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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Portofreiheit - Hochwasser Glogau 1838



Postgeschichte-Kemser
10.04.2009, 07:17
Hallo zusammen,

folgenden Brief möchte ich hier mal zur Diskussion/Interpretation stellen:

http://wp1084826.vwp0535.webpack.hosteurope.de/storage/pictures/Portofreiheit-Glogau-1.jpg
http://wp1084826.vwp0535.webpack.hosteurope.de/storage/pictures/Portofreiheit-Glogau-2.jpg
http://wp1084826.vwp0535.webpack.hosteurope.de/storage/pictures/Portofreiheit-Glogau-3.jpg

Der Brief trägt vorderseitig den Vermerk:

"Zum Besten der durch Ueberschwemmung Verunglückten bei Glogau. laut hoher Ordre v. 2ten April 1838 frei"

Wenn dieser Brief portofrei war, was bedeuten dann die "5" und die "7x" (wohl 7 Kreuzer) auf der Rückseite ?

Wer kann nähere Angaben zum Unglück selbst und dieser speziellen Portofreiheit machen ?

Herzlichen Dank schon im Voraus.
Postgeschichte-Kemser

deckelmouk
10.04.2009, 10:36
Hallo @postgeschichte-kemser:

Zu den Zahlen auf der Rückseite: Ich meine, dass es keine Kreuzer sein können, da der Brief nicht aus einem Kreuzergebiet kommt noch in eines geht. Es sieht m.E. so aus, als ob die Zahlen durchgestrichen wurden, das sieht so aus wie ein "x". Ausserdem wäre m.W. dieser Brief portofrei gewesen, da er von einem Amt an ein Amt ging.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Postgeschichte-Kemser
10.04.2009, 11:55
Hallo Lars,

Danke erst mal für Deine Antwort.

Beim näheren Hinsehen schaut es so aus, als ob das, was ich als Kreuzer-zeichen gedeutet habe, auch eine durchgestrichene Eins sein könnte. Darüber liegt auch noch ein Zeichen, welches aussieht wie eine 6.

Die Frage bleibt: Sind es wirklich Gebührenvermerke. Wenn ja - warum ? Botenlohn für Landbestellung ? Gab es da keine Gebührenfreiheit ?

Vielleicht meldet sich ja noch ein Spezialist.

beste Grüße und schöne Osterfeiertage
Schorsch
Postgeschichte-Kemser

bayern klassisch
10.04.2009, 15:10
Ich bin zwar kein Preußen - Sammler, aber die Ziffern hinten lauten 4, 5, 6 und 7. Postalischer Natur sind sie sicher nicht, denn hinten standen nur die Franki, derer es hier eben gerade nicht bedurfte.

Kosten für die Zustellung dürften keine entstanden sein - bei meinen Dienstbriefen oder Privatbriefen an vergleichbare Stellen in Preußen aus dieser Zeit findet sich dergleichen auch nicht, auch wenn das nicht unbedingt als Beweis taugt.

Ich halte diese Ziffern für die interne Numerierung der Empfängerbehörde, welche man mal vorne, mal siegelseitig anbrachte.

Das traurige Ereignis müsste man mal ergooglen; jedenfalls hat der preußische Staat offensichtlich zeitig die Korrespondenz bezüglich dieser Angelegenheit portofrei gestellt.

Beste Grüsse von bayern klassisch

BaD
10.04.2009, 15:48
Bin auch kein Preußen-Sammler:
- bezieht sich auf das Hochwasser im Oderbruch im März 1838
( unten Ausschnitt aus einer Schilderung der Zeit)
- Der Autor Brand schrieb 1838 in Glogau das Dorf-Buch, das anscheinend an alle preußischen Gemeinden verschickt wurde? Das (Mehr)Geld für dieses kam wohl den Hochwasseropfern zu Gute.
- Der Brief wurde mit dem angemahnten Geld ( als Beilage) an das Postamt Glogau zurückgeschickt.
- Das Bestellgeld mußte auch bei Portofreien Korrespondenzen bezahlt werden!!
innerorts: Briefe bis 16 Lot = 1/2 Sgr.( 6 Pf.)
Landbestellbezirk: Briefe bis 16 Lot bis 1,5 Meilen 1 Sgr.
bis 2 Meilen 2 Sgr.

Postgeschichte-Kemser
12.04.2009, 06:55
Hallo,

herzlichen Dank für den letzten Beitrag und insbesondere für die zeitgenössische Schilderung.

Dennoch kann ich die angegebenen Gebühren und die Ziffern auf der Briefrückseite noch nicht zusammenführen.

Aber vielleicht kann ja noch jemand weiterhelfen. All zu häufig dürften solche Belege jedoch nicht sein - oder ?

Einen schönen Oster-Sonntag !
Schorsch
Postgeschichte-Kemser