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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fälschungsverkäufer mit weißer Weste



Siegfried Spiegel
17.01.2009, 21:31
Bei Ebay ist momentan ein Anbieter aktiv, der viele Fälschungen im Angebot hat. Hier ein Beispiel: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&ssPageName=STRK:MEWNX:IT&item=150318453986
Dazu ein besserer Scan, Stempel und Prüfzeichen falsch.

deckelmouk
18.01.2009, 18:35
@siegfried:

Das wirklich Erschreckende ist, dass die meisten Fälschungsverkäufer eine weisse Weste haben. Das eBay-Bewertungssystem versagt kläglich, weil keiner der Käufer die Marke prüfen lässt bzw. wenn doch, er schon positiv bewertet hat oder der Bewertungszeitraum abgelaufen ist.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Siegfried Spiegel
19.01.2009, 12:48
Damit niemand mehr etwas sieht, wird von ebay sofort der Mantel des Schweigens darübergedeckt. Vielleicht löscht ebay auch noch die negative Bewertung. Das nennt sich dann Kundenschutz.http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&ssPageName=STRK:MEWNX:IT&item=150318453986

brfmhby
19.01.2009, 14:42
Du meinst, weil der Artikel gelöscht wurde? Genau das ist der Verkäuferschutz. Leider gibt es keine Möglichkeit den Händler entsprechend zu "markieren".

deckelmouk
19.01.2009, 14:53
Du meinst, weil der Artikel gelöscht wurde? Genau das ist der Verkäuferschutz. Leider gibt es keine Möglichkeit den Händler entsprechend zu "markieren".

@siegfried:

Wenn ein Artikel durch eBay-Sicherheit gelöscht wird, bekommt der Anbieter eine Verwarnung und der Käufer einen Hinweis (den er hoffentlich richtig nutzt). Nach mehreren Verwarnungen wird der Anbieter gesperrt. Die Zeit der Sperre(n) ist progressiv.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Christian E. Geigle
19.01.2009, 21:44
Letztlich verdient ebay an den durchgeführten Transaktionen, nicht an den unterbundenen. Restriktionen werden nie wirklich zur Durchsetzung eines "sauberen" Marktes ergriffen, sondern nur, um sich den juristischen Instanzen der involvierten Staaten als bemühter Moderator zu präsentieren und staatliche Eingriffe in den Ebay-Wilden-Westen zu vermeiden. Das wäre nämlich schlecht für´s Geschäft und auch für den Aktienkurs. Der ist der eigentliche Focus der Ebay-Macher. Von allen anderen glücksverheißenden Geschäftszielen dieses Konzerns könne wir uns getrost verabschieden. Das gilt leider und vor allem für die Philatelie.

Die Gewinne bei Ebay sind gigantisch, sowohl für die Company selber (hier auch für den Staat in Form von Steuereinnahmen) als auch für die handelnden Personen. Auf der anderen Seite ist der Verlust für den Staat/die Staaten und damit für die Solidargemeinschaft gewaltig. Massiver Schwarzhandel und damit verbundene Steuerhinterziehung und Abgabenbetrug schaden letztlich allen.

Ich habe noch nie eine Prüfsendung eines Ebay-Käufers vorgelegt bekommen, die in Ordnung war. Insofern halte mein vernichtendes Urteil für fundiert.

Ich habe aber auch kein Verständnis für das Gejammer der Betrogenen. Wer einen Funken Verstand hat und zum selbständigen Denken fähig ist, kann den groben Gaunereien eigentlich nicht aufsitzen. Die Realität beweist uns aber immer wieder das Gegenteil.

Leider hat der positive Grundansatz von Ebay den Betrügern eine wunderbare Bühne geschaffen. Das Elend sehen wir jeden Tag, und die rechtschaffenen Ebayer können sich der Konkurrenz kaum noch erwehren.

(Zum Verständnis: Ich bin bei Ebay weder Käufer noch Verkäufer, sondern nur Beobachter.)

Fehldruck
19.01.2009, 22:58
Herr Geigle Sie teilen sich hier Sammlern mit, die zum Teil durch Alando/ebay stärker oder überhaupt wieder mit dem Sammeln begonnen haben. Ich behaupte auch, daß fast alle Händlerkollegen, die mit dem Computer umgehen können, den Weg zu online-Auktionen gefunden haben.

Umso arroganter wirkt dann so eine überzogene Aussage eines Beobachters, der noch nie bei ebay verkauft oder gekauft hat.

Im Detail möchte ich auf soviel Hass gar nicht eingehen.
Was wollen Sie mit ihren pauschalen Unterstellungen erreichen?

Wo sind denn Angebote bei ebay, die klein- oder großkriminelle Strukturen im Philatelie-Bereich erkennen lassen? Was genau toleriert dabei der Staat? Welche Steuerhinterziehung läßt er zu? Gigantische Gewinne bei den ebay-Händlern?

Viele der unseriösen ebay Händler haben vor ebay völlig unbeobachtet Fälschungen verkauft. Schwarzhandel und Fälschungsverkauf auf Tauschtagen und Flohmärkten und Vereinsauktionen und Börsen gibt und hat es völlig unkontrolliert auch vor ebay gegeben. Oder waren Sie als BPP vor ebay arbeitslos?

Haben Sie schon mal ne Steuerprüfung bei einem ebay-Händler miterlebt? Es gibt da extra Instanzen, die zur Prüfung komplette Unterlagen von ebay bereitgestellt mitbringen. Auch Schwarzhändler können und werden abgemahnt. Es gibt da diverse Urteile. Nicht nur Sie auch der APHV hätte da viele Möglichkeiten.

Auch ich wünsche mir ein besseres ebay ohne Betrüger und starke online-Konkurrenz zu ebay aber bei einem Versandhändler, der nicht mal ne online-Bestellung hinbekommt, möchte ich nicht außschließlich kaufen.

Es tut mir echt leid, aber ich kann Sie nicht verstehen.

Fehldruck

Christian E. Geigle
20.01.2009, 00:10
Lieber Fehldruck!

Mit meinen sehr deutlichen Worten will ich keineswegs Hass auf Ebay ausdrücken. Die Geschäftsidee, die dahinter steckt, war und ist genial. Ebay steht auch mehr als Synonym für einen weltweiten, stark anonymisierten Handel. Andere Plattformen oder auch Webshops fallen genauso darunter. (Ich schreibe in diesem Thread nicht als Händler, sondern als marktbeobachtender Sachverständiger und Prüfer.)

Die Kehrseite der Medaille ist nur leider auch, daß es für den potentiellen Betrüger genauso einfach geworden ist, weltweiten "Handel" zu treiben. Das Risiko, nicht nur unter die Lupe genommen, sondern auch einmal rechtskräftig verurteilt zu werden, geht dabei gegen Null. Natürlich gab es das früher auch schon, in anderer Form, aber sicher nicht so weltumspannend und vor allem so risikolos. Vierzehn Jahre Tätigkeit als Sachverständiger in zahlreichen Straf- und Zivilprozessen haben meinen Idealismus mehr als einmal auf eine harte Probe gestellt.

Steuerprüfungen bei Ebay-Anbietern sind inzwischen an der Tagesordnung, das weiß ich wohl. Aber zum einen reicht das Personal bei weitem nicht aus, um auch nur ansatzweise flächendeckend zu prüfen, zum anderen sind die Möglichkeiten des Sich-Entziehens im www natürlich vielfältiger als im normalen Geschäftsalltag. Schon das etablierte System der Pseudonyme, hinter denen sich Schwarz und Weiß im www verstecken, ist doch für einen korrekten Handel völlig kontraproduktiv. Und natürlich versucht der Fiskus, seine eigenen Interessen durchzusetzen, auch wenn es schwer ist. Das zeigt nur wieder, daß man auch im www fast alles tun darf, nur nicht den Fiskus betrügen.

Strafrechtlich wird aber nahezu nichts unternommen, auch weil der Einzelfall oft nur einen Bagatellbetrag darstellt. Beweiserhebung und -führung sind fast unmöglich, eine Verurteilung noch unwahrscheinlicher als im normalen Geschäftsverkehr. In der Summe dieser Bagatellbeträge kommen aber Summen zusammen, die schnell den sechs- oder siebenstelligen Bereich erreichen. Jeder Bank- oder Tankstellenräuber ist dagegen ein kleines Licht mit einer ungleich höheren Straferwartung.

Ich stimme Ihnen in vielen Dingen zu und will auch Ebay keinesfalls pauschal verteufeln, wie ich schon eingangs schrieb. Ich bestreite nur, daß bei Ebay ERNSTHAFT schwarze Schafe sanktioniert oder ausgeschlossen werden, wie es hier in diesem Forum regelmäßig gefordert wird. Das wäre für Ebay ein Geschäftsverlust, den man nicht erwarten kann. Pecunia non olet.

Das einzige Gegenmittel wird nur Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung sein, oder auch: Fakten, Fakten, Fakten! Wer mit der nötigen kritischen Distanz zu vermeintlichen Schnäppchen an die Sache herangeht, wird weniger Enttäuschungen erleben.

Auch für mich als BPP-Prüfer ist übrigens eine beanstandungslose Prüfsendung viel interessanter als der leider oft zugesandte "Markenmüll". Einwandfreie, attestfähige Ware von entsprechendem Wert bedeutet ein deutlich höheres Entgelt für meine Arbeit, die in beiden Fällen den gleichen Zeitaufwand erfordert. Fälschungen, Stempelfälschungen, Entfalzungen und Nachgummierungen sind nicht weniger zeitaufwendig in der Bearbeitung als "glatte" Ware, bei einem Bruchteil der Prüfgebühren. Von den Gefühlen des Auftraggebers bei Rückerhalt der Sendung mal ganz abgesehen.

Ich versuche hier in diesem Forum so etwas wie eine "kritische Stimme" zu geben. Dazu gehört sicher auch mal eine überspitzte Formulierung oder eine drastische Überzeichnung. Das soll unserer gemeinsamen Sache dienen. Bitte verstehen Sie meine Äußerungen in diese Richtung.

Christian Geigle

Fehldruck
20.01.2009, 07:40
Verstanden!

Vielleicht eine kleine Ergänzung. Gewerbliche Accounts haben und müssen bei ebay seit einiger Zeit eine ladungsfähige Adresse auf jeder Angebotsseite angeben. Dazu muß man etwas nach unten scrollen. Da ist nichts mit nur Pseudonymen bzw. sind ja bei Einzelunternehmen im normalen Geschäftsalltag auch zusätzliche Phantasienamen absolut gebräuchlich.

Bei den privaten Accounts ist es so, daß die Angebote quasi erstmal per Chiffre erfolgen. Aber man kann sehr einfach alle Verkäufe auflisten lassen. Wenn gewerbliche Händler (wahrscheinlich auch gelenkt durch Berufsverbände) gewerblichen Handel vermuten, kann z.B. wegen Nichterfüllung der Informationspflichten abgemahnt werden. In manchen Sparten wird dies massiv praktiziert.
Viele denken nur, daß im Internet alles anonym ist. Hier mal eine Liste der größten Privatverkäufer bei ebay...übrigens die Nr. 1 hat bereits kurz nach Veröffentlichung der Liste seinen Account auf gewerblich umgestellt: http://www.wortfilter.de/News/news3091.html

Auch online-Auktionen bewegen sich nicht im rechtsfreien Raum bzw. haben Aufklärung und Regelungen vom Gesetzgeber zeitweise der rasanten Entwicklung hinterhergehinkt.

Fehldruck

brfmhby
20.01.2009, 09:18
ja, bei ebay wird viel mist verkauft und es gibt viele, viele unseriöse händler.

es gibt aber auch gute. darunter sind bpp prüfer! schlechte lots kann ich jederzeit ohne probleme bei den grössten konventionellen auktionshäusern oder händlern kaufen. das gab und gibt es schon vor ebay.

deckelmouk
20.01.2009, 15:14
Kleiner Fall aus der Lösch-Praxis (@aleks kennt ihn): Primitivfälschungen in rauen Mengen (10-30 Angebote pro Woche) polnischer Lokal- und Aufdruckausgaben werden durch deutschen Privatverkäufer bei eBay angeboten. Der Anbieter wird angeschrieben, er verlegt seine Angebote auf eBay.com. Die Angebote werden durch eBay-Sicherheit gelöscht. Der Anbieter zieht sich für ein paar Monate zurück und taucht wieder auf. Die Angebote werden wieder gelöscht. Die Angebote tauchen unter einem ähnlichen Nick wieder auf. Die Angebote werden gelöscht. Die Angebote tauchen unter einem anderen Nick wieder auf (die Bilder sind gleich). Sie werden durch eBay-Sicherheit gelöscht. Usw., usf....

Da jeder ein neues Konto aufmachen kann, wenn es ihm passt, greifen die Masnahmen regelmässig ins Leere. eBay hat da auch kein Interesse, das zu untersuchen. Der einfache Zugang macht den Charme aus, erleichtert andererseits den Misbrauch.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

drmoeller_neuss
20.01.2009, 18:41
Verstanden!

Viele denken nur, daß im Internet alles anonym ist. Hier mal eine Liste der größten Privatverkäufer bei ebay...übrigens die Nr. 1 hat bereits kurz nach Veröffentlichung der Liste seinen Account auf gewerblich umgestellt: http://www.wortfilter.de/News/news3091.html


Fehldruck

Diese Aufstellung hat nur einen Schönheitsfehler: Die Liste bei wortfilter listet die privaten Verkäufer bei eBay.de nach allen Bewertungspunkten auf.
Bewertungspunkte kommen aber auch durch Kauf zustande. Nehmen wir einmal einen Heimatsammler, der im Jahr 500 Belege im unteren Preissegment kauft. In 8 Jahren Ebay kommen dann 4000 Bewertungen zusammen, auch ohne ein einziges Stück verkauft zu haben.

In so fern ist das Ebay-Bewertungssystem wenig aussagekräftig, mal davon abgesehen, dass es sich leicht manipulieren lässt.

Fehldruck
21.01.2009, 10:17
@drmoeller-neuss ja es sind bei denaufgeführten Verkäufern auch Käufe dabei, die sich aber sehr in Grenzen halten.

Hier ein neues Tool zum Umsatzaufliste... ist vielleicht auch für den watchdog interessant: http://www.wortfilter.de/Tools/sellerstats/sellersales.php

@deckelmouk das ist echt ein harter Fall. Ich gehe mal avon aus, daß der Anbieter kein Mitglied im BDPh bzw. Arge Polen ist.

Fehldruck

Aleks
21.01.2009, 10:38
@Fehldruck

Ich gehe mal avon aus, daß der Anbieter kein Mitglied im BDPh bzw. Arge Polen ist.
Das wäre ja zu schön:eek::eek::eek:

Aleks

Fehldruck
21.01.2009, 17:05
@Aleks schick ihm doch mal einen Mitgliedsantrag.;):eek:

Mit Groszy- Aufdrucken sind auch einge so unterwegs. Generell darf man wohl bei Aufdruckmarken festhalten, daß sie nur bei einem gewissen Wissensstand oder notfalls geprüft/mit Prüfmöglichkeit aus seriöser Quelle gekauft werden sollten. Aber wem sage ich das...

Und wenn es da mal einen Brief auf Verbandsebene an ebay mit den gesammelten Dauerspitzbuben gibt...in dem draufhingewiesen wird, daß es demnächst einen Beitrag zu Fälschungsangeboten bei online-Auktionen und die Zusammenarbeit mit online-Auktionen diesbezüglich gibt?:cool:

Fehldruck

Christian E. Geigle
21.01.2009, 17:25
Und wenn es da mal einen Brief auf Verbandsebene an ebay mit den gesammelten Dauerspitzbuben gibt...in dem draufhingewiesen wird, daß es demnächst einen Beitrag zu Fälschungsangeboten bei online-Auktionen und die Zusammenarbeit mit online-Auktionen diesbezüglich gibt?:cool:

Fehldruck



"Was kümmert es die Eiche, wenn sich die Sau dran scheuert?"

Das dürfte, wieder mal leicht überspitzt ausgedrückt, die zu erwartende Reaktion von Ebay sein. Vielleicht ein bißchen freundlicher und schön allgemein verpackt, aber von der Kernaussage her wachsweich, nichtssagend, abwiegelnd, besserungversprechend usw. usw.

Man muß es immer wieder betonen: Ebay verdient am Umsatz und an der Zahl der abgeschlossenen Verkäufe, nicht an der Sauberkeit der Deals. Die Aktionäre interessieren sich für ebit, cebit, debit... und den Aktienkurs samt Dividende, sonst nixxx. Ein paar Hanseln wie wir, die Betrügereien aufdecken und laut jaulen, werden in den kaffeeduftgeschwängerten Vorstandsetagen als Störenfriede angesehen, die es loszuwerden gilt. That´s it!

Deckelmouk hat, wenn ich mich recht erinnere, einen reichen Erfahrungsschatz in dieser Richtung. Vielleicht ist es aber besser, wenn er das meiste für sich behält.

Christian E. Geigle, der Ebay für nicht bedrängbar hält.

Aleks
21.01.2009, 17:38
Da sollte man lieber mal Artikel schreiben, die den dummen Käufern mit dem Vorschlaghammer einbläuen, dass Reproduktionen und als falsch, verfälscht oder sonstwie verklausuliert angebotene Stücke zu 99,9% wirklich falsch sind.

Wenn ich bei einigen Stammkunden der Fraktion "Aufdrucke alle falsch oder verfälscht" mal forsche, finde ich interessante Umsatzzahlen.
(so bei eBay - mit Beschreibung - suchen, und dann im Wortfiltertool (http://www.wortfilter.de/Tools/sellerstats/sellersales.php) das Mitglied eingeben)

Bei soviel geballter Käufer-Dummheit tut es mir um diese Käufer eigentlich nicht leid. Leider treten die Käufer dann oft als Verkäufer auf und der kleine Falsch-Hinweis fehlt.

Aleks

Fehldruck
21.01.2009, 18:55
Probieren kann man es ja mal... Meckern später auch.
In punkto Fälschungen sind in anderen Bereichen schon erstaunliche Dinge passiert.

Störenfriede sind die Fälschungsanbieter.

Fehldruck

fricke
22.01.2009, 12:03
Ein Problem bei ebay ist wohl auch, dass es dort offensichtlich keinerlei Fachleute gibt, die überhaupt in der Lage sind, zu beurteilen, ob die ebay-Regeln eingehalten sind. Dort kennt doch garantiert keiner den Unterschied zwischen Nachdruck, Neudruck, Faksimile, Fälschung.
Ich hatte bei einer Sammlungsauflösung einige Faksimiles von Marken des Deutschen Reichs für je 1€ eingestellt. Alle Marken als Faksimiles angeboten, entsprechend gekennzeichnet bzw. die Hapag-Marke als Nachdruck 1955 wie im Michel katalogisiert.
Ich hatte diese Marken früher auch als Lückenfüller im Album, da ich mir als Schüler Echtes in diesem Preissegment nicht leisten konnte.
Zuerst flog bei ebay alles raus, mit den blödsinnigsten Behauptungen: "Markenschutzrechte verletzt" oder ähnlicher Blödsinn. Beim zweiten Versuch wurde fast alles verkauft.
Dann hatte ich versehentlich beim zweiten Wiedereinstellen die dann noch nicht verkauften Polarfahrt-Faksimiles vergessen zu löschen und nochmals eingestellt.
Dann kam eine Fragebogenrunde von ebay (na ja - man weiß ja was die hören wollen) und ich war wieder geläutert.

In finde nichts dabei, wenn klar definierte Faksimiles oder auch entsprechend signierte Fälschungen zu kleinen Preisen gehandelt werden.

Verheerend ist für mich nur der Umstand, dass solche "Fälschungen" oder auch nur Faksimiles für zweistellige Beträge angeboten und gekauft werden. Auch teures als echt angebotenes Material wird aus Sparsamkeitsgründen nicht zum Prüfer geschickt wie Herr Geigle schon richtig bemängelte.
Wenn ich z.B. Infla sammle muss ich eben damit leben, dass bei vielen Marken die Prüfkosten höher liegen als der Katalogwert, wenn ich keine Falschstempel im Album haben möchte.

Und wenn ich bei ebay teures, ungeprüftes Material kaufe, dann muss ich mir eben die Mühe machen und prüfen lassen und ggfs. zurückgeben. Bei seriösen Händlern geht das immer.

Siegfried Spiegel
22.01.2009, 15:33
Ich komme jetzt nochmal auf meinen Beitrag über die gefälschte Kiautschou-Marke zurück.
Folgendes ist passiert:
Der Verkäufer wurde von mir negativ bei Ebay bewertet, weil er mir eine Fälschung geschickt hat. Er hat sich daraufhin per Email bei mir entschuldigt. Ich habe den Kaufpreis plus Versandkosten zurückbekommen und die Marke zurückgeschickt. Nach Erhalt der Marke hat mich der Verkäufer angerufen und sich nochmals entschuldigt. Er sei selber Vorsitzender eines örtlichen Briefmarkenvereines, BDPh-Mitglied, ehemaliger Offizier usw. und er bedauert den Vorfall zutiefst. Die Marke stammt aus einer Sammlung die er selbst erworben hat. Er hat nicht gemerkt, daß in der Sammlung Fälschungen waren.

Da ich selber schon einige Male auf Fälschungen hereingefallen bin, halte ich das für glaubwürdig.
Wenn ich mir die Ebay-Bewertungen der einschlägig bekannten Fälschungsverkäufer so anschaue, die alle zwischen 99,x und 100% positiv liegen, komme ich zu folgendem Schluß. Weit mehr als 90% der Sammler sind überhaupt nicht in der Lage eine einigermaßen gut gefälschte Marke von einer echten zu unterscheiden. Dabei ist es völlig egal ob das bei ebay, auf einem Tauschtag, bei Briefmarkenhändler oder sonstwo passiert. Sie haben in aller Regel keine Vergleichsmarke, sondern kaufen sich Marken, die in der Sammlung noch fehlen.
Wenn sich dann hier im Forum bei den entsprechenden Beiträgen schadenfrohe Stimmen erheben, die solchen Käufern Dummheit oder Gier vorwerfen, macht mich das sehr nachdenklich. Das mag auf einige wenige zutreffen, doch die Masse der Sammler kauft gutgläubig aus Freude an ihrem Hobby.
Mit nachdenklichen Sammlergrüßen
Siegfried Spiegel

deckelmouk
22.01.2009, 16:57
Hallo Siegfried,

sehr guter Beitrag! Ich zermartere mir das Hirn, wie ich diese Sammler als Bundesstellenleiter Fälschungsbekämpfung erreiche. Mittlerweile nutzen viele Sammler eBay, aber sie sind nicht Mitglied in einem Sammlerforum. Viele Sammler besuchen Briefmarkenmessen, aber sie wühlen sich nur durch die Händlerkisten. Da kommt dann ein böses Erwachen, wenn man die sorgfältig zusammengestellte Sammlung zum Händler trägt und der nur müde lächelnd abwinkt.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Bernd HL
22.01.2009, 22:08
Ich zermartere mir das Hirn, wie ich diese Sammler als Bundesstellenleiter Fälschungsbekämpfung erreiche.

Lars, ehrliche Antwort? Gar nicht.


Hier vor Ort haben wir mal einen Versuch gestartet. Der Jugendgruppenleiter hat zusammen mit den Einladungen zum nächsten Tauschtag einen „Beipackzettel“ an Vereinsmitglieder und Gäste verschickt, mit dem wir zu einem kleinen Fälschungsseminar einladen wollten. (Die Anfänge der Präsentation kennst Du ja, Deine mir überlassenen Stücke sind dort auch enthalten. Mittlerweile ist noch einiges dazu gekommen.) Nun rate mal, wie viele Rückmeldungen er erhalten hat?





Richtig, nicht eine einzige!:mad: Die einzigen, die sich dafür wirklich interessieren, sind 4 Mitglieder aus dem Gruppenstamm. Daraus kannst Du doch sehen, dass sich auf Deutsch gesagt „keine Sau“ dafür interessiert. Aber wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, können sie alle jammern. Auf einem der nächsten Gruppentreffen werden wir das also im kleinen Kreis erörtern und ich habe dann mit Sicherheit 4 interessierte Zuhörer (Gruppenleiter inklusive). Getestet habe ich die Fälschungssammlung bei meinem letzten Berlin-Messe-Besuch, dort haben Sammlerfreunde mehr als grosse Augen bekommen und waren davon angetan. Also Lars, lasse Dir keine grauen Haare wachsen, du bist nicht der einzige, der Probleme hat, die Leute zu erreichen.

Siegfried Spiegel
12.09.2009, 14:51
Nicht nur bei Ebay, auch bei anderen Internet-Auktionen gibt es jede Menge Fälschungen zu bestaunen.
Hier ein Beispiel bei Delcampe: Was der Anbieter "Fila 60" in Sachen Helgoland anbietet ist haarsträubend.
http://briefmarken.delcampe.net/page/item/id,68510659,var,1875-GERMANY-HELIGOLAND-MICHEL-NR-12-FINE-USED,language,G.html

petzlaff
12.09.2009, 15:18
... erinnert mich an die Kinderpoststempel aus meiner Vorschulzeit Anfang der 50er Jahre :D - kurios zusammengestellte Gummilettern einzelner Ziffern in einem obskuren Doppelkreis. Für wie blöd halten uns diese Verhökerer eigentlich :D

Siegfried Spiegel
15.09.2009, 18:44
Was uns ein Verkäufer aus Polen bei Ebay vorsetzt ist vorbildliche Kundenbetreuung. Auf Nachfrage eines Interessenten kam folgende Antwort:

Frage: was würde es zusätzlich kosten, wenn Sie die Zähnung ganz wegschneiden, damit aus dieser Nr. 21y eine Nr. 20 wird? 15.09.09

Antwort: Da sind keine zusätzlich kosten. Wenn Sie möchten, können Sie im jeden Moment von der Auktion oder von ganze Transaktion sich zurückziehen. Beste Grüße,

Weitere Informationen gibt´s unter:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=320421980395#description

Hier noch der echte Luxus-Artikel:

PS: Das Gebot dürfte vom hauseigenen Pusher kommen.

Reich_siggi
15.09.2009, 19:38
Was uns ein Verkäufer aus Polen bei Ebay vorsetzt ist vorbildliche Kundenbetreuung. Auf Nachfrage eines Interessenten kam folgende Antwort:

Frage: was würde es zusätzlich kosten, wenn Sie die Zähnung ganz wegschneiden, damit aus dieser Nr. 21y eine Nr. 20 wird? 15.09.09

Antwort: Da sind keine zusätzlich kosten. Wenn Sie möchten, können Sie im jeden Moment von der Auktion oder von ganze Transaktion sich zurückziehen. Beste Grüße,

Weitere Informationen gibt´s unter:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=320421980395#description

Hier noch der echte Luxus-Artikel:

PS: Das Gebot dürfte vom hauseigenen Pusher kommen.

@ hallo siegfried
hauseigenen Pusher !!

da hast du vollkommen recht,mit seinen eigen hauspusher.
siehe seine anderen angebote.

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=320421980395#description

er ist immer bei den angeboten als bieter aktiv, p***e( 1 )
und hier haben sie ihre eigene Marke "Hamburg MiNr. 5, gestempelt - RARITÄT!!! "ersteigert.
http://offer.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewBids&item=320420469416

und hier sehen wir,hat der Pusher p***e( 1 ) drei mal versucht das angebot raus zubekommen ???
http://offer.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewBids&item=320422029839

gruss reich_siggi

drmoeller_neuss
15.09.2009, 20:51
Hallo Siegfried,

sehr guter Beitrag! Ich zermartere mir das Hirn, wie ich diese Sammler als Bundesstellenleiter Fälschungsbekämpfung erreiche. Mittlerweile nutzen viele Sammler eBay, aber sie sind nicht Mitglied in einem Sammlerforum. Viele Sammler besuchen Briefmarkenmessen, aber sie wühlen sich nur durch die Händlerkisten. Da kommt dann ein böses Erwachen, wenn man die sorgfältig zusammengestellte Sammlung zum Händler trägt und der nur müde lächelnd abwinkt.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Warum kann man nicht endlich einmal den Gedanken der Geldanlage aus den Hirnen der Briefmarkensammler austreiben ! Briefmarkensammeln ist mein Hobby und Hobbies kosten nun mal Geld. In der Zeit, die ich mit meinen Marken verschwende, könnte ich auch für die Firma schuften und tausende EUROs verdienen.
Ich sammle doch nicht, um später die Sammlung selbst zu verkaufen? Nebenbei: wieviel Wertverlust hat eigentlich ein Neuwagen der Mittelklasse? Soviel Geld habe ich überhaupt noch nicht in meine Marken gesteckt.

Lars, ich weiß Deine Arbeit zu schätzen. Verstehe das nicht falsch, ich möchte keine Fälschungen erwerben, aber auch das Ansammeln echter Belege zum Beispiel im Rahmen einer Heimatsammlung ist reine Geldvernichtung, Du wirst nie wieder den Einstandspreis hereinbekommen.

Man muß auch nicht gleich Mitglied eines Sammlerforums werden, wenn man nur mitlesen möchte. Gibt es eigentlich für dieses Forum Zugriffsstatistiken, d.h. wieviele Beiträge von angemeldeten und unangemeldeten Benutzern gelesen wurden?

deckelmouk
16.09.2009, 10:12
@drmoeller_neuss:

Den finanziellen Aspekt unseres Hobbies blende ich nicht aus. Wenn ich tausende von Euros für Marken und Belege ausgeben, dann will ich beim Verkauf dafür auch etwas zurückbekommen - ob das 30 oder 60% sind, das ist mir wurscht. Aber -0- ist zu wenig. Mit einem Auto kann ich von einem Ort zum anderen fahren, es erfüllt einen Zweck. Briefmarken kann ich "nur" anschauen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

Max und Moritz
18.09.2009, 00:36
Warum kann man nicht endlich einmal den Gedanken der Geldanlage aus den Hirnen der Briefmarkensammler austreiben !


Ich sammle doch nicht, um später die Sammlung selbst zu verkaufen?

Solche Zitate verdienen eine Antwort. Unser Sammlerkollege vergißt offensichtlich, daß unsere Sammlerwelt groß ist.
Natürlich haben Sammler auch die Geldanlage im Kopf. Wäre für Sammler mit Geld ja auch dumm, wenn sie es nicht täten.
Respektive ich Kleinsammler versuche mein sauer Erspartes so sinnvoll wie möglich auszugeben. Ich spare hauptsächlich für große Sachen und investiere auch dort und sammele weniger auch kleines.
Die Sammlung wil ich, obwohl erst 41, später verkaufen. Das weiß ich jetzt schon (Ausnahme: mein 5jähriger Neffe sollte sich unerwarteterweise dafür interessieren) .
Falls er es nicht tut, finanziere ich davon später mit siebzig eine dreimonatige Nordlandtour mit meiner Frau auf einem geeignetem Kreuzfahrtkahn.
Warum sollte ich nicht werterhaltend sammeln? Ich habe Spaß an werthaltigen Marken. Und warum eigentlich nicht? Wie du weißt, forsche ich daran. Ins Grab kann ich sie ja nicht mitnehmen.

drmoeller_neuss
18.09.2009, 13:01
Solche Zitate verdienen eine Antwort. Unser Sammlerkollege vergißt offensichtlich, daß unsere Sammlerwelt groß ist.
Natürlich haben Sammler auch die Geldanlage im Kopf. Wäre für Sammler mit Geld ja auch dumm, wenn sie es nicht täten.

Da habe ich (und viele andere Sammlerkollegen) eine andere Meinung. Ürbigens: ich habe noch nie einen (wohlhabenden) Golfspieler getroffen, der Golf nur mit dem Hintergedanken spielt, sein teures Edel-Schlägerset später gewinnbringend verkaufen zu können.



Respektive ich Kleinsammler versuche mein sauer Erspartes so sinnvoll wie möglich auszugeben. Ich spare hauptsächlich für große Sachen und investiere auch dort und sammele weniger auch kleines.

Das versuche ich auch. Ich sammle Briefmarken, weil es ein preisgünstiges Hobby ist. Ölgemälde von Expressionisten zu sammeln fände ich auch toll, ich kann mir aber die Gemälde und die Galerie nicht leisten. Auf Briefmarken schon. :rolleyes:



Die Sammlung wil ich, obwohl erst 41, später verkaufen. Das weiß ich jetzt schon (Ausnahme: mein 5jähriger Neffe sollte sich unerwarteterweise dafür interessieren) .

Warum denn? Gerade wenn Du alt wirst, und Dein Geist noch klar ist, aber der Körper nicht mehr will, ist Briefmarkensammeln ein gutes Hobby. Hier kannst Du dank Deines Wissens noch mit jungen Sammlern mithalten, auch wenn Du im Rollstuhl sitzt. Golfspielen geht dann nicht mehr.
Für meinen Opa war das Hobby Briefmarken der einzige Kontakt zur Außenwelt. Der Mann hat Geldvernichtung betrieben, DM-Nominale angehäuft, Kartonphilatelie von der Versandstelle paketeweise kommen lassen, und ist mit dem Taxi zu den Tauschtreffen gefahren.
Nun habe ich etwas weniger geerbt, hatte aber einen Opa, der im hohen Alter geistig fit war, und auch glücklich.



Falls er es nicht tut, finanziere ich davon später mit siebzig eine dreimonatige Nordlandtour mit meiner Frau auf einem geeignetem Kreuzfahrtkahn.
Warum sollte ich nicht werterhaltend sammeln? Ich habe Spaß an werthaltigen Marken. Und warum eigentlich nicht? Wie du weißt, forsche ich daran. Ins Grab kann ich sie ja nicht mitnehmen.

Das eine schließt doch das andere nicht aus. Lege jeden Monat regelmäßig etwas Geld beiseite, am besten festverzinzlich, dann behältst Du Dein Geld, und nicht der Bankberater.
Auf Deiner Nordlandtour wirst Du viele Belege einsammeln können. Ich hatte meinen Spaß, auf einem kleinen finnischen Postamt in einer Holzhütte Marken zu kaufen, natürlich sprach die Angestellte nur finnisch :D
(in den größeren Städten ist das kein Problem, Du kommst mit Englisch und Deutsch problemlos durch, aber so ein persönlicher Kauf auf einem kleinen Postamt ist ein Erlebnis, ganz im Gegensatz zu einem schnöden Internetkauf bei der Versandstelle vom heimischen PC aus.)

Siegfried Spiegel
20.09.2009, 17:16
Neulich hatte dieser Verkäufer bereits eine falsch gestempelte Helgolandmarke im Angebot. Nach ein paar Hinweisen hat er die Auktion dann bei Ebay-Deutschland beendet und bei Ebay-Ukraine eingestellt.
Heute probiert er es mit einer Helgoland Nr.9, allerdings ein Hamburger Neudruck mit Falschstempel.
http://cgi.ebay.de/Helgoland-MiNr-9-gestempelt-RARITAT-Mi-ca-1800_W0QQitemZ320426063042QQcmdZViewItemQQptZBrief marke?hash=item4a9ae1b4c2&_trksid=p3286.c0.m14

zensurpost
20.09.2009, 23:22
Neulich hatte dieser Verkäufer bereits eine falsch gestempelte Helgolandmarke im Angebot. Nach ein paar Hinweisen hat er die Auktion dann bei Ebay-Deutschland beendet und bei Ebay-Ukraine eingestellt.
Heute probiert er es mit einer Helgoland Nr.9, allerdings ein Hamburger Neudruck mit Falschstempel.
http://cgi.ebay.de/Helgoland-MiNr-9-gestempelt-RARITAT-Mi-ca-1800_W0QQitemZ320426063042QQcmdZViewItemQQptZBrief marke?hash=item4a9ae1b4c2&_trksid=p3286.c0.m14

ist auch die HAMBURG Nr. 5

http://cgi.ebay.de/Hamburg-MiNr-5-gestempelt-LUXUS-Mi-ca-1800_W0QQitemZ320426041180QQcmdZViewItemQQptZBrief marke?hash=item4a9ae15f5c&_trksid=p3911.c0.m14

wieder im Angebot. Die Marke wurde am 14.09. um 22:29 Uhr schon 'mal "verkauft" .... Käufer und Verkäufer haben sich bereits 15 Minuten später - um 22:44 Uhr - bewertet ... natürlich zu 100% positiv :confused:

Beste Grüsse
Hans-Georg

usul3
21.09.2009, 17:42
Vieleicht hat er mehrere, die sich nur stark ähneln :D

axel
27.09.2009, 00:07
Ich kann die Verteufelung von eBay, die man immer häufiger liest, in keinster Weise nachvollziehen. Nichts in meiner 20-jährigen Sammlerzeit hat mich weitergebracht, wie die absolut fantanstischen Möglickeiten, die eBay bietet. Nur ein Beispiel: ich habe eine DR 181 gest. für ca. 8 € ersteigert, prüfen lassen (Hr. Fleiner) und letztenendes eine per Fotobefund als echt begutachtete Marke für unter 5% des Katalogwertes in meine Sammlung überführen können. Ich habe extrem gute Kiloware der Inflationszeit ersteigert, die eine Fülle von tollen Mehrfachfrankaturen drin hatte. Ich kann diese Positivbeispiele endlos fortsetzen. Wenn einige Händler meinen, sich der Öffnung für die neuen Handelswege verweigern zu müssen, werden sie das wohl nicht überleben.

Gerhard
27.09.2009, 01:57
Kann das auch nicht verstehen,

bisher nur gute Erfahrungen bei Ebay gemacht.

Schnäppchen, auch mal höherwertige Sachen mit Attest und auch mal reingefallen, bei kleinen, wirklich kleinen Geboten, die bestimmt nicht weh tun.

Kann das nicht nachvollziehen, das bei Ebay, jemand beim grossen Geldbeutel reinfällt

Christian E. Geigle
27.09.2009, 11:49
Na prima. Irgendwo müssen Leute wie hsvfan1950 und wosnitza ja ihre 99kommairgendwas Prozent positive Bewertungen herhaben...

Es behauptet niemand, daß ALLES bei Ebay schlecht ist. Aber unter die vielen weißen Schafe mischen sich leider auch reichlich schwarze. Und die treiben Dinge, die einem Profi nicht gefallen können. So manche bei Ebay angereicherte Sammlung möchte ich nicht zum Ankauf vorgelegt bekommen...

Es seien aber jedem seine positiven Erfahrungen gegönnt.

CEG, der leider auch schon Anderes erlebt hat.

1867
27.09.2009, 11:57
Dann werde ich mal versuchen, euch das staunende "Nichtverstehen" ein wenig deutlicher vor Augen zu führen.

Wer bei Ebay kauft, oder auch auf sonst welchen Auktionen, der ist selber schuld, für das was er tut.
Spezialisten ihres Sammelgebietes werden ganz klar fast immer die Nase dabei ganz vorn haben.
Der Schnäppchen gab/gibt/wird es immer einige geben. Sie bilden aber weder eine Ausnahme, noch sind sie überaus häufig,
sonst wären es letzten Endes keine Schnäppchen für den Käufer.
Ein Schnäppchen ist strenggenommen ja auch nur eine Übervorteilung gegenüber dem Verkäufer. Also ebenfalls nicht so
recht i.O. Das der Käufer für sein eventuell in langjähriger Kleinstarbeit und mit nicht unerheblichen Kosten an seinem
Wissen gearbeitet hat, steht dabei auf einem ganz anderem Blatt, wie so vieles ... in der Philatelie und dem
Briefmarkensammeln ganz allgemein.

Also lassen wir mal die Schnäppchenjagd als Randerscheinung aussen vor und widmen uns der allgemeinen Angebotslage
speziell auch bei Ebay.

Alle Briefmarkenangebote zusammen genommen und in einen großen Mixer geworfen, wieder nacheinander aufgereiht,
unabhängig von Gebiet, Anbieter und halt schön durcheinander und dann durchgesehen, würde ein äußerst erschreckendes
Bild abgeben. Ich wage zu behaupten, dass an jedem 10.Angebot etwas auszusetzen ist, was so nicht in der Beschreibung
steht, bzw. am manchmal eher erbärmlichen Bildchen zu erkennen ist.
Das wissentlich falsche Marken als echt angeboten werden, steht auch fest. Dagegen gilt es als erstes vorzugehen. Denn
wer solchen Betrügern nicht bereitwilligst das Handwerk legt trägt dazu bei, dass der Handelsplatz ruck zuck zum
"Trödelmarkt ohne Gesetze" verkommt.
Das nebenbei auch auf Deibel komm raus extra und gezielt gefälscht wird, um sogar mit Kleinstbeträgen eine erkleckliche
Summe zusammen zu scheffeln, ist ebenso Fakt. Auch hier sollte kein Sammler schlafend daneben liegen.

Auf einzelne Angebote hinzuweisen unterlasse hier lieber, allein in diesem Forum finden sich genügend Beispiele für die
Einsicht, dass darüber disskutiert werden muss! Alles andere wäre eine unverzeihliche Unterlassungssünde.
Bietet das Aufzeigen solcher Fälschungen auch eine Möglichkeit, ganz erheblich dazu zu lernen.

Um mal eine Sendung aus Fernsehen zu zitieren:

Wer, wie, was ... wieso, weshalb warum ... wer nicht fragt bleibt dumm ... tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu sehn,
manchmal muss man fragen, um sie zu verstehn.

Wer hat da wohl nicht richtig aufgepasst?
Darin steckt soviel Weißheit, dass einem das Hirn bluten müsste.

Ungläubige sollten mal über ihr Sammelgebiet hinausschauen und sich ein wenig umsehen. Wenn sie die ganzen Fälschungen
nicht erkennen, heißt das nicht, dass sie nicht da sind !"!"!"! und was immer dieser Satz bedeuten mag, sollte jeder für sich
selbst entscheiden. In ihm steckt nämlich mehr, als da steht.

Wenn wir nicht gemeinsam gegen Betrüger, Fälscher und alles Unsaubere vorgehen, machen wir uns (mal ganz kleinlich
ausgedrückt) mitschuldig an einem unschönen Ruf des Briefmarkensammelns. Ich möchte hier nicht als Moralapostell
hervortreten und mit dem Finger auf bestimmte Leute zeigen, um schlimmes bekannt zu geben.
Sachlage und unbetrittenes Faktum ist und bleibt, der Markt ist so dermassen durchseucht von zweifelhaftem Material, da
kriegste graue Haare drüber.
Egel welcher Anbieter, egal welches Auktionshaus ... völlig frei davon sind davon wohl die wenigsten.
Fein sind Anbieter, welche aus ihren Fehlern lernen und sich bemühen kein zweites Mal einem Irrtum zu unterliegen.
Bereitschaft - Kosten - Zeit - stehen hier massiv dem zu erwartenden Gewinn gegenüber.
Das sind die unauslöschbaren Punkte, warum es soviele Fälschungen am Markt überhaupt gibt.
Einen genaueren Überblick kann man sich darüber allerdings erst verschaffen, wenn man auch bereit ist, Zeit zu investieren.
Sich informiert, Auktionen beobachtet, sich austauscht, eigene Erfahrungen mit einfließen lässt usw. (bestes Beispiel ist
dieses Forum dafür und Foren gibt es viele ...)
So wird dankenswerter Weise in den verschiedensten Foren darüber berichtet, es wird in der Presse kundgetan, es gibt ganz
hervorragende Literatur darüber ... nur euch kommt es so vor, als gäbe es keinen echten Handlungsbedarf.
Das verwundert erst richtig !!!

Ein seit gestern sehr alter Mann (deckelmouk), hat in meinen Augen einen erheblichen Anteil daran, dass solche wie auch
immer gearteten Angebote ein gutes Stück in ihrer Anzahl allein schon bei Ebay (und nicht nur dort) zurückgegangen sind.
Auch wenn es hin und wieder zu Ungereimtheiten o.ä. kommt, macht er seine Arbeit sehr gut und bringt dafür weitaus mehr
Geduld und Zeit auf, als es den meisten von uns überhaupt in den Sinn käme. Dafür ist ihm nicht genug zu danken.

Damit hat er in kürzerer Zeit mehr geschafft, als sehr viele andere, die sich darüber wundern ...
warum überhaupt so ein Wind gemacht wird.

Das falsche Material liegt offen da !!! jeder könnte es immer und überall sehen.
Nur wer es nicht sieht bzw. nicht sehen will, den verwundern solche Worte.
Nun ist die Angebotsvielfalt so unüberschaubar, dass ein einzelner unmöglich alles sehen kann. Allein schon deshalb sollten
sich "Verwunderte" Leute mit ihren Einschätzungen besser vorher umfassender informieren.
Die Frage ist nicht, ob es das gibt und ob es gut oder böse ist, nein. Auch wer mehr oder weniger solches Material über sein
Haus zum Angebot bringt, ist eigentlich völlig egal.
Wie gehen wir am besten dagegen vor? Das ist der Kernpunkt, der seit gut 150 Jahren an seiner Brisanz nichts verloren hat.
Im Gegenteil. Noch nie war es so einfach mit unglaublich wenigen Mitteln und mit fast gegen null tendierendem Arbeits-
aufwand und verschwindend geringen Kosten eine Fälschung herzustellen, welche auf den ersten Blick kaum noch zu
erkennen ist.

Fälscher welche in ihrer Unwissenheit gravierende Fehler schon bei der Herstellung ihrer Ware machen, gehören meiner
Meinung nach gleich doppelt so hoch bestraft.
Wenn mich nicht alles täuscht, wird es für "bessere Marken" bald nur noch Handel gegen vorherige Besichtigung geben.
In Zeiten wo Atteste und Unterschriften gefälscht werden, Prüfstempel aufkopiert und Reparaturen zum "guten Handwerk"
gehören, da bleibt sowas naturgemäss nicht aus.
Für nachweislich falsch angebotene Ware hat dann der Verkäufer mit allen Kosten Rechnung zu tragen.
Was bis heute auf diesem Verfahren alles im Argen liegt, brauche ich nicht aufzuzählen, dass weiß jeder, der sich schon mal
eine Ansichtssendung hat kommen lassen, welche eigentlich nur Schund enthielt.
So wird es kommen (das ist meine Meinung, ich kann auch falsch liegen).
Das wäre gesund und vernünftig, nur eben umständlich und sehr teuer und vor allem nur etwas für Leute, welche sich
zutrauen, ein gesundes und vernünftiges Urteil über die jeweilige Ansichtssendung abgeben zu können.
Bei vielen Marken ist das heute ja schon Gang und Gäbe und wer anders kauft, ist wie oben schon gesagt, selber schuld.
Derjenige steht dann allerdings in seiner Meckerecke (mit Gesicht zur Wand) zurecht.

Einen unverfälschten Sonntag wünscht 1867

Wanderer
27.09.2009, 15:41
sehr gut und deutlich gesprochen - getextet - geschrieben! Schließe mich dem zu 100% an und die Forum-Besucher lernen sehr viel hier, wenn sie nur wollen täten ....

mar-vel
28.09.2009, 10:02
Nach ein paar Hinweisen hat er die Auktion dann bei Ebay-Deutschland beendet und bei Ebay-Ukraine eingestellt.

Wie komme ich denn auf eBay Ukraine? Bei eBay sind doch nur folgende Seiten angegeben: Argentinien | Australien | Belgien | Brasilien | China | Frankreich | Großbritannien | Hongkong | Indien | Irland | Italien | Kanada | Korea | Malaysia | Mexiko | Neuseeland | Niederlande | Österreich | Philippinen | Polen | Schweden | Schweiz | Singapur | Spanien | Taiwan | Thailand | Türkei | USA | Vietnam ( Quelle ebay.de )
Gruß
Marc

Siegfried Spiegel
28.09.2009, 11:40
Hallo Marc,
der Artikel ist mittlerweile dort nicht mehr verfügbar.
Er war aber unter ebay.co.uk Artikelnummer 320 425 199 644 eingestellt.

Dafür sind seine Luxusraritäten jetzt wieder bei Ebay-Deutschland zu haben.
Er schreibt aber mittlerweile, daß es sich um einen Hamburger Neudruck handelt. Nur mit dem Katalogpreis hat er noch etwas Schwierigkeiten. :) .
Hier ein Beispiel:

http://cgi.ebay.de/Helgoland-MiNr-8F-gest-Hamburger-ND-SEHR-SELTEN_W0QQitemZ320428629775QQcmdZViewItemQQptZBri efmarke?hash=item4a9b08df0f&_trksid=p3286.c0.m14

crantsch
28.09.2009, 12:32
dann spiele ich mal dezent den Klugscheisser und vermelde, dass die Endung .uk für das Vereinte Königreich (United Kingdom) steht...