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heku49
17.05.2009, 16:57
Hallo,
kann mir jemand die Portostufe für diesen Brief erklären? (meine Tabellen beginnen erst 1852)
Brief vom 29. Jan. 1848 aus Echternach (Stempel leider nur schwach abgeschlgen) nach Wintger, Kanton Wiltz.
Bedeutet die 6 = 6 Centimes?

Gruß Helmut

Ulli D.
18.05.2009, 23:36
Hallo Helmut,

das Porto beträgt 6 Cents (Guldenwährung) = Inlandsporto vom 23.Juni 1845 bis zum 25.Dezember 1848, danach wurde die Franc-Währung eingeführt und das Inlandsporto betrug 10 Centimes.

Herzliche Grüße

Ulli

heku49
19.05.2009, 20:58
Hallo Ulli,
danke für die Aufklärung. In meinem alten Rudolphi steht nämlich 6 Centimes ab 1. Januar 1846 für Briefe bis 10 gramm.

Beste Grüße
Helmut

heku49
30.07.2009, 20:03
Bei diesem Brief benötige ich auch nochmal Hilfe.
Kann mir vielleicht jemand die Taxierung erklären?
Der Leitweg sollte sein: Trier - Grevenmacher - Berburg.
Stempeldatum Vorderseite: Trier 29.8.,
Rückseitig: Grevenmacher 30. Aout 1844 (erster belgischer Typ 04, 23mm Durchmesser).

Danke im voraus.

Gruß Helmut

heku49
07.08.2009, 19:17
Hat wirklich niemand eine Idee zur Taxierung?
Oder sind alle in Urlaub??:)

Gruß Helmut

bayern klassisch
07.08.2009, 21:21
Hallo heku49,

ohne Gewähr: 10 Centimes = 1 Sgr.. So weit war das ja nicht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

heku49
07.08.2009, 21:31
Hallo bayern klassisch,

vielen Dank. Bei manchem "Krickel" tue ich mich doch recht schwer.

Gruß Helmut

deckelmouk
08.08.2009, 10:55
ohne Gewähr: 10 Centimes = 1 Sgr.. So weit war das ja nicht.

Hallo Ralph,

das passt alleine von der Umrechnung schon nicht: 1 Sgr. = 12 1/2 Centimes. Bis zum 31.12.1848 galt die holländische Währung, es sind also 10 Cents - davon 4 Cents für die preussische und 6 Cents für die luxemburgische Postverwaltung (das ist eine Interpretation von mir, da der Inlandstarif bis dahin 6 Cents betrug).

Quelle: N. Poos, Die Post des Grossherzogtums Luxemburg von 1951

Beste Sammlergrüsse!

Lars

bayern klassisch
08.08.2009, 14:09
Lieber Lars,

Preußen hatte, wie die allermeisten Staaten der damaligen Zeit, bei Auslandsbriefen einen Grenzrayon, der durch günstige Tarife den "Unterschleif" der damaligen Zeit eindämmen sollte.

Wenn ich mich nicht täusche, kosteten einfache Briefe aus Trier nach Luxemburg damals 1 Groschen, so dass ich das Äquivalent von Luxemburg nach Trier wertmäßig annahm. Abweichungen in der tatsächlichen Währungsparität von 10 - 30% waren an der Tagesordnung und wären nicht ungewöhnlich (inwieweit die postalischen Gebühren miteinander vergleichbar waren, müsste noch geklärt werden; würde es einen Vertrag aus der Zeit von 1822 oder zuvor mit Preußen geben oder gegeben haben, wäre der preußische Gutegroschen zugrunde zu legen, welcher immerhin 13% höherwertig war als der modernere Silbergroschen).

Die Gebühr von Grenzrayonbriefen verblieb entweder ganz der Aufgabepost oder wurde hälftig geteilt. Eine komplizierte Abrechnung von 60% zu 40%, noch dazu in einem ungünstigen Verhältnis einem Land wie Preußen gegenüber, würde ich ausschließen; dafür war die Abhänigkeit in jeder Beziehung zu deutlich.

Aber konkret weiß ich es auch nicht. Vielleicht überrascht uns ein Preuße mit Insiderkenntnissen der rheinpreußischen Vertragslage zu Luxemburg.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

1867
08.08.2009, 17:47
Meine Eltern sind zwar geborene Preußen und sie überraschen mich auch hin
und wieder, aber nicht damit ... ;)

heku49
09.08.2009, 21:13
Vielen Dank für eure Ausführungen bisher. Viel schlauer aber bin ich noch nicht oder übersehe ich wieder mal was?

Müßte der Brief nicht von Preußen (Aufgabe in Trier) aus taxiert sein?

Gruß Helmut

bayern klassisch
09.08.2009, 21:44
Hallo heku49,

bei Nahbereichsbriefen kam nur eine Taxe zum tragen - die der Abgabepost. Man hätte also in Trier oder Konz in Cents taxiert, wie man von Luxemburg oder Grevenmacher aus in Silbergroschen taxiert hätte, wenn der Brief nach Konz oder Trier gelaufen wäre.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

deckelmouk
10.08.2009, 09:56
Hallo Helmut,

die Taxierung (10 Cents, nicht Centimes) ist m.E. eindeutig. Ich hätte auf eine Taxierung durch Luxemburg getippt, da ich davon ausgehe, dass der Brief direkt nach Luxemburg versand wurde. Eine Umkartierung würde ich nicht vermuten.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

heku49
10.08.2009, 12:04
Hallo bayern klassisch und Lars,

herzlichen Dank für die Auskünfte. Nun ist es mir klar.
Wieder was dazugelernt.

Gruß Helmut

heku49
17.08.2009, 20:37
Ich habe mal ein wenig in den Postverträgen, die Aleks (Danke an Michael) eingestellt hat gesucht.
Gefunden habe ich einen Postvertrag zwischen Preußen und Luxemburg vom März 1847. Darin ist von einem täglichen Postaustausch zwischen Trier und Grevenmacher die Rede.

Gruß Helmut

heku49
14.09.2009, 21:09
Der gezeigte Beleg zeigt einen Bataillionsbrief vom 23.5.1812 von Luxembourg nach Paris.
Der Stempel P98P Luxembourg (Departmentstempel) ist aus der französischen Periode (1794-1814), zusätzlich trägt der Brief vorderseitig noch einen schwachen PP-Stempel (mittig).
Rückseitig den Ankunftstempel Fl 28 an 12 (für den 28.Mai 1812).
Meine Frage ist:
Welche Bedeutung hat der Brikettstempel T3E?
Warum ist der Brief rückseitig nochmals mit 15 (welche Währung) taxiert?
Im voraus vielen Dank.

Gruß Helmut

bayern klassisch
15.09.2009, 07:02
Hallo,

meines Erachtens heißt es T 5 e und steht für den 5. Bestellgang in Paris an diesem Tag.

Der Brief wurde nicht taxiert, sondern der Absender zahlte 15 Decimes für die Frankatur, womit der Brief etwas schwer gewesen sein dürfte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

heku49
15.09.2009, 16:51
Hallo bayern klassisch,

sorry die 3 war ein Tipfehler von mir.
Ich dachte mit dem PP-Stempel (port paye) sei die Sache erledigt.

Gruß Helmut

bayern klassisch
15.09.2009, 18:18
Hallo Helmut,

der P.P. - Stempel kam nur in Verwendung, wenn der Absender frankiert hatte.

Es gab auch Portofreiheiten, denen eine links unten zu notierende Franchise zugrunde liegen musste. Dann wurde auch, ohne dass Geld geflossen wäre, mit P.P. gestempelt, aber nur um anzuzeigen, dass nichts zu erheben war.

Liebe Grüsse von bayern klassisch

reisehans99
15.09.2009, 19:19
Es gab auch für höhergestellte Beamte den Schreibschrift-Beamtenstempel !
Habe einen Brief, wo dieser Stempel auf einer ansonsten portopflichtigen Dienstsache aufgedrückt ist.

heku49
15.09.2009, 21:17
Hallo bayern klassisch,

danke für die Erklärung. Wieder was dazu gelernt.
Altbriefe sind wirklich noch nicht mein Thema, aber ich arbeite daran.

Gruß Helmut