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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Posthörnchen Prüfung Schlegel



wiesen8grund
15.05.2009, 13:51
Mein Hauptsammelgebiet sind die Posthörnchen-Überdrucke Ziffern. Nun erhielt ich zum dritten Mal nacheinander Verkäufe zurückgeschickt mit der Bemerkung, dass Schlegel bei der Nachprüfung festgestellt habe, dass die Erstprüfung zwar korrekt sei, eine Bestätigung der Prüfung aber nicht möglich sei, da es heute andere Kriterien für die Prüfung anzulegen seien.
Nun habe ich diese Marken vor einigen Jahren auf Auktionen für teures Geld im Vertrauen auf die Prüfung gekauft.
Muss man daraus den Schluss ziehen, dass Prüfungen dieses Sammelgebietes so unsicher sind, dass man dieses Gebiet lieber nicht mehr sammeln sollte?
Oder sind Prüfungen generell so wenig verlässlich, dass man zukünftig ganz darauf verzichten sollte und statt dessen viel weniger für Briefmarken bezahlen soll, weil es eh keine Sicherheit für Echtheit gibt.
Ich denke, hier ist eine grundsätzliche Diskussion angebracht.

fricke
15.05.2009, 13:58
Prüfung der Stempel oder der Aufdrucke?
Bei den Aufdrucken gab es nach meinen Erfahrungen bisher keine Probleme.
Mit den nicht prüfbaren Stempeln habe ich auch Geld in den Sand gesetzt.

Harald Krieg
15.05.2009, 17:49
Prüfungen unterliegen natürlich auch immer dem aktuellen Wissensstand und der ändernt sich manchmal mit der weiterschreitenden Forschung oder einer Entwicklung in der Prüftechnik. Das ist ein Risiko, dass man leider immer eingehen muß.

wiesen8grund
15.05.2009, 19:02
Genau das wollte ich sagen. Man muss damit rechnen, dass ein Großteil der Posthörnchen-Überdrucke trotz Prüfung nichts mehr Wert ist.

Lars Böttger
15.05.2009, 21:45
Genau das wollte ich sagen. Man muss damit rechnen, dass ein Großteil der Posthörnchen-Überdrucke trotz Prüfung nichts mehr Wert ist.

@wiesen8grund:

Deine Aussage ist arg pauschal: Zeig uns doch die fraglichen Stücke bzw. erkundige Dich bei Herrn Schlegel woran es denn liegt, dass die Prüfung nicht mehr vorgenommen wird. Auf- und Überdruckmarken sind nie ganz unkritisch, aber wie die Forschung in die eine Richtung funktioniert (nicht prüfbar), geht sie auch in die andere Richtung (Prüfung wg. neuer Erkenntnisse wieder möglich).

Nächste Frage: Wer hat denn "geprüft"? Viele Sammler und Händler halten Eigentümerkennzeichnungen für Prüfzeichen. Oder sind sich über die Problematik von Altprüfungen nicht im klaren.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

wiesen8grund
15.05.2009, 23:41
Alle Marken und der Brief waren ursprünglich geprüft Schlegel. Man muss sich als Sammler wohl damit abfinden, dass das Problem von nicht mehr anerkannten Prüfungen allein ein Problem von Altprüfungen wie Dr. Dub oder Ing. Becker ist, sondern dass damit auch jederzeit bei aktuellen Prüfungen gerechnet werden muss, dass der Prüfer zu anderen Aussagen kommt. Eine verlässliche Aussage kann nur bei sehr unkritischen Marken getroffen werden, alles andere bleibt doch recht zweifelhaft, man kennt das Problem ja bei Expertisen aus der Kunst, wo Zuschreibungen laufend revidiert werden, obwohl der wissenschaftliche Untersuchungsaufwand weit intensiver ist als bei Briefmarken.

brfmhby
16.05.2009, 00:42
das ist wie mit der büste der nofretete: ob sie echt ist, wird man nie 100%ig wissen. aber wenn man erkannt hat, das sie falsch ist, wird sie immer falsch bleiben. das liegt in der natur der sache. da hilft jammern nicht.

Lars Böttger
16.05.2009, 01:08
@wiesen8grund:

Die Familie Schlegel prüft seit über 40 Jahren. Wann wurden denn Deine Marken geprüft? Im Gegensatz zur Kunst lassen sich Briefmarken sehr gut bestimmen. Und ich gehe davon aus, dass der grösste Teil der Altprüfungen Nachprüfungen standhält. Zumindest ist das meine Erfahrung. Wie gesagt, ich wäre bei pauschalen Aussagen in der Richtung "alles Mist" sehr vorsichtig.

Eine weitere Frage: Bist Du in den entsprechenden Arbeitsgemeinschaften?

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Kontrollratjunkie
16.05.2009, 03:43
Es ist das ersre Mal, daß ich von einer Nachprüfung im Hause Schlegel höre, die negativ ausgefallen ist. Okay, alles höre ich auch nicht.
Damit möchte ich nur sagen, da es noch eine weitere Möglichkeit gibt, die das Ganze erklärbar macht: Das alte Prüfzeichen könnte gefälscht sein.
Wer einen Aufdruck und gar einen Stempel fälschen kann, für den ist ein rückseitiges Prüfzeichen eine Kleinigkeit.

Herausbekommen kannst Du das am besten mit einem netten Telefonat mit Herrn Schlegel. Das ist problemlos und Herr Schlegel beisst nicht ;).

Gruß
KJ

Max und Moritz
16.05.2009, 09:51
Jetzt würde ich aber gerne auf fricke zurückkommen: Stempel oder Aufdrucke? Wo drückt der Schuh?

wiesen8grund
16.05.2009, 19:52
Ich scheine ja mit der Veröffentlichung meiner Erfahrungen mit Prüfungen in ein Wespennest gestochen zu haben, wenn man die Heftigkeit mancher Entgegnungen sieht. Dabei werden mir Aussagen unterstellt, die nicht gemacht habe, was man ja recht leicht an dem überprüfen kann, was ich geschrieben habe.
Ein Teil der Antworten kommt mir vor wie das Pfeifen im Walde, wofür ich auch Verständnis habe, wenn es so manchem Sammler dämmert, dass auch ihm das passieren kann, was in den vergangenen Jahren tausenden Sammlern passiert ist, nämlich dass die mit viel Mühe und finanziellem Einsatz zusammen getragene Sammlung auf einmal viel weniger wert ist.
Nun zum Fachlichen: Es sind natürlich vor allem die Stempel betroffen, was auch verständlich ist, wenn man weiß, dass diese für eine große Wertsteigerung bei den Posthörnchen sorgen.- Jetzt können erst einmal die Sammler von postfrischen Marken aufatmen.
Ich habe natürlich bereits mit Herrn Schlegel gesprochen, so hat er mir auch auf der Messe in Essen bestätigt, dass in der letzten Zeit eine Reihe von Stempeln in diesem Sammelgebiet aufgetaucht sind, die heute nicht mehr geprüft werden. Dass dies so ist, wird einem auch durch das Studium von Auktionskatalogen (so auch im neuen Götz-Katalog) bestätigt, bei dem man immer wieder auf Posthörnchen-Überdrucke stößt, die zwar Schlegel-geprüft, aber heute nicht mehr prüfbar sind.
Ich möchte mit meinen Ausführungen niemanden das Sammeln dieses Gebietes vermiesen. Es ist mit der Seltenheit der Marken weit aus interessanter als andere Gebiete, in denen man für viel Geld Marken (oder Blöcke) kauft, die auf jeder größeren Auktion in großer Stückzahl angeboten werden und bei denen man sich bei stark schrumpfender Sammlerzahl leicht ausrechnen kann, wann die Nachfrage komplett gesättigt ist. Das weiß aber jeder Sammler: Den letzten (Sammler) beißen die Hunde.
Zu meiner Mitgliedschaft in einer Arge: Ich habe vergeblich versucht herauszufinden, welche für die Posthörnchen-Überdrucke zuständig ist. Ich hoffe, jetzt werde ich geholfen.

fricke
16.05.2009, 21:34
Arge Kontrollrat. Zumindest was die Farben betrifft. Ob die sich auch mit den Aufdrucken beschäftigen, weiß ich nicht.
Eine eigene Arge hierfür gibt es wohl nicht.
Gruß Jürgen