Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Und es gibt sie doch ...
petzlaff
23.01.2009, 11:43
.. die unterschiedlichen Typen, Plattenfehler (oder wie auch immer man das nennen will) bei anderen "Triangles" als der dementsprechend katalogisierten 2 Cent Washington.
Hier 4 Marken vom linken Schalterbogenrand aus der rechten Druckbogenhälfte der Michel 176 (Scott 279). Zum Vergleich eine normale Marke aus der untersten Reihe eines Schalterbogens aus dem rechten oberen Viertel des Druckbogens.
Im rechten Dreieck ist die Einfassungslinie unterbrochen. Offenbar gibt es verschiedene Stadien dieses Plattenfehlers (?), die sich auch an deutlichen, wiederkehrenden gleichzeitig auftretenden Gravurschwächen rechts oben am gleichen Dreieck manifestieren.
Ich werde am Wochenende mal meine gesamten Bestände an green und blue (die teilweise von den gleichen Platten wier die Greens gedruckt wurden) überprüfen.
Bitte @all um statistische Unterstützung - Scans (mind. 600 dpi) ggfs. bitte zur Erfassung direkt an mich.
Holzland-Sammler
23.01.2009, 14:01
@petzlaff
Trotzdem hänge ich einmal die Marke insgesamt und als Detail an. Sieht etwas schwach aus und die "Schwachstelle" liegt auch etwas höher.
Bei Bedarf kommt der große Scan direkt zu Dir.
Anmerkung: MI 176?? (War die 126X gemeint? Die Mi 176 ist in meinem Katalog eine andere Marke!)
petzlaff
23.01.2009, 15:49
@Holzland - natürlich meine ich die #126 - sorry / Schreibfehler.
Nicht, dass wir uns mißverstehen: ich meine mit den Marken, die ich zeige eine offenbar konstante Abart aus einer nachvollziehbaren gleichmäßigen Bogenposition (in diesem Fall einer senkrechten Spalte am linken Bogenrand). Es könnte sich also um einen Defekt des Transfer-Rollers handeln, mit dem die Druckplatte geprägt wurde.
Schwächen im Dreieck (meist im rechten) sind relativ häufig und erscheinen auf den ersten Blick wie fehlende Linien. Wenn man allerdings ab 1200 dpi scannt, erscheint plötzlich wie aus dem Nichts die verschwunden geglaubte Linie. Ich habe so ein Beispiel - suche ich raus und zeige es nachher.
Bei deiner Marke kann ich auch nur eine ganz leichte Prägungsschwäche erkennen, die möglicherweise eine Vorstufe zu einem Plattenfehler ist. Leider lässt sich das nicht nachweisen, wenn nicht genügend identische oder ähnliche Stücke vorliegen. Zudem ist die Position der Marke im Bogen nicht einmal annähernd erkennbar - da hilft es schon, wenn man deutlich sieht, ob die Marke z.B. von einem bestimmten Bogenrand stammt (niemand verteufelt hier noch einmal teilgeschnittene USA-Marken :))
Fazit: USA ist auch bei Massenware spannender als manch anderes Sammelgebiet (@asmodeus: GB ausgenommen)
petzlaff
23.01.2009, 17:54
Der mutmaßliche Plattenfehler taucht nicht nur am Bogenrand auf.
Hier (links) eine Marke aus dem inneren Bogen, die ein etwas früheres Stadium zeigt. Rechts ist die Marke von der oben gezeigten Vergleichsleiste in Ganzansicht zum Vergleich gescanned.
Man sieht deutlich eine Abnutzung an identischer Position. Dies verstärkt den Verdacht, dass es sich um eine konstante Abart bezogen auf einen Tranfer-Roller handeln muss. Bei der Marke mit dem Bahnpoststempel (links) kann man aber immer noch die das Dreieck begrenzende Linie ausmachen.
Ähnliches ist bei der 2 Cent Columbus "Broken Head Variety" von 1893 (Michel 74II) zu beobachten.
petzlaff
24.01.2009, 11:17
Neue Erkenntnis:
die fraglichen Marken haben alle ein kopfstehendes Wasserzeichen, stammen also wie die Marken mit stehendem WZ aus 400er Druckbögen, was bedeutet, dass sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit (90%) vor 1901 produziert wurden.
Etwa 50% des 1 Cent Werts wurde in 1901 mit liegendem Wasserzeichen gedruckt (ca. ab Platte BEP#1200), spätere Marken (ca. ab Platte BEP#1400) mit stehendem oder kopfstehendem Wasserzeichen sind sehr selten und würden sich mit ziemlicher Sicherheit nicht mehrfach in einer Sammlung oder einem Auktionslot finden lassen. (abgeleitet aus Quelle: "Durland Standard Plate Number Catalogue", 2008).
Im Michel wird bei diesem Wert wie bei vielen anderen der Triangle-Serie nicht zwischen stehendem und kopfstehendem WZ unterschieden. Das nachweislich existierende ligende WZ erwähnt der Michel überhaupt nicht (zumindest in meinem "Spezial" von 1997)
Bei meinen blauen 1 Cent habe ich diese Auffälligkeit übrigens nicht finden können. Ich gehe also davon aus, dass dieser Effekt frühestens ab Platte BEP#500, wahrscheinlich sogar erst wesentlich später auftritt. (Die 1 Cent Platten BEP#439-441,446,496 wurden nachweislich für blaue und grüne Drucke verwendet).
Hochinteressant ist übrigens auch der "split" der Bogentrennline auf der zuletzt gezeigten rechten Marke - möglicherweise hilft diese Besonderheit bei der Identifizierung der verwendeten Druckplatte.
Möglicherweise handelt es sich bei der gezeigten Variante um eine Besonderheit der für die Herstellung von Markenheftchen verwendeten Druckbögen, deren Plattennummern leider nicht bekannt sind. Laut Michel lassen sich Heftchenmarken nicht von Bogenmarken unterscheiden - haben wir hier eventuell einen Anhaltspunkt für das Gegenteil? - das wäre zu schön um wahr zu sein.
ABER: das ist erst einmal nicht mehr als Spekulation. Vergleichsmaterial ist für eine endgültige Beurteilung zwingend erforderlich.
petzlaff
25.01.2009, 08:06
@Holzland,
die Scans und die Zeichnung, die du mir geschickt hast decken sich ungefähr mit meiner These.
Deine Marke (die du uns auch oben zeigst) hat ein kopfstehendes seitenverkehrtes Wasserzeichen und stammt vom rechten Druckbogenrand (ungezähnt ohne Schnittlinie). Der WZ-Ausschnitt zeigt den unteren Bogen des "U" mit der darüber liegenden (da kopfstehend) unteren Begrenzung des "S" in "USPS", die wie üblich ohne den dazugehörigen Hauptteil des "S" linear erscheint. Eine andere Kombination ist mathematisch und physisch nicht möglich. Mit deiner Erlaubnis zeige ich deine Zeichnung.
Leider lässt sich anhand der auf den betreffenden Marken (das gilt nicht nur für diesen Wert, sondern alle mit diesem WZ) vorhandenen "USPS"-Fragmente nicht eindeutig zuordnen, aus welcher Bogenposition sie stammen, auch wenn die Abbildungen in den Katalogen dies suggerieren.
Der Begrenzungsstrich des "Triangles" ist vorhanden, aber an zwei Stellen deutlich abgeschwächt. Die untere Schwäche ist zwei Querschraffierungen oberhalb der Position, wo sich bei meinen Marken die Lücke befindet.
Weitere Input ist wie gehabt willkommen !
Holzland-Sammler
25.01.2009, 11:41
@ petzlaff
zur Veröffentlichung war der Schmierzettel eigentlich nicht gedacht:eek:, aber nun lassen wir es so. Genehmigung zur Veröffentlichung nachträglich erteilt:).
Wanderer
25.01.2009, 15:56
habe ich sowohl zentral als auch dezentral bei meinen Untersuchungen gefunden
Zentral sind schön selten, aber es gibt sie - siehe scan
Wanderer
25.01.2009, 16:02
- hoffe es plaisiert -
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