PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Asien Marken Bestimmung - Indien ?



Wanderer
08.05.2009, 03:14
Moin @all
Habe hier 2 exotische Teil-Serien je vier unbekannte Marken mit Anna-Währung - die ersten vier Marken ohne und mit Überdruck stelle ich mit scan vor - wer kann mit Info helfen?

petzlaff
08.05.2009, 06:44
moin Jochen,

indischer Feudalstaat Hyderabad (Haiderabad).
Die mit Aufdruck sind Dienstmarken.
Insgesamt stammen die Marken aus 3 unterschiedlichen Serien.

genauer gesagt (von links nach rechts):

Michel-Nummern

15 Platte II (1912)

Dienst 23 Platte II (1918)
Dienst 15 (1909)
Dienst 25 (1911)

Der Aufdruck liest sich (von rechts nach links) als "Sarkari" (= "Service" in Urdu).
Beachte bitte auch die beiden unterschiedlichen Aufdrucktypen.

Weiterhin bemerkenswert: diese Ausgaben von Hyderabad tragen die Wertbezeichnung in 4 Sprachen rund um das Mittelmedaillon:
Bei 12 Uhr angefangen im Uhrzeigersinn: Telugu - Urdu - Englisch - Hindi

Diese Serien gibt es in unzähligen (insbesondere Zähmnugs-)Varianten, die im Normakatalog nicht beschrieben sind, aber ein unglaublich schönes und dekoratives Spezialierungsspektrum eröffnen. Zumal, da die Marken als Massenware relativ einfach zu bekommen sind - insbesondere im britischen Raum.

Wanderer
08.05.2009, 07:34
und Danke für Deine Hilfe bei den gezeigten Marken und dann habe ich noch einmal so vier Stück, die ich nicht zuordnen kann - vermutlich dann auch Hyderabad - die haben nämlich eine gewisse Ähnlichkeit zu den ersten vier.

petzlaff
08.05.2009, 07:47
Stimmt auffallend

MI 23 (1915)
Dienst MI 30 (1917)
Dienst MI 33 - 8 Anna !! (1930)
MI 24 (1915)

Im Gegensatz zu den vorher gezeigten Marken konnten (wie im britschen Empire üblich) diese Marken zu postalischen und fiskalischen Zwecken genutzt werden ("Postage & Revenue" bzw. hier "Post & Receipt")

Wanderer
08.05.2009, 07:50
Michel 23 und 25 und Dienst anno 1917

Jetzt habe ich die gefunden ... also diese kleinen mickligen Bildchen im Katalog, da fluche ich drauf rum - es brennen die Augen beim Geblättere - alles grau und grau - es ist für Quer- & Neueinsteiger eine Zumutung.

Das sich das die Phila-Jugend nicht antun will - kann ich verstehen.

Wanderer
08.05.2009, 07:52
ist fiskalischer Ausdruck für unsere Steuer?

petzlaff
08.05.2009, 07:57
Jawoll - ist es

Hier am Beispiel der #15 eine Illustration der beiden Plattentypen der Ausgabe 1908/1912:

Wanderer
08.05.2009, 08:02
bei mir vorhanden - aber der bessere klare Druck ist wohl für Platte 2 zu erkennen.
Bei Nr 15-22 sind keine Bilder im Katalog dabei - dafür jetzt hier im BDPh-Archiv - sehr schön!

petzlaff
08.05.2009, 08:15
1/4 Annas in blaugrau sind immer Platte I - es gibt aber auch rein graue Pl. I.
Weiterhin sind bei Platte II alle Legenden dicker (auch die weißen - insbesondere in dem Urdu-Wert rechts unten und "Postage", und der Rahmen ist komplett nachgestochen.
Bei den unterschiedlichen Formaten, die der Katalog für Platte I und II ausweist bin ich immer sehr vorsichtig. Wie bei allen klassischen Tiefdruckausgaben wurde auf "feuchten" Papier gedruckt, so dass Formatschwankungen durch den Trockenprozess häufig sind.

Wanderer
08.05.2009, 08:29
hast du da Vergleichsmaterial - ist dies rotbraun 4a

petzlaff
08.05.2009, 08:59
Yep - das ist die 4a, wobei der Übergang zur 4c (ziegelrot) fließend ist.
Bei Stanley Gibbons wird die orange Variante der Mi 4a, im Verhältnis zu den andreren (Mi 4a-c Farben) wesentlich höher bewertet.

SG kennt folgende Farben:

SG #13 red-brown (Mi #4a), 1871
SG #13a orange (Mi unter #4a), ????
SG #13b orange-brown (Mi unter #4a), ????
SG #13c brick-red (Mi #4c), 1897
SG #13d rose-red (Mi #4b), 1891

Die Serie von 1871, zu der deine Marke gehört, zeigt übrigens kein quadratisches, sondern ein rechteckiges Markenformat und die Inschrift "Post Stamp" statt "Postage".

Wanderer
08.05.2009, 09:02
Platte 2 - Farbvariante a) schwarzgrau 1912 und b) lila 1912 gez. 13,5 so steht's bei mir im Katalog anno 2003

Wanderer
08.05.2009, 09:07
war m.E. die schwargraue und dies ist hier die lila Farbe.

petzlaff
08.05.2009, 09:28
Keine Einschränkung - das ist definitiv die Michel 14IIb in lila

SG bezeichnet diese Farbe als "purple" (SG #33), während die Platte I unter "grey" (SG #24) geführt wird. Die Michel 14IIa hat bei SG die Farbe "grey-black" (SG #32).

petzlaff
08.05.2009, 13:19
Einer meiner liebsten Feudal-Inder ist diese kleine (17x14mm) schwarze, kalligrafisch gestaltete Marke. Das Design ist trotz aller Schlichtheit in seiner Filigranität unübertroffen.

Mal sehen, ob jemand herausfindet, aus welchem Staat die stammt :cool:

Wie Jochen schon anmerkte - die indischen Staaten sind auch anhand der Kataloge nicht ganz einfach zu identifizieren.

Aber: das Sammelgebiet ist insbesondere im britschen Raum recht beliebt. Hierzulande wird sich meist nur auf die Raritäten (und da gibt es einige unter Indien) beschränkt.

Philator
08.05.2009, 15:41
Einer meiner liebsten Feudal-Inder ist diese kleine (17x14mm) schwarze, kalligrafisch gestaltete Marke. Das Design ist trotz aller Schlichtheit in seiner Filigranität unübertroffen.

Mal sehen, ob jemand herausfindet, aus welchem Staat die stammt :cool:

Wie Jochen schon anmerkte - die indischen Staaten sind auch anhand der Kataloge nicht ganz einfach zu identifizieren.

Aber: das Sammelgebiet ist insbesondere im britschen Raum recht beliebt. Hierzulande wird sich meist nur auf die Raritäten (und da gibt es einige unter Indien) beschränkt.

Hallo,

mein Tipp wäre "Faridkot".
Bei unbekannten (asiatischen) Marken, kann ich folgenden Link empfehlen:
http://sammler.com/bm/laender_asiatische_inschriften.htm

LG
Torsten

petzlaff
08.05.2009, 15:55
@Philator

Faridkot ist natürlich absolut korrekt - Michel #1a (1878).
Faridkot im Pandschab war zunächst Feudalstaat und wurde 1887 als sog. Vertragsstaat verwaltungstechnisch in Britisch-Indien eingegliedert, wobei postalisch überdruckte Marken Indiens die alten einheimischen Marken ablösten.

1947 nach der Spaltung Indiens in hinduistische und islamische Dominions fielen Teile des ehemaligen Faridkot an das neu gegründete islamische Pakistan.

Große Klasse - auch so ein Teil, was man anhand der winzigen Katalogabbildungen kaum zuordnen kann - Respekt :)

petzlaff
08.05.2009, 17:41
Habe hier eine Michel #72 von 1878 aus Kaschmir.

Was meint ihr - mag der Stempel wohl echt sein?
Ich persönlich kann nichts Verdächtiges erkennen, was auf einen Falschstempel hinweist.

Vielleicht hat ja @22028 eine Idee oder Vergleichsmaterial.

Möglicherweise ist es auch eine 66By, aber das rot der anderen 1878er Ausgaben geht weitaus mehr in Richtung karmin.
Auf alle Fälle ist das Papier nicht gestreift.

22028
08.05.2009, 21:27
Petzlaff,

Kaschmir, sorry, nicht mein Gebiet. Kenne aber 2-3 große Sammler davon. Frage doch mal über die FG-Indien an..., der Stempel sieht aber gut aus, dürfte gemäß dem Kaschmir Handbuch von Frits Staal die Type 36 (hat komplett 9 waagrechte Balken) sein...