss :) ... guck dir die Preise an, dann weist du mehr zu interpreteieren - wie gesagt Faktor zwanzig bis dreißig sind echte Entwertungen höher angesiedelt.
Und sein wir doch mal ehrlich ... am Anfang ist man/frau doch froh, wenn das Vordruckalbum einen Farbfleck hat, wählerisch wird man/frau doch erst, wenn die Dubletten sich häufen.
Wanderer
12.06.2009, 19:45
heute ist Labuan eine beliebte Steueroase vor Borneo, aber wer weiß schon, was das für eine geistige Einöd vor 100 bis 110 Jahren war. :rolleyes:
petzlaff
13.06.2009, 06:47
"cancelled by order" bedeutet "auf Anweisung entwertet" - also amtlich. Deswegen führt der Michel die Marken in einer gesonderten Preisspalte mit dem Symbol für "Gefälligkeits"stempel auf. Bei einer amtlichen Entwertung kann aber kaum von Gefälligkeit die Rede sein.
"cancelled by order" bedeutet "auf Anweisung entwertet" - also amtlich. Deswegen führt der Michel die Marken in einer gesonderten Preisspalte mit dem Symbol für "Gefälligkeits"stempel auf. Bei einer amtlichen Entwertung kann aber kaum von Gefälligkeit die Rede sein.
Nein, order bedeutet in diesem Zusammenhang "auf Bestellung entwertet", auf philadeutsch = Gefälligkeits- oder Blankostempel.
Das Gegenteil ist "bedarfsentwertet" oder wie man früher sagte, "Stempel aus dem Verkehr".
Natürlich kann man bei losen Marken schwer unterscheiden, ob der gleiche Stempel aus Gefälligkeit (zB Bogenentwertung auf Händlerbestellung) oder für tägliche Postdienste verwendet wurde. Der Michel hat daher seine früher strikte Unterscheidung abgemildert, praxisnahe, wie ich meine.
Gibt es den Stempel aber
- X-gehäuft mit dem gleichen Datum
- oder Stempel, die NUR für Gefälligkeitsentwertungen verwendet wurden
(zB bei den brit Kolonien besagte Stempel, DDR-Klischeestempel, DR-Reservestempel usw usw, Innendienststempel - sonst nicht auf Marken usw. usw.)
Dann sind es eindeutig Gefälligkeitsstempel. I. d. R. sind solche klar unterscheidbaren Stempel teils erheblich geringwertiger als solche aus dem Bedarf. Zumal wenn sie so très'ässliesch :D sind wie diese Killerstempel von BNB/Labuan.
petzlaff
06.07.2009, 17:53
Nein, order bedeutet in diesem Zusammenhang "auf Bestellung entwertet", auf philadeutsch = Gefälligkeits- oder Blankostempel.
Da wäre ein Literaturzitat von Nöten, um diese Interpretation zu belegen.
Ich lasse mich gern eines Besseren belehren.
saeckingen
06.07.2009, 19:01
Da wäre ein Literaturzitat von Nöten, um diese Interpretation zu belegen.
Ich lasse mich gern eines Besseren belehren.
Literaturzitat habe ich auch keines - aber ich kann Aussage von ligneN betreffs der Definition c.t.o. (canceled to order) = Gefälligkeitsstempel bestätigen.
Wanderer
06.07.2009, 19:17
wer hat denn hier im forum schon Labuan aus der Zeit in größeren Mengen, um diese CTO Frage sinnvoll zu beantworten - da steht der Thread doch schon länger ein, aber ein Labuan-Purist als fixierten Sammler gibt es hier nicht.
Wenn ich den Scott Hineis richtig lese und interpretiere, dann sind beim Auslaufen der Labuan Überdruck-Marken per 1.1. 1906 alle Restbestände (unused remainders) auf diese Art entwertet und nicht postalisch verwendet worden. Die niedrigen Preise im "Scott Standard Catatologue" gelten für diese Marken. Für echt gelaufene Marken mit lesbaren Ortsstempel findet man die Gebraucht-Preise nur im Scott Classic Catalogue sowohl für lose Marken wie auch auf Brief.
Die ovalen Killer-Stempel sind unterhalb 1 $, die postalisch verwendeten gehen in den Bereich 15 - 100 $ und auf Brief über 1000 - 4000 $.
Wenn man das weiß, da braucht man nicht lange über die CTO reden, daß ist die Kiloware im Markt.
doktorstamp
06.07.2009, 20:21
@Harald schaut mal bei SG ein, dort findest du Auskunft. Ändert nichts die Mehrzahl gelten als C.T.O.
Es gibt hiervon eine ganz dicke Sammlung, die Toy Sammlung, so heißt er wirklich. Die Sammlung war mal mit einem Wert von 3 Millionen GBP bewertet.
Ursprunglich sollte diese Sammlung an dem Sultan für diese Summe verkauft werden. Leider liessen die politischen Ereignisse den Verkauf nicht zu.
Die Sammlung hat heute immer noch ein Wert von 1 Million und sie sollte vor drei Jahren per Private Treaty auch so verkauft werden. Dieser Verkauf kam auch nicht zu Stande.
mfG
Nigel
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