Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Luxemburger Besatzung nach dem 2. Weltkrieg
deckelmouk
13.01.2009, 22:04
Den wenigsten Sammlern ist bekannt, dass die Luxemburger Armee nach dem 2. Weltkrieg im Grenzgebiet Besatzungsmacht war. Die Belege sind rar, nach Literatur sind acht Stück bekannt. Kenntlich sind diese Briefe/Karten nur am Absender.
Noch eine Binsenweisheit: Literatur macht sich bezahlt. Der hier gezeigte Beleg war in der Sammlung "Kugel". Nach deren Auflösung kam er zu einem US-Händler, der sich auf Feld- und Besatzungspost spezialisiert hatte. Da mir das Thema durch das Buch "Die Luxemburger Besatzung in der französischen Zone" von Alfred Meschenmoser/Walter Farber vertraut war, hab ich den Beleg erwerben können.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Wenn ich das jetzt richtig interpretiere wurde diese Post in Bitburg etc geschrieben, dann kam alles via interne Militärpost ohne Stempel und so nach Luxemburg, das Porto wurde dort via Armee-stempelmaschine "bezahlt" und dann dem Empfänger über die "normale" Post zugestellt ... oder?
@pasbal
Deine Vermutung ist völlig richtig. Irgendein Wagen fuhr jeden Tag die Strecke Bitburg - Luxemburg - Bitburg, wo das 2. Bataillon lag, und brachte die anliegende Post (u.a.) mit, die dann mit dem Armee-Absenderfreistempel frankiert wurde.
Die von Lars angeführte Broschüre hilft da weiter.
Zu beziehen beim Phil*Creativ-Verlag, Schwalmtal.
Beste Grüße
DiDi
Das läuft heute noch zum Teil ähnlich: die Familienangehörige die den Soldaten in einer Auslandsmission (Bosnien, Kosovo, Afghanistan) Briefe zukommen lassen möchten, senden die an den Stab in luxemburg Stadt - dort werden sie gesammelt und gehen zusammen mit der belgischen oder französischen Militärpost ins Einsatzgebiet. Die Soldaten die aus dem Einsatz nach Hause schreiben machen es genau andersrum: die Briefe gehen gesammelt mit der französischen oder belgischen Militärpost nach Luxemburg, werden dort frankiert und über die normale Post versendet.
Dies ist der "offizielle" Weg - dauert gut und gerne 3 Wochen, wenn nicht mehr. Deshalb versuchen die Soldaten immer wieder auf die deutsche Feldpost zurückzugreifen - dies geht wesentlich schneller!
Hallo Lars
Du zeigst einen wunderschönen Beleg zum Thema.
Leider ist mein Beleg nur durch Interpretation und Hintergrundwissen (Meschenmoser und RdBrf 93 Arge FZ, dort ebenfalls Meschenmoser) in den Raum Bitburg anzusiedeln und leider nicht genau datierbar.
Der im RdBrf Arge FZ gezeigte Beleg (18.01.1946) zeigt den gleichen Briefumschlag allerdings ohne weitere Dienststempel. Empfänger ist das RWE in Trier.
Das 1. Btl der Luxemburger Armee besetzte am 13. November 1945 das östliche Moselufer im Kreis Saarburg. Die Kompanien des Btl waren in Tawern (bis 1946), Nittel und Perl stationiert.
Das 2. Btl bezog am 11. November seine Stellung in Bitburg und Umgebung.
Viele Grüße
Rolf
deckelmouk
17.01.2009, 11:36
Hallo Rolf,
vielen Dank für das Herzeigen dieses schönen Beleges! Es freut mich sehr, dass von diesen seltenen Belegen ein zweiter hier im Forum gezeigt werden kann.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
Also eigentlich ist dieser zweite Beleg einen ganz anderen Weg gelaufen.
Der erste Beleg ging von Bitburg per Auto nach Luxemburg - wurde dort gestempelt und über normale Post an den Empfänger überstellt.
Der zweite Beleg hat Deutschland nie verlassen. Am Stempel "Vaguemestre" und "Affranchissement par forfait" sieht man, dass kein Porto in Luxemburg hierfür bezahlt wurde - wie das Porto genau bezahlt wurde und an wen ... das würde mich schon interessieren! Eventuell gab es ja ein Abkommen zwischen der luxemburgischen Armee und der deutschen Post (dehalb der Stempel "Affranchissement par forfait").
Hallo pasbal
Der zweite Beleg ist sicherlich nicht mit der Post befördert worden, sondern als Mitnahmestück auf einer Dienstfahrt nach Trier zum RWE gelangt. Eine Beförderung innerhalb des luxemburgischen Kuriersystems hat wohl auch nicht stattgefunden.
Der Nordteil des Gebietes, daß von der luxemburgischen Armee besetzt war, reichte bis ca. 10 Km an die Stadtgrenze Triers.
Soweit ich informiert bin, gab es kein Abkommen zwischen der Luxemburger Armee und der Deutschen Post. Meschenmoser zeigt in seinem Rundbriefbeitrag (auch im Buch) einen R-Brief mit Barfreimachung von Bitburg nach Trier aus 1946.
Es gab auch keine Teilnahme am französischen Dienst- oder Feldpostbetrieb.
Leider kann ich nicht mehr zu dem Beleg sagen, ich habe noch keine weiteren Vergleichsstücke gesehen.
Viele Grüße
Rolf
@ rolfnr:
Mitnahmestück => Da könntest Du Recht haben!
Ich habe mich durch den Stempel "Affranchissement par forfait" in die Irre leiten lassen - aber in dem Falle müsste ja irgendwie ein deutscher Stempel auf dem Umschlag sein!
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